666 Unbekannter Meister, Schmerzensmutter. Niederrheinisch. Um 1420.
Lindenholz, geschnitzt und polychrom gefaßt. Dreiviertelplastisch gestaltete, leicht unterlebensgroße Skulptur, rückseitig gehöhlt.
Auf einer stark stilisierten Rasenplinthe steht die Figur Mariens, die Hände in ihrer Trauer um den gekreuzigten Sohn andächtig vor der Brust gefaltet. Ein Schleier bedeckt das leicht geneigte Haupt, der blaue Mantel versteckt den Körper hinter zahlreichen Kaskadenfalten. Der unter dem Saum hervorschauende rechte Fuß verweist auf einen angedeuteten Kontrapost, der eine leichte S-Form der Figur bedingt.
Reste einer originalen Fassung, partiell mit sachgerechten Retuschen. Größere Übermalungen, vor allem im Inkarnat. Reste einer alten Vergoldung an den Gewandsäumen. Besonders an erhabenen Stellen größere Fehlstellen in der Fassung, diese teilweise übermalt oder holzsichtig. Vertikaler, retuschierter Trockenriß (ca. 30 cm) von der Plinthe ausgehend rechts. Über dem Ellenbogen rechts ein Trockenriß (ca. 20 cm).
Größe und Typus der Figur legen nahe, daß diese Maria ehemals zu einer Triumphkreuzgruppe gehörte. Die leichte S-Form und der spezifische Faltenwurf zeigen, daß die Skulptur in der späten Phase des "Schönen Stils" oder "Internationalen Stils" entstand.
H. 152 cm.