195 Adrian Ludwig Richter, Richilde mit Laute. Vor 1842.
Bleistiftzeichnung. Unsigniert. U.Mi. von Künstlerhand bezeichnet "Laß ab holde Grausame". Verso mit einer weiteren Skizze. Am li. Rand im Passepartout montiert, darauf mit einem Papieretikett mit handgeschriebenem Gutachten von Prof. Hans Wolfgang Singer (1867 New York- 1957 Dresden) und Dr. Hölemann (Dresden) versehen. Mit einer typografischen Danksagungskarte Ludwig Richters anlässlich seines 80. Geburtstags, darauf wohl von Künstlerhand mit dem Text "Herzliche Grüße Ihnen, der verehrten Mama und den lieben Schwestern".
Es handelt sich hierbei um einen Illustrationsentwurf zu dem Märchen "Richilde" von Johann Karl August Musäus, in welchem es heißt:
"bald bei einer traulichen Promenade Hand in Hand, wenn der freundliche Mond sein falbes Licht durch die dunkeln Bogengänge des ernsten Taxus goß, bald in der schattichen Laube, wenn ihre melodische Hand dem horchsamen Ritter die weichsten Akkorde ins Herz zu lautenieren gedachte.
Mit scheinbarem Enthusiasmus umfaßte Gottfried einsmals bei einer solchen empfindsamen Entrevue der Gräfin Knie und sprach:
Laßt ab, holde Grausame, durch Euren mächtigen Zauber mein Herz zu zerreißen und schlafende Wünsche aufzuwecken, die mir das Hirn verwirren, Lieb ohne Hoffnung ist bittrer denn der Tod.".
Vgl. Text und Illustration: Johann Karl August Musäus: Volksmärchen der Deutschen. Vollständige Ausgabe, nach dem Text der Erstausgabe von 1782–86, mit den Illustrationen von Ludwig Richter, A. Schrödter, R. Jordan und G. Osterwald zur Ausgabe von 1842. Stuttgart, 1974. S. 113.
Lichtrandig mit vereinzelten Stockflecken und technikbedingt leicht angeschmutzt. Verso mit Klebebandreste einer alten Montierung.
8 x 6,1 cm, Psp. 42 x 27,5 cm.