116 Albert Wigand, Sedanfassade. Um 1966.
Öl auf Hartfaser über schwarzem, roten und blauen Farbstift. Verso in Kugelschreiber signiert "Wigand" o.re. Malträger am oberen und unteren Rand auf einem Untersatzkarton klebemontiert und freigestellt in einer profilierten Leiste gerahmt.
WVZ Grüß-Wigand A-1966/17, mit leicht abweichenden Maßangaben sowie abweichender Angabe zum Malträger, die aktualisierten Daten werden in den Nachtrag zum WVZ Grüß-Wigand aufgenommen.
Wir danken Frau Dr. Ursula Grüß-Wigand und Frau Gylfe Matt, Berlin, für freundliche Hinweise.
Das Zergliedern von Häuserfronten in farblich fein nuancierte, subtile Flächen beschäftige Albert Wigand erstmals 1916, intensiv jedoch seit den frühen 1950er Jahren. Um 1966 entstand die in dieser Auktion angebotene "Sedanfassade", welche motivisch auf das Stadterlebnis Wigands im französischen Sedan während des Ersten Weltkrieg zurückzuführen ist. Diese Fassaden sind auch Erinnerungsstücke, in welchen sich der Künstler insbesondere durch das Fehlen von Figuren allein auf die rhythmisch-statische Wiedergabe der architektonischen Form konzentrierte.
"Für Albert Wigand ist die Paarung von Stärke und Ursprünglichkeit mit Sensibilität und einer hohen Farbkultur charakteristisch. Er malt meist kleinformatige [...] Straßenbilder. Die fein abgestimmte Farbe zeigt die Schönheit [...] verwaschener, zerlebter Vor- und Kleinstadthäuser. Des Malers Straßen und Hausfassaden zeichnen sich durch unauffällige Schlichtheit aus. Gern wird Schrift, wie sie an alten Häusern zu finden ist, ins Bild integriert: Schrift als Bildbau-Element und als Zeichen menschlichen Lebens. In der Dresdener Kunst ist Wigands Arbeit -neben der von Glöckner- die "reinste" Malerei, weil ihm Farbe und Farbordnung wichtiger sind als linear oder plastisch bestimmte Form - und Erzählung im Bilde kommt nirgendwo vor. [...]". Zitiert nach Lothar Lang "Malerei und Graphik in der DDR". Leipzig, 1978. S. 193f.
Bildträger vom Künstler zweitverwendet, vorherige Komposition überstrichen. Malschicht leicht angeschmutzt sowie partiell etwas gegilbt. Am oberen Rand mit kleinem, segmentkreisförmigen Farbverlust. Die obere linke sowie untere linke Ecke unscheinbar bestoßen und mit ebenso unscheinbarem Farbverlust. Rahmen bestoßen und mit Fehlstellen.
46,5 x 24,7 cm, Ra. 53,5 x 32 cm.