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AUKTION 47 Bildende Kunst des 16.-21. Jahrhundert
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KatNr. 2 Adolf Chwala, Blick auf den Königsee, in der Ferne St. Bartholomä. 1885- 1895.
KatNr. 2 Adolf Chwala, Blick auf den Königsee, in der Ferne St. Bartholomä. 1885- 1895.
KatNr. 2 Adolf Chwala, Blick auf den Königsee, in der Ferne St. Bartholomä. 1885- 1895.

002   Adolf Chwala, Blick auf den Königsee, in der Ferne St. Bartholomä. 1885- 1895.

Öl auf Leinwand. U.re. signiert "A. Chwala.". Verso wohl von fremder Hand auf dem Keilrahmen in Blei betitelt. In einer goldfarbenen floral ornamentierten Stuckleiste gerahmt.

Kleine Fehlstellen am rechten Bildrand. Vereinzelte, unscheinbare Retuschen. Eine größere, minimal farbveränderte Retusche im oberen linken Bildviertel, verso mit Leinwandflicken hinterlegt. Minimale, konkave Bildträgerwölbung im Bereich des Flickens sowie in den oberen Bildecken. Klimakante im Bereich der Mittelstrebe des Spannrahmens.

73,5 x 100 cm, Ra. 88,5 x 113,5 cm. 8.500 €
Zuschlag 7500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 15 Carl Spitzweg, Abendliche Buschlandschaft. Um 1875.
KatNr. 15 Carl Spitzweg, Abendliche Buschlandschaft. Um 1875.
KatNr. 15 Carl Spitzweg, Abendliche Buschlandschaft. Um 1875.
KatNr. 15 Carl Spitzweg, Abendliche Buschlandschaft. Um 1875.

015   Carl Spitzweg, Abendliche Buschlandschaft. Um 1875.

Öl auf Zigarrenkistenholz. Unsigniert. In einer goldfarbenen Stuckleiste gerahmt. Verso auf der Rückwand des Rahmens sowie dem Rahmen mit einem maschinengeschriebenen Besitzervermerk von 1921: Dr. Fischbach, Hausarzt der Witwe von Jul. Jos. Maier, Konservator an der Hof- und Staatsbibliothek München und langjähriger Freund Carl Spitzwegs. Der Maler schenkte das Werk seinem Freund Maier.
Dr. Fischbach veräußerte diese Arbeit 1921 in der Galerie Neupert, Zürich.
Nicht im WVZ Wichmann; nicht im WVZ Ronnefahrt.

Provenienz: Sächsischer Privatbesitz, Nachlaß Peter Paul Gaedt (1867 Rostock - 1948 Glauchau), Generaldirektor der Sächsischen Metallwarenfabrik August Wellner & Söhne.

Bei der hier vorliegenden kleinen Ölstudie handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eine Vorarbeit für das Gemälde "Rastende Zigeuner" (WVZ Wichmann 1464).

Wir danken Herrn Detlef Rosenberger, Oberostendorf, für freundliche Hinweise.

Am Bildrand o. und li. mit vereinzelten, kleinsten Fehlstellen. Im Falzbereich minimal berieben.

5,3 x 11,5 cm, Ra. 10 x 20 cm. 5.800 €
  KÜNSTLER
KatNr. 16 Johann Christian Vollerdt, Weite Ideallandschaft mit Fluß und Ruine. 1761.
KatNr. 16 Johann Christian Vollerdt, Weite Ideallandschaft mit Fluß und Ruine. 1761.

016   Johann Christian Vollerdt, Weite Ideallandschaft mit Fluß und Ruine. 1761.

Öl auf Leinwand. Signiert "Vollerdt.p." und datiert u.li. Verso auf dem Keilrahmen mit verschiedenen Nummerierungen von fremder Hand versehen sowie mit Resten eines alten Klebeetiketts. In einer vergoldeten Leiste mit rotem Bolus gerahmt.

Wir danken Frau Dr. Anke Fröhlich-Schauseil, Dresden, für freundliche Hinweise.

Johann Christian Vollerdts Landschaftsgemälde sind Zeitzeugnisse der idealisierten Landschaftsmalerei, die seit der frühen Neuzeit zunehmende Begeisterung erfuhr.
Während Landschaftsarrangements im Mittelalter und der Renaissance lediglich als Staffage für historische, mythische und sakrale Figurenszenen dienten, generierte die Landschaft ab dem 17. Jahrhundert selbst zum Träger von Emotionen und Bildaussagen. Integrierte Figuren verkörperten nicht mehr den unübersehbaren Hauptbestandteil des Bildes, vielmehr wurden die Bildaussagen über die Landschaft selbst dem Betrachter vermittelt. Zugleich adaptierten und verarbeiteten viele Maler in ihren Werken die Landschaften ihrer Heimat oder solche, die sie auf Reisen kennen lernten.
Insbesondere von den Niederlanden gingen erste entscheidende Impulse zur Entwicklung der Landschaftsmalerei als autonomes Genre aus. Zu den wichtigsten Vertretern gehören u.a. Jacob van Ruysdael und Jan van Goyen. In Frankreich entstand mit bspw. Claude Lorrain und Nicolas Poussin eine besondere Form der arkadischen Phantasielandschaft, die mit fiktiven Häfen, mythologischen Szenerien oder Genrethemen traumartige Naturkompositionen schufen.
Auch das Gemälde Johann Christian Vollerdts lässt sich diesem Typus zuordnen. Dem Betrachter öffnet sich eine Ebne mit Gewässer und vereinzelten Häusern, die von Bäumen und Bergen umgeben sind. In dieser leicht zerklüfteten Landschaft gehen Bauern und Dorfbewohner ihren täglichen Verrichtungen nach. Die Burgruine zur Linken erinnert an die von England ausgehende Ruinenromantik und die ersten Einflüsse einer Naturempfindsamkeit, die dem gesamten Bild wie auch das sphärische Verschwimmen des Bildhintergrundes eine flüchtige und verträumte, ja „arkadische“ Empfindsamkeit verleiht. Die Komposition steht aber auch der Landschaftsmanier Poussins oder Lorrains nahe, mit welcher Vollerdt wohl während seiner Lehrzeit bei Johann Alexander Thiele in Kontakt kam.

Malträger doubliert. Malschicht mit vereinzelten Retuschen im Vordergrund. Der restliche Bildbereich leicht lasierend überarbeitet. Keile des Spannrahmens ergänzt.

62 x 78,5 cm, Ra. 73 x 89,5 cm. 9.500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 52 Ernst Hassebrauk, Stilleben mit Kohlkopf und Waldpilzen. Erste Hälfte 1950er Jahre.

052   Ernst Hassebrauk, Stilleben mit Kohlkopf und Waldpilzen. Erste Hälfte 1950er Jahre.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Hassebrauk". Verso auf dem unteren Keilrahmen in Faserstift von Künstlerhand (?) datiert "1947", korrigiert "1957". Im hochwertigen, teilversilberten Modellrahmen.

Malschicht im oberen Bildviertel mit unscheinbaren Frühschwundrissen, im unteren Bildviertel vereinzelt mit Alterskrakelee.

66 x 80 cm, Ra. 78 x 93 cm. 4.800 €
Zuschlag 3600 €
  KÜNSTLER
2016-03-19

057   Hans Jüchser "Frau im Balkonzimmer". 1959.

Öl auf Leinwand. Signiert "Jüchser." und datiert u.li. Verso mit einer übermalten Arbeit, darauf betitelt sowie nochmals datiert und signiert. Auf dem Keilrahmen o.Mi. mit einem Papieretikett versehen, darauf in Schreibmaschine bezeichnet. In der originalen Künstlerrahmung.

Das Gemälde wurde 1960 anläßlich des 65. Geburtstages des Künstlers im Vorjahr in der Städtischen Kunstsammlung Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) ausgestellt.
Vgl.: Hans Jüchser. Dresden – Gemälde – Aquarelle – Zeichnungen – Graphik. Ausstellungs-Katalog Städtische Kunstsammlung Karl-Marx-Stadt. Karl-Marx-Stadt, 1960. Kat.Nr. 65 (mit Abb), dort betitelt "Balkonzimmer".

Das Gemälde von musealer Qualität zeigt Helga, die Muse des Künstlers. Hans Jüchser heiratete sie im Entstehungsjahr des vorliegenden Werkes und setzte ihr 1963 und 1964 mit mehreren Bildnissen, die sie mit einem schwarzen Tuch zeigen, Denkmäler seiner Verehrung. Bereits 1956 schuf er ihr Bildnis und ein Jahr später das Portrait mit chinesischem Fächer und chinesischem Brokatkleid.

Das weit geöffnete, französische Fenster, an welchem Helga sich hingebungsvoll einer Handarbeit widmet, gibt den Blick auf den Bodden von Ückeritz frei, in der Ferne genießt eine Familie den Sommertag. Der Künstler verbrachte seit den 1930er Jahren seinen Urlaub auf Usedom, wo er Malerfreunde wie Otto Manigk und Otto Niemeyer-Holstein traf. Oft wohnte Jüchser bei Niemeyer-Holstein, der in Lüttenort, an der schmalsten Stelle der Insel sein Atelier mit einem bezaubernden Garten hatte.

Die aus vielen Farbflecken zusammengesetzte beinahe impressionistische Darstellung zeugt von der Leichtigkeit des empfundenen Moments und transportiert die Wärme der Luft und die Zärtlichkeit, mit der der Maler sein Modell ins Bild setzte. Die Komposition ist bei größter Asymmetrie von beeindruckender Ausgewogenheit, die Gegensätze von Innen und Außen, von durch Malerei dargestelltem Handwerk, von Ornament und Natur sind vereint im Zusammenklang von Licht und Farbe.

Vgl. Gisbert Porstmann und Linda Karohl (Hgg.), Hans Jüchser, Farbe als absolute Kraft (Kat. Ausst. Dresden 2010), Altenburg 2010.

122 x 93 cm, Ra. 130 x 99,5 cm. 24.000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 20000 €
  KÜNSTLER
2016-03-19

062   Willy Kriegel, Waldbodenstück mit Veilchen und Habichtskraut . Späte 1930er Jahre.

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "K." u.re. In einem goldfarbenen, masseverzierten Schmuckrahmen.

Wir danken dem Sohn des Künstlers, Herrn Peter Kriegel, Bad Mergetheim, für freundliche Hinweise.

Malschicht im Randbereich etwas berieben. Leicht unregelmäßiger Firnis.

61 x 50 cm, Ra. 79 x 69 cm. 4.800 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 5000 €
  KÜNSTLER
2016-03-19

063   Willy Kriegel "Sommer" (An der Wilden Weißeritz). Späte 1930er Jahre.

Eitempera auf Hartfaser. Monogrammiert "K" u.li. Verso mit einem Papier-Etikett versehen, darauf in Schreibmaschine bezeichnet "Prof. Willy Kriegel, Dresden/ Sommer Grün-kringelndes, stehendes, lichtfangendes Wasser das Blühende in hellen, feinen Tönen eines Sonnentages.". In einem prunkvollen, ornamentierten Schmuck-Modellrahmen.

Wir danken dem Sohn des Künstlers, Herrn Peter Kriegel, Bad Mergetheim, für freundliche Hinweise.

Malschicht mit einer unscheinbaren, minimalen Retusche in der Blüte o.Mi. Firnis erneuert.

60 x 50 cm, Ra. 78 x 69 cm. 8.500 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
KatNr. 89 Siegfried Mackowsky, Dresden - Blick auf die winterliche Elbe und das Neustädter Ufer mit dem Turm der Dreikönigskirche. Wohl um 1905.

089   Siegfried Mackowsky, Dresden - Blick auf die winterliche Elbe und das Neustädter Ufer mit dem Turm der Dreikönigskirche. Wohl um 1905.

Öl auf Malpappe. Signiert u.li. "S. MACKOWSKY". In brauner Holzleiste gerahmt.

Siegfried Mackowsky zeigt sich mit dieser winterlichen Stadtansicht von Dresden ganz als Schüler der Dresdner Impressionisten Eugen Bracht und Gotthard Kühl. Jenseits des beinahe zugefrorenen Flusses mit zahllosen Eisschollen ist die Silhouette der Dresdner Neustadt zu sehen. Mackowsky zeigt bewusst nicht die berühmte und von der Kunstgeschichte mit Bedeutung aufgeladene Altstadtansicht, sondern den Standort, den die Betrachter einnehmen müssen, um diese mit Canalettos Augen zu sehen. Diese individuelle Standortbestimmung ermöglicht Mackowsky eine unbelastete Bestandsaufnahme und verschafft der Konzentration auf die Darstellung der Elblandschaft Raum.

Malschicht mit einzelnen winzigen Abplatzungen im Bereich der Wellen und minimalem Abrieb u.Mi. Am Bildrand re. mit kleinsten Fleckchen. Bildträger unscheinbar verwölbt und mit minimalen Stauchungen an den Rändern. Verso Reste einer alten Verklebung.

49 x 67,2 cm, Ra. 61,5 x 79,5 cm. 1.800 €
Zuschlag 3000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 104 Wilhelm Rudolph, Feuerlilie. Wohl um 1960.

104   Wilhelm Rudolph, Feuerlilie. Wohl um 1960.

Öl auf Hartfaser. Signiert u.re. "Rudolph". Verso von fremder Hand mehrfach bezeichnet. In profilierter, schwarzer Leiste mit goldfarbener Sichtleiste gerahmt.

Das Werk gehört zu der mehr als 80 Arbeiten umfassenden Gemäldeserie "Um Haus und Garten", welche Wilhelm Rudolph nach seinem Umzug aus einem Hinterhofgebäude im Hechtviertel in die naturnahe Umgebung der Eugen-Dietrich-Straße 28b, Dresden-Niederpoyritz, schuf.

Vgl. Wilhelm Rudolph: Das Phantastischste ist die Wirklichkeit. Malerei und Holzschnitte. Ausstellungskatalog Städtische Galerie Dresden. Dresden, 2015. S. 21 und 149.

Malschicht minimal angeschmutzt. Pentimenti erkennbar, unregelmäßiger Firnis. Verso Reste von braunem Klebeband und aufgeklebter Pappe.

43,5 x 35 cm, Ra. 65,5 x 48,5 cm. 2.200 €
Zuschlag 2200 €
  KÜNSTLER
2016-03-19

119   Albert Wigand "Rathaus - Hinterhäuser Bankstraße" (Dresden). 1939.

Öl auf Sperrholz. Signiert "Wigand" u.li. Verso von Künstlerhand in Blei betitelt und datiert o.re. sowie am oberen Bildträgerrand bezeichnet. O.li. mit einem alten Klebeetikett versehen, darauf von Künstlerhand in Tinte signiert "Alb. Wigand" sowie bezeichnet "Dresden A Bernhardstr. 115 Schnee", in Blei betitelt "Rathaus" sowie in blauem Farbstift nummeriert "8". Nachträglich auf eine farbig lasierte Sperrholzplatte randmontiert und freigestellt in einer profilierten, braunschwarz gefaßten Holzleiste gerahmt, die Rückseite des Malträgers sichtbar.
WVZ Grüß-Wigand A-1946-6, mit abweichenden Angaben zur Datierung und Bezeichnung.

"In der Dresdener Kunst ist Wigands Arbeit - neben der von Glöckner- die "reinste" Malerei, weil ihm Farbe und Farbordnung wichtiger sind als linear oder plastisch bestimmte Form - und Erzählung im Bilde kommt nirgendwo vor. […]". Zitiert nach Lothar Lang "Malerei und Graphik in der DDR". Leipzig, 1978. S. 193f.

In unzähligen, fein nuancierten Grautönen, sparsam akzentuiert durch gedeckte Rot-und Gelbtöne, zaubert der Maler aus einer vermeintlich frostigen winterlichen Stadtlandschaft eine nahezu heitere, nahsichtige Ansicht des heute in dieser Bebauungsform nicht mehr existenten Dresdner Zentrums.

Malschicht sehr vereinzelt in den pastosen Bereichen mit unscheinbaren Frühschwundrissen. Ränder von Künstlerhand ungerade geschnitten.

29 x 37 cm, Ra. 40 x 48 cm. 14.000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 12500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 247 Ernst Barlach

247   Ernst Barlach "Der Göttliche Bettler". 1922.

Holzschnitt auf gelblichem Bütten. In Blei unterhalb der Darstellung re. signiert "EBarlach". Probedruck, Andruck-Exemplar der Pan-Presse. Blatt vier (von sieben) der Folge "Die Wandlungen Gottes". Verlegt 1922 bei Paul Cassirer in zwei Vorzugsausgaben und einer Volksausgabe.
WVZ Laur 69.06.2.

Provenienz: Nachlaß des Bildhauers Gottfried Kohl (1921-2012), welcher mit Friedrich Schult in freundschaftlicher Verbindung stand.

Leicht gebräunt und lichtrandig. Verso leicht fleckig und mit Resten einer alten Montierung. Knickspurig.

Stk. 25,7 x 35,7 cm, Bl. 32,5 x 44,5 cm. 1.800 €
  KÜNSTLER
KatNr. 248 Ernst Barlach

248   Ernst Barlach "Der Erste Tag". 1922.

Holzschnitt auf gelblichem Bütten. In Blei unterhalb der Darstellung re. signiert "EBarlach". Probedruck, Andruck-Exemplar der Pan-Presse. Blatt eins (von sieben) der Folge "Die Wandlungen Gottes". Verlegt 1922 bei Paul Cassirer in zwei Vorzugsausgaben und einer Volksausgabe.
WVZ Laur 69.04.5 mit leicht abweichenden Blattmaßen; Schult 164B.
Das Blatt steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Plastik "Der schwebende Gottvater" von 1922.

Provenienz: Nachlaß des Bildhauers Gottfried Kohl (1921-2012), welcher mit Friedrich Schult in freundschaftlicher Verbindung stand.

Leicht gebräunt und knickspurig. Verso Reste einer alten Montierung.

Stk. 25,7 x 35,8 cm, Bl. 32,2 x 45,5 cm. 2.600 €
  KÜNSTLER
KatNr. 258 Fritz Bleyl, Sommerliche Elblandschaft, in der Ferne die Sächsische Schweiz. Um 1907.

258   Fritz Bleyl, Sommerliche Elblandschaft, in der Ferne die Sächsische Schweiz. Um 1907.

Aquarell über Blei auf chamoisfarbenem, leichten Karton. Signiert "F. Bleyl" u.re. Hinter Glas in einer einfachen schwarzen Metalleiste gerahmt.

Vgl. dazu eine ähnliche Zeichnung in: Lewey-Meier, Petra: Fritz Bleyl 1880 - 1966. Mitbegründer der Künstlergruppe "Brücke". Ausstellungskatalog Städtisches Museum Zwickau. Zwickau, 1994. Kat.Nr. 65 "Kornhocken", S. 68.

Wir danken Frau Dr. Petra Lewey, Zwickau, für freundliche Hinweise.

Fritz Bleyls sommerlich luftige Flusslandschaft stammt aus der Frühzeit des Künstlers und aus der Anfangszeit der Künstlergruppe "Brücke". Es zeigt eine weiträumige flache Gegend, die mittig durch einen Fluss getrennt wird und deren hoch liegender Horizont ein in Bäumen und Büschen geborgenes Dörfchen zeigen. Möglicherweise handelt es sich bei dem Fluss um die Elbe, denn im linken Hintergrund meint man die Tafelberge des Elbsandsteingebirges zu erkennen.
Interessant ist die stilistische Auffassung der Blumenwiese in unmittelbarer Nähe zum Betrachter. Sie erinnert an die pointillistische Naturdarstellung, mit der die Franzosen um Georges Seurat Ende des 19. Jahrhunderts experimentierten. Als ganz junger Mann, während seines Studiums in Dresden könnte Bleyl Arbeiten von Seurat, Théo van Rysselberghe und anderer Impressionisten in Dresden gesehen haben, engagierte sich doch die hiesige Galerie Arnold seit 1899 für die Bekanntmachung dieser Kunstrichtung. Bis 1914 fanden dort mehrere Ausstellungen dieser Art statt, auch Arbeiten der Schule von Barbizon wurden hier gezeigt.

Vgl. Ruth Negendanck: Die Galerie Ernst Arnold (1893–1951). Kunsthandel und Zeitgeschichte. Verlag und Datenbank für Geisteswissenschaften, Weimar 1998.

Blatt im oberen Bereich leicht gebräunt und minimal lichtrandig. Knickspurig. Verso am oberen Blattrand Reste einer alten Montierung sowie ebenfalls leicht gebräunt. Am u. Rand drei Reißzwecklöchlein.

27,6 x 38,4 cm, Ra. 41 x 51,3 cm. 6.000 €
Zuschlag 5000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 259 Fritz Bleyl, Dresden - Blick auf die Augustusbrücke elbaufwärts. Um 1904.

259   Fritz Bleyl, Dresden - Blick auf die Augustusbrücke elbaufwärts. Um 1904.

Wasserfarben und schwarze Kreide bzw. Kohlestift über Blei auf olivfarbenem, kräftigen Velin. In Kreide u.re. signiert "Fritz Bleyl.". Verso in Blei mit zum Teil gestrichenen Annotationen von fremder (?) Hand.

Siehe dazu eine motivisch vergleichbare Arbeit im Städtischen Museum Zwickau "Augustusbrücke in Dresden", 1904 (Inv.Nr. V/67/123/K2), abgebildet in: Lewey-Meier, Petra: Fritz Bleyl 1880 - 1966. Mitbegründer der Künstlergruppe "Brücke". Ausstellungskatalog Städtisches Museum Zwickau. Zwickau, 1994. Kat.Nr. 21, S. 38 und Hermann Gerlinger; Heinz Spielmann (Hrsg.): Fritz Bleyl und die frühen Jahre der "Brücke". Brücke-Almanach 1999. Schleswig, Zwickau. 2000. KatNr. 17, S. 64.

Wir danken Frau Dr. Petra Lewey, Zwickau, für freundliche Hinweise.

Verso Randbereiche umlaufend mit Resten einer alten Montierung.

16,8 x 26,5 cm. 2.500 €
Zuschlag 3000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 327 Curt Großpietsch

327   Curt Großpietsch "Liegende Nutte". 1968.

Aquarell, Gouache und Federzeichnung in Tusche über Blei auf Velin. In Tusche signiert "Curt Großpietsch" und datiert u.re. Im Passepartout hinter Glas in silberfarbener Holzleiste gerahmt.

Abgebildet in: Curt Großpietsch. 1893-1980. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen. Ausstellungskatalog der Kunstsammlung Gera. Gera, 2000. S. 10.

Blatt verso mit Resten einer älteren Montierung.

20,2 x 29,4 cm, Ra. 48 x 54 cm. 1.200 €
Zuschlag 1700 €
  KÜNSTLER
2016-03-19

481   Otto Nagel, Feierabend. 1926.

Graphitzeichnung auf bräunlichem Karton. Signiert u.re. "Otto Nagel". Am o. Rand in Kugelschreiber von fremder Hand bezeichnet. Verso Portrait- und Figurenskizzen in Graphit, in Farbstift bezeichnet "I." u.li. Im Passepartout hinter Glas in schwarzer Holzleiste gerahmt. Verso auf der Abdeckung zwei KIebetiketten; eines mit Angaben zum Gemälde in Kugelschreiber und eines mit dem Stempel des Otto-Nagel- Archivs, Kuhwalk.

Wohl eine Vorarbeit zum 1927 entstandenen gleichnamigen Gemälde.
Vgl. Frommhold, Erhard: Otto Nagel. Zeit, Leben, Werk, Berlin, 1974, Abb. 71.

Stärker lichtrandig, angeschmutzt und stockfleckig. Oberflächliche Materialverluste am Bildrand o. und an den Ecken. O.Mi. und u.Mi. je ein breiter Klebestreifen. Verso angeschmutzt, mit Resten älterer Montierung und Materialverlusten in den Ecken.

32,6 x 50 cm, Ra. 53,5 x 73 cm. 2.400 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
2016-03-19

482   Otto Nagel "In der Volksküche". Um 1924.

Pinselzeichnung in Tusche, Wasserfarben und farbige Pastellkreiden auf weißem Karton. U.li. und u.re. schwer leserlich in rotem Farbstift monogrammiert "O.N." Im Passepartout montiert, hinter Glas in grauer Holzleiste gerahmt. Verso auf der Abdeckung mit dem Nachlass-Stempel und zwei Klebetiketten Mi. li. und u.re. Darauf Angaben zum Blatt und zum Vorbesitzer.

Abgebildet in Frommhold, Erhard: Otto Nagel. Zeit, Leben, Werk, Berlin, 1974, Abb. 123.

Linker Rand schräg geschnitten, insgesamt knickspurig. Winzige Läsionen an den Rändern und der Ecke u.re., kleiner Einriß o. Reißzwecklöchlein in den Ecken, winziges Löchlein u.li. Verso Blattrand o. mit Papierstreifen hinterlegt.

31,5 x 41 cm. Ra. 52,5 x 68,5 cm. 3.500 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
2016-03-19

506   A.R. Penck "Jewish Jetset". 1989.

Farbradierungen auf "BFK Rives"-Bütten. Künstlerbuch mit acht Arbeiten zu Gedichten von Sascha Anderson. Alle Blätter in der Platte u.li. signiert "A R PENCK". Im Impressum in Blei von Künstler und Schriftsteller signiert "ar. penck" und "s. anderson". Exemplar "10/40" der Normalausgabe. Herausgegeben von Sascha Anderson in Zusammenarbeit mit dem Maximilian Verlag, München und mit Hilfe der Galerie Springer, Berlin. Im Halbleinen-Einband, Einband und Schuber mit handgeschöpftem roten Papier bezogen.

Blätter in tadellosem Zustand. Einband minimal kratzspurig und mit oberflächlichen Bereibungen. Schuber angeschmutzt und kratzspurig, am Rand o. und u. eingerissen.

Pl. ca. 40 x 30 cm, Bl. 46 x 34,5 cm, Einband 47,4 x 35,6 cm. 2.200 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
2016-03-19

519   Curt Querner, Winter in Karsdorf. 1969.

Aquarell. In Graphit u.re. monogrammiert "Qu." und ausführlich datiert "23.2.69" u.re. Verso bezeichnet "XoX".
Nicht im WVZ Dittrich.

Angeschmutzt. Blattränder umlaufend mit kleinen Läsionen, Ecke o.re. minimaler Einriß, zwei Fehlstellen u.li. Verso Reste einer älteren Montierungen.

36,8 x 48,7 cm. 4.000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 4200 €
  KÜNSTLER
2016-03-19

520   Curt Querner "März-Landschaft (Diebels Grund)". 1965.

Aquarell auf Bütten. In Blei u.re. monogrammiert und ausführlich datiert "Qu. 17.3.1965". Verso in Blei bezeichnet "XX" sowie in Graphit "XoX". Im Passepartout hinter Glas gerahmt.
WVZ Dittrich B 1447.

Der untere Blattrand mit kleinen Einrissen. In den Blattecken Reißzwecklöchlein, Ecke u.li. mit Abriß. Verso Reste einer alten Montierung.

48,8 x 61,9 cm, Ra.72 x 91,5 cm. 4.200 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
2016-03-19

544   Theodor Rosenhauer, Strandlandschaft an der Ostsee. Wohl um 1980.

Aquarell auf "FABRIANO"-Bütten. In Graphit signiert "Th. Rosenhauer" sowie mit einer Widmung versehen und datiert u.re.

Blatt technikbedingt wellig. Die Randbereiche und Blattecken mit Reißzwecklöchlein. Blattecken knickspurig, o.re. deutlicher. An der Blattecke u.re. ein Löchlein, verso mit einer Papierhinterlegung, vorderseitig partiell retuschiert.

49,7 x 62,3 cm. 3.200 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
KatNr. 638 Paul Wilhelm

638   Paul Wilhelm "Moritzburg". Vor 1947.

Aquarell über Blei auf kräftigem Japan. In Pinsel u.re. signiert "P. Wilhelm". Hinter Glas in schmaler, bronzierter Holzleiste gerahmt.

Abbildung des Aquarells in der beiliegenden Wochenzeitung "Sonntag" vom 28.01.1947.

Unscheinbar fleckig im Bereich des Himmels o.Mi., leichter Feuchtigkeitsfleck am li. Rand. Blattränder im Malprozeß von Künstlerhand geschnitten, o.re. ungleichmäßig auslaufend. Blattecken u.re. und li. mit winzigen Reißzwecklöchlein. Verso Papier o.re. etwas abgerieben, die Randbereiche umlaufend mit einer älteren Klebebandmontierung.

36 x 53,3 cm, Ra. 40,2 x 57,3 cm. 1.800 €
Zuschlag 2400 €
  KÜNSTLER
KatNr. 692 Ernst Barlach
KatNr. 692 Ernst Barlach
KatNr. 692 Ernst Barlach

692   Ernst Barlach "Die Tänzerin". 1927.

Terrakotta, rötlicher Scherben, mit ziegelfarbener Engobe versehen. Verso am seitlich linken Rand geritzt signiert "Barlach". Erste Figur aus dem "Fries der Lauschenden" mit vier annähernd gleichgroßen, aufrecht stehenden Gewandfiguren ("Die Tänzerin", "Der Wanderer", "Der Begnadete", "Die Erwartende". Vgl. dazu WVZ Schult I 320, 318, 326, 325.). Wohl eines von sechs bzw. sieben Exemplaren. Ausgeformt in der Ziegelei Bützow.
WVZ Schult I, 320; WVZ Laur 406, jedoch ohne die bei dem vorliegenden Exemplar vorhandene Ritzsignatur und abweichender Angabe zur Farbe des Scherbens.

Provenienz: Nachlaß des Bildhauers Gottfried Kohl (1921-2012), von ihm in den 1950er Jahren von Friedrich Schult erworben, welcher mit Kohl in freundschaftlicher Verbindung stand.

Den "Fries der Lauschenden" entwarf Barlach 1926 für ein Beethoven-Denkmal in Berlin, welches jedoch nicht zur vollständigen Ausführung kam. Von den neun konzipierten Gewandfiguren wurden vier in Gips abgeformt und in Terrakotta gebrannt. 1930 gab Ludwig Katzenellenbogen den Auftrag, den Fries als Ausschmückung für ein Musikzimmer in Eichenholz umzusetzen. Nach der Ausführung der Figuren "Der Wanderer", "Die Tänzerin" und "Die Träumerin" kam das Vorhaben abermals zum Erliegen. Schließlich konnte der halbplastische Fries 1935 entsprechend des Wunsches Hermann F. Reemtsmas um "Der Empfindsame", "Der Gläubige", "Der Blinde", "Die Träumende" und "Die Pilgerin" (WVZ Laur 403-416, 441, 471f, 570-585) erweitert und vollendet werden. Alle Figuren werden thematisch verknüpft über das Motiv der Innerlichkeit, des Lauschens und Einfühlens. Sie bestehen folglich weniger in der visuellen Umsetzung einer Klangvorstellung des Komponisten.
"Die Tänzerin" aus dem ersten Entwurfs ist gekennzeichnet durch den scheinbaren Widerspruch von skurriler Eigenwilligkeit und Anmut. In stiller Verzückung neigt die langgestreckte, in ein schlichtes Tuch gekleidete Frau den Kopf zur Seite und legt die Hände sanft an die Wangen. Ihre Augen sind geschlossen, die Brauen hinaufgezogen und der Mund zu einem kindlich naiven Lächeln geformt. Abermals verbindet Barlach intime Beobachtungsgabe mit stilisierter Monumentalität, die alles Überflüssige vernachlässigt. In der späteren Ausführung in Holz von 1935 wirken die spitzbübischen Züge der Tänzerin zugunsten einer dezidiert weiblichen Physiognomie zurückgenommen und der Körper in Haltung und Faltenwurf weniger bewegt.
Bereits 1924/25 hatte der Künstler "Die Tänzerin" in einem Blatt aus der 1927 erschienenen Holzschnittfolge "An die Freude" unabhängig vom Fries angelegt und zuvor in einer Kohlezeichnung von 1922 als "Aufschwebende" angedacht.

Durchlaufender, fachmännisch restaurierter Bruch im Bereich der Fußgelenke.

86 x 16 x 7,5 cm. 14.000 €
Zuschlag 12000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 693 Reinhold Langner, Frau mit toter Katze. 1940er/ frühe 1950er Jahre.
KatNr. 693 Reinhold Langner, Frau mit toter Katze. 1940er/ frühe 1950er Jahre.
KatNr. 693 Reinhold Langner, Frau mit toter Katze. 1940er/ frühe 1950er Jahre.

693   Reinhold Langner, Frau mit toter Katze. 1940er/ frühe 1950er Jahre.

Zementguss, farbig gefasst. Unsigniert.

Das Motiv der toten Katze mit weit überstrecktem, hängenden Kopf und geöffneten Mäulchen hatte Reinhold Langner bereits in dem frühen, 1933 entstandenen Rollbild "Heulende mit toter Katze" thematisiert.
Vgl. Herrmann, H.G.; Unterrainer, Th.; Weiland, H.: Abwehr. Reinhold Langner. Retrospektive Teil 1 - 1924-1940. S. 18.

Zu vergleichbaren plastischen Arbeiten des Künstler aus dieser Zeit siehe: Herrmann, H.G.; Weiland, H.: Arkadien. Reinhold Langner. Retrospektive Teil 2-1940-1957. S. 12f.

Wir danken der Enkeltochter des Künstlers, Frau Constanze Herrmann, Dresden, für freundliche Hinweise.

Die Darstellung einer jungen Frau mit ausgebreitetem Gewand mag ihre Anregung im weichen Stil der Madonnen des 15. Jahrhunderts gefunden haben und wurde hier als Zementguss auf schmaler Plinthe umgesetzt. Behutsam breitet die Figur das Oberkleid mit ausgestreckten Armen vor sich aus, nicht etwa um ein Kind zu hüten, sondern ein totes Kätzchen zu betrauern. Fell und Schnauze des Tieres sind dezent farbig gefasst worden.
Das Motiv findet sich bereits 1933 in einem Holzschnitt als Rollbild sowie einem Holzrelief um 1950 angelegt.
Schon im Frühwerk setzte sich Langner mit der Thematik von Tod, Leid und Trauer auseinander. Im Gegensatz zur markanten, kräftigen Physiognomie seiner nicht selten als Archetypen fungierenden Gestalten, zeigen sich in der Frau mit toter Katze feine Gesichtszüge mit einer detaillierten Beschreibung des weiblichen Körpers verbunden. Haltung und Ausdruck sind von stiller Andacht und Sinnlichkeit geprägt.
Größere Beachtung erlangte Reinhold Langner im Bereich der Bauplastik in und um Dresden, welche seine Auseinandersetzung mit der Volkskunst im weitesten Sinne widerspiegelt.

Der Hals mit konserviertem Bruch. Rechter Fuß und Plinthe jeweils mit konserviertem Bruch sowie Materialverlust. Figur verso mit horizontalem Bruch am Gewand. Fassung bewittert, partiell mit Verlusten und farblichen Veränderungen.

H. 89 cm. 7.000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 710 Figurengruppe
KatNr. 710 Figurengruppe
KatNr. 710 Figurengruppe
KatNr. 710 Figurengruppe

710   Figurengruppe "Die Luft" (Juno mit Amoretten und Pfau). Paul Helmig für Meissen. Um 1892 - 1923.

Porzellan, glasiert, in polychromen Aufglasurfarben staffiert und partiell goldgehöht. Zentral vor einer Wolke die thronende Figur der Juno, flankiert von drei, Blüten und Geschmeide reichenden Amoretten sowie von ihrem Attribut, dem Pfau. Auf der Unterseite des mit Blüten besetzten Rocaillesockels die Schwertermarke in Unterglasurblau, die geritzte Modellnummer "O 199", sowie eine weitere Präge- und Aufglasurziffer.
Entwurfsjahr um 1892.

Gemeinsam mit einer prunkvollen, von Ludwig Sturm (1844-1926) entworfenen Schmucktruhe, bildet die bekrönende Figurengruppe der Juno mit Amoretten und Pfau ein überragendes Ensemble, welches eigens für die Weltausstellung 1893 in Chicago geschaffen wurde.

Vgl. Pressemitteilung der Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH vom 28. Juni 2013: "MEISSEN legt kunstvolles Möbelstück von 1893 neu auf" (mit Abb.).

Großer Zeh der Juno sowie einer Amorette bestoßen. Bestoßung am Zeigefinger der Amorette oberhalb der Juno, der Spiegel fehlt, unauffälliger Chip am Flügel. Blüten sowie Gewand der Amorette zur Rechten mit minimalem Materialverlust, der Flügel mit deutlicher, flacher Abplatzung. Goldstaffierung partiell wohl ergänzt. Neben dem Fuß der Juno eine herstellungsbedingte Materialunregelmäßigkeit.

H. 21,5 cm. 3.500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 713 Empire-Tafelaufsatz. Wohl Johann Daniel Schöne für Meissen. Um 1830.
KatNr. 713 Empire-Tafelaufsatz. Wohl Johann Daniel Schöne für Meissen. Um 1830.
KatNr. 713 Empire-Tafelaufsatz. Wohl Johann Daniel Schöne für Meissen. Um 1830.
KatNr. 713 Empire-Tafelaufsatz. Wohl Johann Daniel Schöne für Meissen. Um 1830.

713   Empire-Tafelaufsatz. Wohl Johann Daniel Schöne für Meissen. Um 1830.

Biskuitporzellan, partiell glasiert, goldgefasst und -radiert, kobaltblau staffiert sowie mittels einer reliefiert gearbeiteten Messingrosette montiert. Dreiteiliger Aufbau. Runde, gemuldete Aufsatzschale. Die Mündung ausladend und in Form alternierend angeordneter, stilisierter und reliefiert ausgeführter Palmwedel. Der Schaft in Form eines Palmenstamms, davor drei stilisierte, vollplastisch ausgeführte Antinoos-Statuetten mit Nemes-Kopftuch und knielangem, gefältelten Lendenschurz über einer Rundplinthe mit Blattspitzenfries. Sockel in Dreiecksform, die Spitzen in Form dreier, plastisch ausgeführter Löwenköpfe über je einer großen Löwentatze. In den Seiten eingelassene Rechteckskartuschen mit stilisierter Reliefornamentik. Schaft und Sockel unterseits jeweils mit der Schwertermarke auf unglasiertem Boden, die Aufsatzschale unterseits mit zwei Prägeziffern "16" und "58".

Ein vergleichbarer Tafelaufsatz aus dem Jahr 1821 befindet sich in der Porzellansammlung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Der "Nachtrag der Königlich Sächsischen Porzellain-Manufaktur zu Meißen 1821" beschreibt den Tafelaufsatz als "1821, K. Eine Fruchtschale im egyptischen Styl, von der dreifachen Figur des egyptischen Antinous getragen, ganz Biscuit, mit grüner Masse, Verzierungen und Gold.". Im Preisverzeichnis der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen von 1846 ist dieser unter der Formnummer "Q 65" verzeichnet.

Lit.:
Pietsch, U.: Triumph der blauen Schwerter, 2010, Kat.-Nr. 515, S. 397f.
Reinheckel, G.: Keramos, Heft 155, S. 116.

Ohr eines Löwen sowie einige Blattspitzen der Schale mit Materialverlust (überwiegend unterseits, im Gesamtbild unauffällig). Staffierung vereinzelt etwas berieben, ein stumpfer Fleck auf der blauen Bordüre der Schale. Unscheinbare Masseunregelmäßigkeiten aus dem Herstellungsprozess, in der Schale ein deutlicher, von der Rosette verdeckter Brandfleck.

H. 36 cm, D. 38 cm. 4.200 €
Zuschlag 3500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 747 Große Serapis-Wandplatte. Franz Staudigl für Ernst Wahliss, Wien und Turn b. Teplitz. Um 1911.
KatNr. 747 Große Serapis-Wandplatte. Franz Staudigl für Ernst Wahliss, Wien und Turn b. Teplitz. Um 1911.

747   Große Serapis-Wandplatte. Franz Staudigl für Ernst Wahliss, Wien und Turn b. Teplitz. Um 1911.

Keramik, sogenannte "Serapis-Fayence". Heller Scherben mit weißer Krakeleeglasur, in polychromen Glasurfarben sowie in Gold, Platin und Schwarz staffiert. Flache, leicht ansteigende Form. Im Spiegel ein exotisch-stilisiert ornamentales Dekor mit einer, den Spiegel flächig ausfüllenden und in geometrische Ornamente aufgelösten Krone eines Blauglockenbaums, zentral ein sitzender Pfau. Zwei spiegelsymmetrisch angeordnete, dem Pfau auflauernde Tiger flankieren den Baumstamm, aus welchem sich eine Schlange zur Krone hin windet. Der Rand mit einer Ornamentalbordüre. Auf der Unterseite der Manufakturstempel in Aufglasurgrün, mit der Formnummer "F.537" und der Bezeichnung "38 cm." Des Weiteren die Dekornummer "Dek.9641." und "52." in Platin sowie weitere Prägeziffern.

Verzeichnet in der "Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe 1911-1912", Nr. 1923 "Wandplatte. Zwei Tiger und bunter Vogel, blau".

Die Wiener "Ausstellung österreichischer Kunstgewerbe 1911-1912" im Museum für Kunst und Industrie, präsentierte unter anderem für den Porzellanwarenfabrikanten Ernst Wahliss ausgeführte, sogenannte Serapis-Fayencen mit Entwürfen der Architekten Karl Klaus und Charles Gallé sowie des Malers Franz Staudigl. Der Werkstoff Fayence erhielt nunmehr eine bedeutsame künstlerische Aufwertung, zumal mit den direkt auf den porösen Scherben der Fayence aufgetragenen Glasurfarben weit intensivere und farblich brillantere Effekte im Bereich der flächigen Dekoration erzielt werden konnten als auf Porzellan. Die eingeschränkte Farbpalette von Blau, Grün und Gelb brach Ernst Wahliss auf und ermöglichte den Einsatz weiterer Farben sowie von Gold und Platin.
Das von Klarheit zeugende, überwiegend symmetrisch angelegte und von Konzepten der Wiener Werkstätte unter Josef Hoffmann beeinflusste Dekor, erstreckt sich von reduziert linearen bis hin zu üppigen, vollflächig ausgeführten, an orientalische Ornamentik erinnernde Dessins und erzeugt in seiner grafischen Inszenierung ein Gefühl von Zeitlosigkeit und Modernität.
Vgl. Neuwirth, W.: Österreichische Keramik des Jugendstils - Sammlung des Österreichischen Museums für angewandte Kunst in Wien, München, 1974, S. 335, 486.
R.-R.: "Wiener Serapis-Fayence" in: Deutsche Kunst und Dekoration, Darmstadt, 1911, Bd. XXIV, S. 176 - 182.

Sehr vereinzelt mit unauffälligen Kratzspuren.

D. 39,2 cm. 3.500 €
Zuschlag 3000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 767 Soliflore. Désiré Christian & Sohn. Meisenthal. 1898 - 1907.
KatNr. 767 Soliflore. Désiré Christian & Sohn. Meisenthal. 1898 - 1907.
KatNr. 767 Soliflore. Désiré Christian & Sohn. Meisenthal. 1898 - 1907.
KatNr. 767 Soliflore. Désiré Christian & Sohn. Meisenthal. 1898 - 1907.
KatNr. 767 Soliflore. Désiré Christian & Sohn. Meisenthal. 1898 - 1907.

767   Soliflore. Désiré Christian & Sohn. Meisenthal. 1898 - 1907.

Farbloses, dickwandiges, formgeblasenes Glas, in Grün- und Gelbtönen, teils irisierend überfangen. Im unteren Teil der Wandung breiter, kegelstumpfförmiger Korpus, zur kleinen Mündung in einer abgesetzten Flaschenform auslaufend. Unterer Teil der Wandung mit Clematisblütenzweigen in hochgeätztem und geschnittenen Dekor, die Blüten altrosa, die Zweige dunkelgrün überfangen. Zwischen den Zweigen inselförmig mit Marteléeschliff. Im unteren Teil der Wandung die hochgeätzte Signatur "D. Christian" sowie die Bezeichnung "Meisenthal. L.". Der Boden im Marteléeschliff und zentral mit ovoidem, ausgeschliffenen Abriß.

Zu Form und Dekor vgl. äquivalente Vase der Collection Camille Lecuyer, Brüssel in: Grover, Ray und Lee: Carved & Decorated European Art Glass, 2012, S. 224, Abb. 399.

Zur Signatur vgl. Olland, P.: Verrerie d'art de Lorraine Désiré Christian, Dijon, 2010, S. 139, Abb. 123.

Die Innenseite mit Rückständen aufgrund einer Nutzung. Wandung partiell mit sehr feinen Kratzspuren. Vereinzelt punktuelle, herstellungsbedingte Materialunregelmäßigkeiten.

H. 17,3 cm. 2.400 €
Zuschlag 2000 €
  KÜNSTLER
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