232 Friedrich Preller der Jüngere, Achilleus und Thetis (Szene aus Homers Ilias, Ges. 1, Vers 428). 1882.
Kohlestiftzeichnung. U.li. signiert "PRELLER jun", u.Mi. betitelt." An den o. Ecken im Passepartout montiert und hinter Glas gerahmt.
Agamemnon hatte Chryseis als Kriegsbeute zu sich genommen. Apollon strafte dessen Volk daraufhin mit einer Seuche und zwang ihn, die junge Frau ihrem Vater zurückzubringen, der sein Priester war. Agamemnon holte sich zum Ausgleich nun Achilleus' Geliebte Briseis, womit es zu jenem Zerwürfnis kommt, das den Grundkonflikt der Ilias bildet.
Achilleus wird von Athene von seinem Plan abgebracht, Agamemnon zu erschlagen. Seine Mutter Thetis verspricht ihm außerdem, sich bei Zeus für ihn zu verwenden. Die Verabschiedung ist hier dargestellt:
"Hierauf steig' ich [Thetis] empor zum ehernen Hause Kronions,
Und umfass' ihm die Knie'; und ich traue mir, ihn zu bewegen.
Als sie solches geredet, enteilte sie. Jener allein nun
Zürnt' im Geist, und gedachte des schöngegürteten Weibes,
Das man mit Trotz und Gewalt ihm hinwegnahm." (Ilias/Voß, V. 425–430).
Im Randbereich Reißzwecklöchlein, Fingerspuren und Anschmutzungen.Zweifach lichtrandig. Im Bereich Achilleus' Verse eine längere Knickspur mit Riss (24 cm), verso hinterlegt. Ein weiterer Riss unterhalb des Umhangs der Thetis (ca. 3 cm). Weitere unscheinbare Knickspuren (max. 3 cm) im u. Fünftel. Unscheinbar stockfleckig.
119,5 x 93 cm, Ra. 127,5 x 100 cm.