084 Willy Kriegel, Quelle. Um 1942.
Eitempera auf Hartfaser. Monogrammiert "K" u.re. Wohl in Original-Künstlerrahmen (vergoldet) mit steil ansteigendem Profil gerahmt. Malschicht in den dunkleren Partien mit sehr feinem Krakeleenetz, Randbereiche mit kleineren Fehlstellen. Rahmen etwas berieben.
Provenienz: Privatbesitz.
Eine erste Version des Themas "Quelle" wurde 1942 als Auftragswerk des Hauses der Kunst München von Kriegel geschaffen, die von der Reichsregierung angekauft wurde. Bei Heinrich Hofmann ließ man Postkarten und Poster davon drucken, um eine möglichst große Verbreitung des Werkes zu erreichen. Aufgrund des Erfolgs variierte Kriegel dieses Motiv wiederholt - eine dieser Ausführungen wurde innerhalb der Kriegel-Ausstellung im Jahr 1996 in Freital bei Dresden gezeigt. Die ursprüngliche "Quelle" befindet sich heute unter der Inventarnummer 98005310 im Deutschen Historischen Museum Berlin.
In den äußerst nahsichtigen, geradezu sezierenden, Landschafts- und Naturstudien Kriegels schwingt trotz der natürlichen Ungezwungenheit der Motive ein leicht morbider Beiklang. Die für diese Werkgruppe des Künstlers typische Tonalität um das dominierende Grün und das Fehlen warmer Farben vermitteln ein reines, jedoch nahezu unbelebtes Bild der Natur, das den reizvollen Charme des Unheimlichen birgt.
Vgl. Literatur: Willy Kriegel- 1901-1966. Ausstellungskatalog Städtische Kunstsammlungen Freital. Freital, 1996. S. 37 mit Abb.
50 x 60 cm, Ra. 70 x 80 cm.