444 Josef Hegenbarth "Zuhörende". Um 1948.
Leimfarben und farbige Tusche auf kräftigem Büttenkarton. In Tusche signiert "Josef Hegenbarth" u.re. Verso von fremder Hand in Blei bezeichnet und mit der Inventar-Nummer "Inv.-Nr. 142" versehen u.re. Im Passepartout.
WVZ Zesch B III 711.
Im Entstehungsjahr dieser humorvollen Szene erschien in der Reihe "Kunst der Gegenwart" ein kleines Büchlein mit 58 Illustrationen von Werken Hegenbarths sowie einem umfassenden Text aus der Feder des Kunstkritikers und Publizisten Will Grohmann. Der Autor gibt darin einen launigen und treffend charakterisierenden Überblick über das bisherige Schaffen Hegenbarths; wohlwollend und anerkennend hebt er in besonderem Maße den auf genauer Menschenkenntnis und Beobachtung basierenden Erfindergeist des Künstlers hervor, sieht ihn gleichsam als zeichnenden Dichter seiner eigenen comédie humaine. Die größte künstlerische Leistung sieht Grohmann in Hegenbarths Virtuosität im Umgang mit der Linie: "Hegenbarth bedarf anfangs noch vieler Worte, um sich auszudrücken, reduziert immer mehr, läßt weg und konzentriert sich auf wenige graphische Zeichen, denen er die Überlegenheit einer höchst vitalen Gestaltungskraft verleiht. Jetzt wird ein Profil wie ein Buchstabe hingeschrieben, ein Detail, ein Auge z.B., hieroglyphisch vereinfacht, ein Stück Landschaft, ein Interieur, ein Kleidungsstück mit wenigen Strichen in seiner Besonderheit suggeriert. Aber als Ganzes läßt so ein Blatt nichts vermissen, es ist alles da und mehr, als eine nachahmende Genauigkeit vermitteln könnte." (Grohmann, Will: Josef Hegenbarth. 58 Bilder und Zeichnungen. Aus der Reihe 'Kunst der Gegenwart', Potsdam 1948, S. 13.).
Blattrand o. und u. ungerade geschnitten, die oberen Blattecken mit Reißzwecklöchlein. Verso mit Resten mehrerer alter Montierungen.
27 x 38 cm, Psp. 32,8 x 47,5 cm.