SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 26     04.12.10

720   Unbekannter Meister, Kopf einer Stifterfigur. Wohl Südwestdeutschland oder Frankreich. Um 1450.

Sandstein, mit Resten der originalen Fassung. Fragment einer vollplastischen Figur mit turbanähnlichem Barett. Der Hinterkopf mit Abarbeitungsspuren.
Halsansatz nachgearbeitet und mit einer Einlassung zur Aufstellung versehen. An der Rundung des Kinns bestoßen. Das Barett an der Front beschädigt und mit Witterungsspuren.

Wahrscheinlich handelt es sich um eine Skulptur aus einem mehrfigurigen Zyklus, vielleicht um eine Stifterfigur, denn Zöpfe und Barett sind in der Konstellation keine Heiligenattribute. Auch der etwas nach oben gerichtete Kopf / Blick spricht für eine Gott kniend anbetende Stifterfigur. Dreisträhnige Zöpfe galten allgemein als Symbol für die Einheit von Körper, Geist und Seele. Nicht auszuschließen ist jedoch auch eine biblische Szene im "Zeitkostüm". Hierfür sprächen auch die geringe Größe des Kopfes sowie die Abarbeitungsspuren am Hinterkopf, die womöglich auf eine frühere Verbindung mit anderen Teilen einer umfangreicheren Gestaltung hinweisen.
Für die zeitliche Einordnung um 1450 spricht zum einen die Ausarbeitung des Gesichts, wie man es von den "Schönen Madonnen" seit ca. 1400 kennt, aber auch die Kopfbedeckung, welche zwischen 1350 und 1450 getragen wurde.

Wir danken Herrn Dr. Stefan Dürre, Dresden für freundliche Hinweise.

H. 14 cm.

Schätzpreis
1.700 €
Zuschlag
1.400 €