SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN AUKTION 63     28.03.20
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089   Wilhelm Rudolph, Bagger bei Nacht. Wohl 1930.

Öl auf Leinwand. U.re. signiert "W. Rudolph.". In einem breiten, goldfarbenen Holzrahmen.

Zum Motiv vgl.:
Wilhelm Rudolph: Das Phantastischste ist die Wirklichkeit. Malerei und Holzschnitte. Ausstellungskatalog Städtische Galerie Dresden. Dresden 2015. Kat.Nr. 98, Abb. S.95.

Schmidt, Martin: Wilhelm Rudolph. In Licht und Dunkelheit des Lebens und der Natur. Leben und Werk. Dresden, 2002. Kat.Nr. 153, S. 185.

Das Motiv des in einsamer Landschaft vor nächtlichem Himmel monumental aufragenden, dampfbetriebenen Baggers bearbeitete Rudolph im Jahr 1930 in mehreren Gemälden. Sie bezeugen sein Interesse an der besonderen Stimmung von Szenerien industrieller Einöden sowie am malerischen Problem des Hell-Dunkels: Es scheint, als ob ein Licht aus der Tiefe der Baugrube heraufleuchten würde. Es erfasst auch die voluminösen Rauchschwaden, die sich groß und mächtig, gemalt in Weiß- und hellen Grautönen, zum Teil sehr deutlich konturiert vom flächenhaft aufgetragenen Dunkelblau abheben.
Die Auseinandersetzung des Künstlers mit der Arbeitswelt und Industriemotiven findet bei Rudolph seit den 1920er Jahren statt und ist wohl durch das Werk seines Lehrers Robert Sterl inspiriert. Rudolph zeigt dabei eine eher landschaftliche Sicht von einem entfernten Betrachterstandpunkt aus. Seine Motive findet er im Dresdner Umfeld, so malt er beispielsweise 1930 die Industrielandschaft Heidenau.

Malschicht mit Krakelee, vereinzelt mit beginnender Schüsselung, kleiner Malschichtverlust am Bildrand Mi.li. und u.li. Leinwand locker auf dem Keilrahmen sitzend.

76 x 108 cm, Ra. 92 x 123 cm.

Schätzpreis
4.800 €
Zuschlag
3.600 €