245 Rudolf Schlichter, Bildnis Géza von Cziffra. Um 1926/1927.
Aquarell über Bleistiftzeichnung auf ockerfarbenem "Hahnemühle"-Bütten. In Blei signiert "R. Schlichter" u.Mi. Freigestellt im Passepartout montiert.
In dem vorliegenden Werk wird der in Siebenbürgen geborene, ungarische Lyriker, Cineast und Schriftsteller Géza von Cziffra dargestellt. Als der damalige Freund Schlichters keine feste Wohnung in Berlin hat, kommt er beim Künstler als Gast unter und wird dabei mehrmals portätiert. Ein motivisch vergleichbares Porträt, das Ölgemälde "Géza von Cziffra".
1926/27. Öl auf Malpappe, 100 x 74 cm. Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie, Inv.Nr. A III 252 (abgebildet in: Adriani, Götz (Hrsg.): Rudolf Schlichter. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. München, 1997), stellt von Cziffra im
Sessel sitzend dar, wobei die Szene durch Stil und Detailliertheit der Neuen Sachlichkeit zugeordnet werden kann.
In unserem Porträt befinden wir uns in einer undefinerten Alltagsszene, in welcher die Figur von Géza von Cziffra und sein Inneres dominieren. Der eher expressionistische Stil des Bildnisses mit dynamischen und verschwommenen Pinselstrichen hebt die Figur von Cziffras vor dem unscharfen
Hintergrund ab, lenkt alle Aufmerksamkeit auf sein Gesicht und betont seinen unergründlichen Blick.
Insgesamt wohl leicht gebräunt, etwas lichtrandig. In den Blattecken Reißzwecklöchlein aus dem Werkprozess. Die Blattränder umlaufend mit vereinzelten kleineren Einrissen, fachmännisch geschlossen und partiell retuschiert, am li. Blattrand ein Einriss mit einer Knitterspur. Am o. und re. Darstellungsrand mit einigen Stockfleckchen. Verso etwas gebräunt, mit vereinzelten Stockfleckchen und bräunlichen Kleberspuren.
63 x 49 cm, Psp. 82 x 65,5 cm.