SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 78     02.03.24

307   Gotthardt Kuehl "Blick auf den Montmartre". Mitte 1880er Jahre.

Farbige Pastellkreidezeichnung und Gouache auf kräftigem, gelblichen Papier, vollrandig auf Malpappe montiert. Signiert "G. Kuehl" und bezeichnet "Paris" u.re. Hinter Glas ein einer goldfarbenden Stuckleiste gerahmt.
Nicht im WVZ Neidhardt, siehe jedoch das nahezu motivgleiche Gemälde WVZ Neidhardt 136, heute im Museum der bildenden Künste Leipzig, InvNr. 894.

Gotthardt Kuehl zog im Jahr 1879 mit 29 Jahren nach Paris. Über seinen Aufenthalt dort ist nur wenig überliefert – man weiß, dass er ein günstiges Atelier im 9. Arrondissement bezog und regelmäßig im Salon ausstellte. Seine deutsche Herkunft bereitete ihm, kurz nach dem Ende des Deutsch-Französischen Krieges, Schwierigkeiten. Dennoch erhielt er insbesondere im Jahr 1887 für zwei großformatige Gemälde das überschwängliche Lob des Publikums, welches die Behandlung von Licht und Farbe geschätzte. Im folgenden Jahr erhielt er seine einzige Salon-Medaille.
Vgl. Rachel Esner: "C'est un peintre français". Gotthardt Kuehl und die Pariser Kunstkritik, in: Gerhard Gerkens, Horst Zimmermann (Hrsg.): Gotthardt Kuehl. 1850–1915. Leipzig 1993, S. 26ff.

Bildträger ungerade auf dem Untersatz montiert, in den Randbereichen ein weiterer Untersatz mit Spuren aus dem Werkprozess sichtbar, die Blattränder ungerade. Am u.re. Blattrand eine vertikal verlaufende Knickspur. Bildträger montierungsbedingt unscheinbar gewellt. Die Blattecke o.li. mit leichten Feuchtigkeitsspuren aus dem Werkprozess. Malschicht nicht fixiert. Untersatz verso mit Resten einer Rahmungsverklebung.

49 x 32 cm, Ra. 64 x 48 cm.

Schätzpreis
2.500-3.000 €
Zuschlag
10.000 €