463 Peter August Böckstiegel "Frühling in Cossebaude". 1920.
Farblithographie in fünf Farben (Rot, Blau, Grün, Gelb und Schwarz), auf "Zanders Johann Wilhelm" - Papier gedruckt. Im Stein u.Mi. monogrammiert "P.A.B." In Blei u.re. signiert "P.A. Böckstiegel", u.li bezeichnet "Org. Steinzeichnung" und "Handdruck", u.Mi. betitelt. Hinter Glas gerahmt.
Das Blatt leicht gegilbt und mit sehr schmalem Lichtrand. Zwei sehr kleine Einrisse am Bildrand u.li. und einer o.re. Der Linke Rand etwas knickspurig. Blatt verso mit den Resten einer vollrandigen Montierung.
WVZ Matuszak 96; WVZ Becker 101.
Abzug außerhalb der Mappenauflage "Bauernleben" von 1920.
Nur für einen kurzen Zeitabschnitt - zu Beginn der zwanziger Jahre - widmete sich Böckstiegel der lithographischen Technik, griff darin aber zugleich jene expressionistischen Züge auf, die ihn mit der "Gruppe 1917" und der "Dresdner Sezession. Gruppe 1919" verbanden. Anders jedoch als eine Vielzahl seiner Künstlerkollegen zog es ihn nicht zu den undurchsichtigen Milieus der Großstadt. Statt dessen suchte er seine Motive auf dem Land und bei den Menschen der eigenen Umgebung, die dessen Arbeiten zu einer persönlicheren Ausdrucksweise verhalfen. Nicht zuletzt die Grafiken der Mappe "Bauernleben" zeugen von jener Verbundenheit mit dem ländlichen Milieu. So beschränkte sich der Künstler in seinen ungewöhnlich großformatigen Ansichten auf eine vereinfachte Strichführung und Reduzierung der Gegenstände auf das Wesentliche, die sich in den kräftigen Farben der Expressionisten spiegeln und welche die schlichten Szenerien in dynamisch-avantgardistische Weltsichten zu verwandeln mögen.
St. 54,3 x 70 cm, Bl. 63,4 x 77,2 cm, Ra. 65 x 79 cm.