059 Bernhard Kretzschmar, Blick über Felder auf Dresden. Ohne Jahr.
Öl auf Malpappe. Unsigniert. Verso in Kugelschreiber von der Witwe des Künstlers bezeichnet "Nachlaß Bernh. Kretzschmar Hildeg. Stilijanov-Kretzschmar" u.re. In Blei nummeriert "69" u.li. Weiterhin in Blei wohl von fremder Hand bezeichnet "Felderlandschaft mit Figur" und mit einem Klebeetikett versehen, darauf typographische Angaben zum Künstler. Weiterhin in Tinte bezeichnet u.re. Im profilierten gold- und silberfarbenen Rahmen.
Als Kretzschmar nach der verlustreichen Zeit des Zweiten Weltkriegs – Kretzschmar war ausgebombt worden und verlor durch lange, zehrende Krankheit seine erste Frau – das Sujet der Landschaftsmalerei wieder aufnahm, knüpfte diese nur bedingt an seine bisherige Malweise an. Einer bewußt positiv und zukunftszugewandten Aussage gleich, hellt sich die Palette deutlich auf, es dominieren fortan klare, leuchtende Farben, die Übergänge sind weniger kontrastreich als sich gegenseitig durch eine Steigerung aufwertend und dem Himmel und der landschaftlichen Weite wird durch einen tiefgezogenen Horizont mehr Raum geschenkt. Kretzschmar malte vorrangig vor der Natur – das intensive Erlebnis des im Malprozeß Geschauten und Empfundenen überträgt sich auf unbeschwerte Weise souverän auf die Leinwand und ermöglicht dem Betrachter ein ungebrochenes Nachempfinden dieser stimmungsvollen Momentaufnahme, das in Worten Kretzschmars „mit dem schönen sichtbaren Nichts“ am deutlichsten charakterisiert werden kann.
(zitiert nach: Löffler, Fritz: Bernhard Kretzschmar, Dresden 1985, S. 59.).
Ecken des Malträgers gestaucht und mit Reißzwecklöchlein. Am Bildrand li. und o. im Falzbereich Fehlstellen. Kleiner Farbverlust in den Wolken o.Mi. und im Grün u.re. sowie minimale punktuelle Abplatzungen in der oberen Bildhälfte sowie am unteren Rand re.
31 x 40,8 cm, Ra. 36,7 x 47 cm.