SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 26     04.12.10

189   Friedrich Preller d.J., Szene aus der Ilias, Ges. 1, Vers 428 (Thetis tröstet Achill). 1881/ 1882.

Kohlezeichnung auf Papier, auf Leinwand kaschiert. In Braun in Kapitalen signiert u.li. "PRELLER jun.", betitelt u.Mi. Verso auf dem Keilrahmen mit verschiedenen Nummerierungen auf Klebeetiketten versehen.
Darstellung angeschmutzt; unscheinbare Läsionen im Randbereich; in den Ecken Reißzwecklöchlein. Etwas fleckig. Bildträger mit unscheinbaren Verletzungen im Felsen u.li., im Berührungspunkt des Tuches der Nymphe mit der Wasseroberfläche und hinter der Figur des Achill o.re. Randbereich Druckspuren.

Die von Preller hier erfaßte Szene beschreibt den Moment, in dem Thetis, die Mutter Achills, sich aus dem Wasser erhebt, um dem über seinen nahenden Tod grollenden Sohn zu entfliehen: "Also sprach sie und ging und ließ ihn einsam am Orte, grollenden Sinns um den Raub der schöngegürteten Jungfrau, die man mit Trotz und Gewalt ihm entrissen." (Homer, Ilias (in der Übersetzung von Hans Rupé), Erster Gesang, Vers 428 - 430) Preller bearbeitete dieses Thema mehrfach - in der 1876 bei A. Dürr in Leipzig erschienenen Ausgabe von vier Holzschnitt-Illustrationen zur Ilias wohnt dieser Szene jedoch eine betont bühnenhafte Dramatik inne, die in dem hier vorliegenden Entwurf zugunsten einer feineren Ausarbeitung der Charaktere reduziert wurde.

Der hier zur Auktion gebrachte Entwurf ist eine der Illustrationsvorlagen für die 1882 bei Bruckmann in München erschienene und dem Großherzog von Weimar gewidmete Prachtausgabe von Homers "Ilias" in der Voß'schen Übersetzung. Dieselben Illustrationen erschienen nach dem Tode Prellers in einer vom Kunstwart-Verlag, München, herausgegebenen Mappe im Jahr 1904 als Offsetdrucke - "Thetis tröstet Achill" ist hier als "Achilleus und Thetis" unter Blatt IX geführt.

119 x 93 cm.

Schätzpreis
1.500 €
Zuschlag
1.200 €