SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 28     04.06.11

011   Christian Friedrich Gille (zugeschr.) "Johnsdorf". 1846.

Öl auf festem Papier, auf Hartfaser kaschiert. Unsigniert. In Blei u.re. datiert und betitelt "Johnsdorf / Anfang April 1846.". In schmaler, goldgefaßter Holzleiste mit Eck- und Mittelrocaillen gerahmt.
Papier mit leicht diagonal verlaufendem, fachmännisch retuschiertem, unscheinbaren Riß in der Bildmitte; an der Unterkante mit deltaförmiger Ausbreitung. Ein weiterer, ebenfalls fachmännisch retuschierter Riß (ca. 9 cm) in der oberen Bildhälfte re. An der Oberkante und re. mehrere kleinere Retuschen. Vereinzelt punktuelle Fehlstellen.

Die tonige, irdene Palette und die freie, unvoreingenommene Auffassung der abgebildeten Landschaft ließen Gille in der Kunstkritik des frühen 20. Jahrhunderts zum "deutschen Corot" werden. Auch diese kleine Landschaftsszene weist Parallelen zur Malerei der von Jean-Baptiste Camille Corot mitbegründeten Schule von Barbizon auf; wird hier die von Gilles Lehrer Clausen Dahl vertretene romantische Landschaftsauffassung zugunsten einer realistisch-naturnahen Sicht aufgegeben.

21,2 x 26 cm, Ra. 30 x 37 cm.

Schätzpreis
4.200 €