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KatNr. 3 Anton Graff (zugeschr.), Bildnis einer sächsischen Dame (Corona Schröter ?). Um 1770.
KatNr. 3 Anton Graff (zugeschr.), Bildnis einer sächsischen Dame (Corona Schröter ?). Um 1770.
KatNr. 3 Anton Graff (zugeschr.), Bildnis einer sächsischen Dame (Corona Schröter ?). Um 1770.
KatNr. 3 Anton Graff (zugeschr.), Bildnis einer sächsischen Dame (Corona Schröter ?). Um 1770.

003   Anton Graff (zugeschr.), Bildnis einer sächsischen Dame (Corona Schröter ?). Um 1770.

Anton Graff 1736 Winterthur (Schweiz) – 1813 Dresden

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf dem Keilrahmen mit drei kleinen Klebetiketten, darauf bezeichnet u.a. "A. Graff", "K. [?] Schröter" und nummeriert "N°410" sowie "Galerie Fischer, Luzern". Auf dem Rahmen und Keilrahmen mehrfach in Kreide und Blei bezeichnet "1995 eann", "sann" und "tann". Auf dem Rahmen in Blei bezeichnet "Anton Graff / Corona Schröter" und in blauer Kreide nochmals nummeriert "N°410" und vermerkt "CS 2". Verso auf Keilrahmen, Rahmen und Leinwand mit Zollstempeln versehen sowie ein weiterer, nicht lesbarer Stempel auf der Leinwand. In profilierter, goldfarbener Kreidegrundholzleiste mit floralen Stuckapplikationen gerahmt und auf einem Messingschild u.Mi. bezeichnet "Anton Graff 1736-1813".

WVZ Berckenhagen 1243. Dort erfasst als "angeblich von A. Graff" mit Verweis auf den Auktionskatalog Galerie Fischer, Luzern, 1932.

Provenienz: Dresdner Kunsthandel. Auktion Galerie Fischer, Luzern, 1932. Schloss Mauensee oder Wartensee.

Lit: Auktionskatalog 29 Galerie Fischer, Luzern 23.-25. 11.1932, S. 75, Nr. 1024, Taf. 23.

Anton Graff war einer der bedeutendsten Porträtmaler des Klassizismus und zugleich Schöpfer des bürgerlichen Porträts. Über das präzise Abbild hinaus zeichnen sich Graffs Porträts durch ihre prägnanten Charakterdarstellungen aus. Nach verschiedenen Lebensstationen in Augsburg und Ansbach, kam er 1766 auf Bitten von Christian Ludwig von Hagedorn (1712–1780) nach Dresden, wo er Hofmaler unter Prinzenadministrator Franz Xaver von Sachsen wurde. 1789 wurde er zum Professor für das Porträtfach an der Dresdner Kunstakademie ernannt.
Im Oeuvre Graffs kann das uns vorliegende Bildnis klar den frühen 1770er Jahren zugeordnet werden. Im Werkverzeichnis von Berckenhagen ist es entsprechend datiert.
Bei der Dargestellten kann es sich demnach aber nicht um die zu dem Zeitpunkt erst 20jährige Schauspielerin Corona Schröter handeln.

Das Gemälde wurde im November 1932 in Zürich durch die Galerie Fischer, Luzern, aus dem Inventar der Schlösser Wartensee und Mauensee versteigert. Aus selbiger Provenienz wurden drei weitere Gemälde von Anton Graff angeboten, darunter die Porträts des sächsischen Ministers Georg Heinrich Graf von Hoym (1739–1807) sowie eines nicht näher benannten "sächsischen Staatsministers".

Ein in Haltung und Kleidung sehr ähnliches Gemälde von Anton Graff ist das Bildnis der Maria Christina von Sachsen (1735–1782), Fürstäbtissin von Remiremont, Tochter von August III, welches sich nunmehr im Besitz des Vereins Haus Wettin befindet.

Bildträger altdoubliert. Malschicht-Fehlstellen im Falzbereich, altersbedingtes Krakelee. Mehrere kleine Druckstellen (insbes. u.li. im Pelz). Retuschen im Bereich der Stirn, des Haaransatzes sowie im Bereich des Dekolletés. Keilrahmen mit Spuren inaktiven Anobienbefalls.
Rahmen mit größeren Fehlstellen der Fassung und im Stuck, diese goldfarben retuschiert.

62 x 51 cm, Ra. 85 x 64 cm. 3.500 - 5.000 €
Zuschlag 3000 €
KatNr. 23 Unbekannter Maler, Dresden - Blick auf die Altstadt mit der Augustusbrücke. 1730 – 1740.
KatNr. 23 Unbekannter Maler, Dresden - Blick auf die Altstadt mit der Augustusbrücke. 1730 – 1740.
KatNr. 23 Unbekannter Maler, Dresden - Blick auf die Altstadt mit der Augustusbrücke. 1730 – 1740.
KatNr. 23 Unbekannter Maler, Dresden - Blick auf die Altstadt mit der Augustusbrücke. 1730 – 1740.

023   Unbekannter Maler, Dresden - Blick auf die Altstadt mit der Augustusbrücke. 1730 – 1740.

Öl auf Holz. Unsigniert. In profilierter, goldfarbener Holzleiste mit einem Dekor aus Weinreben und -blättern gerahmt.

Das uns vorliegende Gemälde zeigt den spätestens seit Bernardo Bellotto, gen. Canaletto (1720–1780) bekannten Blick auf die Dresdner Altstadt von einem leicht erhöhten Punkt unterhalb des heutigen Japanischen Palais (Canaletto-Blick).
Der Bezeichnung nach wird diese Ansicht der städtischen und herrschaftlichen Gebäude der Stadt dem erst 1747 nach Dresden berufenen italienischen Maler zugeschrieben. Das kleine Gemälde ist jedoch früher entstanden.
Vor einer etwas zu bergigen Landschaft spannt sich die weit ausladende alte Steinbrücke mit dem mächtigen Kreuz im Zentrum des Bildes. Dahinter erstreckt sich die Festungsanlage. Von links nach rechts wird das erste Belvedere - das Lustschloss auf der Jungfernbastei, der Pulverturm und die Frauenkirche sichtbar. Diese ist allerdings als eine konkav gewölbte Kuppel dargestellt. Rechts des Brückenkreuzes erscheint zentral die Kreuzkirche mit dem großen, etwas zu quadratisch geratenen Turm. Am Brückenausläufer erstreckt sich das königliche Schloss mit dem Hausmannsturm. Auch bei der Darstellung des Schlosses weicht der Maler von den realen Proportionen ab. Das langgezogene Gebäude ist hier mit einer einheitlichen Fassade und einem sehr schlanken Turm dargestellt. Es erinnert eher an barocke Schlossbauten als an die eigentliche, noch sehr der Renaissance verhafteten Kubatur.

Die aufgezählten Unstimmigkeiten werfen nun die Frage nach der Entstehung des Bildes auf. Eventuell hat der Maler des Gemäldes die Dresdner Stadtsilhouette nie im Original gesehen, sondern orientierte sich an Stichen aus den weit verbreiteten Stadtbüchern oder an Reiseberichten, in denen von der neuartigen, glockenförmigen Kuppel der Frauenkirche berichtet wurde. Auf einem Gemälde von Christian Wilhelm Ernst Dietrich (1715–1774), welches einen Blick auf Dresden von der Neustädter Seite aus, etwa am Ausläufer der heutigen Marienbrücke, zeigt, finden sich einzelne Übereinstimmungen (heute im Besitz des Nationalmuseums Stockholm, abgebildet in: Der Blick auf Dresden, S. 71, Abb. 55.). Die Landschaft im Hintergrund ist etwas zu bergig wiedergegeben, das Schloss weist eine längliche und gleichmäßige Front mit dem sehr schmal dargestellten Hausmannsturm auf und die Frauenkirche ist hier als ausladender Bau mit scheinbar zu großen Filialtürmen dargestellt.
Das Gemälde von Dietrich kann nicht als Vorbild für die hier angebotene Arbeit gelten, aber es macht deutlich, dass die charakteristische Ansicht von Dresden häufig und auch mit Abweichungen dargestellt wurde. Zudem unterlag die Darstellungsweise im Laufe der Zeit einer Entwicklung. Weiterhin trug der Ruf der barocken Stadt dazu bei, dass das Stadtbild auch außerhalb von Dresden festgehalten wurde und Verbreitung fand.

Lit: Lupfer, Gilbert; Plaßmeyer, Peter: Der Blick auf Dresden. Die Frauenkirche und das Werden der Dresdner Stadtsilhouette. München, Berlin 2005.

Firnis erneuert. Minimale Retuschen am Bildrand u.li.

21,5 x 28 cm, Ra. 30,3 x 37 cm. 1.500 €
Zuschlag 1600 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

059   Hermann Glöckner "Frau mit gelbem Strohhut". 1926.

Hermann Glöckner 1889 Cotta/ Dresden – 1987 Berlin (West)

Öl auf Malpappe. Unsigniert. Verso eine weitere Ölstudie "Jungenkopf, von vorn".
WVZ Dittrich G 38.

Oberfläche maltechnikbedingt unregelmäßig. Sehr kleine, unscheinbare Fehlstellen in oberer Malschicht u.re. Winzige punktuelle Druckstellen. Rötliche Fleckchen auf der Oberfläche o.Mi. Etwas matte Stelle und Kratzer im Firnis Mi. Kleine Stauchung am ob. Rand Mi. und Ecken etwas bestoßen.

25 x 20,5 cm. 4.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 5500 €
KatNr. 90 Edmund Körner
KatNr. 90 Edmund Körner
KatNr. 90 Edmund Körner

090   Edmund Körner "Zwinger am Morgen" (Blick auf den Wallpavillon im Dresdner Zwinger). Vor 1945.

Edmund Körner 1873 Dresden – letzte Erw. 1930

Öl auf Leinwand. Signiert "E. Körner" u.re. Verso auf dem Keilrahmen vom Künstler betitelt und bezeichnet "pinx. E. Körner." In goldfarben gefasstem Rahmen mit floralem Eckdekor.

Malschicht vereinzelt mit minimalen Frühschwundrissen.

86,5 x 69,5 cm, Ra. 99 x 82 cm. 2.200 €
KatNr. 157 Robert Hermann Sterl
KatNr. 157 Robert Hermann Sterl

157   Robert Hermann Sterl "Grüne Landschaft bei Wittgenborn". 1900.

Robert Hermann Sterl 1867 Großdobritz – 1932 Naundorf/Sächs. Schweiz

Öl auf Leinwand. Signiert, bezeichnet und datiert u.li. "Wittgbrn R Sterl 1900". Verso auf der Leinwand gestempelt "Victoria Schutzmann". In einfacher brauner, glänzender Holzleiste gerahmt.
WVZ Popova 364; WVZ Zimmermann 1063.

Winziger Farbverlust am u. Rand li. und u.Mi., im Falzbereich leicht berieben. Vereinzelte Retuschen an kleinen Malschicht-Fehlstellen.

77,5 x 90,5 cm, Ra. 83 x 96,5 cm. 5.000 €
Zuschlag 4000 €
KatNr. 165 Hans Unger, Stillleben mit Rosen und antikisierender Vase. Wohl 1920er/1930er Jahre.
KatNr. 165 Hans Unger, Stillleben mit Rosen und antikisierender Vase. Wohl 1920er/1930er Jahre.
KatNr. 165 Hans Unger, Stillleben mit Rosen und antikisierender Vase. Wohl 1920er/1930er Jahre.

165   Hans Unger, Stillleben mit Rosen und antikisierender Vase. Wohl 1920er/1930er Jahre.

Hans Unger 1872 Bautzen – 1936 Dresden

Öl auf Malpappe. Signiert u.re "H. Unger". Verso Malpappe ganzflächig weiß gestrichen und mit einem Stempel des Künstlermaterialien-Herstellers versehen. Im originalen profilierten, vergoldeten Modellrahmen. Verso auf dem Rahmen in Blei nummeriert "23199" u.Mi.

Malschicht mit kleinen Ausplatzungen im Falzbereich, in der Rahmung nicht sichtbar. Firnis unscheinbar gegilbt, vereinzelt unscheinbare bräunliche Fleckchen.

69,8 x 54,8 cm, Ra. 84,5 x 69,5 cm. 4.000 €
Zuschlag 3400 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

175   Albert Wigand, Stillleben mit Kanne, Weinflasche und Obst. Um 1957.

Albert Wigand 1890 Ziegenhain/Hessen – 1978 Leipzig

Öl und Tempera auf Malpappe. Signiert "Wigand" im grünen Farbbereich o.li. Im profilierten, hellgrau gefassten Künstlerrahmen.
Die Arbeit wird in den Nachtrag zum WVZ Grüß-Wigand unter der Nr. A-1957/3 aufgenommen.

Wir danken Frau Gylfe Matt, Berlin, für freundliche Hinweise.

Malpappe geringfügig gewölbt. Sehr vereinzelte kleine Läsionen in den äußersten Randbereichen, o.Mi. mit kleinem Malschichtverlust. Verso atelierspurig.

29 x 48,8 cm, Ra. 31,7 x 51,8 cm. 5.000 - 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

176   Albert Wigand, Stillleben mit Früchten. 1962.

Albert Wigand 1890 Ziegenhain/Hessen – 1978 Leipzig

Öl, Tempera und Papiercollage auf Karton. Verso in Kugelschreiber signiert "Wigand" und datiert sowie bezeichnet "oben". Im Passepartout, darauf in Blei von fremder Hand bezeichnet.
WVZ Grüß-Wigand C-1962/45.

Wir danken Frau Gylfe Matt, Berlin, für freundliche Hinweise.

Etwas lichtrandig, unterste Papierschicht leicht knickspurig und mit winzigen Einrissen. Verso Papierrückstände einer älteren Montierung.

16,7 x 20,3 cm. 950 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2400 €
KatNr. 181 Max Wislicenus
KatNr. 181 Max Wislicenus
KatNr. 181 Max Wislicenus

181   Max Wislicenus "Akt mit Früchten". 1910.

Max Wislicenus 1861 Weimar – 1957 Dresden-Pillnitz

Öl auf Leinwand. Ligiert monogrammiert "MW" und datiert u.li. Verso auf der Leinwand in Schwarz betitelt und signiert "Max Wislicenus", auf dem Keilrahmen in Blei nochmals betitelt und in Klammern bezeichnet "Sklavin" sowie technikbezeichnet. In einer goldfarbenen gefassten, profilierten Holzleiste gerahmt.

Provenienz: Dresdner Privatbesitz, vom Großvater der Einlieferin, Dr. jur. Klien, direkt im Atelier des Künstlers erworben.

Bei der Dargestellten handelt es sich um die Tochter des Künstlers, Gonhild.
Vgl. Lagiewski, Maciej (Hrsg.): Max Wislicenus. Maler des Breslauer Jugendstils. Breslau, 2015. KatNr. 43, S. 182.

Leinwand etwas locker gespannt, in der Ecke o.li. gewellt. Leichte Bereibung der Malschicht am o. Rand, vereinzelte kleine bräunliche Fleckchen. Beginnende Krakeleebildung in den pastosen Bereichen.

154 x 105 cm, Ra. 164 x 120 cm. 2.200 €
Zuschlag 4200 €
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 200 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.

200   Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.

Die spätbarocke Anlage des Schloss Dahlen in Nordsachsen, durch einen Brand im Jahr 1973 stark gezeichnet, blickt auf eine bewegte, Jahrhunderte währende Entwicklungsgeschichte zurück. Zu Beginn des 13.Jh. als Freihof gegründet, wandelte es sich in ein Rittergut, dessen adlige Besitzer wechselten, bis schließlich Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585–1656) das Gut erwarb.
Während des 30-jährigen Krieges verkaufte der Kurfürst das Dahlener Anwesen an den Mäzen und Geheimen Kammerrat Dr. David von Döring. Seine Enkelin Auguste Helene von Döring (1706–1728) heiratete den Historiker Heinrich von Bünau [96031/Kat. 312] (1697–1762). Zwischen 1744 und 1751 veranlasste Bünau die Errichtung des Schlosses Dahlen mit Ehrenhof, Orangerie und einem barocken Garten, welcher heute als Stadtpark dient.
In dritter Ehe mit Christine Elisabeth von Arnim (1699–1783), Herrin auf Nöthnitz und Rosentitz, verheiratet, beherbergte Bünau ab 1740 seine etwa 42.000 Bände beinhaltende Bibliothek auf Nöthnitz bei Dresden. Jene Büchersammlung, deren Ordnung sich 1748–1754 Johann Joachim Winckelmann annahm, dem deutschen Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und Kunstgeschichte. Einen Teil seiner Bibliothek mit über 1000 Bänden lagerte Bünau auch auf Schloss Dahlen.
Der Maler Adam Friedrich Oeser (1717–1799) wurde mit der Wand- und Deckengestaltung von Kaisersaal, großem Festsaal, Eingangshalle sowie Treppenhaus beauftragt und wohnte während der Ausführung für drei Jahre im Schloss (1756–1759).
In der europäischen Geschichte erhielt Schloss Dahlen besondere Relevanz, als an diesem Ort der „Alte Fritz“, König Friedrich II. (1712–1786), am 21.02.1763 die Ratifikation der Preußen als Abschluss des bereits formulierten Hubertusfriedens unterzeichnete. Dass der König dazu diesen Ort wählte, begründet sich in der Antipathie des Hohenzollers gegenüber den Wettinern und insbesondere dem kurfürstlich-sächsischen und königlich-polnischen Premierminister Heinrich von Brühl (1700–1763), welcher auf Hubertusburg ein eigenes Palais besaß (vgl. Porträt KatNr 234, KatNr 312).
Johanna Luise Auguste (1805–1871), geb. von Einsiedel, seit 1841 Verwitwete von Bünau, führte als Einzige die Dahlener Linie der Bünaus fort. Eine romantische Liebesgeschichte geht der Vermählung mit dem österreichischen Offizier und böhmischen Adligen Karl Heinrich August Sahrer von Sahr (1821–1874) im Jahr 1851 voraus. Die Ehe blieb kinderlos und so vermachte Karl Rittergut und Schloss an seinen von ihm adoptierten Neffen Leo Sahrer von Sahr (1852–1925).
Bis zur ihrer Flucht nach Kriegsende im Jahr 1945 verblieb das Anwesen im Besitz der Familie Sahrer von Sahr. Nach dem Krieg und Plünderungen durch die Sowjet-Besatzung und die Bürger Dahlens, diente das Gut übergangsweise als Kommandatur der Sowjetischen Armee.
Im Schloss verbliebene Objekte wurden 1945 beschlagnahmt und tausende Werke an die „Graphische Sammlung“ - das heutige Kupferstich-Kabinett Dresden- übermittelt, wo ein geringer Teil davon dauerhaft inventarisiert wurde. Mitte der 1990er Jahre wurde die Restitution in mehreren Phasen veranlasst, der größte Anteil wurde dabei im August 2011 bearbeitet.
Ab 1947 begann die gemeinnützige Umwertung Dahlens, die Polizeidirektion Sachsen richtete eine Stätte zur Erholung und Schulung von Polizeiangehörigen ein und ein Kindererholungsheim zog in die Räume des Schlosses. Ab 1959 diente das Bauwerk als Ingenieurschule der DDR für Konditorei- und Fleischwarenindustrie. In jener Zeit wurden die verbliebenen, in Mitleidenschaft gezogenen Gemälde Oesers überstrichen.
1968–1973 erfolgte eine Restaurierung des Schlosses und der wertvollen Malereien. Kurz nach der Fertigstellung kam es zu einem verheerenden Brand, der sich über den gesamten Dachstuhl ausbreitete und auch die fotografische Restaurationsdokumentation vernichtete.
1990 wurde die Ruine an die Stadt Dahlen übereignet, welche sich in den darauf folgenden Jahren um die Beräumung des Schutts und die notdürftige, wetterfeste Abdeckung des Daches bemühte.

Einen Schwerpunkt der wohl auf Carl Heinrich August Sahrer von Sahr zurückgehenden Sammlung bilden zumeist sächsische Porträts des ausgehenden 17.-19. Jh., die eine eindrucksvolle Darstellung adliger und großbürgerlicher Repräsentationskultur vermitteln. Neben wichtigen Referenzwerken der namhaften sächsischen Stecher umfasst die Sammlung 130 Porträts der Kupferstecherfamilie Bernigeroth.
Spannungsvoll sind die zum Teil engen Bezüge zum Schloss Dahlen. Eigenhändige Arbeiten Veit Hans Schnorr von Carolsfelds (1764–1841), Schüler Adam Friedrich Oesers, sowie Arbeiten wiederum seiner Schülerschaft finden sich in der Sammlung.
Die hohe Wertschätzung durch den Sammler wird an den liebevoll gestalteten Montagebögen und individuell gearbeiteten lederbezogener Kassetten anschaulich erlebbar, darunter eine Pracht-Kassette, deren Frontklappe mit dem gespiegelten Monogramm Carls „C“ und „SvS“. Zum oberen Abschluss der Letter fügen sich ein Adler und eine Krone zusammen, welche einem Allianzwappen ähnlich, Motive der Familienwappen der Sahrer von Sahrs und der Bünaus vereinen.
Vgl.: Finger, Hartmut: Dahlen. Kleine Stadt mit Geschichte(n), Leipzig 2017.

KatNr. 442 Joseph Thürmer
KatNr. 442 Joseph Thürmer

442   Joseph Thürmer "Innere Ansicht des oestlichen Peristyls vom Parthenon" (Athen). 1821.

Joseph Thürmer 1789 München – 1833 ebenda

Grafitzeichnung auf kräftigem Papier. Signiert "Jos. Thürmer", bezeichnet "Roma fecit." und datiert u.re., in einem Stein li. der Mitte nochmals bezeichnet "Athen 1819".

Im Jahr 1823 publizierte Joseph Thürmer 16 eigenhändige Radierungen in der Folge "Ansichten von Athen und dessen Denkmalen" (ein Exemplar befindet sich in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett Dresden, Inv.Nr. B 257). Der Band erschien in zweiter und dritter Auflage 1824 sowie 1826.
Die hier angebotene Zeichnung ist nahezu motivgleich zu Blatt 4 dieses Radierbandes.

Lit.:
Kunst-Blatt, Nr. 68, Donnerstag dem 25. August 1825, S. 270.
M. Joh. Christ. Jahn (Hrsg.): Jahrbücher für Philologie und Pädagogik. Eine kritische Zeitschrift in Verbindung mit einem Verein von Gelehrten. Vierter Jahrgang. 1.B. 2.Heft. Leipzig, Verlag B.G.Teubner. 1829. S. 238.

Knickspurig und angeschmutzt, besonders am re. Rand. Leicht stockfleckig. Mehrere kleine Einrisse. Zwei größere, in die Darstellung hineinreichende, hinterlegte Einrisse am o. und u. Rand. Verso Montierungsreste und kleine Fleckchen.

Darst. 43 x 57,5 cm, Bl. 46,5 x 61 cm. 3.000 - 4.000 €
Zuschlag 7000 €
KatNr. 484 Eduard Agricola, Ansicht von Vietri und Raito am Golf von Salerno (Amalfiküste). Mitte 19. Jh.
KatNr. 484 Eduard Agricola, Ansicht von Vietri und Raito am Golf von Salerno (Amalfiküste). Mitte 19. Jh.

484   Eduard Agricola, Ansicht von Vietri und Raito am Golf von Salerno (Amalfiküste). Mitte 19. Jh.

Eduard Agricola 1800 Stuttgart – nach 1872 München

Bleistiftzeichnung auf Bütten. U.re. ligiert monogrammiert "E Ag", o.re. ortsbezeichnet "Vietri Raito Golf von Salerno". Verso von fremder Hand bezeichnet.

Blatt am re. Rand angestückt. Angeschmutzt, gebräunt, knickspurig und li. lichtrandig. Vereinzelte Stockfleckchen. Umlaufende Randläsionen mit kleinen Einrissen und Knicken, am re. Rand mit stärkeren Beschädigungen.

44 x 69 cm. 1.700 €
KatNr. 587 Otto Greiner

587   Otto Greiner "Der Teufel zeigt das Weib dem Volke". 1898.

Otto Greiner 1869 Leipzig – 1916 München

Lithografie auf gelblichem, wolkigen, leichten Karton. Im Stein u.re. spiegelverkehrt signiert und datiert "O. Greiner Rom März 98". Darunter in Blei monogrammiert "O.G." und bezeichnet "Nr. 3.". Am u. Rand in Blei nochmals signiert "Otto Greiner und bezeichnet "Vom Weibe III". Blatt drei der Folge "Vom Weibe". Auf Untersatzkarton montiert und hinter Glas in einer braunen Holzleiste gerahmt.
WVZ Vogel 72.

Etwas lichtrandig, insgesamt deutlich knick- und fingerspurig. Ecke u.li. mit stärkerer Knickspur. Vereinzelt stockfleckig, re. und li. Randbereich mit Farb- bzw. Schmutzspur.

St. 53,2 x 45,7 cm, Bl. 70 x 54,8 cm, Ra. 77 x 66,5 cm. 1.700 €
Zuschlag 1400 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

716   Otto Dix "Kleines Mädchen" (Porträt Nana Dix ?). 1967.

Otto Dix 1891 Untermhaus/Gera – 1969 Singen am Bodensee

Pinselzeichnung in Tusche über Blei auf Papier. In Blei signiert "DIX" u.re. Hinter Glas in einer hochwertigen, silberfarbenen Grafikleiste im Passepartout gerahmt.
WVZ Lorenz SW 6.7.35.

Siehe dazu die motivgleiche Lithografie "Mädchen mit Blütenzweig", 1966 (nicht im WVZ Karsch, vgl. Bestandskatalog Gera Rüdiger 391, hier betitelt "Mädchenkopf") sowie das Gemälde "Zwei Kinder im Garten mit Sonnenblumen (Marcella und Nana)", WVZ Löffler 1965.1 und die motivgleiche Lithografie "Zwei Kinder (mit Sonnenblume)", 1966 (WVZ Karsch 309).

Provenienz: Nachlass des Druckers Roland Ehrhardt, Dresden.

Winziges Fleckchen im Bereich der Stirn. Leichte Knickspur am o. Blattrand.

Darst. ca. 15,3 x 14 cm, Bl. 27 x 20 cm, Ra. 43,2 x 37,3 cm. 2.200 - 3.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3800 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

730   Lyonel Feininger "Spaziergänger". 1918.

Lyonel Feininger 1871 New York – 1956 ebenda

Holzschnitt auf hauchdünnem Japan. Handdruck. Abzug auf der Rückseite des mit dem Trockenstempel des Staatlichen Bauhauses Weimar versehenen Blattes. Die spiegelverkehrte Rückseite in Blei signiert "Lyonel Feininger" u.li.
Abzug außerhalb der Mappenauflage: Bauhaus-Drucke. Neue europäische Graphik, Erste Mappe: Meister des Staatlichen Bauhauses in Weimar, Weimar und Potsdam 1922-1923 (Mappenwerk mit 14 Graphiken von 7 Künstlern. Unterhalb der Signatur mit dem Trockenstempel des Staatlichen Bauhauses Weimar versehen. Gesamtauflage 130 Abzüge (10 Abzüge der Vorzugsausgabe auf Japan, 100 Abzüge auf deutschem Papier, 20 Abzüge für die beteiligten Künstler). Hinter Glas in einer schmalen Holzleiste gerahmt.
WVZ Prasse W 113; Söhn HDO 101-2.

Provenienz: Privatbesitz Dresden, Geschenk von Frau Prof. Dr. Magdalena Kunze, Witwe von Dr. Herbert Kunze (1895-1975), Direktor des Angermuseums Erfurt von 1925-1937 und 1945-1963, zum 50. Geburtstag von Prof. Roland Möller, Dresden 1985.

Abgebildet in:
Auf dem Weg zum Bauhaus-Künstler - Lyonel Feininger - Holzschnitte. Sammlung Dr. Hermann Klumpp. Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg. Bielefeld/Berlin 2013. Kat. 90, S. 119 u. 258.
Peters, Heinz: Die Bauhaus-Mappe. Köln 1957. S. 23.

Um die Bedeutung des 1919 von Walter Gropius (1883–1969) in Weimar gegründeten Bauhauses zu unterstreichen, erschienen in kurzer Folge erste grafische Mappenwerke. Das hier angebotene Blatt entstand im Zusammenhang mit der Herstellung der ersten von fünf geplanten Mappen, die unter dem Titel "Neue europäische Grafik" erscheinen sollten. Die erste Mappe war den Bauhausmeistern vorbehalten, die anderen Mappen sollten einen Überblick über das grafische Werk der bedeutenden europäischen Künstler vermitteln. Von den fünf Mappen erschienen drei im geplanten Umfang. Mappe II enthielt statt 36 nur 11 Blatt und Mappe IV erschien nicht mehr. Für die künstlerische Gesamtleitung war als "Formmeister" der im Bauhaus eingerichteten Druckerei Lyonel Feininger verantwortlich. Drucker war Carl Zaubitzer, László Moholy-Nagy übernahm die typografische Gestaltung. Die Buchbinderei, auch im eignen Haus untergebracht, stand unter der Leitung von Otto Dorfner.

Technik- und papierbedingt leicht wellig. Ganz minimal lichtrandig. Unscheinbare, schräg verlaufende Knickspur in der Ecke u.re. (ca. 21 cm). Ecke o.re. montierungsbedingt mit kleinem Ausriss. Verso in den o. Ecken Reste einer braunen Klebebandmontierung, recto durchscheinend.

Stk. 37 x 29,5 cm, Bl. 48,2 x 34,1 cm, Ra. 55,5 x 41,3 cm. 5.000 - 6.000 €
Zuschlag 4400 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

731   Lyonel Feininger "Barke auf See". 1918.

Lyonel Feininger 1871 New York – 1956 ebenda

Holzschnitt auf bräunlichem, feinfaserigen Papier. Unterhalb der Darstellung in Blei li. signiert "Lyonel Feininger", Mi. mit der Werknummer "1851" versehen, in der Ecke u.li. bezeichnet "x". Erschienen unter dem Titel "Marine" in: Die Rote Erde, Heft 8, 10. Jahrgang, März 1920, S. 261. An den li. Ecken auf Untersatzpapier montiert und hinter Glas in einfacher Holzleiste gerahmt.
WVZ Prasse W 66; Söhn HDO 67107-6.

Provenienz: Sammlung Angela Möller, Tochter von Willi Lindörfer, Ehefrau von Prof. Roland Möller.

Abgebildet in: Auf dem Weg zum Bauhaus-Künstler - Lyonel Feininger - Holzschnitte. Sammlung Dr. Hermann Klumpp. Lyonel-Feininger-Galerie Quedlinburg. Bielefeld/Berlin 2013. Kat. 53, S. 81 u. 253.

Etwas lichtrandig, insgesamt leicht wellig und vereinzelt mit unscheinbaren Knickspuren in den Eckbereichen.

Stk. 17,7 x 21,8 cm, Bl. 22,4 x 28,2 cm, Ra. 38 x 49,7 cm. 4.000 €
Zuschlag 6500 €
KatNr. 949 Otto Paul Lange

949   Otto Paul Lange "Madonna (klein)". 1917.

Otto Paul Lange 1879 Dresden – 1944 ebenda

Farbholzschnitt (Farbmonotypie) mit Goldpigment auf kräftigem, chamoisfarbenen Papier. In Blei innerhalb der Darstellung re. signiert "OttoLange" sowie li. bezeichnet "Hand.Selbstdruck", darunter in Blei nochmals signiert "OttoLange" re. sowie bezeichnet "Hand.Selbstdruck" li.
WVZ Schönjahn H 126; WVZ Boettger 200, jeweils mit abweichender Farbigkeit.
WVZ Reinhardt 25, mit abweichender Farbigkeit sowie abweichender Papierangabe.

Vgl.:
Ausst.: 1918, München, Neue Kunst.; Hans Goltz, Der expressionistische Holzschnitt Albstadt.
Ausst. Kat. Museum Zwickau Nr. 88, mit annähernd identischer Farbigkeit.

Unscheinbar angeschmutzt sowie insgesamt leicht gebräunt. Randbereiche partiell unscheinbar gewellt, etwas ungerade geschnitten. Ecke u.re. geknickt. Zwei Reißzwecklöchlein o.Mi. Verso am o. Blattrand Reste einer älteren Montierung.

Stk. 28 x 19,3 cm, Bl. 39,5 x 28,2 cm. 2.400 €
Zuschlag 3000 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

1014   Michael Morgner "ECCE HOMO - für Dörte". 1986.

Michael Morgner 1942 Chemnitz

Radierungen mit Aquatinta und Aussprengverfahren auf festem Bütten. Mappe mit zwölf Arbeiten und einem Titelblatt. Alle Arbeiten jeweils in Blei u.re. signiert "Morgner" und datiert sowie u.li. betitelt und nummeriert "4/40". Herausgegeben von Rudolf Mayer, eikon Grafik-Presse im Verlag der Kunst, Dresden 1987 bzw. 1986. Gedruckt durch Olaf Zubrytzki, Einsiedel. In der originalen Wellpappenchemise hinter Glas in geprägter Originalkassette mit Metallklemmen.
WVZ Werner/Juppe 4/86 bis 10/86 (4/84, 5/84, 6/84, 5/85, 6/85).

Vgl. Mayer, Rudolf: Aurora und die eikon Grafik-Presse Dresde 1964-1992. Dresden, 1999. S.17, Nr. 45.

Mappe mit minimalen Gebrauchsspuren.

Bl. jew. 70 x 54 cm, Ma. 70 x 54 cm. 2.400 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2600 €
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1073   Curt Querner, Rückenansicht einer sitzenden Schwangeren im Hemd (Herta). 1958.

Curt Querner 1904 Börnchen – 1976 Kreischa

Aquarell auf Aquarellkarton. In der Ecke u.re. monogrammiert "Qu." und ausführlich datiert "5.7.58". Verso in weichem Blei bezeichnet "Sch[…]", in Klammern datiert und bezeichnet "X", mit hartem Blei in Klammern bezeichnet "Schwangere" und nochmals mit "X" versehen sowie von fremder Hand im Kreis nummeriert "1". Im Passepartout hinter Glas in schmaler schwarzer Leiste gerahmt.
Nicht im WVZ Dittrich, vgl. jedoch WVZ Dittrich B 655.

Technikbedingt leicht wellig. Unscheinbare Reißzwecklöchlein an den Rändern. Verso am o. und li. Rand Montierungsreste.

50,5 x 36,3 cm; Ra. 67 x 53,5 cm. 2.200 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 4000 €
KatNr. 1313 Roland Paris
KatNr. 1313 Roland Paris
KatNr. 1313 Roland Paris
KatNr. 1313 Roland Paris
KatNr. 1313 Roland Paris

1313   Roland Paris "Der selbstgefällige Major" (Pompous major). Mitte 1920er/1930er Jahre.

Roland Paris 1894 Wien – 1945 Swinemünde

Bronze, gegossen und in polychromer Kaltmalerei gefasst, Elfenbein, geschnitzt. Der Mantel mit 12 kleinen Glassteinen verziert. Auf einen gestuft montierten, gelb-weiß geäderten Marmorsockel montiert. Dort zweifach geritzt signiert "ROLAND PARIS". Gegossen in der Bildgießerei Kraas, Berlin, ohne Gießereistempel.

Abgebildet in: Shayo, Alberto: Roland Paris. Art Deco's Jester King. Woodbridge, 2016. S. 192/193.

"Roland Paris ist einer der meist beachteten Künstler des Art Déco, dennoch bleibt sein Werk gleichsam ein Rätsel. Seine Kunst ähnelt Karikaturen, an der Grenze zum Grotesken und er liefert anhand von Narren und Teufeln kritische Perspektiven auf die von der Gesellschaft Unterdrückten. Seine Ausdrucksmittel reichen von Skulpturen und Gemälden bis zu Porzellan und Holz, Holzschnitte und geschrieben Worte einbezogen. Diese unvergleichliche Studie fokussiert des Künstlers Probleme und Leiden während seiner Zeit in Nazi-Deutschland und das tragische Ende seines Lebens, wenige Stunden vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs" (zitiert nach Alberto Shayo, Lit.-Verweis s.o.).

Fassung vereinzelt mit winzigen Fehlstellen und Bereibungen. Die Waden mit Oxidationsspuren. Zwei Glassteine ergänzt / neu eingesetzt. Elfenbein des re. kleinen Fingers gerissen. Sockel mit winzigem Chip an der Unterseite.

H. 27,5 cm, B. 10 cm, T. 8,5 cm. 1.800 €
Zuschlag 1800 €
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

1322   Friedrich Press "Stehender weiblicher Akt". Friedrich Press für Porzellanmanufaktur Plaue. 1987.

Friedrich Press 1904 Ascheberg – 1990 Dresden

Biskuitporzellan, hohl geformt und unglasiert. Unterseits mit der gestempelten Manufakturmarke in Schwarz sowie mit weiteren Prägemarken. Eines von 10 Exemplaren.
Nicht im WVZ Press. Wird in das in Vorbereitung befindliche WVZ von Christoph Deuter aufgenommen.

Porzellanausführung der Lindenholz-Skulptur "Stehender weiblicher Akt" von 1967 (Werknummer 210), im Auftrag des Staatlichen Kunsthandels der DDR.

Wir danken Herrn Christoph Deuter, Würzburg, für freundliche Hinweise.

Vgl.: Wolfgang Schneider: "Katalog freier Arbeiten". In Lenssen, J. und Zahner, W. [Hrsg.]: Friedrich Press. Regensburg 2010. S. 137, Nr. 102.

"Plastikeditionen 1986 - 1988", Staatlicher Kunsthandel der DDR 1988. Nr. 262.

Formstöße am Bauch und im Bereich der Brüste wie bei allen Exemplaren leicht erkennbar. Rückseitig unterhalb des Haaransatzes mit einem unscheinbaren Brandriss.

H. 35,5 cm, B. 9 cm, T. 7 cm. 1.600 - 1.800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 1400 €
KatNr. 1340
KatNr. 1340
KatNr. 1340

1340   "Pegasus" aus dem Tafelaufsatz "Parnass mit Apollo und den neun Musen". Johann Joachim Kaendler für Meissen. Wohl vor 1800.

Johann Joachim Kaendler 1706 Fischbach/Dresden – 1775 Meißen

Porzellan, glasiert und in polychromen Aufglasurfarben staffiert. Ungemarkt.

Einzelfigur aus dem großen, mehrteiligen Dessertaufsatz "Parnass mit Apollo und den neun Musen", gefertigt als dekoratives Beiwerk zu dem später so genannten "Möllendorff-Service" Friedrich des Großen. Der mehrteilige Tafelaufsatz ist unter den Modellnummern "2797-2820" registriert.
Entwurfsjahr: um 1762.

Mit einer schriftlichen Bestätigung des VEB Staatliche Porzellanmanufaktur Meissen vom 17.1.1974.

Provenienz: Kunsthandel Anni Hesse, Am Frauenplan, Weimar.

Literatur:
Wittwer, Samuel: "hat der König von Preußen die schleunige Verferttigung verschiedener Bestellungen ernstlich begehret: Friedrich der Große und das Meißner Porzellan" in: Keramos 208/2010, S. 61, Abb. 52.

Pietsch, U.: Triumph der blauen Schwerter, 2010, S. 339f mit Abb.

Vorderbeine, rechter Flügel, Mähne und evtl. eine Strähne des Schweifs sowie die Palme oberhalb des Stamms fachgerecht restauriert. Partiell herstellungsbedingte Brandrisse, deutlicher im Bereich des Palmenansatzes und Felsbrockens, vereinzelt unscheinbare Bestoßungen an Blüten, Mähne, Schweif, Nüstern. Die Blüten zum Teil mit Chips. Untere Sockelkante mit Chip. Vereinzelt minimale Glasurunebenheiten sowie Brandfleckchen.

H. 23,8 cm, L. 24,5 cm, B. 16 cm. 3.500 €
KatNr. 1349 Barocker Walzenkrug
KatNr. 1349 Barocker Walzenkrug
KatNr. 1349 Barocker Walzenkrug
KatNr. 1349 Barocker Walzenkrug
KatNr. 1349 Barocker Walzenkrug

1349   Barocker Walzenkrug "Bunte Bukettmalerei, Deutsche Blume". Meissen. Um 1745.

Porzellan, glasiert und in polychromen Aufglasurfarben staffiert. Zylindrischer Korpus mit Wulsthenkel. Auf der Wandung alte Blumenmalerei nach Stichvorlagen, unter anderem mit Rose, Tulpe, Anemone, Goldlack, Vergissmeinnicht und Federnelke. Der flache Deckel mit einem Knauf in Form einer plastisch ausgeformten Erdbeere mit Blattzweig. Oberseite des Henkels mit einer kleinen, runden Aussparung für eine Montierung. Unterseits mit der kobaltblauen Schwertermarke auf unglasiertem Boden.

In den Jahren um 1745 entwickelte sich aus der Holzschnittblumenmalerei das Dekor "Deutsche Blume", welches sich gleichfalls an Stichvorlagen orientierte, allerdings Blüten meist zu Buketts vereinte sowie lineare Begrenzungen im Gegensatz zu den "ombrierten Blumen" vermied. Merkmale beider Dekorarten vereint der hier angebotene Walzenkrug und veranschaulicht damit den fließenden Übergang. Während eine deutlich reduzierte Konturierung der Blüten sowie beginnend ausdrucksvoll gewundene Zweige in Richtung Manierblumenmalerei weisen, steht die gestreute, überwiegend etwas steife Anordnung der Blütenzweige in der Tradition der Holzschnittblumenmalerei.

Pietsch, U.: Triumph der blauen Schwerter. 2010, S. 15; zur Form vgl. S. 236, Kat.Nr. 154.

Sonntag, H.: Die Sprache der Blumen. Leipzig 1999, S. 14f.

Stand mit zwei stecknadelkopfgroßen, ganz unscheinbaren Chips. Glasur mit vereinzelten, minimalen, herstellungsbedingten Fehlstellen an Rand und Henkel. Boden innen mit kleinem Brandriss unter der Glasur.
Deckel alt restauriert, Stiel des Erdbeerzweigs fehlend, kleine Ausplatzungen. Mit einem zweiten, neu gefertigten Deckel.

H. 17,2 cm (mit Deckel). 2.200 €
KatNr. 1378 Kaffee- und Teeservice
KatNr. 1378 Kaffee- und Teeservice

1378   Kaffee- und Teeservice "B-Form" für zwölf Personen. Meissen. 1950er Jahre.

Porzellan, glasiert. Aus dem Service "B-Form". Die Ränder sowie das Reliefdekor mit einer Prunkgoldbronzierung. 41-teilig, bestehend aus einer Kaffeekanne, zwei Teekannen, einer großen Zuckerdose, einem Sahnegießer, einem großen Kuchenteller, 12 Tassen mit 12 Untertassen sowie 12 Desserttellern. Unterseits jeweils die zweifach geschliffene Schwertermarke in Unterglasurblau, die Modellnummer, die Drehernummer mit Jahreszeichen sowie das Glasurzeichen. Teils die Malernummer in Aufglasurgold. Zweitsortierung.

Eine Untertasse mit Bruchstelle (Teilstück der Bruchstelle vorhanden). Eine Teekanne ergänzt (Knaufschwerter), die Deckelarretierung einer Seite fehlend. Knauf des Deckels der zweiten Teekanne gebrochen. Deckelinnenseite der Zuckerdose mit Glasurrisspinne. Unscheinbare Bereibungen der Glasur. Zwei Tassen am Stand mit minimalem, flachen Chip, zwei weitere an der Henkelspitze unscheinbar bestoßen. Vereinzelt herstellungsbedingte Masse- und Glasurunebenheiten.

Verschiedene Maße. 3.800 €
KatNr. 1460 Collieranhänger mit außergewöhnlich großem Aquamarin. 20. Jh.
KatNr. 1460 Collieranhänger mit außergewöhnlich großem Aquamarin. 20. Jh.
KatNr. 1460 Collieranhänger mit außergewöhnlich großem Aquamarin. 20. Jh.

1460   Collieranhänger mit außergewöhnlich großem Aquamarin. 20. Jh.

585er Gelbgold, mit Resten eines goldfarbenen Überzugs. Rechteckiger, ornamental durchbrochen gearbeiteter Anhänger, ausgefasst mit einem Aquamarin (ca. 55 ct) in hellem, transparenten, reinen Blau im Treppenschliff. Oberhalb eine stilisierte, florale Form in Millegriffestechnik, mit drei körnergefassten Diamantrosen (ges. ca. 0,03 ct). Lauföse verso mit dem Feingehaltsstempel "585".

Versicherungswert: ca. 3.300 Euro.

Mit einem Wertgutachten von Heinz Reinkober, Mitgl. d. D. Gemm. G. vom 8. November 2017.

Die oberste linke Schliffkante des Aquamarins partiell unscheinbar berieben (20-fache Vergrößerung).

50 x 33 mm, Gew. 19,2 g, Aquamarin 28 x 22 x 10,5 mm, ca. 55 ct. 2.200 €
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.
KatNr. 1500 Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.

1500   Museales Kabinett mit der Darstellung einer höfischen Gartenszene. Wohl Nordindisch oder eventuell Persisch. Wohl spätes 18. Jh. oder Anfang 19. Jh.

Holz, polychrom sowie in Muschelgold gefasst und farblos lackiert, mit partieller Schlagmetallauflage sowie Messingbeschlägen und Rahmenverzierungen aus Bein. Bestehend aus der eigentlichen Schatulle mit Zweischarnierklappdeckel und einem Eingerichte mit fünf herausnehmbaren Holzkästchen. Diese teils in Fächer unterteilt, mit Geheimfächern und weiteren, darin eingelegten Holzkästchen versehen. Deckelhalterung in Kettenform. Deckel, Deckelinnenseite sowie Vorderseite mit miniaturartigen Kompositionen bemalt.
Auf der Innenseite des Deckels eine höfische, an persische Miniaturvorbilder anlehnende, Gartenszene. Der Herrscher unter einem Baldachin auf einem Tacht sitzend, umgeben von seinem Hofstaat. Ihm wird eine junge Frau, von der rechten Seite ins Bild schreitend, zugeführt. Die Stirnseite der Schatulle mit figürlichen Darstellungen, die Frauen links des Kabinettschlosses im Stil des persischen Malers Sadiq, der junge Prinz sowie der Diener rechts des Schlosses auf einem Gewebe mit Blütenmuster sitzend, in indisch anmutender Kleidung. Auf dem Deckel in einer Längsachse angeordnete Blütenmedaillons mit figürlichen Motiven. Malereien von Bordüren mit zarten, klassischen Blütenranken auf schwarzem Grund umrahmt.

Wir danken Frau Dr. Reingard Neumann, Münster, für freundliche Hinweise.

Neumann, R. "Aus 1001 Nacht. Islamische Lackkunst in deutschen Museen und Bibliotheken", Münster 2009, S. 222ff.

Der originale Schellack mit Krakelee, teilweise gedunkelt und matt. Kleine Fehlstellen schwarz retuschiert. Vereinzelt Trocknungsrisse. Beinverzierungen teils mit kleinen Verlusten. Beschläge und Scharniere ersetzt. Eingerichte wohl ergänzt.

H. 14,7 cm, B. 41,3 cm, T. 23,5 cm. 1.800 - 2.500 €
Zuschlag 1500 €
NACH OBEN 


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