SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 48     04.06.16

687   Gustav Weidanz "Weiblicher Torso mit erhobenen Armen" (Dritte Fassung). 1967.

Steinguß, getönt. Auf dem rückwärtigen Teil der runden Plinthe monogrammiert "W" und datiert.

Vgl. Eugen Blume / Roland März (Hgg.), Kunst in der DDR, Berlin 2003, Kat.Nr. 27, Abb. S. 133.

Jürgen Scharfe (et al.): Der Bildhauer Gustav Weidanz. 1889-1970. Ausstellungskatalog Staatliche Galerie Moritzburg Halle. Halle/Saale, 1990. S. 248, KatNr. 237.

Gustav Weidanz' figürliche Bronzen aus den fünfziger und frühen sechziger Jahren verdeutlichen sein Hauptaugenmerk auf Körperhaltung und Bewegungsrichtung. Bereits hier deutet sich eine Suche nach der grundlegenden Gestaltung der menschlichen Form an, welche Details zu Gunsten einer straffen Ordnung der Volumina vernachlässigt.
Das Prinzip des Weglassens findet im "Weiblichen Torso mit erhobenen Armen" seinen Höhepunkt - in Anlehnung an Aristide Maillol als Vorbild in Vereinfachung und Selbstständigkeit des Ausdrucks. Die geometrische, nahezu technisch wirkende Interpretation des weiblichen Körpers lässt einen Gegensatz zwischen perfekter Stilisierung der Form und uneben erscheinender Oberfläche aufgrund des Steingusses entstehen. Neben dem "Weiblichen Torso mit erhobenen Armen" in der dritten Fassung existieren eine erste Fassung mit gesenkten Armen aus dem Jahr 1966 in Bronze, H. 32,5 cm und eine zweite Fassung aus dem Entstehungsjahr der hier angebotenen Plastik in Steinguß, H. 70 cm.
Vgl. dazu Ausstellungskatalog Staatl. Galerie Moritzburg, KatNr. 235f.

Gußnaht sichtbar. Vereinzelt unscheinbare, horizontal verlaufende Trocknungsrisse. Weiße Farbspur an der rechten Brust und an der rechten Schulter.

H. 67,5 cm.

Schätzpreis
3.800 €
Zuschlag
4.600 €