SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 79     15.06.24

006   Johann Anton Castell, Blick vom Wolfshügel auf Dresden im Abendlicht. 1860.

Öl auf Papier, auf Malpappe kaschiert. Signiert und datiert "ACastell. 1860" u.Mi. In einer goldfarbenen, profilierten Leiste gerahmt.

In Dresden als dem Hauptort der deutschen romantischen Malerei hat sich der Geist dieser Bewegung am eindrücklichsten in der Landschaftsmalerei verwirklicht. Das kulturelle Klima der sächsischen Residenzstadt sowie ihre landschaftliche Umgebung begünstigten diese Entwicklung. Als der norwegische Maler Johan Christian Clausen Dahl 1818 nach Dresden kam, begeisterte er viele junge Künstler und leitete eine neue Phase der romantischen Malerei ein. Auch Johann Anton Castell gehörte zu seinen Schülern.
Das Motiv des vorliegenden Gemäldes zählt zu den wichtigsten im malerischen Oeuvre des Künstlers. In verschiedenen Varianten malte er immer wieder Ansichten seiner Heimatstadt Dresden aus der Ferne, eingerahmt von einer pittoresken Naturkulisse und in stimmungsvollem Licht. Auch hier eröffnet sich dem Betrachter das im Sonnenuntergang erglänzende Elbtal, während sich von rechts im Vordergrund ein einsamer Wanderer mit seinem Hund nähert. Dahinter eine Reihe von Kiefern, die zusammen mit großen Felsbrocken, Baumstümpfen und dem nach hinten hin sanft ins Tal abfallenden Hang die Landschaft bilden. Im Mittelgrund links leuchtet hell das damals erst kürzlich, zwischen 1850 und 1854, erbaute repräsentative Schloss Albrechtsberg.

Lit.: Hans Joachim Neidhardt: Die Malerei der Romantik in Dresden. Leipzig, 1976.

Bildträger leicht gewölbt. Papier mit punktuellen, sehr unscheinbaren Deformationen im Himmel. Minimale Bereibung an einer horizontal verlaufenden Pastosität in der Baumgruppe Mi. Malschicht im Falzbereich mit leichten Bereibungen, wenige punktuelle Retuschen sowie einer kleinen Farbausplatzung u.li.

38 x 54,5 cm, Ra. 44,5 x 61 cm.

Schätzpreis
5.500 €
Zuschlag
4.500 €