961 "Scaramuz und Columbine". Johann Joachim Kändler für Meissen. 1741.
Porzellan, glasiert, in polychromen Aufglasurfarben und Gold staffiert. Rückseitig die Schwertermarke in Unterglasurblau. Unterseitig mit geritzter Modell-Nr. "250", geprägter Bossierer-Nr., Jahreszeichen und Maler-Nr.1. Wahl.
Ausformungsjahr: 1962.
In den Taxa heißt es: "1. Groupgen von feiner Größe, da eine Dame auff dem Rasen sizt, mit sauber Frisirten Haaren, u. einem Negligentmüzgen, in der lincken Hand ein Noten-Buch
haltend und singend, mit der rechten den Tact schlagend, neben ihr sitzt ein theatralisch Manns Bild, ein Scaramuz auf der Laute spielend, sich nach ihren Noten mit richtend."
Musizierende Paare finden sich häufig in Jean-Antoine Watteaus Bildern. Kupferstiche nach diesen Gemälden dürften Kändler bekannt gewesen sein, sodass er sich auch auch bei dem vorliegenden Modell davon inspirierenen lassen konnte. Motivische Parallelen lassen sich etwa zu einem Kupferstich von Gabriel Huquier nach Watteau finden (Vgl. Ingelore Menzhausen, Jürgen Karpinski: In Porzellan verzaubert. Die Figuren Johann Joachim Kändlers in Meißen aus der Sammlung Pauls-Eisenbeiss Basel. Basel 1993, S. 61).
Provenienz: Sammlung Karin Widenow (1938 Jüterbog-2023 Dresden).
Lit.: Sabine Bergmann, Thomas Bergmann: Meissener Figuren, Bd. III, Teil I: Modellnummern: 1–3000. Karlsruhe 2017, S. 312, KatNr. 1712.
Ingelore Menzhausen, Jürgen Karpinski: In Porzellan verzaubert. Die Figuren Johann Joachim Kändlers in Meißen aus der Sammlung Pauls-Eisenbeiss Basel. Basel 1993, Abb. 140.
Rainer Rückert: Meissener Porzellan 1710 – 1810. Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum. München 1966, S. 207, Abb. 865.
VEB Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen – Figuren II, Meissen 1965, Galante Gruppen, Nr. 250 mit Abb. (Hier mit der gleichen Farbgebung).
Vereinzelte Brandfleckchen. Auf der Rückseite ein Blumenstängel abgebrochen. Chip im Inneren des Umhangs des Scaramuz. Halspartie der Columbine und Hals des Instruments fachmännisch restauriert.
H. 19 cm.