home
       

ONLINE-KATALOG

AUKTION 57
   Auktion 57
  Highlights

Sortierung   ARTIKEL
Sortierung   KÜNSTLER

 alle Artikel
 nur Nachverkauf
 nur Zuschläge

Bildende Kunst 16.-18. Jh.

001 - 021

022 - 035


Bildende Kunst 19. Jh.

055 - 080

081 - 100

101 - 120

121 - 140

141 - 155


Slg. Sahrer von Sahr

170 - 180

181 - 200

201 - 220

221 - 240

241 - 260

261 - 284


Bildende Kunst 20.-21. Jh.

300 - 320

321 - 340

341 - 360

361 - 380

381 - 400

401 - 420

421 - 440

441 - 460

461 - 480

481 - 500

501 - 520

521 - 540

541 - 560

561 - 580

581 - 600

601 - 620

621 - 640

641 - 660

661 - 680

681 - 700

701 - 720

721 - 740

741 - 760

761 - 780

781 - 800

801 - 820

821 - 840

841 - 860

861 - 880

881 - 900

901 - 920

921 - 940

941 - 955


Fotografie

956 - 969


Skulpturen

975 - 1000


Figürliches Porzellan

1010 - 1020


Porzellan / Keramik

1021 - 1041

1042 - 1060

1061 - 1080

1081 - 1100

1101 - 1120

1121 - 1140

1141 - 1156


Glas

1170 - 1172


Schmuck

1180 - 1200

1201 - 1211


Silber

1215 - 1216


Zinn / Unedle Metalle

1220 - 1222


Asiatika

1230 - 1234


Uhren

1240 - 1246


Miscellaneen

1251 - 1260

1261 - 1271


Rahmen

1280 - 1286


Lampen

1291 - 1294


Mobiliar / Einrichtung

1300 - 1313


Teppiche

1320 - 1328





Suche mehr Suchoptionen
 <<<      >>>
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.
KatNr. 170 Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.

170   Sammlung Familie Sahrer von Sahr, Schloss Dahlen.

Die spätbarocke Anlage des Schloss Dahlen in Nordsachsen, durch einen Brand im Jahr 1973 stark gezeichnet, blickt auf eine bewegte, Jahrhunderte währende Entwicklungsgeschichte zurück. Zu Beginn des 13.Jh. als Freihof gegründet, wandelte es sich in ein Rittergut, dessen adlige Besitzer wechselten, bis schließlich Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen (1585–1656) das Gut erwarb.
Während des 30-jährigen Krieges verkaufte der Kurfürst das Dahlener Anwesen an den Mäzen und Geheimen Kammerrat Dr. David von Döring. Seine Enkelin Auguste Helene von Döring (1706–1728) heiratete den Historiker Heinrich von Bünau [96031/Kat. 312] (1697–1762). Zwischen 1744 und 1751 veranlasste Bünau die Errichtung des Schlosses Dahlen mit Ehrenhof, Orangerie und einem barocken Garten, welcher heute als Stadtpark dient.
In dritter Ehe mit Christine Elisabeth von Arnim (1699–1783), Herrin auf Nöthnitz und Rosentitz, verheiratet, beherbergte Bünau ab 1740 seine etwa 42.000 Bände beinhaltende Bibliothek auf Nöthnitz bei Dresden. Jene Büchersammlung, deren Ordnung sich 1748–1754 Johann Joachim Winckelmann annahm, dem deutschen Begründer der wissenschaftlichen Archäologie und Kunstgeschichte. Einen Teil seiner Bibliothek mit über 1000 Bänden lagerte Bünau auch auf Schloss Dahlen.
Der Maler Adam Friedrich Oeser (1717–1799) wurde mit der Wand- und Deckengestaltung von Kaisersaal, großem Festsaal, Eingangshalle sowie Treppenhaus beauftragt und wohnte während der Ausführung für drei Jahre im Schloss (1756–1759).
In der europäischen Geschichte erhielt Schloss Dahlen besondere Relevanz, als an diesem Ort der „Alte Fritz“, König Friedrich II. (1712–1786), am 21.02.1763 die Ratifikation der Preußen als Abschluss des bereits formulierten Hubertusfriedens unterzeichnete. Dass der König dazu diesen Ort wählte, begründet sich in der Antipathie des Hohenzollers gegenüber den Wettinern und insbesondere dem kurfürstlich-sächsischen und königlich-polnischen Premierminister Heinrich von Brühl (1700–1763), welcher auf Hubertusburg ein eigenes Palais besaß (vgl. Porträt KatNr 234, KatNr 312).
Johanna Luise Auguste (1805–1871), geb. von Einsiedel, seit 1841 Verwitwete von Bünau, führte als Einzige die Dahlener Linie der Bünaus fort. Eine romantische Liebesgeschichte geht der Vermählung mit dem österreichischen Offizier und böhmischen Adligen Karl Heinrich August Sahrer von Sahr (1821–1874) im Jahr 1851 voraus. Die Ehe blieb kinderlos und so vermachte Karl Rittergut und Schloss an seinen von ihm adoptierten Neffen Leo Sahrer von Sahr (1852–1925).
Bis zur ihrer Flucht nach Kriegsende im Jahr 1945 verblieb das Anwesen im Besitz der Familie Sahrer von Sahr. Nach dem Krieg und Plünderungen durch die Sowjet-Besatzung und die Bürger Dahlens, diente das Gut übergangsweise als Kommandatur der Sowjetischen Armee.
Im Schloss verbliebene Objekte wurden 1945 beschlagnahmt und tausende Werke an die „Graphische Sammlung“ - das heutige Kupferstich-Kabinett Dresden- übermittelt, wo ein geringer Teil davon dauerhaft inventarisiert wurde. Mitte der 1990er Jahre wurde die Restitution in mehreren Phasen veranlasst, der größte Anteil wurde dabei im August 2011 bearbeitet.
Ab 1947 begann die gemeinnützige Umwertung Dahlens, die Polizeidirektion Sachsen richtete eine Stätte zur Erholung und Schulung von Polizeiangehörigen ein und ein Kindererholungsheim zog in die Räume des Schlosses. Ab 1959 diente das Bauwerk als Ingenieurschule der DDR für Konditorei- und Fleischwarenindustrie. In jener Zeit wurden die verbliebenen, in Mitleidenschaft gezogenen Gemälde Oesers überstrichen.
1968–1973 erfolgte eine Restaurierung des Schlosses und der wertvollen Malereien. Kurz nach der Fertigstellung kam es zu einem verheerenden Brand, der sich über den gesamten Dachstuhl ausbreitete und auch die fotografische Restaurationsdokumentation vernichtete.
1990 wurde die Ruine an die Stadt Dahlen übereignet, welche sich in den darauf folgenden Jahren um die Beräumung des Schutts und die notdürftige, wetterfeste Abdeckung des Daches bemühte.

Einen Schwerpunkt der wohl auf Carl Heinrich August Sahrer von Sahr zurückgehenden Sammlung bilden zumeist sächsische Porträts des ausgehenden 17.-19. Jh., die eine eindrucksvolle Darstellung adliger und großbürgerlicher Repräsentationskultur vermitteln. Neben wichtigen Referenzwerken der namhaften sächsischen Stecher umfasst die Sammlung 130 Porträts der Kupferstecherfamilie Bernigeroth.
Spannungsvoll sind die zum Teil engen Bezüge zum Schloss Dahlen. Eigenhändige Arbeiten Veit Hans Schnorr von Carolsfelds (1764–1841), Schüler Adam Friedrich Oesers, sowie Arbeiten wiederum seiner Schülerschaft finden sich in der Sammlung.
Die hohe Wertschätzung durch den Sammler wird an den liebevoll gestalteten Montagebögen und individuell gearbeiteten lederbezogener Kassetten anschaulich erlebbar, darunter eine Pracht-Kassette, deren Frontklappe mit dem gespiegelten Monogramm Carls „C“ und „SvS“. Zum oberen Abschluss der Letter fügen sich ein Adler und eine Krone zusammen, welche einem Allianzwappen ähnlich, Motive der Familienwappen der Sahrer von Sahrs und der Bünaus vereinen.
Vgl.: Finger, Hartmut: Dahlen. Kleine Stadt mit Geschichte(n), Leipzig 2017.

NACH OBEN  <<<      >>>


Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

HOME |  E-MAIL © SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN OHG  |   IMPRESSUM  DATENSCHUTZ