065 Karl Kröner "Glockenblumen und Rittersporn". 1922.
Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "Karl Kröner" und datiert. Verso mit einem Klebeetikett auf dem Keilrahmen o.Mi., darauf handschriftlich betitelt sowie bezeichnet "Ö 73 / Karl Kröner - Niederlößnitz, Dresden / Paradiesstraße 20 [?]". In reich verziertem Schmuckrahmen.
Seit 1914 befand sich das Atelier Karl Kröners im Turmhaus des Grundhofs, einem alten Weingut auf der Paradiesstraße in Radebeul bei Dresden. Er hatte die Räume von dem verstorbenen ortsansässigen Maler Wilhelm Claus übernommen und sollte sie über sechs Jahrzehnte bis zu seinem Tod im Oktober 1972 mit Leben und Arbeit füllen. Die großzügige Anlage des Grundhofs verfügte über mehrere, den einzelnen Gebäuden des Anwesens zugeordnete kleinere und größere Gartenbereiche – auch Kröner widmete sich einem selbstangelegten Teil, den er mit Passion und Hingabe pflegte. So wundert es keineswegs, daß in Anekdoten und Erzählungen über Atelierbesuche bei dem Künstler frische Blumen in leuchtenden Farben stete Erwähnung finden. Kröner sah in dem farben- und formfrohen Eigenleben von Pflanzen sowohl ein wichtiges Element in der Wahrnehmung einer landschaftlichen Szene als auch ein stets bildwürdiges Ensemble prächtigen Lebens, das er mit großer Einfühlung und Lebensfreude auf die Leinwand zu bannen suchte.
Malschicht gesamtflächig mit Krakeleenetz, partiell Tendenz zur Schollenbildung mit unscheinbarer Ablösung. Vier minimale Farbausbrüche im Vasenfuß und an der unteren Bildkante. Leichte Klimakante.
56,5 x 46 cm, Ra. 70,5 x 60,5 cm.