SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 45     26.09.15
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133   Albert Wigand "Stilleben mit Schale und Früchten". 1939- 1948.

Öl auf Malpappe. Verso in Kugelschreiber am oberen Rand li. in Kugelschreiber signiert "Wigand" sowie in blauem Faserstift li. bezeichnet "vor 33 am […]platz Mittagspause" und u.re. "Franz 3 Hanna[…] RÖSELERSTR 1". Weiterhin von fremder Hand bezeichnet. Fest in einer neuen hochwertigen, partiell vergoldeten und gefassten Modelleiste mit Schattenfuge gerahmt.
WVZ Grüß-Wigand A.1939-48/5, mit abweichenden Maßangaben.

In einer Schale liegen Äpfel, Bananen und eine Zitrone auf einem mit smaragdgrüner Tischdecke versehenen Tisch. Mit einfachen malerischen Mitteln, kräftigem Pinselstrich und einer reduzierten Palette erzeugt Wigand auf der Bildfläche spannungsvolle Ausgewogenheit. Für den Stil und die Farbauffassung der Stilleben dieser Zeit haben Susanne und Klaus Hebecker die treffende Formulierung gefunden: "seinem expressiven Duktus liegt eine impressionistische Bildvorstellung zugrunde." (WVZ Ölgemälde, S. 21). Dies impliziert eine sinnlich ausgedrückte Suche nach etwas Ausgleichendem in einer ins Wanken geratenen Welt.
Stillleben und Stadtansichten waren Albert Wigands beliebteste Sujets der Kriegsjahre und kurz darauf. Darin lässt sich vielleicht der Wunsch erkennen, die unmittelbare Umgebung, die Stadt - mehr und mehr entvölkert und zunehmend bedroht - und einfache kleine Elemente des täglichen Lebens, gleichermaßen bedroht, festzuhalten. Beides wurde in dieser Zeit seiner Selbstverständlichkeit beraubt, Alltag und Alltägliches wurden in Frage gestellte Symbole der Extremsituation Krieg.

Verso atelierspurig sowie mit Rückständen eines alten Klebebands. Malschicht minimal angeschmutzt, Pastositäten leicht verpresst.

28,5 x 42,5 cm, Ra. 41 x 55 cm.

Schätzpreis
8.500 €
Zuschlag
7.500 €