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KatNr. 1 Niederländische oder deutsche Schule, Kreuztragung Christi. 2. H. 16. Jh.
KatNr. 1 Niederländische oder deutsche Schule, Kreuztragung Christi. 2. H. 16. Jh.

001   Niederländische oder deutsche Schule, Kreuztragung Christi. 2. H. 16. Jh.

Öl auf Leinwand. Unsigniert. In moderner, breiter Holzleiste mit stark ansteigendem Profil gerahmt.
Maträger neu gespannt. Malschicht gesamtflächig mit feinem Krakelee. An der Oberkante unscheinbare Kratzspuren. Vereinzelt kleinere Retuschen; u.re. zwei größere. Im Falzbereich leichte Verdunklung. Kleines Löchlein u.li. Neu gefirnißt.

Auch wenn die Handschrift dieser Kreuztragung keine zweifelsfreie Zuschreibung an einen Künstler ermöglicht, so ist aufgrund des räumlichen Bildaufbaus über mehrere (Erzähl-)Ebenen und der Verschmelzung von idealisierter, doch seelenloser, Architektur im Fond mit dem starken erzählerischen Moment der großen Figurengruppe im Vorder- und Mittelgrund eine räumliche und zeitliche Einordnung in die niederländische Malerei der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts möglich. Mögliche Einflüsse können hier bei Marten und Lucas van Valckenborch oder Gillis Mostaert gesucht werden; auch die Übernahme dieser typisch niederländischen Art der Komposition durch eine deutsche Schule ist denkbar. Der Aufbau des Kreuztragungszuges geht wohl auf das Hubert van Eyck zugeschriebene Gemälde gleichen Themas in der Sammlung des Museums der Bildenden Künste in Budapest zurück.

75 x 88 cm, Ra. 93,8 x 109 cm. 7.800 €
KatNr. 7 Pavel Andreevic Fedotov (zugeschr.), Die Schwester des Künstlers als junge Witwe. Wohl 1852.
KatNr. 7 Pavel Andreevic Fedotov (zugeschr.), Die Schwester des Künstlers als junge Witwe. Wohl 1852.

007   Pavel Andreevic Fedotov (zugeschr.), Die Schwester des Künstlers als junge Witwe. Wohl 1852.

Pavel Andreevic Fedotov 1815 Moskau – 1852 St. Petersburg

Öl auf Leinwand. Unsigniert. In einer goldfarbenen Schmuckleiste gerahmt.
Malschicht mit feinem Krakelee; größere Retuschen u.re., vereinzelte Retuschen o.re. und in der linken Bildhälfte. Verso an vier Stellen hinterlegt. Keilrahmen erneuert.

Fedotov, eine der wichtigsten Figuren der russischen Kunst des 19. Jahrhunderts, gab seine erfolgversprechende Militärkarriere zugunsten der Malerei auf. Vorerst in ärmlichen Verhältnissen lebend, erarbeitete er sich durch seine karikaturesken, sozialkritischen Genreszenen einen guten Ruf als zynischen Beobachter der russischen Gesellschaft. Aufgrund seiner Affinität zu den Gedanken der 1848er Revolution wurde er jedoch bereits ab 1850 gezwungen, sich aus den öffentlichen Kunstkreisen zurückzuziehen - eine Verbannung, die sich in der düsteren Themenwahl der Folgejahre und der todbringenden geistigen Umnachtung des Künstlers niederschlug.

75,5 x 54,5 cm, Ra. 85 x 63,5 cm. 6.000 €
Zuschlag 3500 €
KatNr. 16 Carl Julius von Leypold, Burgberg im Schnee. Wohl um 1860.
KatNr. 16 Carl Julius von Leypold, Burgberg im Schnee. Wohl um 1860.

016   Carl Julius von Leypold, Burgberg im Schnee. Wohl um 1860.

Carl Julius von Leypold 1806 Dresden – 1874 Niederlößnitz/Dresden

Öl auf Papier, auf Malpappe kaschiert. Signiert u.re. "JvLeypold". Verso von unbekannter Hand bezeichnet. In profilierter, mit Palmettenfries und floralen Eckornamenten versehener, goldfarbener Holzleiste gerahmt.
In den Randbereichen unscheinbar farbspurig; dezente Reißzwecklöchlein in den Ecken. O.re. leichte Firnisverfärbung; kleinere Retuschen im Himmel und minimale Farbausplatzung u.re.

Als Schüler der Kunstakademie verfiel auch Leypold zu Beginn seiner Studienjahre dem erfolgbringenden Mystizismus der Malerei von Caspar David Friedrich. Seine eigenen Stärken jedoch bald erkennend, fand Leypold zu einer eigenen Pinselsprache und widmete sich vornehmlich pittoresken architektonischen Motiven unter Aufgabe des verklärenden Moments seiner bisherigen Stimmungsmalerei. "Dabei knüpfte er an seinen Lehrer Dahl an und bildete einen malerischen, aber zugleich spitzpinselig durchgestalteten Stil aus, in dem sich hohe Malkultur mit biedermeierlicher Sachlichkeit verbinden.Die Vorliebe für alte Burgen, Stadttore und Ruinen sowie einen eigenartigen Sinn für die Posesie des Winters hat er sich als einen Nachklang romantischen Empfindens bis zuletzt bewahrt."

Literatur: Neidhardt, Hans Joachim: Die Malerei der Romantik in Dresden. Leipzig, 1976, S. 172-186 (hier zitiert nach S. 186).

23 x 33 cm, Ra. 37,5 x 48 cm. 4.200 €
Zuschlag 3500 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

035   Lucien Adrion, Blick auf den Wallpavillon im Dresdner Zwinger. Vor 1945.

Lucien Adrion 1889 Straßburg – 1953 Paris

Öl auf Leinwand auf Malpappe. Signiert u.li. "Adrion". In moderner Profilleiste mit Einlage gerahmt.
Kleine punktuelle Retusche über Verletzung des Malträgers u. Mi. sowie kleine Farbabplatzung am Rand u.re. Wohl neu gefirnißt.

Adrion zeigt hier in leichter, den beschwingten Formen des Gebäudes entsprechender Manier den von Pöppelmann im Jahr 1715 entworfenen Wallpavillon des Dresdner Zwingers. Die eigens zu Festzwecken angelegte Lustanlage gilt als Paradeobjekt des Sächsischen Barock und zählt aufgrund ihrer harmonischen Proportionierung und galanten Ausführung zu den wohl beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas.

27,6 x 35,5 cm, Ra. 40 x 48 cm. NETTO 3.400 €
* Regelbest. 7% MwSt.  (  BRUTTO 3638 € )
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 36 Fritz Beckert
KatNr. 36 Fritz Beckert

036   Fritz Beckert "Der letzte Markgraf". 1916.

Fritz Beckert 1877 Leipzig – 1962 Dresden

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Fritz Beckert" und datiert. Im originalen, masseverzierten Stuckrahmen mit Eck- und Mittelrocaillen.
Rahmen mit kleineren Fehlstellen.
Mit Originaldokumenten (Fotografie; Autograph des Künstlers; Verkaufsschild; Zeitschriftenartikel).

Dieses nach der zentralen Figur des Interieurs, dem letzten Markgraf der beiden fränkischen Markgraftümer Brandenburg-Ansbach und Brandenburg-Bayreuth Christian Friedrich Karl Alexander von Brandenburg-Ansbach (1736-1806) benannte Gemälde ist Teil einer 1916 entstandenen Folge von Interieurszenen des fränkischen Schlosses Ansbach. Die im 18. Jh. im prächtigsten Rokoko überformten Innenräume des Schlosses stellten in ihrer dekorreichen Lebendigkeit und farbigen Bewegtheit ein ideales Motiv für den für sein pastoses Lichtspiel beliebten Schüler Gotthardt Kuehls dar: "Mit wunderbarem Feingefühl und dem zartesten Geschmack gibt er die Räume des verwunschenen Schlosses wieder. Sein Pinsel schwelgt in dem Glanz der Farben. … Er zwingt den Betrachter in die Stimmung, die von diesen Räumen ausgeht, … und überhaucht jedes einzelne Bild mit der tiefen Schwermut banger Verlassenheit und dem aufflammenden Stolz unveräußerlicher Schönheit."

Literatur: Das markgräfliche Schloß zu Ansbach. Mit sieben Abbildungen nach Gemälden von Prof. Fritz Beckert. Zeitschriftenartikel ohne weiterführende Angaben zu Autor oder Erscheinungsjahr, S. 90-96.

Ausstellung: Sommer-Ausstellung 1917 der Künstlervereinigung Dresden / Lennéstrasse; Saal IV, Objekt Nr. 72; Katalogseite 14 (ohne Abb.).

115,5 x 75,5 cm, Ra. 141 x 102 cm. 4.000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

075   Josef Hegenbarth "Liegender Windhund". Um 1950.

Josef Hegenbarth 1884 Böhmisch Kamnitz – 1962 Dresden-Loschwitz

Leimfarben auf festem Papier (Bütten?). U. re. signiert "Josef Hegenbarth". Verso mit der Darstellung spielender Kinder (in Graphit durchstrichen) und einer Bezeichnung von unbekannter Hand ("Windhund 1956. Inv. Nr. 1273"). Hinter Glas in einer Berliner Leiste des 19. Jh. gerahmt.
Vereinzelt unscheinbare Druckspuren; Randbereiche leicht berieben.
WVZ Zesch B V 742.

Im Jahr 1954 schrieb Hegenbarth in einem Aufsatz mit dem Titel "Illustrieren und was damit zusammenhängt", er habe sich "bisher auf den Ausstellungen als Realist gezeigt. Der Illustrator blieb im Hintergrund … ". (Hegenbarth, Joseph: Über meine Arbeit. In: Bildende Kunst, Heft 5/6, Jahrgang 1954). Jedem aufmerksamen Beobachter und Kenner seiner Tierdarstellungen mußte an dieser Stelle eine Untertreibung auffallen, zeugen doch gerade seine Tierbildnisse von einer subtilen, für Hegenbarth charakteristischen Verschmelzung von Naturbeobachtung und illustratorischen Momenten. Unbeabsichtigt nahsichtig und mit natürlicher Selbstverständlichkeit sieht der Betrachter ein Individuum mit Persönlichkeit, mit Erfahrungen und Gedanken, die nur in diesem Wesen leben, nicht in einer kunstvoll erdachten Geschichte oder einer träumerischen Phantasie. Hegenbarth gelang es, die Poesie des Lebens in seinen Tierdarstellungen auf unnachahmliche Weise zu bannen.

30,5 x 39,5 cm, Ra. 35 x 43,5 cm. 3.800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3000 €
KatNr. 81 Otto Hettner, Sommerliche Häuserlandschaft in Spanien. Wohl um 1910.
KatNr. 81 Otto Hettner, Sommerliche Häuserlandschaft in Spanien. Wohl um 1910.

081   Otto Hettner, Sommerliche Häuserlandschaft in Spanien. Wohl um 1910.

Otto Hettner 1875 Dresden – 1931 ebenda

Öl auf Leinwand. Signiert u.li. "Otto Hettner." Verso auf dem Rahmen mit einem Klebeetikett "503 / Kunsthütte zu Chemnitz". In profilierter, vergoldeter Holzleiste mit punzierten Ornamenten gerahmt.
Malschicht angeschmutzt, partiell deutlicher; vereinzelt unscheinbare Krakeleebildung, im Falzbereich leicht gedunkelt. Malträger locker gespannt und in den Randbereichen wellig, wohl nachträglich umgespannt.

Das für das Werk Hettners signifikante Wechselspiel von luzidem und pastosem Farbauftrag assoziiert hier sehr eindringlich das stimmungsgebende optische Flirren von heißer Luft in südlicher Atmosphäre; Bildaufbau und die abstrahierende Darstellung der in ineinanderverschmelzende geometrische Flächen aufgelösten Landschaft erinnern stark an die Technik Paul Cézannes, dessen südfranzösische Landschaften eine starke Inspirationsquelle für Hettner darstellten.

67 x 81 cm, Ra. 85 x 99 cm. 2.200 €
Zuschlag 6000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

090   Hans Jüchser, Paula - nach dem Bade. Späte 1920er Jahre.

Hans Jüchser 1894 Chemnitz – 1977 Dresden

Öl auf Malpappe. U.re. in Schwarz monogrammiert "HJü". Verso mit einem Tulpenstilleben in Öl. In einer hochwertigen DELF-Modelleiste gerahmt.
Malgrund minimal verwölbt. Längs verlaufende Druckstelle u.li., hier feine Krakeleeausbildung. Fachmännisch ausgeführte Retuschen im unteren Falzbereich, auf der linken Gesäßseite und am Kopf. Unscheinbare Randläsionen. Rückseite mit kleineren Abschürfungen, u. Mi. vertikales Krakelee und im unteren Bereich kleinere Fehlstellen.

In sich versunken blickt die erste Frau des Künstlers nach links, so daß der Betrachter einen Blick auf die leicht geröteten Wangen erhaschen kann. Die Einrichtung des Zimmers lässt sich schemenhaft erahnen, einzig der Hocker, auf dem die junge Frau ihren rechten Arm stützt, hat Gestalt angenommen.
Das für Jüchser typische Kolorit in Grün und fein nuancierten Erdtönen strahlt eine leise und sensible Grundstimmung aus. Die Konzentration der Komposition auf die Figur und das damit einhergehende Zurücktreten der Details verführt den Betrachter geradezu, nach der konkreten Situation der Dargestellten zu fragen.

49,5 x 35,5 cm, Ra. 61,5 x 47 cm. 9.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

094   Willy Kriegel, Leidenskopf mit Wiesenblumenvase. Wohl 1934.

Willy Kriegel 1901 Dresden – 1966 Starnberg

Öl auf Leinwand, vom Künstler auf Sperrholz kaschiert. Monogrammiert u.li. "K".

Ein motivisch gleiches Stilleben aus dem Jahr 1934 befindet sich in der Sammlung des Museums der Bildenden Künste, Leipzig.
Lit: Ausstellungskatalog "Willy Kriegel (1901-1966)" der Städtischen Kunstsammlung Freital, Freital 1996, S. 12, Abb. 9

Provenienz: Dresdner Privatbesitz.

91,5 x 81,5 cm. 4.800 €
Zuschlag 4400 €
KatNr. 100 Peder Mørk Mønsted, Frühling im Wald bei Sæby. 1912.
KatNr. 100 Peder Mørk Mønsted, Frühling im Wald bei Sæby. 1912.
KatNr. 100 Peder Mørk Mønsted, Frühling im Wald bei Sæby. 1912.

100   Peder Mørk Mønsted, Frühling im Wald bei Sæby. 1912.

Peder Mørk Mønsted 1859 bei Greena (Ostjütland) – 1941 Fredensborg bei Kopenhagen

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "PMönsted.Sæby." und datiert. In mehrfach profilierter Hohlkehlenleiste gerahmt.
Malschicht punktuell leicht angeschmutzt und mit vereinzelten, unscheinbaren Fehlstellen o. und u.li. Oberflächlicher Firnisschaden u.li. (max. 15 x 2 cm), die darunterliegende Farbschicht jedoch nicht beeinträchtigt. Leinwand minimal wellig.

Provenienz: Dresdner Privatbesitz seit ca. 1960, vormals im Dresdner Kunsthandel erworben.

Vgl. Lit.: Föllsing, Ulla: Peder Mønsted. Ein erfolgreicher Chronist seiner dänischen Heimat. In: Weltkunst 4/2002, S. 544-546.

Obgleich dem malerischen Werk Mønsteds bislang keine wissenschaftliche Monographie gewidmet wurde, zählt der Künstler fraglos zu den bekanntesten und erfolgreichsten Malern Dänemarks in der Zeit um 1900. In seinen unzähligen, feinbeobachteten Naturszenen der dänischen (und mediterranen) Landschaft schuf Mønsted ein idyllisches, mitunter schematisches, Bild seiner Heimat und der bereisten Gegenden, welches die Wahrnehmung dieser Gebiete stark prägte und, im Falle Dänemarks, nahezu archetypisch wirkte. Ohne jegliche patriotische oder gar nationalistische Absicht spiegeln seine Bilder eine tiefe Zuneigung zu den Wäldern und Bächen, den Auen und Mooren seines Landes wieder. Mønsted war ein Meister der leisen Töne und der gemalten Stille, die seinen Werken mitunter etwas Fotografisches verleihen.

123 x 80 cm, Ra. 140 x 97,5 cm. 18.000 €
Zuschlag 28000 €
KatNr. 213 Marc Anton Hannas

213   Marc Anton Hannas "Der Menschen Bewährte Seelen-Arzt JESUS Christus, in der Geistlichen Apotheken". Mitte 17. Jh.

Marc Anton Hannas 1620 ? – 1676 Augsburg

Federzeichnung über Blei auf Bütten. U.li. im Mörser ligiert monogrammiert "A[T]HM". Verso eine Liste der Seelenarzneien. Hinter Glas in schmaler Holzleiste gerahmt.
Blatt mit horizontaler, hinterlegter Mittelfalz etwas fleckig. Verso einige hinterlegte Einrisse (u.Mi., Ecken o.re/li.) sowie Reste einer älteren Montierung.

Provenienz: Deutscher Privatbesitz; vormals Sammlung Kunsthandlung Scharbow, München; vormals Sammlung der Asta-Werke Bielefeld.

Lit. (Auszug):
Hein, Wolfgang-Hagen: Die graphischen Vorlagen der Eichstätter Gemälde Christi in der Seelenapotheke. In: Pharmazeutische Zeitung, 122. Jahrgang Nr. 41 (1977), S. 1754-1760, Abb. 3 S. 1756.
Hein, Wolfgang-Hagen: Christus als Apotheker. Frankfurt am Main, 1974, Abb. S. 44.
Krafft, Fritz: Christus als Apotheker. Ursprung, Aussage und Geschichte eines christlichen Sinnbildes. Marburg, 2001, S. 91.

Einzigartiges Beispiel einer künstlerischen Motivkette: dieses Blatt konnte als Vorlage für einen Kupferstich aus dem Verlag Paul Fürst, Nürnberg, der Zeit um 1660 ermittelt werden, der wiederum eine motivische Grundlage für verschiedene Gemälde mit dem Motiv des "Christus in der Seelenapotheke" in den Sammlungen des Historischen Vereins Eichstätt und dem Benediktinerinnenstifts St. Walburg in Eichstätt lieferte. In zahlreichen Beiträgen und wissenschaftlichen Publikationen wurde bereits auf die hohe Bedeutung dieses Blattes verwiesen - an dieser Stelle soll darüber hinaus auch dessen kompositorische und zeichnerische Qualität hervorgehoben werden.

30 x 20,2 cm, Ra. 42 x 32 cm. 1.200 €
Zuschlag 1000 €
KatNr. 421 Elisabeth Ahnert, Kleine Landschaft mit Haus und roter Kirche. 1963.

421   Elisabeth Ahnert, Kleine Landschaft mit Haus und roter Kirche. 1963.

Elisabeth Ahnert 1885 Chemnitz – 1966 Ehrenfriedersdorf

Collage. Monogrammiert u.re. "EA" und datiert. Freigestellt im Passepartout montiert.
Blatt minimal gewellt.

7,5 x 23,2 cm. 650 €
Zuschlag 750 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

521   Edmund Kesting (zugeschr.), Zwei Millionen Mark. Um 1923.

Edmund Kesting 1892 Dresden – 1970 Birkenwerder

Collage, Gouache, Blei und Tempera. Signiert Mi. u. "KESING [sic!]". Verso mit dem Nachlaßstempel versehen.
Angeschmutzt. Oberkante mit leichten Läsionen; hellere Partien partiell berieben. Verso stockfleckig.

Die starke inflationäre Entwertung der deutschen Mark in den Jahren der Hyperinflation 1922 / 1923 wurde in den Collagen Kestings wiederholt thematisiert. Allein in der hier angebotenen Arbeit ist eine bislang nicht in Erscheinung getretene deutlich politische Aussage ablesbar: das schwarz gouachierte Feld der rechten Bildhälfte gleicht mit seinen zahlreichen Kreuzen einem Totenfeld und bildet somit einen Verweis auf die unzähligen Opfer der durch die wirtschaftlich kurzsichtige Staatsverschuldung zum Unterhalt des Ersten Weltkriegs und der Einfuhr der Papiermark hervorgerufene Entwertung des Geldes. Der Gipfel dieser Inflation wurde 1923 erreicht und zog neben einer, bis zum Hungertod führenden, Lebensmittelknappheit die starke Verarmung des vormals gutsituierten Mittelstandes und Bürgertums mit sich.

29,1 x 35,6 cm. 7.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

595   Curt Querner, Selbstbildnis mit Baskenmütze. 1971.

Curt Querner 1904 Börnchen – 1976 Kreischa

Aquarell. In Graphit monogrammiert "Qu." und datiert "30.03.71" u.re. Verso ebenfalls in Graphit vom Künstler bezeichnet "XX".
Verso Reste einer ehemaligen Montierung.
Nicht im WVZ Dittrich, vgl. jedoch nahezu identische Arbeit WVZ Dittrich B 1884.

Im Frühjahr des Jahres 1971 entstanden in sehr dichter Folge eine Reihe Selbstportraits mit Baskenmütze, deren strenges Minenspiel einen Verweis auf die ständige Selbstkritik und -hinterfragung darstellt, der sich Querner Zeit seines Lebens unterzog. Daß wichtige Entscheidungen folgerichtig getroffen und seine Kunst auf Resonanz stößt, wurde ihm Ende des Jahres 1970 gegenwärtig, als Querner seinem Tagebuch folgende Gedanken anvertraute: "Merkwürdig, das ist nicht das erste Mal, daß mir bestätigt wird, daß ich mich nach Rückkehr aus Gefangenschaft richtig verhalten habe. Rückkehr, Börnchen, Arbeit und völlige Zurückhaltung in jeder Beziehung, nur Malerei! - Ich glaube, daß diese Zeit der Entsagung ihre Früchte tragen wird." (zitiert nach Zausch 2005, S. 111) Im Entstehungsjahr des Selbstportraits wurde Querner als öffentliche Anerkennung seines Schaffens der Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künstler der DDR verliehen.

Literatur: Zausch, Bärbel (Hrsg.): Curt Querner. Aquarelle und Handzeichnungen von 1926 bis 1975 im Grafischen Kabinett der Stiftung Moritzburg. Bestandskatalog. Halle, 2005.

34,3 x 26 cm. 4.200 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 5400 €
KatNr. 691 Tilman Riemenschneider (Umkreis), Heiliger Nikolaus. Würzburg/Franken. Wohl 1510- 1520.

691   Tilman Riemenschneider (Umkreis), Heiliger Nikolaus. Würzburg/Franken. Wohl 1510- 1520.

Tilman Riemenschneider um 1460 Osterode – 1531 Würzburg

Lindenholz, geschnitzt. Stehender Heiliger mit Bischofsmitra und -mantel, in der linken Hand die Attribute des Buches und der drei goldenen Kugeln tragend. Rückseitig nicht ausgearbeitet.
Krummstab fehlt, eine der Kugeln lose. Minimale Spuren älterer polychromer Fassung, fachgerecht entfernt. Schauseitig restauratorisch übergangen; fachgerechte Reparaturen an rechter Hand, Nase, Hals und Brust. Rechte Schulter mit Riß und eingesetztem Oval. Partiell mit kleineren Abschürfungen bzw. Fehlstellen, vereinzelt leicht rissig. Verso und in der Mitra deutliche Spuren von Anobienbefall.

Nikolaus wird hier, dem Zeitgeschmack entsprechend, als hagerer Asket wiedergegeben; er trägt als Attribute das Buch als Symbol für sein Kirchenamt und die drei Goldklumpen in Referenz auf die Errettung der drei Jungfrauen vor der Prostitution durch die von ihm dargebrachte Mitgift.

H. 137 cm. 9.500 €
KatNr. 696 Paar Altarsäulen. Wohl Süddeutschland. 17. Jh./ Frühes 18. Jh.
KatNr. 696 Paar Altarsäulen. Wohl Süddeutschland. 17. Jh./ Frühes 18. Jh.
KatNr. 696 Paar Altarsäulen. Wohl Süddeutschland. 17. Jh./ Frühes 18. Jh.
KatNr. 696 Paar Altarsäulen. Wohl Süddeutschland. 17. Jh./ Frühes 18. Jh.
KatNr. 696 Paar Altarsäulen. Wohl Süddeutschland. 17. Jh./ Frühes 18. Jh.
KatNr. 696 Paar Altarsäulen. Wohl Süddeutschland. 17. Jh./ Frühes 18. Jh.

696   Paar Altarsäulen. Wohl Süddeutschland. 17. Jh./ Frühes 18. Jh.

Holz, vollplastisch geschnitzte und schauseitig gefaßte Korpi. Spiralförmig von Trauben- und Weinlaubranken umschlungen, in korinthische Kapitelle mit Verbindungszapfen übergehend.
Holz stärker wurmstichig und partiell rissig; vereinzelt mit Materialverlust. Kapitelle verso abgeflacht. Korpi mit Metallhalterungen. Ein Verbindungszapfen unterhalb der Basis fehlt.

Für eine Einordnung der Säulen in den christlich-sakralen Raum spricht die sinnbildliche Darstellung der plastischen Ausarbeitung. In der christlichen Emblematik steht die Säule für Beständigkeit und ein festes Vertrauen auf Gott; die Weinrebe wird bereits seit frühchristlicher Zeit mit Christus in Verbindung gebracht, im allgemeineren biblischen Kontext auch mit der Gemeinde Christi oder Gottes.

Lit. Sachs/ Badstüber/Neumann: Christliche Ikonographie in Stichworten. Koehler & Amelang. Leipzig, 1980. S. 336 f.

Lexikon der christlichen Ikonographie, Band 4, S. 55.

H. 133 cm bzw. 136,5 cm. 6.500 €
KatNr. 703 Anton Büschelberger, Gelbhaubenkakadu mit gesträubter Haube. 1926.

703   Anton Büschelberger, Gelbhaubenkakadu mit gesträubter Haube. 1926.

Anton Büschelberger 1869 Eger – 1934 Dresden

Bronze, gegossen, braun patiniert, mit grüner Witterungspatina. Auf naturalistischer Plinthe, dort monogrammiert "AB" und datiert.
Vereinzelt Witterungsspuren, vor allem im Hals- und Nackenbereich. Linker Flügel mit feiner roter Farbspur. Unscheinbare Gußbläschen. Rechte Innenseite der erhobenen linken Kralle mit minimalen Bearbeitungsspuren.

Unter den zahlreichen Tierdarstellungen Büschelbergers nehmen die Vögel eine besondere Rolle ein. Im Erfassen der kompakten Form des Vogelkörpers, dem obgleich reduzierten, so doch sehr subtilen Minenspiel und der komplexen Struktur des Gefieders liegt eine besondere Herausforderung, deren Beherrschung Büschelberger als Meister seines Fachs auszeichnet und seine Objekte zu Individuen werden läßt.

H. 67,5 cm. 3.500 €
Zuschlag 4000 €
KatNr. 742 Koppchen mit Untertasse. Meissen. Um 1730.
KatNr. 742 Koppchen mit Untertasse. Meissen. Um 1730.

742   Koppchen mit Untertasse. Meissen. Um 1730.

Porzellan, glasiert. Glockenförmiger Korpus mit leicht ausgestelltem Mündungsrand. Wandung der Tasse sowie Spiegel der Untertasse mit goldradierten figürlichen Chinoiserien, gezahnte Ränder mit C-Schnörkeln mit Punktrücken und schlaufenförmigen Ornamenten. Im Spiegel des Koppchens ein Vogel auf Zweig. Boden mit Lüstermarke "P" in einer Raute.
Rand des Koppchen und der Untertasse partiell unregelmäßig und mit Abrieb. Koppchen unscheinbar verformt, kleinere Brandeinschlüsse. Unscheinbarer Ascheanflug.

Zwischen 1715 und 1750 wurde eine Vielzahl an ungemarktem Meissner Porzellan in Augsburg dekoriert. Für die Bestellung der sogenannten Goldchinesengeschirre schickte Meissen weißes Porzellan nach Augsburg, wo es die Hausmaler Abraham und Bartholomäus Seuter in ihrer Werkstatt mit aufwendigen und sehr fein ausgearbeiteten Goldchinoiserien versahen. Gelegentlich wurden die Goldchinesengeschirre aus der Werkstatt Seuters mit Lüsterzeichen versehen. Diese können jedoch nicht eindeutig aufgelöst werden. Oft wurden die Geschirre dem Besteller zugeordnet; mitunter handelte es sich um Inventarzeichen der Werkstatt.

Literatur:
Ducret, Siegfried: Meissner Porzellan - 1: Goldmalereien und bunte Chinoiserien, 1971. S. X, 6-10, 40.

Rückert, R.: Meissener Porzellan 1710 - 1810. München, 1966. Kat.Nr. 46ff mit Abb.

Koppchen H. 4,5, D. 7,5 cm, Untertasse D. 13,0 cm. 1.200 €
Zuschlag 1900 €
KatNr. 743 Koppchen mit Untertasse. Meissen. Um 1730.
KatNr. 743 Koppchen mit Untertasse. Meissen. Um 1730.

743   Koppchen mit Untertasse. Meissen. Um 1730.

Porzellan, glasiert. Glockenförmiger Korpus mit leicht ausgestelltem Mündungsrand. Wandung sowie Untertasse mit goldradierten figürlichen Chinoiserien, gezahnte Ränder mit C-Schnörkeln mit Punktrücken und schlaufenförmigen Ornamenten. Im Spiegel des Koppchens Vogel auf Zweig. Boden mit Lüstermarke "P" in einer Raute. Wohl in der Augsburger Werkstatt der Hausmaler Abraham und Bartholomäus Seuter dekoriert.
Rand von Koppchen und Untertasse partiell unregelmäßig und mit Abrieb. Innenwandung des Koppchens mit kleinem Masseriß. Minimaler Chip im Mündungsrand. Unscheinbarer Ascheanflug.

Koppchen: H. 4,5, D. 7,5 cm, Untertasse: D. 13,0 cm. 1.200 €
Zuschlag 1600 €
KatNr. 870 Seltene große Stockuhr. Carl Heinrich Weisse, Dresden. Um 1760.
KatNr. 870 Seltene große Stockuhr. Carl Heinrich Weisse, Dresden. Um 1760.
KatNr. 870 Seltene große Stockuhr. Carl Heinrich Weisse, Dresden. Um 1760.

870   Seltene große Stockuhr. Carl Heinrich Weisse, Dresden. Um 1760.

Holz, ebonisiert. Hochrechteckiges, vierseitig verglastes Gehäuse auf flachen Messingfüßen. Profilierter Giebel mit Tragegriff; die Gehäusetüren sind druckverriegelt. Gravierte Messingfront mit aufgelegtem Zifferring aus Zinn. Römische Stundenziffern; darüber arabische Minutenziffern mit Arkadenunterteilung. Geschweifte Zeiger, zentrale Weckscheibe sowie segmentförmiger Ausschnitt mit Scheinpendel. Messingappliken in den Zwickeln. Im Arcus zwei Hilfszifferblätter mit Schlag- und Repetitionsregulator. 30-Stunden-Laufwerk mit Spindelgang, starrem Pendel, 4/4- und Stundenschlag auf zwei Glocken. Gehwerkaufzug über Kette und Schnecke. Weckwerk über Schnurzug. Schlüssel vorhanden. Mittig im Arcus versilberte Kartusche mit gravierter Signatur "C.H. Weisse Dresden". Uhrwerk unsigniert.
Uhr wurde aufgearbeitet. Überholung ist notwendig. Schnurzug des Weckwerks gerissen. Ebonisierung partiell leicht bestoßen und unscheinbar kratzspurig. Verso oberseitig eine kleine geritzte Nummer. Gläser ergänzt. Tragegriff eventuell erneuert.

Uhren aus der Dresdner Hofuhrmacherdynastie Weisse, welche im Jahr 1756 durch Carl Heinrich Weisse begründet und in mehreren Generationen, u.a. von Christian Heinrich Weisse und Söhnen weitergeführt wurde, kommen äußerst selten auf den Markt und werden auch in der Fachliteratur als ausdrückliche Raritäten beschrieben.

Vgl. Lit.: Richard Mühe und Horand M. Vogel: Alte Uhren - Ein Handbuch europäischer Tischuhren, Wanduhren und Bodenstanduhren. München, 1978.
Abeler, Jürgen: Meister der Uhrmacherkunst. Wuppertal, 1977. S. 652.

H. 51,5 x B. 26,5 x T. 16,8 cm. 3.500 €
Zuschlag 4000 €
KatNr. 871 Bracket Clock. B.C. Graham, Liverpool. Um 1765.
KatNr. 871 Bracket Clock. B.C. Graham, Liverpool. Um 1765.
KatNr. 871 Bracket Clock. B.C. Graham, Liverpool. Um 1765.

871   Bracket Clock. B.C. Graham, Liverpool. Um 1765.

Eiche. Hochrechteckiges, vierseitig verglastes Gehäuse auf vier gebogten Füßen. Arkadenförmiger Abschluß mit vier stilisierten Flammen und Tragering. Gehäusetüren seitlich mit Verriegelung. Gravierte Messingfront mit aufgelegtem Zifferring aus Zinn. Römische Stundenziffern; darüber arabische Minutenziffern. Originale Zeiger. Messingappliken in den Zwickeln. Schlagwerk auf Glocke, Spindelhemmung, Repetition. Läuft in mittlerer Federspannung, 3-Tage Gangreserve. Werkpfeiler in Balusterform. Im Arcus Zinnmedaillon mit gravierter Signatur - vermutlich des Händlers - "B.C. Graham" und Datierung "Liverpool 1765".
Uhrwerk überholt. Das Gehäuse wurde Ende 19./ Anfang 20. Jh. möglicherweise exklusiv für diese Uhr angefertigt. Tragering wohl original. Glas der Vorder- und Rückseite unfachmännisch ergänzt. An den Seiten Glas ergänzt; partiell mit rotem Stoff hinterlegt. Schlüssel ergänzt.

Lit.: Mühe / Vogel.: Alte Uhren - Ein Handbuch europäischer Tischuhren, Wanduhren und Bodenstanduhren. München, 1978.

38,7 x 23,5 x 14,6 cm. 1.100 €
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.
KatNr. 940 Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.

940   Außergewöhnlicher Tisch. Wohl Deutsch. 2. H. 19. Jh.

Gestell mit stabilen, diagonal nach außen gestellten, kräftig geschweiften Beinen, an der Zarge mit einem im Flachrelief geschnitzten Akanthusblatt ansetzend. Die Füße in Form von realistisch ausgeschnitzten Bocksfüßen gearbeitet. Geschweifte und gebauchte Zargen mit vorderseitig verdecktem Schub. Geschweifte Platte, die Kanten umlaufend mit geschnitzten Flammleisten. Die Platte durch umlaufende Bänder und Rechteckfelder gegliedert, die äußerst feine Marketerie liegt in einem Fond aus Bloodwood, das zentrale Mittelfeld in einem Fond aus Königsholz. Das Mittelfeld mit ausschließlich ornamentaler, axialsymmetrischer Marketerie aus Rocaillen, Palmetten und Rankenwerk in Messing, Perlmutt und Schildpatt. Zwei, das Mittelfeld flankierende Rechteckfelder mit Vogeldarstellungen in gefärbten Obsthölzern, Buchsbaum, partiell in heißem Sand schattiert und Perlmutt. Umlaufend ein breites Band mit Marketerie in gefärbten Obsthölzern, teilweise in heißem Sand schattiert, Buchsbaum, Ahorn, Perlmutt und Schildpatt, verschiedene Schmetterlinge und Singvögel zeigend, die Eckbereiche durch Blütenmarketerie akzentuiert. Zierliche, die Felder rahmende Bandintarsien. Die Zargen ebenfalls mit Marketerie in gefärbten Obsthölzern, teilweise in heißem Sand schattiert, Buchsbaum und Ahorn in einem Fond aus Bloodwood, wiederum verschiedene Vögel zeigend sowie zentral jeweils das kursächsisch-polnischen Allianzwappen (heraldisch nicht korrekt).
Furnier partiell mit unscheinbaren Fehlstellen, Druckspuren und Trocknungsrissen. Die Beine mit altem Wurmbefall und kleineren Bestoßungen.

H. 78 cm, B. 110 cm, T. 63 cm. 3.500 €
Zuschlag 5900 €
KatNr. 941 Fauteuil. Wohl Dresden. Um 1750.

941   Fauteuil. Wohl Dresden. Um 1750.

Nußbaum, geschnitzt. Trapezförmige Sitzfläche mit geschweiftem vorderen Abschluß auf geschweiften Beinen. Lebhaft konturierte Zargen, geschweifte Armlehnstützen und geschweifte Armlehnen. Diese mit einem geschnitzten Schuppendekor versehen und in gerollten Akanthusblättern endend. Die Zargen und Beine ebenfalls mit reichem Floral- und Arabeskendekor verziert. Die Beine mittels geschwungener Querstäbe miteinander verbunden. Hochrechteckige Rückenlehne mit geschweiftem oberen Abschluß. Sitzfläche und Rückenlehne gepolstert. Der Bezug im frühen 20. Jh. erneuert.
Vereinzelt alter Wurmbefall, Alterspatina teilweise berieben. Minimale Bestoßungen an den hinteren Beinen.

H. 113 cm, b. 72 cm, T. 60 cm, Sitzh. 44 cm. 2.300 €
KatNr. 943 Kanapee
KatNr. 943 Kanapee
KatNr. 943 Kanapee

943   Kanapee "à la Reine". Wohl Dresden. Um 1780.

Holz, geschnitzt, gefaßt, mit vereinzelten Resten einer alten Vergoldung. Gerader, nur vorderseitig in weitem Korbbogen verlaufender Gestellrahmen auf vier konischen, kannelierten Beinen. Über den Beinen in der Zarge sitzende Rosettenwürfel, die Stützen der Armlehnen konkav zurückschwingend, am Ansatz mit einem Akanthusblatt belegt. Konkav geschwungene Armlehnen, an den Enden zu Voluten gerollt. Gerade schließende Rückenlehne mit zentralem, durchbrochen geschnitzten Schleifendekor. Die Zarge sowie der Rahmen der Rückenlehne mit umlaufend geschnitztem Kordelband- und Perlstabdekor.
Sitzfläche und Rücklehne gepolstert. Stoffbezug um 1900 erneuert.
Partiell alter Wurmbefall, die Fassung patiniert und teilweise berieben. Das vordere linke Bein mit Trocknungsriß am Rosettenwürfel. Die Fugen zum Teil durch Trocknungsprozeß nicht mehr schließend.

Sitzmöbel vom Typus "à la Reine" stehen als "canapées meublants" vor der Wand und sind in der Raumarchitektur fest definiert, hingegen die zierlicheren Sitzmöbel "en cabriolet" zum Beispiel als "fauteuils courants" beliebig in den Raum gestellt werden können.

H. 98 cm, B. 131,5 cm, T. 73 cm, Sitzh. 48 cm. 2.200 €
NACH OBEN 


Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

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