SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 83     08.11.25

688   August Gaul "Pinguin (Kopf nach links)". 1914 – 1920.

Bronze, gegossen, hellbraun patiniert. Seitlich am li. Fuß signiert. "A. Gaul". Posthumer Abguss um 1966, Gießerei Pirner & Franz, Dresden, ohne Gießereistempel. Auf einem Granitsockel montiert.
WVZ Gabler 200–f , eines von wenigen, ausschließlich posthum ausgeformten Exemplaren.
Vgl. Schmidt Kunstauktionen Dresden, Auktion 40, 14.06.2014, KatNr. 802, Silber, gegossen (ohne Gießereistempel); Nagel, Stuttgart, Auktion 25.06.2014, KatNr. 1004, Bronze, gegossen (ohne Gießereistempel) sowie Lempertz, Auktion 658, November 1990, KatNr. 952, Bronze, gegossen.
Provenienz: Privatsammlung Nordrhein-Westfalen; 1966 erworben in der Gießerei Pirner & Franz, Dresden.
Ausgestellt / abgebildet in.: Sophia Dietrich: Die Bildhauer August Gaul und Fritz Klimsch: Katalog zur Ausstellung "Die Bildhauer August Gaul und Fritz Klimsch" im Museum Giersch in Frankfurt a. M. vom 3. Oktober 2010 bis 30. Januar 2011. Frankfurt am Main 2010. KatNr. 56 (anderes Exemplar).
Ursel Berger (Hrsg.): Ausstellungskatalog des Georg-Kolbe-Museums, Berlin; Ernst Barlach Haus, Hamburg; Museum der Stadt Hanau. 1999/2000. Abb. S. 71.

Angelo Walther: August Gaul. Leipzig 1973. KatNr. 193.
1903 schuf August Gaul den Entwurf für einen nicht ausgeführten Brunnen in Münster. Hier fanden sich erstmalig Pinguine. 1911 entwickelte der Künstler aus der für den Brunnen gedachten Pinguingruppe ein eigenständiges Werk und versah es mit Vergoldungen (WVZ Gabler 107–1). Im gleichen Jahr kam es zur Ausführung eines Gartenbrunnens mit vier Pinguinen, welcher durch Franz Oppenheim für dessen Villa am Wannsee erworben wurde (WVZ Gabler 154).
Zwischen 1914 und 1920 führte Gaul einen weiteren Brunnen für den Hamburger Stadtpark aus, zu dem sechs Pinguine gehörten.
Der vorliegende Pinguin gehört zu einer Gruppe, die Gaul in etwas verkleinertem Maßstab den Hamburger Modellen nachgebildet hat und die möglicherweise ebenfalls für einen Brunnen gedacht waren.
Zu den Pinguin-Entwürfen (WVZ Gabler 199–202) ist allein für die als Unikat ausgeführte Figurengruppe des Pinguinbrunnens Hamburg eine Ausformung zu Lebzeiten Gauls belegt.

Im Bereich des Rückens mittig mit einer unscheinbaren schwarzen Stiftspur.

H. 23 cm, H. (mit Sockel) 26 cm.

Schätzpreis
7.000 €