SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 50     10.12.16

819   Gottfried Kohl, Hirte mit Papacha. 1980.

Bronze, gegossen, dunkelbraun patiniert. Auf der Plinthe monogrammiert "K" und datiert "80/06". Ausgeformt in der Gießerei Pecher, Marienbad. Ohne Gießerei-Vermerk. Unikale Ausformung.

Provenienz: Aus dem Nachlass des Künstlers, Freiberg.

In der Darstellung eines Hirten mit Papacha, welchem Gottfried Kohl anlässlich einer Studienreise durch Zentralasien im Jahr 1979 begegnete, wählte der Künstler eine reizvoll schlichte, verknappte und linear prägnante Bildsprache.
Der schmale, beinahe grazil und elegant anmutende Körper des Hirten steht im starken Kontrast zu der übergroß wirkenden Papacha, was an eine karikatureske Darstellung denken ließe, wäre nicht die stolze, kraftvoll gespannte Haltung und das würdevoll erhobene Haupt. Kohl porträtierte die typische Ruhehaltung der Hirten, indem er die Arme des im Kontrapost Dargestellten auf dem gebogten Hirtenstab abstützen lässt. Es entsteht im wahrsten Sinne des Wortes ein Spannungsbogen, welcher den Schwerpunkt der gesamten Plastik ins Zentrum leitet und somit eine gleichgewichtige Proportionalität schafft.
"Durchgängig dominiert das sichere Empfinden Kohls für materialgerechtes Arbeiten, sein Bemühen um geschlossene, plastische Volumen, harmonisierte Ausgewogenheit (bei gleichzeitiger Erzeugung von Spannungen) und ruhigen, klassischen Ausdruck.". Zitiert nach: Huse, Peter "Zur Kleinplastik und den Handzeichnungen" in: Gottfried Kohl. Skulpturen, Zeichnungen, St. Goar/ Köln 1983, S. 7.

H. 67,2 cm.

Schätzpreis
6.000 €