SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 41     13.09.14

521   Richard Müller, Italienerhahn. 1940.

Kreidezeichnung auf Zeichenkarton. U.re. in Blei signiert "Rich. Müller" und datiert. Vollrandig auf Untersatzkarton montiert. Hinter Glas in einer einfachen, weiß gefaßten Leiste gerahmt.
Nicht im WVZ Wodarz.

Im Werk von Richard Müller spielten Tiere eine wichtige Rolle. Mehrfach porträtierte Müller Marabus: Ihre eigentümliche Gestalt und Haltung, die eine gewisse Ähnlichkeit zu fracktragenden Herren nicht verleugnen lässt, hat Müller offenbar beeindruckt und berührt. Die vorliegende Zeichnung eines Hahnes vereint einige für Müllers Zeichen- und Radierweise typische Eigenschaften: Die Ausarbeitung des Federkleides ist trotz seiner Lokalfarbe Schwarz detailreich und mit Lichtern modelliert (vgl. Radierung "Mein Quick", Günther Nr. 67) und der Hintergrund wird vernachlässigt (vgl. Radierung "Huhn", Günther Nr. 55). Im Unterschied zu seinen frühen Werken, die oft stark symbolisch aufgeladen sind, zeigt sich in dieser späten Arbeit eine Besinnung auf ein einfaches, aber in Zeiten des Krieges nicht bedeutungsloses Bildmotiv.

Blatt sehr vereinzelt mit bräunlichen Fleckchen.

32,3 x 25,6 cm, Ra. 49,1 x 59,5 cm.

Schätzpreis
1.500 €
Zuschlag
1.200 €