SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 85     20.06.26

058   Wilhelm Lachnit, Stillleben mit Dahlien. 1934.

Tempera auf kräftigem, strukturierten "PM Fabriano"-Papier. Signiert und datiert "Lachnit 34" u.li. O.li. in Blei mit einer Widmung von Künstlerhand versehen und datiert "37". Im Passepartout montiert und hinter UV-Glas in einem schwarzen Wechselrahmen.

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 begann auch ein rigoroses Vorgehen gegen politisch engagierte Künstler. Lachnit, politisch links orientiert, sollte dies alsbald zu spüren bekommen. Sein Atelier wurde durchsucht, er selbst verhaftet und nur aufgrund der Intervention von Erich Fraaß wieder freigelassen.
Lachnit malte in der Folgezeit neben Portraits mehr und mehr Stillleben, aus denen sich die für ihn typischen mythologischen Figurenkompositionen entwickelten. Vielleicht gelang mit diesen Bildthemen eine Flucht vor und aus der ihn umgebenden Wirklichkeit – ein verzweifeltes Festhalten am Schönen, in der vorliegenden Arbeit konserviert in einem zarten und gleichzeitig in kraftvollen Farben gehaltenen Blumenstrauß.

Blattränder recto umlaufend mit Fehlstellen durch ältere Montierung, Blattkanten mit kleinen Randläsionen und partiellen Stauchungen. Malschicht mit unscheinbaren, kleinsten Fehlstellen, im oberen Bildviertel eine horizontale (25 cm) sowie eine vertikale Druckspur (9 cm). Verso Reste älterer Montierungen. Rahmen verso mit einzelnen Bohrlöchlein.

57,3 x 39 cm, Ra. 72,3 x 52,3 cm.

Schätzpreis
3.500 €