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AUKTION 46 Bildende Kunst des 16.-21. Jahrhundert
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KatNr. 34 Johannes Beutner

034   Johannes Beutner "Loschwitzer Grundstraße" (Dresden - Blick von der Grundstraße auf die Standseilbahn und Villa Orlando). 1950.

Öl auf beidseitig kaschierter, verso rotbraun gestrichener Malpappe. Ligiert monogrammiert "JB" und datiert u.re. In der originalen, breiten, profilierten, weißgrau gefaßten Holzleiste des Künstlers gerahmt. Diese verso in schwarzer Tusche signiert (?) "BEUTNER" li., in Blei betitelt sowie mehrfach, zum Teil durchgestrichen von fremder Hand in Faserstift bezeichnet und nummeriert.

Malträger an den unteren beiden Ecken sowie am unteren Bildrand etwas gestaucht. Malschicht im Vordergrund mit vereinzelten spritzerförmigen Flüssigkeitsspuren, die äußerste Ecke o.re. mit winzigem Malschichtverlust. Im Himmel vereinzelte punktuelle Retuschen, re. des Baumes oberhalb der Villa Orlando eine leichte Kratzspur.

70,2 x 85 cm, Ra. 89 x 104 cm. 7.500 €
  KÜNSTLER
2015-12-12

052   Hermann Glöckner, Flächenteilung in rotbraunem Grund. Um 1967.

Tafel. Linien, gezogen in Tempera und Gips, farbloser Lack. Tafelbild zweiseitig bearbeitet. Unsigniert.
Nicht im WVZ der Tafeln Dittrich, vgl. jedoch dazu eine Variante WVZ der Tafeln Dittrich 239.

Das Gemälde ist im Hermann-Glöckner-Archiv registriert, die Authentizität der Arbeit wurde bestätigt.

Die Ecken des Malträgers etwas bestoßen und teilweise mit minimalem Materialverlust. Malchicht verso mit kleinem Farbverlust im unteren Bereich links.

25,8 x 17,7 x 0,3 cm. 6.500 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
2015-12-12

064   Hans Jüchser "Heimkehr des verlorenen Sohnes". 1966.

Öl auf beidseitig kaschierter Malpappe. Signiert "Jüchser" und datiert u.li. Verso von Künstlerhand betitelt, nochmals datiert und signiert sowie bezeichnet "Dresden 8054". Im originalen, vom Künstler nachträglich sparsam gefaßten Jugendstil-Stuckrahmen.
Nicht im WVZ Schmidt.

Zum Bildmotiv vgl. Porstmann, Gisbert; Karohl, Linda: Hans Jüchser. Farbe als absolute Kraft. Dresden, 2010. KatNr. 26, Abb. S. 56.

Hans Jüchser reiht sich mit der Bearbeitung dieser Bildthematik in eine lange Darstellungstradition ein. Schon frühmittelalterliche Thympanareliefs an Westportalen von Kirchen zeigen das Gleichnis des wiederkehrenden „verlorenen Sohnes“ (Lk 15,11-32). Weiterhin thematisierten zahlreiche Gemälde und Druckgraphiken von der frühen Neuzeit bis in den Barock die Rückkehr des Verlorengeglaubten.
In der Bibelauslegung wird das Gleichnis des verlorenen Sohnes als Versinnbildlichung der Liebe Gottes für alle Menschen bewertet. Nach dieser Auslegung nehme Gott jeden wieder in seine Gemeinschaft auf, der zu ihm zurückkehrt, unabhängig davon, ob er sich zuvor von dieser Glaubensgruppe abwandte oder als unrein galt.
In der Geschichte der Kunst setzten sich Künstler auf vielfältige Weise mit dem Gleichnis des verlorenen Sohnes auseinander. Zu den Bekanntesten gehört sicherlich Rembrandt Hamensz. van Rijns Selbstportrait als verlorener Sohn in der Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden. Während die meisten künstlerischen Zeugnisse jedoch die Wiederkehr des Verlorenen und die liebevolle Aufnahme durch den Vater thematisierten, inszenierte Rembrandt den verlorenen Sohn als Lebemann und Genussmensch.
Hans Jüchser wählte hingegen die eher traditionelle Darstellungsform des Verlorenen. In der halbfigürlichen Komposition nimmt der Vater den verlorenen geglaubten jüngeren Sohn freudig in die Arme, während der Ältere sich im Hintergrund hinter der Figur des Vaters hält. Die Verschattung des Hauseinganges sowie das stoisch wirkende Gesicht des älteren Sohnes implizieren seinen Unmut über die Rückkehr des Bruders sowie dessen Wiederaufnahme auf dem väterlichen Gut ungeachtet seiner Verschwendungssucht und vormaligen Untreue.
Durch die Reduktion der Bildfiguren auf die wesentlichen Leitlinien, die dezente Andeutung des Hintergrundes und die Verwendung von teils reinbunten Primärfarben steigerte Jüchser die Konzentration auf den freudigen und unerwarteten Moment der Rückkehr des Sohnes. Durch die großflächigen und angeschnittenen Figuren entsteht zudem der Eindruck, der Betrachter würde in das Bild integriert und könne an dem Geschehen sowie an der Aussage des Gleichnisses unmittelbar teilhaben.
Das Bildwerk gehört in die Werkgruppe der biblischen und sakralen Themen, mit denen sich Jüchser zwischen 1950 und 1977 auch im Auftrag von Kirchen und Gemeinden befasste.

Die Kaschierung v.a. im linken und unteren Bildbereich recto und verso durch Feuchteeinwirkung wellig und partiell gelöst. Der Malträger insgesamt etwas wellig. Verso atelierspurig.

48,8 x 35,2 cm, Ra. 64,5 x 51,5 cm. 6.000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 8500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 73 Hans Körnig, Die drei Grazien (Drei weibliche Akte, tanzend). 1952.
KatNr. 73 Hans Körnig, Die drei Grazien (Drei weibliche Akte, tanzend). 1952.

073   Hans Körnig, Die drei Grazien (Drei weibliche Akte, tanzend). 1952.

Öl auf Leinwand. Signiert "Körnig" und datiert u.re. Verso mit einem weiteren Ölgemälde des Künstlers, dieses unsigniert. Gleichwertig zweiansichtig fest in einer breiten, profilierten, verschiedenfarbig gefaßten Leiste gerahmt.

Die drei Grazien gehören als Bildthema zu einem der ältesten Sujets in der bildenden Kunst Europas. Als Begleiterin der Aphrodite und später der Venus verkörperten die drei Chariten bzw. Grazien in der griechischen und römischen Mythologie als Töchter des Zeus und der Eurynome den Frohsinn (Euphrosyne), die Festfreude (Thalia) und den Glanz (Aglaia).
In der Bildenden Kunst erscheinen die drei Grazien seit der Antike als Akte im tanzenden Reigen. Von Italien ausgehend befassten sich insbesondere seit der Renaissance sowohl die nord- als auch die südeuropäischen Künstler verstärkt wieder mit den tanzenden Begleiterinnen der Göttin der Schönheit und Anmut. Zu denken sei beispielsweise an Alessandro Botticellis „La Primavera“ oder an Raffaels Interpretation des Themas. Auch Lukas Cranach d.Ä., Hans Baldung Grien oder Albrecht Dürer sowie Peter Paul Rubens verarbeiteten die drei Grazien u.a. in ihren Auseinandersetzungen mit den Lebensaltern oder den körperlichen Begierden und Freuden.
Auch Hans Körnig stellte nicht nur die drei Grazien in den Mittelpunkt, sondern inszenierte darüber hinaus den menschlichen Körper. Die starke Konturierung der exzessiv weiblichen Körperformen sowie die expressiv anmutende koloristische Farbgebung intensivieren die Ausdrucksstärke der Bildfiguren. Auch die kubistisch inspirierte Formensprache unterstützt diesen Eindruck. Diesbezüglich impliziert Körnigs Komposition Bezüge zu Picassos „Demoisells d’Avignon“ (1907/08), zumal der Maler seit den 1950ern verstärkt die kubistische Malerei der 1920er Jahre adaptierte.

Malschicht verso insbesondere in den pastosen Bereichen mit Krakelee, partiell mit minimalen Farbverlusten, eine Kratzspur o.li., wohl noch im Atelier entstanden.

BA. 60 x 75 cm, Ra. 80,5 x 94,5 cm. 8.500 €
Zuschlag 7500 €
  KÜNSTLER
2015-12-12

074   Willy Kriegel, Winter an der Wilden Weißeritz bei Klingenberg. 1938/ 1939.

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "K" u.re. In der originalen Rahmung des Künstlers.

Eines der letzten vor der Natur entstandenen Gemälde des Künstlers.

Wir danken dem Sohn des Künstlers, Herrn Peter Kriegel, Bad Mergetheim, für freundliche Hinweise.

Malschicht partiell ganz minimal angeschmutzt, der Falzbereich umlaufend etwas gedunkelt und berieben. Malschicht am unteren Rand li. mit einer kleinen Kratzspur sowie einer weiteren unscheinbaren, vertikal verlaufenden Kratzspur links der großen Fichte.

60 x 50 cm, Ra. 73,5 x 63,5 cm. 4.800 €
Zuschlag 16000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 75 Karl Kröner

075   Karl Kröner "Am Pavillon im März" (Radebeul - Blick vom Grundhof auf das Luisenstift). 1960er Jahre.

Öl auf Nesseltuch, vom Künstler auf Sperrholz maroufliert, verso mit Papier kaschiert und weiß gestrichen. Signiert "Karl Kröner" u.li. Verso von Künstlerhand betitelt, nochmals signiert, bezeichnet "Radebeul - 2 West Paradiesstr. 68" sowie mit der Werknummer des Künstlers "557" versehen o.re. In Blei von fremder Hand (?) nochmals bezeichnet "Pavillon vor dem 'Turmhaus' des Grundhofes (Lößnitz) Blick auf 'Louisenstift'" u.re. In roter Kreide mittig nahezu formatfüllend im Kreis nummeriert "12", am oberen Rand mit zum Teil gestrichenen Annotationen versehen. In der originalen, weiß gefaßten, profilierten Holzleiste des Künstlers gerahmt.

Siehe dazu eine motivisch vergleichbare Arbeit in: Walter, Angelo: Karl Kröner. Aus der Reihe Maler und Werk. Dresden, 1974. Abb. 14 ("Krokusblüte im Garten im Atelier" 1965-67, Öl/Leinwand)..

Malträger verso minimal stockfleckig, atelierspurig und mit vereinzelten Bereibungen.

40 x 58,5 cm, Ra. 54 x 73 cm. 2.200 €
Zuschlag 1800 €
  KÜNSTLER
KatNr. 80 Carl Marx

080   Carl Marx "Der alternde Odysseus nimmt Abschied von Kalypso". 1975/ 1977.

Mischtechnik auf Hartfaser. Monogrammiert "C.M." und datiert "75" o.li. Verso mit einem Papieretikett des Carl Marx Nachlasses, mit dem Nachlaßvermerk sowie der Nachlaßnummer "751" versehen sowie von fremder Hand in Kugelschreiber betitelt und bezeichnet, u.a.
"überarbeitet 1977". In einer einfachen Holzleiste gerahmt.

Malträger montiert, die Fugen des Malträgers mit leichtem Versatz.

102 x 143 cm, Ra. 105,5 x 147 cm. 3.500 €
Zuschlag 3800 €
  KÜNSTLER
2015-12-12

086   Theodor Rosenhauer, Radebeul - Blick auf die winterliche Lößnitz von der Jägermühle aus (Diptychon). 2.H. 1950er Jahre.

Öl auf Rupfen. Beide Arbeiten u.re. signiert "Th. Rosenhauer".
Jeweils in Schattenfugenleisten gerahmt.
Nicht im WVZ Werner, vgl. jedoch motivisch WVZ Werner 224.

"Die winterliche Jahreszeit ist Rosenhauers hohe Zeit zum Malen, die Zeit des Jahres, da sich das Grün verdunkelt, Grau und Schwarz und Blau zusammensetzt. Ähnlich dem Schatten ist Schnee ein Phänomen intensiver Farbigkeit. Voller Bewunderung sah Rosenhauer dabei auf die braunen Schneeschatten von Pieter Bruegel und die blauen Farbmischungen der Expressionisten. Dem Vorbild Bruegel d.Ä. folgend, liegt die Ausdrucksstärke der Schneelandschaften Theodor Rosenhauers in der Wahrhaftigkeit des Atmosphärischen, in der besonderen Stimmung eines frostklaren Tages, der die Anwesenheit der Menschen bedeutungslos erscheinen läßt".
Zitiert nach: Gabriele Werner: Theodor Rosenhauer in der Gemäldegalerie Neue Meister Dresden. Bestandskatalog und Werkverzeichnis der Gemälde. Dresden, 1997. S. 38.

Wir danken Frau Dr. Gabriele Werner, Dresden, für freundliche Hinweise.

Die Leinwand wurde im Werkprozeß vom Künstler geteilt, der linke Teil am linken Bildrand angerändert und die Schnittkante retuschiert. Die pastose Malschicht zum Teil krakeliert, im rechten Gemälde am Bildrand li. teilweise aufstehend.

Je 80 x 51 cm, Ra. 85,5 x 56 cm. 24.000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 32000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 98 Paul Wilhelm
KatNr. 98 Paul Wilhelm

098   Paul Wilhelm "Schloß Chantilly". Um 1923.

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso in Faserstift von Prof. Dr. Werner Schmidt, Dresden, betitelt, datiert sowie autorisiert "Aus dem Nachlaß von Paul Wilhelm f.d.R. Werner Schmidt". In einer Berliner Leiste des 19. Jh. gerahmt.

Malträger o.,u. und li. randdoubliert sowie allseitig geschnitten.Keilrahmen erneuert. Malschicht mit jeweils einem kleinen Farbverlust im Bereich des Wassers li. bzw. re.

25,2 x 34,5 cm, Ra. 29,5 x 38,5 cm. 1.800 €
Zuschlag 1600 €
  KÜNSTLER
KatNr. 99 Paul Wilhelm, Dresden - Zwingerbauhütte. 1947/ 1948.

099   Paul Wilhelm, Dresden - Zwingerbauhütte. 1947/ 1948.

Öl auf Rupfen. Unsigniert. Verso in Faserstift von Prof. Dr. Werner Schmidt, Dresden, datiert sowie autorisiert "Aus dem Nachlaß von Paul Wilhelm f.d.R. Werner Schmidt". In einer profilierten, silberfarbenen Leiste gerahmt.

Malträger randdoubliert, unscheinbar wellig re. Keilrahmen erneuert. Malschicht in den pastosen Bereichen unscheinbar krakeliert.

26 x 50 cm, Ra. 30,8 x 54,5 cm. 1.800 €
Zuschlag 1600 €
  KÜNSTLER
KatNr. 163 John Constable, Der Südweststrand von Folkestone mit Blick auf den Turm der Kirche St. Mary. 1833.

163   John Constable, Der Südweststrand von Folkestone mit Blick auf den Turm der Kirche St. Mary. 1833.

Aquarell und Graphit auf "J Whatman"-Bütten. Angeschnittenes Wasserzeichen am Blattrand li. vertikal verlaufend "J WH [...]/ TURKE [...] / "18 [...]". Unsigniert. Im Passepartout hinter Glas in einer Berliner Leiste des 19. Jh. gerahmt.
Nicht im WVZ Fleming-Williams; nicht im WVZ Reynolds.

Eines von einer Folge von mindestens 13 Aquarellen, zunächst alle Teil eines Skizzenbuches, welches Constable entweder während eines kurzen, wenige Tage dauernden Aufenthaltes im August oder während eines knapp zweiwöchigen Aufenthaltes im Oktober 1833 in Folkstone schuf. Zwei seiner Söhne besuchten in der Stadt eine Schule und gaben dem Künstler Anlaß für persönliche Besuche. Constable studierte die Stadt und Umgebung von zahlreichen Standpunkten aus.
Das Skizzenbuch nutzte der Künstler offensichtlich ein Jahr später für Zeichnungen während seines Besuches in Petworth.

Constable zeichnete in dem vorliegenden Aquarell Folkstone aus ungewöhnlicher Perspektive. Einen ähnlichen Blickwinkel wählte der Künstler für eine im Folgejahr entstandene Bleistiftzeichnung, von der Forschung zunächst als "View near Arundel" bezeichnet, später jedoch von Andrew Loukes als Ansicht der Kirche "St. Mary Petworth vom Shimmings Tal aus gesehen" identifiziert.

Wir danken Frau Anne Lyles, London, für freundliche Hinweise.

Die beiden oberen Blattecken mit partieller, unscheinbarer Ausdünnung bzw. mit Flüssigpapier hinterlegtem winzigen Einriß, die untere rechte mit einer kleinen, fachmännisch ausgeführten Flüssigpapierhinterlegung. Verso in den Randbereichen sehr vereinzelt mit bräunlichen Fleckchen, mittig mit leichten Fingerspuren. Das Blatt minimal beschnitten.

11,6 x 18,1 cm. Ra. 28,3 x 35,5 cm. 25.000 €
Zuschlag 42000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 265 Fritz Bleyl

265   Fritz Bleyl "Winter". 1905.

Farbholzschnitt auf gelblichem Bütten mit angeschnittenem Wasserzeichen u.re. Im Stock ligiert im Quadrat monogrammiert "FB" u.re. Eines von zwei bekannten Exemplaren in dieser Farbigkeit.
WVZ Lewey H 11.

Provenienz: Sächsischer Privatbesitz, vormals wohl Privatsammlung Richard Wolf (1963-1986 Museumsdirektor der Kunstsammlungen Zwickau); davor Sammlung Fritz Bleyl.

Ausgestellt im August 1906 in der Kunsthalle Beyer & Sohn, Leipzig sowie im März / April 1907 im Kunstsalon Werner, Göttingen.

Vgl. Hermann Gerlinger; Heinz Spielmann (Hrsg.): Fritz Bleyl und die frühen Jahre der "Brücke". Brücke-Almanach 1999. Schleswig, Zwickau. 2000. S. 44, Abb. 6.

Sowie in einer Farbvariante: Petra Lewey-Meier: Fritz Bleyl 1880 - 1966. Mitbegründer der Künstlergruppe "Brücke". Ausstellungskatalog Zwickau. Zwickau, 1994. Katnr. 126, Abb. S. 97.

Verso Randbereiche mit farblosen Resten eines Klebemittels.

Stk. 17 x 10 cm, Bl. 20,9 x 12,5 cm. 1.200 €
Zuschlag 3200 €
  KÜNSTLER
2015-12-12

299   Hermann Glöckner "Studie zu: Gelber Giebel". 1934.

Wasserfarben über Graphit auf Papier. Verso o.li. mit einer Maßangabe versehen, u.Mi. in Tinte signiert "Hermann Glöckner", u.re. ausführlich datiert "3.6.34" sowie nummeriert "11°" und bezeichnet "Wü 8.", u.li. in Graphit nochmals bezeichnet "Wü". Mittig von fremder Hand in Blei im Kreis bezeichnet "V. Z. 393". Auf Untersatzkarton montiert, dieser mehrfach in Blei bezeichnet.
WVZ Dittrich Z 619.

Technikbedingt leicht wellig, vereinzelt winzige Reißzwecklöchlein. Der obere Blattrand mit zwei minimalen Stauchungen, eine mit leichtem Materialverlust. Verso am oberen Blattrand sowie in den beiden oberen Blattecken mit Resten alter Montierungen.

19,9 x 28,9 cm, Untersatzkarton 30,1 x 44,9 cm. 2.600 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 5500 €
  KÜNSTLER
2015-12-12

300   Hermann Glöckner "Frauenkopf mit blauer Kappe". 1924.

Farbige Kreiden auf bräunlichem Papier, von Künstlerhand auf Karton aufgezogen. Verso mit einem Kreuz aus Linien in Blei, in rotbrauner Tempera mittig schabloniert monogrammiert "G", am unteren Blattrand mit einem Papierklebeetikett versehen, darauf handschriftlich in Tusche nummeriert "157" sowie in Blei von fremder Hand unterhalb des Monogramms bezeichnet "Verz. 237". Im Passepartout hinter Glas in schwarzer Holzleiste gerahmt.
WVZ Dittrich Z 320.

Blatt mit winzigen Reißzwecklöchlein am o. Rand und u.Mi. Der obere Blattrand mittig mit einem Einriß (3,5 cm), im Werkprozeß entstanden sowie mit einer kleinen Materialergänzung, einem Löchleich und zwei winzigen Einrissen am u. Blattrand mittig. Verso am oberen Rand mittig mit Bereibungen des Kartons augrund Ablösung einer älteren Montierung.

48 x 32,5 cm, Ra. 77,7 x 61,5 cm. 3.500 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 5200 €
  KÜNSTLER
2015-12-12

502   Theodor Rosenhauer, Dahlien und Zinnien im Tonkrug vor rotem Grund. Um 1957/ 1958.

Aquarell auf "PM FABRIANO"-Bütten. U.re. in Graphit signiert „Th. Rosenhauer“.

Wir danken Frau Dr. Gabriele Werner, Dresden, für freundliche Hinweise.

Blatt technikbedingt minimal wellig und insgesamt etwas knickspurig. In den Ecken Reißzwecklöchlein. Die Randbereiche partiell mit leichten Quetschfalten, o.li. ein winziger Einriß. Verso Reste einer älteren Montierung.

63,9 x 47,5 cm. 2.400 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3200 €
  KÜNSTLER
KatNr. 603 August Gaul
KatNr. 603 August Gaul
KatNr. 603 August Gaul

603   August Gaul "Kopf eines jungen Löwen". Um 1898.

Bronze, gegossen, grünlichbraun patiniert. Rückseitig am Nacken zwischen den Ohren signiert „A.GAVL“ [sic]. Ohne Gießereistempel. Posthumer Guß der Eisengießerei Pirner und Franz, Dresden.
Einer von wenigen, ausschließlich posthum ausgeformten Güssen.
WVZ Gabler 42.

Provenienz: Deutsch - französischer Privatbesitz, 1972 in der Gießerei Pirner und Franz Dresden erworben.

Der Verfasser des 1961 erschienenen ersten WVZ Angelo Walther bezeichnete dieses Modell als Teilabguß der Plastik "Junger Löwe" (WVZ Gabler 41). Entsprechend des WVZ Gabler handelt es sich jedoch eher um den Abguß eines Atelier-Modells einer nicht weiter ausgeführten anderen Arbeit, welche erstmals posthum für Paul Geipel hergestellt wurde. Geipel, Dresdner Kunstsammler, erwarb in den späten 1930er Jahre bei der Auflösung des Gaulschen Ateliers nach dessen Tod eine umfangreiche Sammlung aus dem künstlicherischen Nachlaß Gauls.
Vgl. Gabler, Josephine: August Gaul. Das Werkverzeichnis der Skulpturen. Berlin, 2007. S. 66.

Gußbedingt zwei Ausdübelungen.

H. 8, 3 cm. 3.500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 608 Hermann Otto Haase-Ilsenburg
KatNr. 608 Hermann Otto Haase-Ilsenburg
KatNr. 608 Hermann Otto Haase-Ilsenburg

608   Hermann Otto Haase-Ilsenburg "Abschied der Amazone". 1903.

Bronze, gegossen, schwarzbraun patiniert. Auf der Plinthe re. signiert "H. Haase" sowie mit dem Gießereistempel der "AKTIEN-GES. VORM. H. GLADENBECK & SOHN FRIEDRICHSHAGEN" versehen.

Zur Datierung vgl. Ausstellungskatalog: Ethos und Pathos, die Berliner Bildhauerschule, 1786 - 1914, Staatliches Museum Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, S. 470f, Nr. 178.

Speer fehlend. Patina ganz vereinzelt mit punktuellen Korrosionsspuren.

H. 39,2 cm. 2.200 €
Zuschlag 1800 €
  KÜNSTLER
2015-12-12

611   Friedrich Press "Auf der Flucht nach Ägypten (Am Kontrollpunkt)". 1961/ 1962.

Lindenholz, geschnitzt, dunkelbraun, rot, blau und gelb gefaßt. Unsigniert.
Werknr. des Künstlers 307.

Wir danken Herrn Christoph Deuter, Würzburg, für freundliche Hinweise.

Diese seltene, frühe und kleinformatige Arbeit des Künstlers ist motivisch durch den Mauerbau am 13. August 1961 inspiriert. Im Mai dieses Jahres flüchtete die Familie des Sohnes Falk nach Westdeutschland. Noch im August wollten auch Friedrich und Elfriede Press die DDR verlassen, dieser Plan wurde allerdings durch den Mauerbau vereitelt.
Press verarbeitete diese Zeit der politischen Unruhe und persönlichen Veränderungen auch in mehreren Zeichnungen, z.B. "Selbst mit Frau (Flucht)" und "Figurenszene mit Uniformiertem".
Die 1950er und 1960er Jahre sind in seinem künstlerischem Schaffen durch eine verstärkte Hinwendung zur Abstraktion geprägt, in welcher leicht gerundete Formen mit geometrischen Abstrahierungen vorwiegen.

Im Sockelbereich zwei durchlaufende Trocknungsrisse, fachmännisch wieder zusammengefügt. Die Figur der Maria mit drei weiteren kleineren Trocknungsrissen. Die Figur des Josefs verso mit einer kleinen geschraubten Hängevorrichtung.

H. 19,2 cm, B. 19 cm. 1.500 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 4200 €
  KÜNSTLER
KatNr. 616 Woldemar Winkler
KatNr. 616 Woldemar Winkler
KatNr. 616 Woldemar Winkler

616   Woldemar Winkler "Gesetz und Pflicht, Lust und Scherz". 1970.

Assemblage. Fundstücke: Holz, rostiges Blech, getrocknete Birnen, Leder; beschnitztes Holz, Zeitungsausschnitt "POLICE ADMINISTRATIVE), Tempera, Gouache, Aquarell, auf mit Sackleinen bezogener Spanplatte. In einer Atelierleiste, auf mit Wellpappe bezogener Spanplatte. In weißer Tempera monogrammiert "Wi" und datiert u.re., u.li. mit der Werknummer des Künstlers "508" bezeichnet. In einer Acrylglashaube montiert.

Abgebildet in: Spielmann, Peter (Hrsg.): Woldemar Winkler. Das malerische Werk. Malerei. Collagen. Assemblagen. Gütersloh, 2004. S. 87.

Assemblage leicht angestaubt. Die Wellpappmontierung der Spanplatte partiell etwas gedrückt. Die Acrylglashaube kratzspurig und teilweise mit Klebemittelresten von Klebeband.

49 x 37 x 10 cm, Ra. (Acrylglashaube) 87 x 74 x 17 cm. 3.500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 670 Kurfürstenhumpen. Wohl Sachsen. Um 1684.
KatNr. 670 Kurfürstenhumpen. Wohl Sachsen. Um 1684.

670   Kurfürstenhumpen. Wohl Sachsen. Um 1684.

Graustichiges, blasiges und schlieriges Glas mit Einschlüssen, in polychromer Emailmalerei gefasst sowie mit Resten einer Vergoldung. Zylindrischer Korpus, der Boden mit leicht hochgestochenem Abriß, aufgeschmolzener Fußring. Unterteilung der Darstellung in zwei Zonen, diese jeweils übereinander versetzt vierfach gefeldert. Die obere Reihe mit dem römischen Kaiser Leopold I., den drei geistlichen Kurfürsten entgegenreitend, in der unteren Reihe die vier weltlichen Würdenträger zu Pferd. Innerhalb der Felder jeweils die Bezeichnung der Kurfürstentümer, eine Nummerierung sowie rechts vom Dargestellten das jeweilige Wappen des Kurfürstentums. Datierung "1684" linker- und rechterhand der Darstellung des Kaisers. Oberhalb der Malerei eine ornamentale Bordüre mit Resten einer Vergoldung, der Fußring mit einem weiß gestrichelten Muster.

Zur Bordüre vgl:
Haase, Gisela: Sächsisches Glas. Leipzig, 1988. Kat.-Nr. S. 310, Nr. 67ff.

Wir danken Frau Dr. Gisela Haase, Dresden, für freundliche Hinweise.

Fußring mit Materialverlust (L. 3,9 cm), kleiner T-förmiger Spannungsriß im unteren Bereich der Wandung (ca. 2,5 x 3 cm), die Innenwandung sowie die Außenwandung intakt. Die Wandung altersbedingt mit feinen, teils langgezogenen Kratzspuren sowie mit Ablagerungsspuren. Die Vergoldung der Bordüre fast vollständig berieben.

H. 21,6 cm, Gew. 515g. 3.500 €
Zuschlag 3000 €
KatNr. 678 Vase mit Flusslandschaft. Gallé. Frankreich. 1904 - 1906.
KatNr. 678 Vase mit Flusslandschaft. Gallé. Frankreich. 1904 - 1906.
KatNr. 678 Vase mit Flusslandschaft. Gallé. Frankreich. 1904 - 1906.

678   Vase mit Flusslandschaft. Gallé. Frankreich. 1904 - 1906.

Farbloses, dickwandiges und mehrschichtiges Glas, formgeblasen und im Farbverlauf matt grünlich-gelb bis weiß überfangen, das Reliefdekor mit dunkelbraunem, teils glänzendem Überfang. Schlanke Balusterform mit gerundeten, eingezogenen Schultern und einer kurzen, zylindrischen Mündung. Auf der Wandung umlaufend ein reliefiert geätzter Dekor mit idyllischer, baumbestandener Seenlandschaft, im Vordergrund ein Bootsanleger. Unten in der Darstellung mit der Firmensignatur in Hochätzung. Boden mit flach ausgekugeltem Abriß.

Nach Emile Gallés Tod im Jahr 1904 übernahmen dessen Witwe Henriette Gallé-Grimm sowie sein Schwiegersohn die Geschäftsführung und führten das Oeuvre des erfolgreichen Glaskünstlers fort.

Dekorvergleich
Hilschenz-Mlynek, H. und Ricke, H.: Glas Historismus Jugendstil Art Déco, Bd. 1, 1985, S. 260, Abb. Nr. 353 mit Querverweis.

Vereinzelt mit Abrieb- und Flüssigkeitsspuren, im Bereich der Mündung mit herstellungsbedingten, horizontal verlaufenden Materialunregelmäßigkeiten.

H. 35,6 cm. 1.800 €
Zuschlag 1500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 782 Außergewöhnliche Kommode. Wohl Potsdam. Wohl um 1740.
KatNr. 782 Außergewöhnliche Kommode. Wohl Potsdam. Wohl um 1740.
KatNr. 782 Außergewöhnliche Kommode. Wohl Potsdam. Wohl um 1740.
KatNr. 782 Außergewöhnliche Kommode. Wohl Potsdam. Wohl um 1740.
KatNr. 782 Außergewöhnliche Kommode. Wohl Potsdam. Wohl um 1740.

782   Außergewöhnliche Kommode. Wohl Potsdam. Wohl um 1740.

Rosenholz (?) auf Nadelholz furniert, Gelbguß sowie roter Marmor. Dreischübiger, annähernd quadratischer Korpus mit stark geschweift bombierter Front und einer beidseitigen Einschnürung im Bereich der unteren Schublade. Akzentuierender, bogenförmig über die Schubladen verlaufender Kniff. Geschwungener Zargensockel und hohe, geschweifte Vierkantbeine. Geschweift bombierte Seitenwangen. Die Deckplatte leicht überkragend und mit profiliert abgerundeter Kante. Der Korpus in einem leicht gestreiften Furnier, Akzentuierung der kartuschenförmigen Schübe mittels eines horizontal angeordneten, flächig intarsierten Rautendekors. Auf den Seitenwangen hochrechteckige Felder mit vertikal verlaufenden Rautenintarsien. Die Schübe mit jeweils zwei rocailleförmigen Handhaben sowie mittig einem rocailleförmigen Schlüsselschild. Gelbgußbeschläge an den Beinen, umlaufende Gelbgußrundstäbe an den Schüben sowie schauseitig an den Kanten. Kassettierte Rückwand. Marmorplatte aufgelegt. Mehrfach mit Inventarnummern versehen.

Korpus in sich etwas verzogen. Oberfläche überarbeitet. Beine angeschäftet. Partiell Furnierverluste, Schwundrisse. Beschlag eines Fußes ergänzt, eine Handhabe mit kleinem Ausbruch.

H. 73,5 cm, B. 69 cm, T. 42 cm. 950 €
Zuschlag 13000 €
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