286 Paul Kleinschmidt "Verlorener Sohn". 1920.
Kaltnadelradierung mit Plattenton auf bräunlichem Japan. Unterhalb der Darstellung li. in Blei signiert "Kleinschmidt" sowie datiert und bezeichnet "Probedruck Nr.1 Zweiter Zustand". Verso mit dem Sammlerstempel von Siegbert Marzynski (nicht bei Lugt) sowie von fremder Hand bezeichnet.
Ein weiterer Probedruck dieser Arbeit befindet sich im Brooklyn Museum, New York, InvNr. 37.423.
Der jüdische Textilkaufmann Siegbert Marzynski, später Marcy, (1892 Berlin – 1969 Beverly Hills) hatte zunächt in Berlin Kunstgeschichte bei Heinrich Wölfflin studiert und übernahm dann das väterliche Geschäft. Er war aufgrund häufiger geschäftlicher Aufenthalte in Paris mit Paul Signac, Maurice Utrillo und Maurice de Vlaminck befreundet. Mit Max Liebermann und Lovis Corinth verband ihn ebenfalls eine enge Freundschaft. 1931 unterstützte er eine Benefizauktion für junge Künstler bei Paul Graupe in Berlin, zehn Jahre später emigrierte er in die USA. Teile seiner Sammlung schenkte er in die National Gallery, Washington.
Technikbedingt in den Randbereichen minimal wellig, am o. Rand montierungsbedingt zwei unscheinbare Quetschfalten (max. 1,5 cm). Am re. Rand u. eine kleine Fehlstelle (ca. 10 x 5 mm), wohl materialimmanent. U.Mi. eine blasse graue Wischspur. Verso an den o. Ecken mit Papierresten einer früheren Montierung.
Pl. 25 x 30 cm, Bl. 36,7 x 37,6 cm.