053 Ferdinand Dorsch "Am Bücherschrank" (Im Ledertapetensaal von Schloss Weesenstein). 1914.
Öl auf Mahagoni-Tafel. In der o.li. Ecke signiert "F. DORSCH DRESDEN", ortsbezeichnet "WEESENSTEIN" und datiert. Verso auf der Holztafel nochmals signiert "FERD. DORSCH", mit Adressangabe "Dresden Am Terrassenufer 27" sowie betitelt und in der u.re. Ecke datiert. Mit zwei bezeichneten Etiketten, das ältere von einer Dresdner Kunsthandlung stammend. In einem hochwertigen Kassettenrahmen mit Flammleistenprofil und vergoldeter innerer Leiste gerahmt.
Vgl. eine motivgleiche, jedoch spiegelverkehrte Variation des Gemäldes mit der falschen Betitelung "Im Dresdner Schloß", 1910, Öl auf Leinwand, 106 x 67,5 cm, abgebildet in: Ferdinand Dorsch. Ein Künstlerleben in Dresden. 1875–1938. Ausstellungskatalog der Galerie Abercron, Köln. Köln 1976, S. 31, KatNr. 14.
Siehe dazu eine historische Fotografie des Ledertapetensaals aus der Zeit vor 1917 im Bestand von Schloss Weesenstein, Staatliche Schlösser, Burgen und Gärten Sachsen.
Mehrfach besuchte Ferdinand Dorsch das idyllisch im Müglitztal bei Dresden gelegene Schloss Weesenstein, das seit 1830 zu den Besitztümern der Wettiner gehörte und bereits König Johann von Sachsen als Refugium gedient hatte. Der Ledertapetensaal zählt noch heute zu den repräsentativsten Räumen der herrschaftlichen Wohnetage. Dorsch nutzte das stilvolle Interieur als Kulisse für die Darstellung einer lesenden Dame, bei der es sich wohl um eine Malschülerin des Künstlers handelt.
Wir danken Frau Dr. Birgit Finger, Weesenstein, für freundliche Hinweise.
Verso Holztafel mit zwei horizontalen Einschubleisten und Teile des alten Etiketts fehlend. Die Randbereiche der Malschicht partiell mit leichtem rahmungsbedingtem Abrieb sowie kleinen Druck- und Fehlstellen. Die erste Initiale der Signatur teilweise unleserlich.
50 x 39 cm, Ra. 59,5 x 50 cm.