SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 51     25.03.17

397   Ludwig Dettmann, Fünf Kriegsszenen aus dem 1. Weltkrieg. 1917.

Farbige Pastellkreidezeichnungen, Aquarell und Blei, sparsam in Deckfarben gehöht, auf gräulichem bzw. gelblichem Papier. Jeweils u.re. bzw. u.li. signiert "L. Dettmann" bzw. "Lu. Dettmann". Je auf einen grauen, klappbaren Untersatz montiert. Drei Arbeiten dort betitelt, zwei datiert.

Dettmann fertigte zahlreiche Zeichnungen während seiner Zeit an der Front an, von denen die Mehrzahl verloren ist. Sie wurden teilweise bereits während der Kriegszeit in der Preußischen Kunstakademie gezeigt, 1934 im Berliner Zeughaus sowie in anderen deutschen Städten. 1929 erschien eine 25 Faksimiledrucke umfassende Mappe "Weltkrieg". Zwölf besonders ausgearbeitete Zeichnungen erschienen in der Ullstein Bildermappe "Von der deutschen Ostfront" 1938. Einige Blätter dienten als Vorlage für die Illustration zu Walter Bloem, Der Weltbrand. Deutschlands Tragödie 1914-1918. Erschienen in zwei Bänden, Berlin 1922.
Als offizieller Kriegsmaler an der Ost- und Westfront schildert er präzise, mit schnellem Strich und farbigen Akzenten, im kleinen Format den sich ständig wiederholenden Alltag an der Front, wie ihn so viele Soldaten erlebt haben - Schützengraben, Panzer, Waffen, Feuergefechte, Tote. Anders als Otto Dix, von dem ein Vielzahl an Kriegsskizzen und nicht zuletzt das bedrückende Kriegstryptichon in der Dresdner Galerie Neue Meister bekannt sind und von seiner Teilnahme am Kriegsgeschehen berichten, dokumentiert Dettmann als Beobachter die Kampfhandlungen, aber auch die abendliche Ruhe, das Gespräch bei einer Zigarre.

Leicht angeschmutzt und minimal knickspurig. Teils unscheinbare Reißzwecklöchlein in den Ecken. Oberfläche teils mit unscheinbaren Druckspuren.

Min. 12 x 19 cm, max. 21,5 x 29 cm, Unters. 23,5 x 29,5 cm.

Schätzpreis
3.000-4.000 €
Zuschlag
3.000 €