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AUKTION 51 Bildende Kunst des 16.-21. Jahrhundert
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KatNr. 17 Albert Rieger d.Ä., Pragser Wildsee in Südtirol. 1869.
KatNr. 17 Albert Rieger d.Ä., Pragser Wildsee in Südtirol. 1869.
KatNr. 17 Albert Rieger d.Ä., Pragser Wildsee in Südtirol. 1869.

017   Albert Rieger d.Ä., Pragser Wildsee in Südtirol. 1869.

Öl auf Leinwand. Signiert "Alb. Rieger", datiert und ortsbezeichnet "Wien" u.li. Im breiten, vergoldeten Prunkrahmen.

Malschicht angeschmutzt, vereinzelte Tropfspuren und punktuelle Verschmutzungen. Umlaufende Klimakante. Malschicht vereinzelt frühschwundrissig und unscheinbar krakeliert. Rahmen partiell mit oberflächlichen Bereibungen, Bestoßungen, Lockerungen und Retuschen.

111 x 153 cm, Ra. 143 x 185 cm. Aufruf 3000 €
Zuschlag 3000 €
KatNr. 62 Erich Fraaß, Alpenlandschaft. Wohl zwischen 1926-1941.
KatNr. 62 Erich Fraaß, Alpenlandschaft. Wohl zwischen 1926-1941.

062   Erich Fraaß, Alpenlandschaft. Wohl zwischen 1926-1941.

Öl auf Leinwand. Geritzt signiert "Erich Fraaß" u.li. In schmaler Leiste gerahmt.
Provenienz: aus dem Nachlass des Künstlers.
Nicht im WVZ Hebecker / Kühne.

Bildträger mit leichten Verwölbungen. Malschicht angeschmutzt, am Bildrand u.Mi. krakeliert. Vereinzelt mit kleinsten, unscheinbaren Fehlstellen.

60 x 80 cm, Ra. 64,7 x 84,5 cm. Aufruf 1200 €
Zuschlag 2800 €
KatNr. 75 Ernst Hassebrauk
KatNr. 75 Ernst Hassebrauk
KatNr. 75 Ernst Hassebrauk
KatNr. 75 Ernst Hassebrauk
KatNr. 75 Ernst Hassebrauk

075   Ernst Hassebrauk "Stilleben" (Sommerblumenstrauß in Vase). Wohl 1940er Jahre.

Öl auf Leinwand. Signiert "Hassebrauk" u.re. Verso auf dem Keilrahmen in schwarzem Faserstift signiert "Hassebrauk", ortsbezeichnet "Dresden" und betitelt li. Mit einem Klebeetikett der Kunsthandlung Rudolf Richter, Dresden o.li. In grünem Faserstift nummeriert "38" o.li. Verso auf dem Bildträger in schwarzem Faserstift zweifach nummeriert "50/37" Mi. und "221" u.re. Im original Künstlerrahmen. Auf diesem verso in schwarzem Faserstift wohl von der Witwe des Künstlers bezeichnet "Prof. Hassebrauk-Dresden" li.

Ausgestellt in: “Eleganz in harten Zeiten. Schöne Frauen und Stillleben von Ernst Hassebrauk“. Sonderausstellung Schlossmuseum Pillnitz, 2012.

Eine frühere, im Format etwas kleinere Malerei unter dem Stillleben befindlich. Dadurch am Bildrand o. und u. eine sich abzeichnende, horizontale Kante. Bildträger mit mehreren, leichten Verwölbungen, o. und re. angerändert. Malschicht mit vereinzelten unscheinbaren, kleinen Fehlstellen und Krakeluren in den Pastositäten.

53 x 39 cm, Ra. 60,5 x 46,3 cm. Aufruf 3000 €
Zuschlag 3000 €
KatNr. 93 Manfred Kastner (Beerkast), Stadtlandschaft (Hommage à Giorgio de Chirico). 1971.
KatNr. 93 Manfred Kastner (Beerkast), Stadtlandschaft (Hommage à Giorgio de Chirico). 1971.
KatNr. 93 Manfred Kastner (Beerkast), Stadtlandschaft (Hommage à Giorgio de Chirico). 1971.
KatNr. 93 Manfred Kastner (Beerkast), Stadtlandschaft (Hommage à Giorgio de Chirico). 1971.

093   Manfred Kastner (Beerkast), Stadtlandschaft (Hommage à Giorgio de Chirico). 1971.

Öl auf textilem Bildträger. Signiert "Beerkast" und datiert u.re. In einem weißen, profilierten Rahmen.

Bildträger von Künstlerhand auf Spannrahmen klebemontiert, beginnende Klimakante. Malschicht partiell frühschwundrissig und ganz vereinzelt mit kleinsten Fehlstellen. Im Falzbereich re. und li. Fehlstellen. Am Bildrand u. und re. kleine Druckspuren, teils mit minimalem Verlust.

48,2 x 60,5 cm, Ra. 56,5 x 68,5 cm. Aufruf 1500 €
Zuschlag 4800 €
2017-03-25

136   Theodor Rosenhauer, Stillleben mit Malven in blauweiß gemustertem Krug. Wohl 1970er Jahre.

Öl auf Leinwand. Signiert "Th. Rosenhauer" u.re. Bildträger verso weiß grundiert und mit einer Skizze in Kohle. Im originalen Künstlerrahmen.
Das Gemälde wird in den Nachtrag zum WVZ Werner aufgenommen.

Wir danken Frau Dr. Gabriele Werner, Dresden, für freundliche Hinweise.

Provenienz: Dresdner Privatbesitz, Geschenk des Künstlers.

Die Motivwahl in Theodor Rosenhauers Oeuvre umfasst drei klassische Gattungen der Malerei: Bildnisse, Landschaften und Stillleben. Alle scheinen in ihrer Bildaussage miteinander verwandt. Sie strahlen eine warme, würdevolle Ruhe aus. Das mag an der Reduzierung der dargestellten Gegenstände liegen, die oftmals autonom und mit geringer Verbindung nach außen ins Bild gesetzt wurden oder auch am vielmals gelobten Einsatz facettenreicher grauer Valeurs. Rosenhauers Gemälde kommen jedoch in jedem Fall gänzlich ohne Effekthascherei oder komplizierte Kompositionen aus. Ihre offenbar zeitlose Gültigkeit beziehen sie aus klaren Strukturen und dem oftmals zentral komponierten Bildaufbau. Die Hektik des Alltags und die damit häufig verbundene Ignoranz gegenüber kleinen, kostbaren Momenten scheint in ihnen zu verblassen.
Auch das vorliegende Stillleben lädt zum Innehalten ein. Das Werk weist einen dunklen, monochromen Hintergrund mit vergleichsweise flachem Farbauftrag auf, während die zarten Malvenblüten und das Gefäß in lichten und frisch wirkenden Farben plastisch herausmodelliert wurden. Das stille, zurückhaltende Motiv bringt dem Betrachter in seiner Einfachheit die Schönheit der Natur nahe. Rosenhauer, der selbst nie als Hochschullehrer tätig war, wurde für viele Dresdner Künstler zum Vorbild und stillen Lehrmeister. 1986 fand aus Anlass seines 85. Geburtstages eine erste Retrospektive zum Werk Rosenhauers in Berlin statt. Siegfried Klotz äußerte über den Künstler: "Bei Rosenhauer fasziniert mich immer wieder sein Staunen vor der Natur, seine Achtung und neuen Sichten zu scheinbar einfachen Dingen des Alltags. Trotz seines 'schlichten' Bildgegenstands erreicht er einen hohen philosophischen Gehalt seiner Bildaussage. Die Differenziertheit und Sensibilität seiner Farbigkeit sowie der straffe Bildaufbau lassen seine Bilder auf mich expressiv und zugleich still und poetisch, geheimnisvoll wirken, hinter denen sich eine hohe künstlerische Meisterschaft und die Freude am Machen verbergen".
Lit.: Akademie der Künste der DDR (Hrg.): Theodor Rosenhauer. Berlin 1986, S. 38.

Bildträger leicht konkav verwölbt. Am Bildrand re. drei kleine, unscheinbare Fehlstellen.

66 x 40 cm, Ra. 86 x 60,5 cm. Aufruf 15000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 26000 €
2017-03-25

172   Albert Wigand, Ohne Titel (Gelbes und rosa Dreieck im Rechteck gegeneinander) / Stillleben. Wohl um 1962.

Öl auf dicker Malpappe. Unsigniert. Verso mit einem Stillleben mit Krug und angeschnittener Frucht, Öl.
Die Arbeit wird in den Nachtrag zum WVZ Grüß-Wigand unter der Nr. A-1962/20, Fotonr. 3456, aufgenommen. Die Rückseite erhält die WVZ-Nr. A-1950/24 Fotonr. 3456v.

Provenienz: Westdeutscher Privatbesitz, Geschenk des Künstlers aus dem Jahr 1975/76.

Das 1962 entstandene Gemälde reiht sich in eine Werkgruppe ein, in der Wigand in abstrakten Kompositionen Farbexperimente durchführte. Die Verwendung von Farbe ohne gegenständlichen Bezug unterstreicht ihre Bedeutung in der Malerei Wigands. Obwohl die Arbeiten des Künstlers in den Jahrzehnten seines Lebens variieren, liegt seinem Œuvre eine innere Verbindung zugrunde, die sowohl in gegenständlichen, als auch in abstrakten Werken gleichermaßen zu finden ist.
Die durch Mischung abgestuften und übereinanderliegenden Farben erzeugen Rhythmus und Klang in ihrer Beziehung zueinander. Im Werkprozess legt der Künstler die körperhaften Farben sukzessive in Schichten übereinander, bis sich eine spannungsvolle und zugleich harmonische Wirkung entfaltet.
Auf der Rückseite ist ein weiteres Gemälde erhalten, das einen blauen Krug zeigt, welcher immer wieder in den Stillleben Wigands zu finden ist. Die Farben, zumeist abgestufte Blau- und Grautöne, wurden alla prima und in locker gesetzten breiten Pinselstrichen aufgetragen.

Malschicht leicht angeschmutzt. Partieller Farbabrieb im Bereich der Rechtecke, eine Kratzspur (ca. 3 cm) o.re. Verso in den Ecken Farbaufhellungen und minimale Fehlstellen aufgrund einer früheren Klebemontierung. Bildränder o. und re. vom Künstler ungerade geschnitten. Umlaufende Randläsionen mit Quetschungen und leichten Farbabplatzungen.

18 x 27 cm. Aufruf 2500 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2500 €
KatNr. 177 Max Wislicenus
KatNr. 177 Max Wislicenus
KatNr. 177 Max Wislicenus
KatNr. 177 Max Wislicenus
KatNr. 177 Max Wislicenus

177   Max Wislicenus "Kleine Teichbaude (im Riesengebirge)". Anfang 20. Jh.

Öl auf Leinwand, auf Malappe maroufliert. Signiert "Max Wislicenus" u.re. Verso in Tinte betitelt und nochmals signiert "Max Wislicenus" sowie mit Maßangaben und einem Klebezettel mit Besitzervermerk versehen. In weißer Holzleiste gerahmt.

Malschicht leicht angeschmutzt. Ränder etwas ungerade geschnitten und mit leichten Läsionen. Reißzwecklöchlein und Abdrücke in den Ecken.

Ca. 43,5 x 53,5 cm, Ra. 49 x 61 cm. Aufruf 800 €
Zuschlag 1500 €
KatNr. 198 Bernardo Bellotto, gen. Canaletto
KatNr. 198 Bernardo Bellotto, gen. Canaletto
KatNr. 198 Bernardo Bellotto, gen. Canaletto
KatNr. 198 Bernardo Bellotto, gen. Canaletto

198   Bernardo Bellotto, gen. Canaletto "Vue de la Place de la Ville-neuve de Dres-den (...)" (Der Neustädter Markt zu Dresden). 1750.

Radierung auf kräftigem, wolkigen Bütten mit Wasserzeichen (nicht identifiziert). In der Platte unterhalb der Darstellung in Deutsch und Französisch ausführlich betitelt, datiert, signiert und bezeichnet "Peint et gravé par Bernard Bellotto dit Canaletto Peintre Roial". Das Wappen auf die Platte selbst radiert. Verso mit verschiedenen Bleistiftannotationen von fremder Hand.
WVZ Kozakiewicz 187 II (von II), die Parallelschraffierung des Himmels teilweise mit dazwischengelegten Kaltnadelstrichen verdichtet; WVZ De Vesme 14 I. Zustand 2.

Die berühmten Veduten, die vom gerade an den Dresdner Hof gekommenen Maler Bernardo Bellotto gen. Canaletto geschaffen wurden, dokumentieren auf anschauliche Weise den höfischen Repräsentationswillen von König August III. (1696-1763). Wahrscheinlich waren die Serien von Veduten in einem repräsentativen Saal im Schloss, als Pendants gehängt, untergebracht – ein ähnlich rekonstruierter Saal befindet sich im Warschauer Königsschloss. Die repräsentativen und identitätsstiftenden Gebäude der Augusteischen Zeit, die Bautätigkeit unter August III., aber auch der Wohlstand des Bürgertums wurde auf der Vedutenserie minutiös und lebhaft geschildert.
Mit dem Blick vom Blockhaus über den Neustädter Markt nach Norden, dokumentierte Bellotto den Ausbau von Altendresden im Auftrag August des Starken (1670-1733) Anfang der 1730er Jahre. Der Marktplatz wurde vom Brückenkopf aus erweitert, die Straße Richtung Norden (heute Hauptstraße) als Magistrale ausgebaut, mit dem mächtig hervortretenden Dach der Dreikönigskirche. 1736 wurde das Reiterstandbild für August den Starken – Der Goldene Reiter – nach Entwürfen von Jean Joseph Vinache (1996-1754) aufgestellt. Rechts ist das Rathaus von Alten Dresden sichtbar, ein Bau aus dem 16. Jh., welcher in den 1750er Jahren abgerissen wurde. Auch die Bautätigkeit unter August III. wurde mit der Abtragung des Gewandhauses – links gegenüber – festgehalten. An dessen Stelle wurde 1750-54 das neue Rathaus von Johann Christoph Berger (1708–1760), nach einem Entwurf von Johann Gottfried Fehre (1685-1753) und Johann Christoph Knöffel (1686-1752), errichtet.
Die noch im selben Jahr wie das Gemälde entstandene Radierung weist minimale Veränderungen in der Staffage auf. So ist den zwei Hunden im Vordergrund li. ein sich nach vorn beugender Junge mit einem Stock beigegeben, bei der Gruppe von Männern re. vor dem Rathaus ist eine Figur mehr dargestellt und auch der Brunnen am re. Bildrand wurde mit zwei weiten Figuren staffiert.

Schöner, kräftiger Druck mit breitem Rand. Nahezu unberührter Originalzustand. Blatt insgesamt stockfleckig und mit bräunlichen Verfärbungen. Mit dem üblichen vertikalen Mittelfalz. Am Rand o.li. außerhalb der Darstellung mit zwei Quetschfalten, eine weitere im weißen Rand u.li., jeweils aus dem Druckprozess stammend. Ränder teils ungerade geschnitten und mit unscheinbaren Läsionen. Am Blattrand Mi.li. zwei minimale Einrisse, einer davon ehemals größer und altgeschlossen (ca. 4 cm). In der Darstellung im Himmel sowie li. und oberhalb der Kutsche mit schräg bzw. vertikal verlaufenden Wischspuren (eventuell von einer Trockenreinigung?).

Pl. 54,3 x 84,2 cm, Bl. 67,7 x 98,3 cm. Aufruf 4500 €
Zuschlag 6000 €
KatNr. 202 Louis-Léopold Boilly, Der kindliche Schrecken. Mitte 1790er Jahre.
KatNr. 202 Louis-Léopold Boilly, Der kindliche Schrecken. Mitte 1790er Jahre.
KatNr. 202 Louis-Léopold Boilly, Der kindliche Schrecken. Mitte 1790er Jahre.

202   Louis-Léopold Boilly, Der kindliche Schrecken. Mitte 1790er Jahre.

Kohlestiftzeichnung, partiell weiß gehöht, auf bläulichem "Courtalin"-Papier (Wasserzeichen u.li., teils angeschnitten). Unsigniert. Hinter Glas in einer furnierten Leiste des 19. Jh. gerahmt. Verso auf der Rahmen-Abdeckung mit alten Klebeetiketten (z.T. wohl Ausstellungsetiketten) versehen, eines von fremder Hand in Tinte bezeichnet: "Revolutionszeit / Bild [einer] Wickeldame mit Kind u. Affe: Kreidezeichn. sehr gut".
Nicht im WVZ Harrisse; die Zeichnung wird in das WVZ Bréton/Zuber aufgenommen.
Wir danken Etienne Bréton und Pascal Zuber, Paris, für freundliche Hinweise.

Provenienz: Aus der Sammlung einer Urenkelin Franz von Lenbachs, vormals Sammlung Franz von Lenbach (1836 Schrobenhausen - 1904 München).

Zum Papier:
Der Tapeten-Fabrikant Jean-Baptiste Réveillon (1725 Paris - 1811 Paris) erwarb 1772 eine Papiermühle in Courtalin-en-Brie (Seine-et-Marne), in welcher er qualitativ hochwertiges Velin- und Büttenpapier herstellen konnte. Er beanspruchte für sich, der erste gewesen zu sein, welcher solches Papier in Frankreich herstellte. 1782 gelang es ihm durch chemisches Experimentieren, einen neuen Herstellungsprozess für Velinpapier zu finden. 1783 erhielten sowohl seine Papiermühle als auch sein Tapetenmanufaktur den Titel 'Manufacture Royale'.

Louis- Léopold Boilly war der bedeutendste Genremaler Frankreichs des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts. Die Zeichnung "Der kindliche Schrecken" entstand in den 1790er Jahren, in welchen der 1785 nach Paris übergesiedelte Künstler bereits gut etabliert und als Genremaler höchst erfolgreich war. Boilly, dessen lange und beeindruckende Karriere politisch unruhige Zeiten der französischen Monarchie, der französischen Revolution, Napoleonischen Ära, Restauration und Julimonarchie überspannte und überdauerte, profilierte sich neben der Porträt- und Stilllebenmalerei insbesondere als exzellenter Chronist einer sich wandelnden französischen Gesellschaft. Seine "Scènes galantes" und Boudoir Szenen waren so erfolgreich, dass sie als Drucke vielfache Verbreitung fanden. Ausgerichtet auf den privaten Käufermarkt und einer sich neu etablierenden bürgerlichen Mittelschicht, schuf sich Boilly seine Nische auf dem Pariser/ französischen Kunstmarkt mit dem Malen von leicht anzüglichen Szenen, welche vielfach Intrigen oder die Fallstricke des Liebeslebens thematisierten. Dieser Erfolg stand ganz sicher in direktem Zusammenhang mit seiner Ausstellungstätigkeit im Pariser Salon ab 1791. Seit diesem Jahr war es auch Künstlern, die nicht Mitglieder der Königlichen Kunstakademie waren, möglich, im Salon auszustellen. Eine Zulassung zur Ausstellung bedeutete großen wirtschaftlichen Erfolg und sowohl nationale als auch internationale Anerkennung.
Die Zeichnung "Der kindliche Schrecken" verdeutlicht anschaulich Boillys großes künstlerisches Interesse an einem In-Beziehung-Setzen von erotischer Darstellung der Frau und dem Blick des Betrachters. Um einige erzählerische Elemente verändert und erweitert findet sich die hier dargestellte Szene motivgleich in dem heute in der Wallace Collection, London, befindlichen Gemälde "The dead mouse", entstanden in den 1780/90er Jahren sowie in der auf bloße Wiedergabe der Mutter-Kind-Beziehung reduzierte Kohlestift-Zeichnung "La peur enfantine", Sotheby's London, 2006.
Der Blick des Betrachters dringt in eine sehr private, häusliche Szene ein. Thematisiert wird die emotionale Umarmung eines Kindes und einer als Objekt der Begierde dargestellten, äußerst adretten jungen Mutter. Ihr hochelegantes Kleid aus teurer Seide unterstreicht ihre gute gesellschaftliche Position. Der in der vorliegenden Komposition hinzugefügte Affe fungiert nicht nur als trivialer Auslöser für die vermeintlich unbegründete kindliche Angst, sondern symbolisiert vielmehr die weltliche Begierde und Lüsternheit und unterstreicht damit die erotische Ebene der Handlung.
Im Gegensatz zu Darstellungen von direkter erotischer Beziehung, lässt der Künstler in der hier angebotenen Zeichnung dem Betrachter mehr Interpretationsraum. Jegliche narrative Verknüpfung wird vermieden. Der ins Leere gehende Blick der Mutter wirkt nahezu träumerisch. Nichts deutet darauf hin, dass sie von der Reaktion des Knaben Notiz nimmt - seine ängstliche Umklammerung löst weder in ihrer Mimik noch ihrer Körpersprache eine Reaktion aus.
Susan Siegfried fasst die Bildaussage dieser Werkgruppe wie folgt zusammen: " Boillys Mütter und Söhne scheinen abgelenkt von dem was sie tun und der Betrachter wird dazu eingeladen, diese Ablenkung als eine erotische zu interpretieren. Boilly war weit entfernt von dem Moralisieren über richtiges Stillen und eheliches Glück, welches aus den progressiven, aufgeklärten Ansichten von Mutterschaft und Familie der Zeit hervorgeht. Er suggerierte ganz ketzerisch für die ehrbaren Ansichten dieser Zeit, welche beinhalten, dass Frauen zwischen ihren ehelichen und mütterlichen Pflichten zu wählen hatten, dass der durch das Bild angesprochene Mann beides haben könne - eine Ehefrau als Liebhaberin und eine Ehefrau als Mutter." Vgl. Siegfried, Susan L.: The Art of Louis-Léopold Boilly. Modern Life in Napoleonic France. New Haven, London, 1995. S. 171.

Insgesamt unscheinbar wellig sowie etwas knickspurig. Mittig eine segmentbogenförmige, horizontale Quetschfalte (ca. 10 cm, bereits vor dem Entstehungsprozess vorhanden). Recto gebräunt, die Blautönung verblasst, in der oberen Blatthälfte vereinzelte Stockfleckchen, zwei davon sehr dunkel. Im Bereich des Rockansatzes ein kleines Löchlein mit einer Kratzspur. In den beiden oberen Blattecken je ein Reißzwecklöchlein, an den Blatträndern im oberen Drittel je ein Nagellöchlein. Der untere Blattrand mit Wasserflecken (max. 2 cm in die Darstellung reichend) sowie ein schwarzes Fleckchen u.re., ein weiterer kleiner Wasserfleck am äußersten Blattrand o.re. Verso mit vereinzelten bräunlichen Fleckchen.

58,7 x 42,8 cm, Ra. 69,5 x 53 cm. Aufruf 30000 €
Zuschlag 108000 €
KatNr. 309 Karl Friedrich Schinkel

309   Karl Friedrich Schinkel "Hauptansicht des Königlichen Palastes auf der Akropolis". 1840.

Farbaquatintaradierung auf Karton. In der Platte unterhalb der Darstellung li. bezeichnet "Erfunden v. Schinkel.", re. "gest. v. Schwechten" und u.Mi. betitelt und ausführlich bezeichnet.

Die Farbaquatintaradierung von Friedrich Wilhelm Schwechten nach einer Zeichnung von Karl Friedrich Schinkel (Kupferstichkabinett Staatliche Museen zu Berlin, Kriegsverlust) erschienen im Mappenwerk "Werke höherer Baukunst, zur Ausführung bestimmt" bei F. Riegel in Potsdam.
Der Entwurf zeigt einen Palast, den Schinkel als Regierungssitz für König Otto von Griechenland auf der Akropolis entworfen hat.

Linker Bildteil technikbedingt angesetzt. Stärker randgebräunt, einzelne braune Flecken in der Darstellung. Kleine Wasserflecken in der Ecke u.li. und in der re. Bildhälfte. Einrisse am o. und u. Mittelfalz sowie am u. Rand (verso hinterlegt).

Pl. 38,5 x 103 cm, Bl. 41,5 x 106 cm. Aufruf 300 €
Zuschlag 950 €
2017-03-25

343   Gösta Adrian-Nilsson "Landschaft" (Marine in Halmstad). 1917.

Aquarell über Grafit auf Torchon, vollflächig auf Malpappe montiert. Monogrammiert "G.A.N" u.li. Verso o.li. mit dem Ausstellungsetikett der "Kunstausstellung Der Sturm", Leitung: Herwarth Walden, Berlin, darauf typografisch bezeichnet und betitelt, mittig ein gestrichener Inventarstempel, o.Mi., partiell unter der Montierung in schwarzer Wasserfarbe nummeriert "IV".

Ausgestellt in: Achtundfünfzigste Kunstausstellung Der Sturm. Berlin, Dezember 1917. Gösta Adrian-Nilsson, Paul Klee, Gabriele Münter. KatNr. 3.

Zur Datierung vgl. ein nahezu identisches Aquarell "Halmstad (Staden vid havet), ausgestellt in: Ahlstrand, Jan Torsten: GAN. Gösta Adrian-Nilsson. Arbeiten pa papper 1915-1924. Ausstellungskatalog Galerie Bel' Art, Stockholm. 2015. S. 38f mit Abb.

Lit.: GAN. Gösta Adrian-Nilsson 1884-1965. Ausstellungskatalog Malmö Konsthall. Malmö, 1984.

Ragnar von Holten: Surrealism i svensk konst. Stockholm,1969. S. 30-36.

Der mit dem Monogramm GAN signierende Gösta Adrian-Nilsson gilt als einer der bedeutendsten schwedischen Maler während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Die hier zum Aufruf kommende, an Wassily Kandinsky erinnernde Landschaft vom Meer in Halmstadt entstand 1917. Die Darstellung des Hafens von Halmstadt, einer Stadt in der schwedischen Provinz Halland zwischen Malmö und Göteborg, unterliegt der farbenfrohen Zersplitterung markanter Elemente wie den Wellen des Meeres, den aus der Fabrik und von der Eisenbahn her aufsteigenden Wolken sowie einer Vielzahl von Strommasten neben einem rastenden Matrosen.
1914 war Adrian-Nilsson zeitweilig von Berlin nach Lund in Schweden zurückgekehrt und widmete sich der kubistischen Darstellung von Mensch und Landschaft unter dem Einfluss der italienischen Futuristen und des „Blauen Reiter“. Außerdem war er als Autor tätig und hatte 1916 einen Text anlässlich einer Ausstellung Kandinskys in Stockholm sowie einen Artikel über Franz Marc veröffentlicht.

Sehr farbfrischer Erhaltungszustand. In den Ecken je ein Reißzwecklöchlein. Blatt in der o.re. und u.li. Ecke etwas vom Untersatz gelöst und leicht gewellt. Verso die Ränder umlaufend mit den Resten einer Klebebandmontierung sowie etwas gebräunt; eine leichte Druckspur u.Mi. sowie Farbspuren.

53,7 x 45,9 cm. Aufruf 6000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 240000 €
KatNr. 397 Ludwig Dettmann, Fünf Kriegsszenen aus dem 1. Weltkrieg. 1917.
KatNr. 397 Ludwig Dettmann, Fünf Kriegsszenen aus dem 1. Weltkrieg. 1917.
KatNr. 397 Ludwig Dettmann, Fünf Kriegsszenen aus dem 1. Weltkrieg. 1917.
KatNr. 397 Ludwig Dettmann, Fünf Kriegsszenen aus dem 1. Weltkrieg. 1917.
KatNr. 397 Ludwig Dettmann, Fünf Kriegsszenen aus dem 1. Weltkrieg. 1917.

397   Ludwig Dettmann, Fünf Kriegsszenen aus dem 1. Weltkrieg. 1917.

Farbige Pastellkreidezeichnungen, Aquarell und Blei, sparsam in Deckfarben gehöht, auf gräulichem bzw. gelblichem Papier. Jeweils u.re. bzw. u.li. signiert "L. Dettmann" bzw. "Lu. Dettmann". Je auf einen grauen, klappbaren Untersatz montiert. Drei Arbeiten dort betitelt, zwei datiert.

Dettmann fertigte zahlreiche Zeichnungen während seiner Zeit an der Front an, von denen die Mehrzahl verloren ist. Sie wurden teilweise bereits während der Kriegszeit in der Preußischen Kunstakademie gezeigt, 1934 im Berliner Zeughaus sowie in anderen deutschen Städten. 1929 erschien eine 25 Faksimiledrucke umfassende Mappe "Weltkrieg". Zwölf besonders ausgearbeitete Zeichnungen erschienen in der Ullstein Bildermappe "Von der deutschen Ostfront" 1938. Einige Blätter dienten als Vorlage für die Illustration zu Walter Bloem, Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Erschienen in zwei Bänden, Berlin 1922.
Als offizieller Kriegsmaler an der Ost- und Westfront schildert er präzise, mit schnellem Strich und farbigen Akzenten, im kleinen Format den sich ständig wiederholenden Alltag an der Front, wie ihn so viele Soldaten erlebt haben - Schützengraben, Panzer, Waffen, Feuergefechte, Tote. Anders als Otto Dix, von dem ein Vielzahl an Kriegsskizzen und nicht zuletzt das bedrückende Kriegstryptichon in der Dresdner Galerie Neue Meister bekannt sind und von seiner Teilnahme am Kriegsgeschehen berichten, dokumentiert Dettmann als Beobachter die Kampfhandlungen, aber auch die abendliche Ruhe, das Gespräch bei einer Zigarre.

Leicht angeschmutzt und minimal knickspurig. Teils unscheinbare Reißzwecklöchlein in den Ecken. Oberfläche teils mit unscheinbaren Druckspuren.

Min. 12 x 19 cm, max. 21,5 x 29 cm, Unters. 23,5 x 29,5 cm. Aufruf 3000 €
Zuschlag 3000 €
KatNr. 516 Ernst Hassebrauk, Früchtestillleben mit ruhendem Hasen im Park. Wohl 1960er Jahre.
KatNr. 516 Ernst Hassebrauk, Früchtestillleben mit ruhendem Hasen im Park. Wohl 1960er Jahre.

516   Ernst Hassebrauk, Früchtestillleben mit ruhendem Hasen im Park. Wohl 1960er Jahre.

Aquarell, farbige Pastell- und Ölkreiden und Deckfarbe auf gelblichem, kräftigem Papier. Signiert o.re. "Hassebrauk". Verso mit Annotationen in Blei von fremder Hand. Vollrandig im Passepartout montiert und hinter Glas in weißer Leiste mit silberfarbener Sichtleiste gerahmt.

Blatt technikbedingt minimal wellig. Am unteren Blattrand zwei schräg verlaufende Einrisse (ca. 9 cm und 5 cm), diese verso hinterlegt.

73 x 99,5 cm, Ra. 110 x 133 cm. Aufruf 3000 €
Zuschlag 3000 €
KatNr. 518 Jacoba Heemskerck van Beest
KatNr. 518 Jacoba Heemskerck van Beest

518   Jacoba Heemskerck van Beest "Zeichnung 19". Wohl 1915.

Pinselzeichnung in schwarzer Tusche auf leichtem, chamoisfarbenen "Bristol"-Karton, mit dem Firmen-Trockenstempel in der Ecke u.li. U.re. im Rechteck ligiert monogrammiert "JvH". Verso u.re. mit dem Ausstellungsetikett "Der Sturm", Herwarth Walden, Berlin, darauf in Tinte bezeichnet und betitelt, o.li. in Tinte von Künstlerhand betitelt, u.li. in Blei wohl von fremder Hand bezeichnet "Jacoba Heemskerck / Zeichnung /19 I". mittig ein gestrichener Inventarstempel. Im Passepartout.
Nicht im WVZ Huussen/ Paaschen-Louwerse.
Vgl. jedoch eine Skizze zu "Zeichnung 19" mit dem spiegelverkehrten Motiv in:
Huussen jr., A.H,; van Paaschen-Louwerse, J.F.A.: Jacoba van Heemskerck van Beest 1876-1923. Schilderes uit roeping. Zwolle, 2005. S. 82 mit Abb.

Provenienz: Nachlass Friedrich Bienert (1891 Dresden - 1969 West-Berlin).

Ausgestellt in: Wohl einunddreissigste Kunstausstellung Der Sturm, Herwarth Walden. Berlin, März 1915.

Wir danken Frau Jacqueline van Paaschen- Louwerse, Gapinge, für freundliche Hinweise.

Ecken minimal gestaucht. Die oberen Blattecken mit Knickspuren, o.re. zusätzlich mit unscheinbarem Farbbruch entlang der Knickkante. Insgesamt sehr vereinzelt mit minimalen Stockfleckchen. Blattrand u.li. mit sehr kleiner, nahezu unscheinbarer Stauchung und einem Bindemittelfleckchen.

47 x 63 cm, Psp. 64 x 85 cm. Aufruf 3500 €
Zuschlag 3500 €
KatNr. 596 Manfred Kastner (Beerkast)

596   Manfred Kastner (Beerkast) "Der Garten des Minotaurus". 1980.

Farblithografie auf chamoisfarbenem Velin. In Blei unterhalb der Darstellung re. signiert "Beerkast" und datiert. Mittig in Blei betitelt sowie li. nummeriert "13/40".

Knickspurig (insbes. o.re. Rand) mit einem Einriss (ca. 2 cm) o.li. Rand und Ecke u.re. mit Wasserfleck. Ecken mit Spuren von Reißzwecknadeln. Kleiner brauner Fleck o.li. Verso o. Ecken mit Klebespuren früherer Montierung.

St. 46 x 55,7 cm, Bl. 55,4 x 69,8 cm. Aufruf 100 €
Zuschlag 550 €
KatNr. 629 Käthe Kollwitz

629   Käthe Kollwitz "Selbstbildnis von vorn". 1922/1923.

Holzschnitt auf weichem Bütten. Unterhalb der Darstellung in Blei re. signiert "Käthe Kollwitz". Erschienen als Frontispiz in der numnerierten Vorzugsausgabe von Ludwig Kaemmerer, Käthe Kollwitz. Griffelkunst und Weltanschauung, Dresden, Emil Richter, 1923.
WVZ Knesebeck 193 XIV b (von XIVb), mit abweichender Papierangabe.

Ausgezeichneter, qualitätvoller Abzug. Leicht fingerspurig, minimal knickspurig. Länglicher Fleck li. oberhalb der Darstellung.

Stk. 15 x 15,6 cm, Bl. 27,6 x 23,6 cm. Aufruf 1200 €
Zuschlag 2200 €
KatNr. 634 Hans Körnig

634   Hans Körnig "Fasching in Pieschen". 1957.

Aquatintaradierung auf kräftigem Bütten. Unterhalb der Darstellung in Blei re. signiert "Körnig" und datiert. In der Ecke u.li. betitelt, u.re. nummeriert "196/3". Einer von 15 Abzügen.
WVZ der Aquatintaradierungen 196.

Technikbedingt leicht wellig. Randbereiche etwas angeschmutzt.

Pl. 32,5 x 39 cm, Bl. 42 x 59,5 cm. Aufruf 300 €
Zuschlag 600 €
2017-03-25

1045   Friedrich Press "Akt". Friedrich Press für Porzellanmanufaktur Plaue. Späte 1980er Jahre.

Biskuitporzellan, hohl geformt und unglasiert. Unterseits mit der gestempelten Manufakturmarke in Schwarz sowie mit weitere Prägemarken (undeutlich).
WVZ Press: Pr/S/102 (unpubliziert).

Porzellanausführung der Lindenholz-Skulptur "Akt / Die Trauernde" von 1977 (Werknummer 127), im Auftrag des Staatlichen Kunsthandels der DDR. Zweite Auflage von 10 Exemplaren in Biskuitporzellan.

Wir danken Herrn Christoph Deuter, Würzburg, für freundliche Hinweise.

Vgl. "Katalog freier Arbeiten" in Lenssen, J. und Zahner, W. [Hrsg.]: Friedrich Press, Regensburg 2010, S. 144, Nr. 111.

"Plastikeditionen 1986 - 1988", Staatlicher Kunsthandel der DDR 1988 , Nr. 261.

An der Kante des Sockel Mi.li. mit einem winzigen, oberflächlichen Chip (ca. 3 x 3 mm). Partiell unscheinbar angeschmutzt.

H. 36,7 cm x B. 7,9 cm x T. 4,6 cm. Aufruf 1400 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2600 €
2017-03-25

1064   "Schreitende Schlafwandlerin". Gerhard Marcks für Meissen. 1972.

Böttgersteinzeug. Unterhalb des ovalen Sockels mit der geritzten Schwertermarke sowie mit der geritzten Modellnummer "F.271", der Formernummer "22" mit Jahreszeichen sowie der geprägten Bezeichnung "BÖTTGER STEINZEUG". Erste Wahl.
Entwurfsjahr 1919.
WVZ Rudloff 64.

"Zart, kostbar und zerbrechlich wirkt die 'Schreitende Schlafwandlerin'. Die mädchenhafte Gestalt trägt ein schmuckloses wadenlanges Gewand, unter dem sich das rechte Bein sanft markiert und die Brüste relativ weit oben wie junge Knospen abzeichnen. Letztere und der langgestreckte Leib mit den schmalen Schultern lassen an plastische Lösungen bei gotischen Frauen- und Mädchengestalten denken." Zitat aus Marusch-Krohn, C.: Meissener Porzellan 1918-1933 - Die Pfeifferzeit, Leipzig, 1993, S. 114, mit Abb. 94 (in Weißporzellan).

Nähte der Form schwach erkennbar. Vereinzelt Oberflächenunebenheiten aus dem Herstellungsprozess.

H. 35,3 cm. Aufruf 1200 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2400 €
2017-03-25

1299   Jugendstil-Nähtisch Modell "(81)3" aus der "Wohnzimmereinrichtung II". Richard Riemerschmid für Hellerauer Werkstätten Dresden. 1906.

Eiche, massiv, lackiert und Messingknöpfe. Zweischübiger Zargenkasten mit angefaster Deckplatte zwischen zwei schmalen, geschwungenen Wangenbrettern, die Fußstege gewölbt und mit zwei Querverstrebungen. Die Kanten des Gestells gefast. Der obere Schub mit sechs Fächern. Die Innenseite eines Beines mit der runden Werkstattmarke.

Ein vergleichbares Modell befindet sich in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Kunstgewerbemuseum.

Lit.: Arnold, Klaus Peter: Vom Sofakissen zum Städtebau - die Geschichte der Deutschen Werkstätten und der Gartenstadt Hellerau. Dresden, 1993, S. 191 mit Abb. 331, S. 470.

Leichte Nutzungsspuren, die Deckplatte mit leichter Rissbildung.

H. 75 cm, B. 60 cm, T. 43 cm. Aufruf 300 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 900 €
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