263 Wilhelm Rudolph, Dresden, Kleine Brüdergasse. Um 1930.
Holzschnitt auf chamoisfarbenem Papier. In Blei signiert u.re. "Wilhelm Rudolph" und bezeichnet "Handdruck" u.li. Von fremder Hand betitelt "Dresden, Kleine Brüdergasse" u.Mi. Trockenstempel im Papier u.re.
Wilhelm Rudolph ist heute vor allem für seine Darstellungen vom zerstörten Dresden bekannt. Dabei belegt das vorliegende Blatt, dass er sich bereits vor dem Krieg die Stadt als Motiv erschlossen hatte. Seit den frühen 1920er Jahren schuf er Ansichten verschiedener Straßenzüge, doch in keiner anderen Arbeit zelebriert Rudolph die Vertikale wie in dieser Darstellung. Trotz der geometrischen Strenge trägt das Bild in seiner Auffassung von Enge und Beengtheit deutlich impressionistische Züge. Körper werden auf flächige Bruchstücke reduziert, Räume auf den schmalen Abstand von zwei parallel laufenden Linien zusammengeschrumpft. Selbst der Holzstock scheint im Verschwinden begriffen.
Blatt knickspurig sowie beidseitig geringfügig angeschmutzt.
Stk. 65,7 x 43,5 cm, Bl. 72,8 x 55,7 cm.