684 Gustav Seitz "Liu yn Fu, chinesische Textilarbeiterin". 1951.
Bronze, gegossen, braun patiniert. Signiert "Seitz" an der unteren linken Halspartie. Mit dem Gießerei-Stempel "Noack Berlin" an der unteren rechten Halspartie. Auf olivgrün-grauem Marmorsockel mit heller Äderung. Wohl einer von drei Güssen.
Stellenweise leichte, grünliche Kupferpatina. Am Sockelansatz unscheinbar überarbeitet.
WVZ Grohn 319.
Gustav Seitz zählte in den Nachkriegsjahren zu den wenigen Künstlern, die in den beiden sich neu konstituierenden deutschen Staaten gleichermaßen Anerkennung unter den Kunstliebenden fanden. Er wandelte auf der Suche nach neuen formalen Herausforderungen sicher zwischen den Welten, politischen Attacken und beständigen Versuchen der Vereinnahmung trotzend. Bis 1958 lebte er in Ostberlin und arbeitete im Westen, bereiste östliche und westliche Länder gleichermaßen. 1951 reiste Seitz nach China, veröffentlichte später seine dort entstandenen "Studienblätter" mit einer Einleitung von Anna Seghers - eine Publikation, die ambivalente Reaktionen hervorrief.
Lit.: Gustav Seitz. Skulpturen und Zeichnungen, Dresden 1956, S. 22, Abb. 40.
H. 32,5 cm, mit Sockel 37 cm.