SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 79     15.06.24

182   Annibale Carracci (nach), Omphale. Wohl Anfang / Mitte 17. Jh.

Rötelzeichnung. Unsigniert. Nach dem Fresko "Herkules und Omphale"Verso mit Resten einer Bezeichnung in Tusche. Freigestellt im Passepartout montiert und hinter Glas in einem Tabernakelrahmen gerahmt. Verso auf Rahmen in blauem Stift bezeichnet "W…".

Zur Vorlage vgl.: Annibale Carracci "Herkules und Omphale", 1597–1602, Fresco, Galleria Farnese, Rom.

Vgl. auch die druckgrafische Kopie von Carlo Cesio, um 1657, Radierung, 23,2 x 21,7 cm, The British Museum, London, InvNr. A,3.8.

Omphale, Königin der Lydier, erwarb Herkules als Sklaven, als er eine Strafe verrichtete. Als sie seine Identität entdeckte, heiratete sie den Helden, welcher ihr von da an jeden Wunsch erfüllte. So trug er etwa Frauenkleider, sponn Wolle, oder verrichtete andere "Frauenarbeiten". Im Gegenzug trug Omphale sein Löwenfell und seine Keule.
Herkules und Omphale zählten zu den Paaren, die in den sogenannten "Weibermachtszyklen" dargestellt wurden. Dabei handelt es sich um Druckserien, die Beziehungen zeigen, bei denen die Frau über den Mann herrscht. Die vermeintliche Absurdität und Verkehrtheit steht dabei im Mittelpunkt.

Formatverkleinert. Blatt leicht gewölbt. Ein schwarzes Fleckchen am re. Rand. Verso mit Kleberesten alter Montierungen.

17 x 11 cm, Ra. 40 x 29,4 cm.

Schätzpreis
500 €
Zuschlag
400 €