104 Paul Schad-Rossa, Lustwandeln. Wohl um 1910.
Öl auf Holz. Unsigniert. Verso zweifach mit dem Atelierstempel "Aus dem Atelier Paul Schad-Rossa" versehen.
Sehr starke Holzplatte (ca. 2 cm) mit Querverstrebungen.
Malschicht gesamtflächig mit feinem Krakelee; in den Eckbereichen sowie den Kanten leicht bestoßen, mit minimalen Abplatzungen.
Spürt man in dieser Komposition einerseits die Münchner Prägung in der für die Sezessionsmalerei typischen Sinnlichkeit der Jahrhundertwende, so verrät die kontrastierende Farbigkeit eine leise Hinwendung zur aufkeimenden Moderne. Diese harmonische Ambivalenz der Werke Schad-Rossas schätzte der Dichter Hermann Löns in besonderem Maße. In seinen in einem Ausstellungskatalog von 1903 veröffentlichen Gedanken über den Künstler heißt es: "So, wie Sonnenlicht im grünen Walde, wie Abendrot am weiten Himmelsrand, wie Dämmerung im tiefen Tal, so redet Schad zu mir. In seinen Werken ist Sonne und Leben, Nacht und Tod, es klingt darin wie Waldvögellieder und braust daraus wie Hochgebirgssturm." (aus: Ausstellungskatalog Paul Schad-Rossa, o.O. 1903, S. 14.).
125 x 98,5 cm.