596 Curt Querner "Selbstbildnis (Studie)". 1971.
Aquarell auf kräftigem gelblichem "Schöllershammer"-Velin. U.re. in Blei monogrammiert "Qu" und ausführlich datiert. Verso in Graphit bezeichnet "XX" und "Querner-Aquarell 1971 'Selbstbildnis'". O.re. Trockenstempel. Im Passepartout hinter Glas in einfacher Holzleiste gerahmt.
WVZ Dittrich B 1889.
Liest man in den publizierten Tagebucheinträgen Querners, zeigt sich sehr deutlich, wie regelmäßig und kritisch der Künstler sich und seine künstlerische Position hinterfragt hat. Dominierte vor allem in den gesellschaftspolitisch wechselvollen jüngeren Jahren die Frage nach dem eigenen Standpunkt und die nicht immer selbstverständliche Akzeptanz dessen, kommt in den späteren Lebensjahren und vor allem im letzten Lebensjahrzehnt ein persönlicheres, intimeres Studium der eigenen Erscheinung zum Tragen. In zahlreichen Selbstportraits auf Leinwand oder (vornehmlich) Papier, seziert Querner die eigene Physiognomie, läßt sie zur Landschaft und zum Lebensraum seiner Erfahrungen, Gedanken und Erinnerungen werden. Den ihm anhaftenden kritischen Blick mit den tief einschneidenden Stirnfalten und den herabfallenden Mundwinkeln bricht er in seiner Strenge durch den leuchtenden Einsatz des von Querner hochgeschätzten "Neapelgelbs" und schenkt somit seiner kritischen, nahezu harsch wirkenden, Selbstbetrachtung ein weises, versöhnliches Element.
Verso atelierspurig.
36,6 x 25,5 cm, Psp. 60,7 x 45 cm, Ra. 62,6 x 47,8 cm.