116 Willy Kriegel "Der unzüchtige Mönch". Um 1925.
Öl auf Sperrholz. Monogrammiert "K." u.re. Verso in Blei betitelt o.Mi. In profilierter Holzleiste gerahmt.
Auch wenn für das Schaffen Willy Kriegels eher untypisch, gehören Freudenhausszenen zum motivischen Stammrepertoire nicht nur der Dresdner Malerei der 1920er und beginnenden 1930er Jahre. Stellen die bekannten Dix-Dirnen in karikaturesk überspitzten, grotesken Szenen den moralischen Abstieg und die durch Inflation und wirtschaftlichen Zusammenbruch evozierte, gesteigerte Vergnügungssucht einer ziellosen Gesellschaft auf den Prüfstand, sind die Bordellszenen und Darstellungen käuflicher Liebe der Schülergeneration etwas milder in der Kritik. Kriegel treibt in seinem "Mönch" (und hierin u.a. verwandt mit Rudolf Berganders "Bordellszene") das satirische Element nicht mit der selben, teils schauerlichen, Vehemenz wie Dix voran - obgleich seine Protagonisten ebenfalls dem belächelnden Auge des Kritikers unterworfen sind, ist der Tenor dieser bislang im Werk Kriegels einzigartigen Arbeit ein humoristisch-ironischer, der auf die bissige Schärfe des abgrundtief Absurden verzichtet.
Weiterführend vgl: Dalbajewa, Birgit (Hrsg.): Neue Sachlichkeit in Dresden (Ausstellungskatalog Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Galerie Neue Meister), Dresden 2011.
Malträger minimal verwellt, verso feuchtigkeitsspurig. Malschicht leicht berieben, vereinzelt mit kleineren Bestoßungen. Leichte Kratzspur im Dekolleté der linken Dame.
36 x 28,9 cm, Ra. 47,2 x 40,7 cm.