168 Max Liebermann "Ferkelchen". 1890.
Radierung und Kaltnadel auf Japanbütten. Unterhalb der Darstellung re. in Blei signiert "M Liebermann". Am Bildrand u.li. wohl von fremder Hand nummeriert "4", u.re. "1927".
WVZ Schiefler 11 II a (oder b).
Vgl. London, BM 1911, 0417.4.
In Liebermanns erster, entscheidender Phase als Grafiker zwischen 1887-1897 entstanden vor allem Radierungen. Als Vorlage zum vorliegenden Blatt diente das 1888 angefertigte Pastell "Schweinefamilie". Dem Künstler gelingt es durch seinen subtilen graphischen Vortrag, den Eindruck vibrierenden Lichts zu verstärken. Geschickt gesetzte Schatten an Stallwand, Baumstamm oder der rechts befindlichen Figur wechseln mit tänzelnden Lichtern im Blattwerk der Bäume, auf den Gesichtern der Kinder und den Leibern der Tiere. Dabei löst der Künstler die freien, lockeren Strukturen und kurzen Striche der oberen Bildhälfte nach unten hin auf, indem er gerade Schraffuren mit längerem Strich einsetzt. Ruhe kehrt in das Linienspiel ein und erleichtert so dem Betrachter den optischen Einstieg ins Bild.
Knickspurig und angeschmutzt. Vor allem die Bildränder li. und re. mit langen Knicken. Kleine Randläsionen.
Pl. 15,8 x 21,7 cm, Bl. 39,2 x 53,4 cm.