116 Richard Müller "Schmetterlinge". 1946.
Öl auf Holz. Geritzt monogrammiert "RM" und datiert u.re. Verso in Kugelschreiber und Farbe betitelt, nochmals signiert "Rich. Müller", ortsbezeichnet "Dresden" und datiert Mi. Weiterhin mit dem Künstlerstempel versehen u.li. Unter grünem Passepartout mit Goldschnitt in einer breiten Hohlkehlleiste mit ornamentaler Sichtleiste gerahmt. Verso auf der Abdeckung in Blei signiert "Rich. Müller", datiert und betitelt. Nochmals mit Adress-Stempel des Künstlers versehen o.li. In Blei nummeriert "200" o.Mi.
WVZ Wodarz M 1946.08, mit abweichenden Maßangaben sowie nochmals M 1945.04.
Die in den 1910er Jahren entstandenen meisterhaften Aktdarstellungen junger, von großen Vögeln umworbenen Frauen nehmen in Müllers Radierwerk, noch vordergründiger aber in seinem malerischen Werk, wohl den prominentesten Platz ein.
Müller setzt dieses Motiv erstmals in dem 1911 entstandenen Gemälde "Die Rivalen" um, 1913 dazu in der gleichnamigen, stark variierten Radierung.
Schon in der Radierung "Der dreiste Freier" (1913) reduziert Müller aber die vordergründig erotischen Attribute.
Sieben weitere Variationen immer liegender Akte sind dieser Werkgruppe zuzuordnen, in denen ein subtilerer erotischer Moment nur aus der sinnlichen Aktdarstellung und dem Spiel der Akteure erwächst ("Neckerei" 1912, "Der rote Ibis" 1915, "Liebesbotschaft" 1917, "Schmetterlinge" 1917, "Perlen" 1916, "Kampfhähne" 1918, "Der Affe" 1918).
Sind uns diese Entwürfe zumeist aus den meisterhaften Radierungen bekannt, so setzt Müller nur drei Motive als Ölgemälde um, beim vorliegenden Motiv "Schmetterlinge" arbeitet er wohl sogar unmittelbar im Medium des Gemäldes. Mit einem Abstand von 30 Jahren künstlerischer Entwicklung manifestiert er diese Wertschätzung durch die vorliegende Wiederholung des 1917 entstandenen Gemäldes.
Zu dem dort zur Edition 1922 noch als "Münchner Privatbesitz" gelisteten ursprünglichen Gemäldeentwurf existierte nur die in Meißners Werkverzeichnis der Gemälde schwarz-weiß abgedruckte Abbildung.
Mit einer im Zuge der kunstwissenschaftlichen Recherchen entdeckten, bisher unbekannten, Postkarte der Münchener Kunstausstellung liegt nun erstmalig eine farbige Reproduktion der ersten Gemäldefassung vor.
Firnis gedünnt, etwas ungleichmäßig im Glanz.
17,8 x 23,8 cm, Ra. 37,7 x 46,5 cm.