home
       

HIGHLIGHTS

AUKTION 64 20. Juni 2020
  Auktion 64
  Online-Katalog
  Highlights
  PDF-Katalog
  Katalog bestellen
  Bieterformular
  Ergebnisliste (PDF)


KatNr. 1 Ioannis Permeniates (Werkstatt), Johannes der Täufer. 1520er Jahre.
KatNr. 1 Ioannis Permeniates (Werkstatt), Johannes der Täufer. 1520er Jahre.
KatNr. 1 Ioannis Permeniates (Werkstatt), Johannes der Täufer. 1520er Jahre.
KatNr. 1 Ioannis Permeniates (Werkstatt), Johannes der Täufer. 1520er Jahre.

001   Ioannis Permeniates (Werkstatt), Johannes der Täufer. 1520er Jahre.

Ioannis Permeniates  XVI Jh.
Franz von Lenbach 1836 Schrobenhausen – 1904 München

Öl auf Nadelholz, mit einer vertikalen Gratleiste verso. Unsigniert. Auf der Schriftrolle bezeichnet "Ecce Agnus Dei". Fragment einer größeren Darstellung.
Provenienz: Nachlass Franz von Lenbach.

Wir danken Frau Marisa Bianco Fiorin, Triest, für freundliche Hinweise. Frau Fiorin wird demnächst zu der hier angebotenen Tafel in "Archeografo triestino" publizieren.

Ioannis Permeniates war ein byzantinischer Maler der Kretischen Schule, welche sich zwischen 1200 und 1650 auf der Insel Kreta unter der Herrschaft der Serenissima ausbildete. Dank des kulturellen Austauschs mit Venedig formierte sich ein besonderer Malstil, der sowohl von Einflüssen der byzantinischen Tradition als auch der italienischen Malerei und insbesondere der venezianischen Schule geprägt war. Der berühmteste Künstler dieser Schule war El Greco. Dieser verließ nach ersten malerischen Anfängen bald die Insel Kreta in Richtung Venedig, gab langsam seine frühe künstlerische Prägung auf und wurde einer der bekanntesten Künstler des Manierismus.
Zu dem Ikonenmaler Ioanni Permeniates sind nur wenige Dokumente erhalten. Literarische Überlieferungen (Fiorin 81) belegen, dass er der griechischen Bruderschaft "I Greci" in Venedig in den Jahren 1523, 1527 und 1528 ein Honorar zahlte sowie eine einflussreiche Werkstatt führte.
Permeniates malte hauptsächlich Madonnendarstellungen, von Heiligen umgeben, weshalb er auch "Madonnari" genannt wurde.
Die hier angebotene Tafel zeigt Parallelen zu der Ikone des Correr Museums "Die Madonna zwischen Johannes dem Täufer und dem heiligen Augustinus": Der Baptist ist mit einer kalligrafischen Umrandung gemalt und und hält in beiden Werken eine Schriftrolle / Kartusche mit der Aufschrift in lateinischen Buchstaben "ECCE AGNUS DEI" in der Hand. Die feine Landschaftsdarstellung im Hintergrund erinnert an venezianische Traditionen von Alvise Vivarini und Giovanni Bellini, ist aber im byzantinischen Stil neu interpretiert. Vermutlich stand in der Mitte der Komposition ebenfalls eine Madonna, von welcher nur noch das Fragment ihres roten Mantels erhalten ist.
Werke von Ioannis Permeniates befinden sich in den italienischen Museen von Ravenna und Vicenza. Im Museo Nazionale in Ravenna ist eine Tafel „Die Jungfrau unter den Heiligen Hieronymus, Baptist, Andreas und Augustinus“ mit einem kostbaren goldenen Hintergrund aufbewahrt.

Lit.:
Marisa Bianco Fiorin, “Icone della Pinacoteca vaticana”, Citta` del Vaticano 1995, S. 126, Abb. 233.

Marisa Bianco Fiorin, Giovanni Permeniate pittore greco a Venezia e una tavola del Museo Nazionale di Ravenna, in „Bollettino d’Arte Roma”, N. 11, Firenze 1981, pp. 85–88.

Marisa Bianco Fiorin, “Aggiunte per Giovanni Permeniate, pittore greco a Venezia nel secolo XVI”, in “Quaderni della Sopintendenza”, N. 3, Ravenna 1997, s. 29–32.

Luciana Martini, "Cinquanta capolavori nel Museo nazionale di Ravenna", Ravenna 1999, Kat. 39.

Emanuele Fiori und Rosa D`Amico, “La forma del dialogo. Bruno Ceccobelli e le icone della collezione classense”, Roma 2016.

An der re. Seite sowie im Bereich des Spitzbogens gekürzt. Li. Tafelkante mit älteren Nägeln versehen. Materialverlust an der u.li. Ecke. Holz-Bildträger mit alten Fraßgängen ehem. Anobienbefalls, vereinzelte offene Fraßgänge (Löchlein) in der Bildfläche. Bildträger mit Trocknungsriss mittig an der re. Bildkante. Malschicht mit Abrieb, leicht angeschmutzt sowie zahlreiche kleine Kratzer und Fehlstellen sowie weiße Farbspritzer auf der Oberfläche. O. Ecke bestoßen, mit kleinen Malschicht-Verlusten.

47 x 21,5 cm. 6.000 €
KatNr. 2 Frederik de Moucheron (Umkreis), Südliche Landschaft mit Wanderern und Fischern. 2. H. 17. Jh.
KatNr. 2 Frederik de Moucheron (Umkreis), Südliche Landschaft mit Wanderern und Fischern. 2. H. 17. Jh.

002   Frederik de Moucheron (Umkreis), Südliche Landschaft mit Wanderern und Fischern. 2. H. 17. Jh.

Frederik de Moucheron 1633 Emden – 1686 Amsterdam

Öl auf Leinwand. Mit Resten einer Signatur (Buchstabe "M" erkennbar) u.Mi. In einem goldfarbenen, historisierenden Schmuckrahmen mit Rocailleverzierungen und Eckkartuschen gerahmt, dort u.Mi. auf einem Metalletikett "Frederik de Moucheron" typografisch bezeichnet.

Mit einer schriftlichen Einschätzung von Ellis Dullaart, MA, RKD, Den Haag, vom 06.09.2018.

Provenienz: Galerie Dr. Schäffer. Gemälde alter und neuer Meister, Berlin W 8, Behrenstr. 28; Slg. Carl F. und Emma Müller, Berlin, erworben am 19.02.1927; Privatsammlung Berlin.

Bildträger wachsdoubliert, auf einem neuen Keilrahmen, Ränder der originalen Leinwand umlaufend geschnitten. Malschicht mit Alterskrakelee sowie mit kleinen Retuschen im Bereich des Himmels und einer Wolke re. Oberfläche mit punktuellen bräunlichen Fleckchen und kleinen Malschicht-Fehlstellen im Randbereich. Firnis gegilbt, mit heller Firnisfehlstelle o.re., mittig mit einem gelblichen Schmutzfleck o. und zwei Kratzern re.

116 x 93 cm, Ra. 135 x 114 cm. 3.000-3.500 €
KatNr. 3 Johann Christian Bäßler (zugeschr.), Brustbild des Johann Franz Zessner von Spitzenberg im Harnisch. Um 1760.
KatNr. 3 Johann Christian Bäßler (zugeschr.), Brustbild des Johann Franz Zessner von Spitzenberg im Harnisch. Um 1760.
KatNr. 3 Johann Christian Bäßler (zugeschr.), Brustbild des Johann Franz Zessner von Spitzenberg im Harnisch. Um 1760.

003   Johann Christian Bäßler (zugeschr.), Brustbild des Johann Franz Zessner von Spitzenberg im Harnisch. Um 1760.

Johann Christian Bäßler Erste Erw. 1701 – letzte Erw. um 1760

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf der Leinwand undeutlich ausführlich bezeichnet "Herr Major Baron von Zesner" und "Basler pinx Dresda" (?) sowie datiert. In einem schlichten, schwarz gefassten Holzrahmen mit schmaler, goldfarbener Innenleiste gerahmt.

Wir danken Herrn Prof. Dr. Harald Marx, Dresden, für freundliche Hinweise.

Materialverlust der Leinwand an Ecke o.li., mit Gewebehinterlegung und Retusche ergänzt. Bildformat umlaufend um ca. 3 cm verkleinert (orig. Malkanten erhalten, verso umgeschlagen). Partiell mehrere kleine Flicken an ehemaligen Rissen. Deutliche Klimakante, locker auf dem Rahmen sitzend, mit mehreren Deformationen. Ein kleines Löchlein am Bildrand re.Mi. Malschicht mit mehreren farbfalschen Retuschen im Bereich der re. Schulter sowie im u. Bildbereich. Firnis gegilbt. Malschicht-Abrieb und kleine Fehlstellen im Falzbereich.

77,5 x 62 cm, Ra. 89 x 74,5 cm. 3.500 €
KatNr. 10 Karl Buchholz, Anbrechende Nacht im Weimarer Webicht. 1879.
KatNr. 10 Karl Buchholz, Anbrechende Nacht im Weimarer Webicht. 1879.

010   Karl Buchholz, Anbrechende Nacht im Weimarer Webicht. 1879.

Karl Buchholz 1849 Schlossvippach/Kreis Sömmerda – 1889 Oberweimar

Öl auf Leinwand. Signiert "K. Buchholz" und datiert u.re. In einer profilierten, goldbronzefarben gefassten Holzeiste gerahmt.

Vgl. dazu das motivähnliche Gemälde "Frühling im Weimarer Webicht" in: Karl Buchholz 1849–1889. Ein Künstler der Weimarer Malerschule. Leipzig 2000. S. 85, Kat.Nr. 35.

Malschicht mit deutlichem Krakelee, leicht schüsselförmig. Gewebeintarsie mit Retusche an einem Loch in der Leinwand (5 x 4 cm) u.li., Oberflächenglanz dort geringer. Malschicht im Falzbereich partiell leicht berieben, kleine Verluste an den Ecken sowie Felder mit abgenommenem Firnis am re. Rand, teils im Falzbereich. Vereinzelte, kleine Retuschen. Firnis gegilbt.

63 x 98 cm, Ra. 81 x 116 cm. 8.500 €
KatNr. 47 Josef Hegenbarth, Akrobaten. Um 1930.

047   Josef Hegenbarth, Akrobaten. Um 1930.

Josef Hegenbarth 1884 Böhmisch Kamnitz – 1962 Dresden-Loschwitz

Öl auf Malpappe. Signiert "Jos. Hegenbarth" o.li. In einer schlichten, schwarz gefassten Holzleiste gerahmt.

Wir danken Frau Annabell Rink und Herrn Thomas Baumhekel, Josef-Hegenbarth-Archiv Dresden, für freundliche Hinweise.

Bildträger im u. Bereich gewölbt. Verso Malpappe atelierspurig. Vereinzelte Verluste der Malschicht an den Kanten des Bildträgers. Ecke u.li. etwas bestoßen.

40,8 x 26,1 cm, Ra. 44 x 30 cm. 9.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 58 Gotthardt Kuehl
KatNr. 58 Gotthardt Kuehl
KatNr. 58 Gotthardt Kuehl

058   Gotthardt Kuehl "Brühlsche Terrasse vor der Akademie". 1914.

Gotthardt Kuehl 1850 Lübeck – 1915 Dresden

Öl über schwarzer Kreide auf Malpappe. Monogrammiert "GK", datiert und mit einer Widmung versehen "z.fr. Erinnerung am 6/2.14." u.li. Verso mit der ehemaligen Inv.-Nr. "1830" des Museums der bildenden Künste Leipzig. Hinter Glas in einer hochwertigen Conzen-Modellleiste mit Silberauflage gerahmt.
WVZ Neidhardt 703, dort mit minimal abweichender Maßangabe.

Provenienz: Privatbesitz, Dresden; Museum der bildenden Künste Leipzig, 1997 restituiert; Sammlung Krug von Nidda, Frohburg.

Malschicht im Kantenbereich partiell berieben. Zwei kleine, unscheinbare Kratzer (ca. 1 cm) im Bereich des Himmels o.Mi. sowie Malschicht vereinzelt minimal fingerspurig re.Mi.

44,5 x 34 cm, Ra. 55 x 44 cm. 7.000-8.000 €
KatNr. 80 Magnus Herbert Zeller
KatNr. 80 Magnus Herbert Zeller

080   Magnus Herbert Zeller "Akt (Frau V.)" I. Um 1930.

Magnus Herbert Zeller 1888 Biesenrode/Harz – 1972 Caputh

Öl auf dünnem Karton, vollflächig auf eine Hartfaserplatte kaschiert. Signiert "Magnus Zeller" u.li. In einem hochwertigen, dunkelbraun gefassten Modellrahmen mit schmaler, vergoldeter Sichtleiste.
WVZ Helm G 1946–12; abgebildet auf S. 88. Im handschriftlichen Verzeichnis Magnus Zellers unter "Kladde-Ölb.: Nr. 237 'Akt (Frau V.)'".

Wir danken Frau Helga Helm, Schwielowsee, für freundliche Hinweise.

Drei winzige, punktuelle Malschichtverluste im Bereich der Armbeuge. Kleine, matte Stellen im Firnis re. Diagonaler, durchgehender Knick (18 cm) in der u.re. Bildecke sowie darüber ein oberflächlicher, unscheinbarer, feiner Kratzer. Vereinzelte kleine, gelbliche Firnisansammlungen auf der Bildfläche. Malerische Retuschen (von Künstlerhand ?) am li. Rand. Rahmen mit kleinen Läsionen.

31,9 x 23,1 cm, Ra. 37,5 x 29 cm. 7.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 95 Gudrun Brüne

095   Gudrun Brüne "Porträt einer französischen Puppe". 1998.

Gudrun Brüne 1941 Berlin – lebt in Strodehne/Havelland

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "GB" und datiert u.re. In der originalen, schmalen, schwarzen Holzleiste gerahmt.

Seit Ende der 1970er Jahre beschäftigte sich die Leipziger Malerin Gudrun Brüne verstärkt mit dem Sujet der Puppe. Anstoß für die Themenwahl gab der Künstlerin das Auffinden ihrer alten Puppen, als sie nach brauchbarem Spielzeug für ihre Nichte suchte – die von der Lagerungszeit bemitleidenschafteten, menschlichen Ebenbilder symbolisierten Vergänglichkeit und Verletztlichkeit in einer sonst heilen Welt des kindlichen Spiels.
Das vorliegende Gemälde schuf Brüne knapp 20 Jahre nach den ersten Puppenbildnissen – hier erscheint die Darstellung jedoch in tadelloser Verfassung. Einen Gegensatz zum starren, in die Ferne gerichteten Blick und der glatten Porzellanhaut des Spielzeugs bildet die realistische Wiedergabe des Kleides in geschwungener Raffung und feinem Spitzenbesatz.

Vgl.: Stiftung Karin und Joachim Prüsse (Hrsg.): Gudrun Brüne – Traum und Wirklichkeit, Ausstellungskatalog Braunschweig 2017.

Malschicht mit fachgerechten, kleinen Retuschen im Falzbereich. Unscheinbare, bräunliche Fleckchen auf der Stirn. Maltechnikbedingte, werkimmanente Glanzunterschiede. Rahmen mit Druckstellen und atelierspurig.

100 x 80,5 cm, Ra. 103,8 x 83,5 cm. 4.000-5.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 105 Hermann Glöckner
KatNr. 105 Hermann Glöckner

105   Hermann Glöckner "Profil nach rechts und nach links, übereinander vor blauem Grund". 1952.

Hermann Glöckner 1889 Cotta/ Dresden – 1987 Berlin (West)

Tempera auf der Rückseite eines Werbeplakates von 1949. Unsigniert. Verso in Blei datiert "25.1.52" , nummeriert "I" und bezeichnet "17:00" sowie bezeichnet "F ist ki Rund (?) 20 Reise (?) auf Beitrag". Verso in Blei von fremder Hand mit der Nachlass-Nr. "2423" versehen. Hinter Glas in weißer Grafikleiste gerahmt.

Hermann Glöckner hinterließ mehrere Mappen, deren Vorderseiten mit dem Titel "Profile" beschriftet waren. Sie beinhalteten viele Porträts, vor allem in der Seitenansicht ausgerichtet und in der Prozessfindung varriierend. Aus zufälligen Schwüngen entstanden oder in geplanter, sukzessiver Reduktion mit wiederkehrenden Kompositionen ausgeführt, enthielten die Mappen eine über Jahrzehnte gewachsene Sammlung an "Profilen". Im Kontext dieser Bildniskonvolute wurde das vorliegende Blatt im Jahr 1991 in der Galerie Beatrix Wilhelms in Stuttgart ausgestellt.

Lit.: Christian Dittrich, "Hermann Glöckner. Profile 1922–1983.", Ausstellungskatalog Galerie Beatrix Wilhelm, Stuttgart 1991. Kat.-Nr. 33, Abb. S. 28.

Technikbedingt minimal wellig. Insgesamt mit winzigen Randläsionen, kleine Fehlstelle am Rand re.Mi. Ein hinterlegter Einriss (ca. 1,1 cm) re.Mi. Ränder ungerade geschnitten. Partiell winzige Malschicht-Hebungen und wenige, sehr kleine, unscheinbare Fehlstellen in o. Farbschicht (u.Mi.; im Bereich der Nase des roten Profilkopfs, o.li.). Bleistift-Strichlein o.re. Verso mit Japanpapier-Resten einer ehemaligen Montierung.

42,8 x 30,3 cm, Ra. 63 x 48,5 cm. 4.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 144 Curt Querner, Porträt des Schriftstellers Otto Ernst Kuderer. 1947.
KatNr. 144 Curt Querner, Porträt des Schriftstellers Otto Ernst Kuderer. 1947.

144   Curt Querner, Porträt des Schriftstellers Otto Ernst Kuderer. 1947.

Curt Querner 1904 Börnchen – 1976 Kreischa

Öl auf Gewebe (wohl Kunstfaser). Signiert u.re. "C. Querner" sowie ausführlich datiert "6.3.47". In einer breiten profilierten Holzleiste mit strukturierter Oberfläche gerahmt.
Nicht im WVZ Dittrich, vgl. motivisch jedoch WVZ Dittrich A 77.

1945 geriet Curt Querner in französische Gefangenschaft. Im selben Jahr wurde durch den Bombenangriff auf Dresden sein Atelier völlig vernichtet. Schwankend zwischen Verzweiflung und vorsichtiger Hoffnung gelang es ihm auch als Gefangener, die künstlerische Arbeit aufrecht zu erhalten. Es entstanden Porträts von Mitgefangenen – zugleich Dokument der unwürdigen, erschütternden Umstände und dem Versuch, die Menschenwürde zu wahren.

Malschicht mit Alterskrakelee, einige winzige Stellen mit Malschichtverlusten (Kragen li. und Mi. sowie an Wange re. Haaransatz) sowie in den Randbereichen. Unscheinbare, feinteilige Malschichthebungen entlang eines Krakeleesprungs im Kragen li. Retuschen im Bereich des Kragens re., in der Schulter li. sowie re.Mi. im Hintergrund. Abrieb an den Ecken. Gewebe verso mit gelblichen und punktuellen, dunklen Flecken. Auf einem neuen Keilrahmen. Rahmen mit mehreren Fehlstellen der Fassung.

41,3 x 33 cm, Ra. 54 x 45 cm. 7.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 175 Johann Christian Reinhart

175   Johann Christian Reinhart "Die grosse heroische, Schiller dedicierte Landschaft". 1800.

Johann Christian Reinhart 1761 Hof / Bayern – 1847 Rom

Radierung auf Bütten. In der Platte außerhalb der Darstellung mittig bezeichnet "FRIDERICO SCHILLER Ingenio, arte, virtute illustri; D.D.D.; J.C. Reinhart" sowie links "J.C. Reinhart inv.t pinx.t et sculp.t Romae 1800". In Blei bezeichnet "Andersen 96" u.li.
Erschienen bei Frauenholz in Nürnberg, 1801.
Andresen I, 96 II (von II), vollendeter Abdruck mit der Schrift, jedoch ohne die Bezeichnung "J. F. Frauenholz excudit Norimbergae 1801".

Blatt bis zum Plattenrand geschnitten. Gegilbt sowie finger- und knickspurig. Ein Brandlöchlein außerhalb der Darstellung u.re. Verso stockfleckig.

Bl. 40 x 51,2 cm. 950 €
KatNr. 222 Johann Wilhelm Schirmer

222   Johann Wilhelm Schirmer "Pan und die Nymphen" (Aus dem goldenen Zeitalter). 1846.

Johann Wilhelm Schirmer 1807 Jülich – 1863 Karlsruhe
Johann Wilhelm Preyer 1803 Rheydt – 1889 Düsseldorf

Radierung auf China, auf Untersatzpapier aufgewalzt. Mit dem Monogramm-Trockenstempel versehen. In der Platte innerhalb der Darstellung ligiert monogrammiert "J.W.S." (mit dem Buchstabe "S" seitenverkehrt) u.Mi. In Blei von fremder Hand künstler- und besitzerbezeichnet (?) "Preyer" am Blattrand u.li., wohl Johann Wilhelm Preyer (1803–1889).
Andersen II, 30; Vomm D 1846:1 I von (II).
Letzte bekannte Radierung Schirmers.

Nach dem Ölgemälde "Aus der Goldenen Zeit" von 1848 auf Schloss Homburg v.d. Höhe (heute Stadt Bad Homburg). Die Platte blieb bis 1863 im Nachlass des Künstlers.

Johann Wilhelm Schirmer und Johann Wilhelm Preyer studierten Ende der 1820er Jahre gemeinsam an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Wilhelm von Schadow.

Restaurierter Zustand. Papier leicht wellig, die Blattränder knick- und fingerspurig. Kleine Kratzspur (1 cm) in der Darstellung u.li. Chinapapier mit Fraßspuren u.re., li. mit Knickspuren und Quetschfalten. Ein restaurierter Riss links (ca. 3 cm) sowie re. entlang der Plattenkante.

Pl. 40,4 x 33,2 cm, Bl. 57,5 x 40 cm. 750 €
KatNr. 233 Rüdiger Berlit, Betende am Wegkreuz (Marterl). Um 1918.
KatNr. 233 Rüdiger Berlit, Betende am Wegkreuz (Marterl). Um 1918.

233   Rüdiger Berlit, Betende am Wegkreuz (Marterl). Um 1918.

Rüdiger Berlit 1883 Leipzig – 1939 ebenda

Aquarell über schwarzer Kreide auf dünnem Papier. In Blei signiert u.re. "Berlit." sowie u.li. von Künstlerhand maßbezeichnet. An der o. Blattkante im Passepartout montiert und hinter Glas in einer flachen Leiste mit Schlagmetallauflage gerahmt.

In der „Ausstellung neuer Kunst aus Leipziger Privatbesitz“, eröffnet am 26. Mai 1918 durch die „Vereinigung für Neue Kunst“, wurden mehrere Gemälde gezeigt, welche die expressiven, biblischen Auffassungen Berlits präsentierten. In starker, flächiger Heterochromie mit schwarzen, linearen Umrissen griff der Künstler die Szenen um Christi Leiden auf. Wohl im gleichen Jahr entstanden, wird im vorliegenden Aquarell die spirituelle Thematik im Kontext des Alltags fortgeführt. Wegkreuze sind in Bayern, wo Berlit einen Teil seiner Studienzeit verbrachte, weit verbreitet und präsentieren als religiöse Kleindenkmale eine Form der Volksfrömmigkeit, dem Passierenden der inneren Einkehr dienend. Auch wenn die gewählten, kräftig leuchtenden Komplementärfarben des Aquarells eine starke Farbdynamik bedingen, wirkt der Gesamteindruck aufgrund der konvexen Hügelformen und weichen Körperlinien der Betenden ruhiger als die zeitgleich entstandenen Kreuzigungsgemälde.

Vgl. motivisch das um 1918 entstandene Aquarell "Knieende vor Marterl", Museum der bildenden Künste Leipzig, Inv.-Nr. 1985–839, abgebildet in: Hüttel, Richard und Schmidt, Hans-Werner (Hrsg.): Rüdiger Berlit und der Expressionismus in Leipzig", Leipzig 2010. S. 85, Nr. 25.

Lit.: Hüttel, Richard und Schmidt, Hans-Werner (Hrsgg.): Rüdiger Berlit und der Expressionismus in Leipzig", Leipzig 2010.

In den Ecken Reißzwecklöchlein, die o. leicht angeschmutz. Minimal lichtrandig. Papier technikbedingt gewellt, mit einigen wenigen Quetschfalten im Randbereich. Rahmen mit vereinzelten Fehlstellen.

38 x 29 cm, Psp. 52 x 47,5 cm, Ra. 53 x 58 cm. 2.200 €
KatNr. 244 Otto Dix
KatNr. 244 Otto Dix
KatNr. 244 Otto Dix

244   Otto Dix "Eichenlaub". 1933.

Otto Dix 1891 Untermhaus/Gera – 1969 Singen am Hohentwiel

Silberstiftzeichnung auf weiß grundiertem, leichten Karton. Ligiert monogrammiert "dIx" und datiert u.re. Verso mit von Künstlerhand in Blei bezeichneten Wortfragment "[...]zweig" sowie von fremder Hand in Blei bezeichnet "Dix". An den o. Ecken im Passepartout montiert und hinter Glas in einer dunkelbraunen Holzleiste gerahmt.
WVZ Lorenz IE 8.1.28.

Blatt ungerade geschnitten. Winziger Einriss (2 mm) außerhalb der Darstellung am Blattrand o.Mi. Leichte Quetschfalte am Blattrand u.Mi. sowie leichte Muschelknicke an der u.re. Ecke. O. Blattrand mit schräg einlaufender Knickspur Mi. (ca. 5 cm) sowie einer senkrecht einlaufenden re. (ca. 2 cm). Ein Reißzwecklöchlein u.li. Darstellung mit werkimmanenten (?) Graphitspuren. Die Grundierung mit sehr vereinzelten, unscheinbaren Bereibungen. Li. Blattrand mit leichtem Lichtrand, o.li. Ecke etwas fingerspurig. Verso am re. Blattrand bräunliche Flüssigkeitsfleckchen, recto leicht durchscheinend.

29 x 40,5 cm, Psp. 39,5 x 52 cm, Ra. 47,5 x 60 cm. 8.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 255 Conrad Felixmüller
KatNr. 255 Conrad Felixmüller

255   Conrad Felixmüller "Irmgard. Studie zum Kindermaskenfest". 1926.

Conrad Felixmüller 1897 Dresden – 1977 Berlin

Bleistiftzeichnung auf Maschinenbütten. U.re. in Blei monogrammiert "CFm" sowie ausführlich datiert "17.Febr. 1926." und betitelt. Verso in Blei nummeriert "2". An den o. Ecken auf Untersatzkarton montiert und hinter Glas in einer breiten Holzleiste gerahmt.
Zum Motiv vgl. WVZ Spielmann / Felixmüller 365.

Knick- und griffspurig sowie leicht angeschmutzt. Blattecken mit Reißzwecklöchlein, Eck- und Randbereiche partiell mit Knitterfalten und Knickspuren, die o. etwas angegraut. Eine schräg verlaufende leichte Knickfalte an o.li. Ecke (ca. 18 cm).

65 x 50 cm, Ra. 81,3 x 66,3 cm. 8.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 258 Otto Greiner

258   Otto Greiner "Golgatha (Große Kreuzigung Christi)". 1900.

Otto Greiner 1869 Leipzig – 1916 München

Federlithografie auf gelblichem China, auf leichten weißen Karton aufgewalzt. Unterhalb der Darstellung im Stein gespiegelt signiert "Otto Greiner", ortsbezeichnet "Rom" und datiert "Dezember 1900" re. Davor li. in Blei monogrammiert "O.Gr.". Blatt V des Max Klinger gewidmeten Zyklus' "Vom Weib".
WVZ Vogel 78.

China mit einer schräg einlaufenden Kratzspur o. Mi. (ca.10 cm), punktuell retuschiert. Punktuelle Retusche im Bereich der Wolken Mi. Winzige Läsion in der o.li. Ecke dort auch ein Riss (ca. 2 cm). Vereinzelte, druck- und aufwalzungsimmanente Quetschfalten im Randbereich, o.re. Ecke ebenfalls druckimmanent leicht gestaucht. In der Darstellung sehr vereinzelt kleine kreisförmige Ausdünnungen, dort der Untersatzkarton durchscheinend. Untersatzkarton geschnitten, eine leichte Knickspur o.li.

St. 45,4 x 43,4 cm, Bl. 46,8 x 44,2 cm, Unters. 47,5 x 45,1 cm. 1.200 €
KatNr. 295 Bernhard Kretzschmar

295   Bernhard Kretzschmar "Auktion". 1920.

Bernhard Kretzschmar 1889 Döbeln – 1972 Dresden

Kaltnadelradierung auf leichtem, chamoisfarbenen Büttenkarton. In Blei signiert "Bernh. Kretzschmar" und datiert u.re. Exemplar der Auflage für die Ganymed-Presse der Marées-Gesellschaft, mit dem Trockenstempel u.re.
WVZ Schmidt R 80 b (von b), dort im Titel abweichend datiert 1921.

Stockfleckig, insbesondere im weißen Rand, in der Darstellung jedoch unauffällig. Der äußerste re. Blattrand gebräunt. Ecke u.re. unscheinbar gestaucht. Verso mit Resten einer älteren Montierung.

Pl. 34,9 x 39,5 cm, Bl. 46,2 x 55,8 cm. 1.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 296 Bernhard Kretzschmar

296   Bernhard Kretzschmar "Tod des Sekretärs K.". 1922.

Bernhard Kretzschmar 1889 Döbeln – 1972 Dresden

Kaltnadelradierung auf kräftigem "J. W. Zanders"-Bütten. In Blei signiert "B. Kretzschmar" und datiert u.re., u.li. betitelt. Abzug vor der Auflage für den Euphorion Verlag Berlin. An den o. Ecken im Passepartout montiert.
WVZ Schmidt R 119 a (von b).

Restaurierter Zustand. Insgesamt mit gepressten Knickfalten und Knitterspuren, recto nur noch vereinzelt im weißen Rand ablesbar. Der weiße Rand mit leichten Anschmutzungen o. und re., u. und li. unscheinbar fleckig. Ein mit Flüssigpapier hinterlegtes Löchlein im o.li. weißen Rand. Eine leichte Stauchung am li. Blattrand Mi.

Pl. 32,5 x 39,8 cm, Bl. 45,5 x 62 cm, Psp. 55 x 72,5 cm. 1.800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 302 Otto Lange

302   Otto Lange "Felixmüller und Ottolange". 1917.

Otto Lange 1879 Dresden – 1944 ebenda

Holzschnitt auf gelblichem Bütten. In Blei in Sütterlin signiert u.re. "OttoLange" sowie u.li. bezeichnet "Hand. Selbstdruck". In Blei von fremder Hand nummeriert u.li. "Nr. 198".
WVZ Schönjahn H 107.

Dieses Blatt wurde in der Ausstellung "Signal zum Aufbruch. 100 Jahre Gründung der Dresdner Sezession Gruppe 1919" der Städtischen Galerie Dresden vom 15.6. – 15.9.2019 ausgestellt.
Vgl. Ausstellungskatalog.: Kat.Nr. 83. S. 269, Abb. S. 167 sowie S. 8 f. (Detail).

In der allgemeinen Auf- und Umbruchstimmung nach dem Ende des Ersten Weltkriegs bildeten sich deutschlandweit zahlreiche Künstlergruppen, die eine Erneuerung von Kunst und Gesellschaft anstrebten. In Dresden gehörten die beiden Künstler Otto Lange und Conrad Felixmüller der avantgardistischen Vereinigung Dresdner Sezession Gruppe 1919 an, Felixmüller als Vorsitzender und Lange als dessen Stellvertreter. Von Anbeginn bildeten die grafischen Arbeiten den Schwerpunkt im künstlerischen Schaffen der Sezessionisten. Der vorliegende Holzschnitt von 1917 zeigt in der Kombination von kubistischen Elementen und Zick-Zack-Formen die für Otto Lange typische Formensprache.

Insgesamt mit leichten Griffspuren, minimal angeschmutzt. Eine Knickspur an o.re. Ecke (ca. 4 cm) mit Einriss (ca. 1 cm). Die Ecke u.re. mit horizontaler Stauchung. In den Randbereichen weitere vereinzelte Einrisse: Am o. Rand drei, am re. Rand vier Einrisse (bis ca. 1 cm), am u. Rand zwei Einrisse (bis ca. 1,5 cm) sowie am li. Rand drei Einrisse (bis max.ca. 1,3 cm). Ein Reißzwecklöchlein o. Mi. Verso ein kleiner Fleck u.li.

Stk. 52 x 46,7 cm, Bl. 53 x 75 cm. 2.100 €
KatNr. 540 Curt Querner

540   Curt Querner "Junge an einem Pflug stehend". 1951.

Curt Querner 1904 Börnchen – 1976 Kreischa

Grafitzeichnung auf kräftigem Papier. U.re. in Blei ausführlich datiert "17.5.51", u.li. nummeriert "20". Verso in Blei unleserlich bezeichnet "Mügeln 9 alter Pflug" (?) sowie mit einer handschriftlichen Authentizitätsbestätigung von Regina Querner. An den o. Ecken im Passepartout montiert und hinter Glas in einer dunkelbraunen Holzleiste gerahmt.
WVZ Dittrich C 282.

Bereits in den frühen 1930er Jahren wandte sich Curt Querner in seinen Sujets dem bäuerlichen Leben zu. Die vorliegende Zeichnung rekurriert motivisch auf die Arbeiten dieser Zeit.

An den u. Ecken jeweils drei Reißzwecklöchlein. Leicht knick- und fingerspurig sowie unscheinbar angeschmutzt. Deutlichere Knickspuren an u.re. Ecke. Grafitspuren innerhalb der Darstellung. Verso an den Ecken Klebebandreste einer älteren Montierung.

35 x 50 cm, Ra. 53,8 x 68,2 cm. 2.200 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 691 Seltene Karpfen-Terrine (Hochzeitsterrine). Meissen. Um 1780.
KatNr. 691 Seltene Karpfen-Terrine (Hochzeitsterrine). Meissen. Um 1780.
KatNr. 691 Seltene Karpfen-Terrine (Hochzeitsterrine). Meissen. Um 1780.
KatNr. 691 Seltene Karpfen-Terrine (Hochzeitsterrine). Meissen. Um 1780.
KatNr. 691 Seltene Karpfen-Terrine (Hochzeitsterrine). Meissen. Um 1780.

691   Seltene Karpfen-Terrine (Hochzeitsterrine). Meissen. Um 1780.

Porzellan, glasiert und in Außer-Haus-Malerei in naturalistischen Aufglasurfarben staffiert. Plastisch ausgeformter Karpfen, das Oberteil als Deckel abnehmbar. Unterseits mit der Schwertermarke mit Stern in Kobaltblau, einfach geschliffen, die Modellnummer "Z340", die Bossierernummer "37" sowie am Rand mit einer undeutlichen Bezifferung in Kobaltblau.

Schwanzflosse o. mit Brandriss (0,7 cm oberseitig, 2,3 cm unterseitig). Schwanzflosse unterseitig mit Resten von Massestegen aus dem Herstellungsprozess sowie ein unglasierter Streifen unter der Staffage. Innenwandung mit feinen Kratz- und Farbspuren, partiell Ascheanflug. Farbfassung am Rand mit unscheinbaren Abplatzungen und insgesamt mit geöffneten Luftbläschen. Maul des Deckels innen mit flachem Chip (D. ca. 2 mm). Am Maul der Unterseite ein Glasurriss.

L. 32,5 cm. 1.500 €
KatNr. 703 Seltene Jugendstil-Vase mit Blüten. Hans Rudolf Hentschel für Meissen. Um 1898.
KatNr. 703 Seltene Jugendstil-Vase mit Blüten. Hans Rudolf Hentschel für Meissen. Um 1898.
KatNr. 703 Seltene Jugendstil-Vase mit Blüten. Hans Rudolf Hentschel für Meissen. Um 1898.

703   Seltene Jugendstil-Vase mit Blüten. Hans Rudolf Hentschel für Meissen. Um 1898.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen

Porzellan, glasiert und in polychromen Unterglasurfarben staffiert, die Innenwandung weiß glasiert. Gedrückt gebauchte und kegelstumpfförmig zur Mündung auslaufende Form über einem kurzen Standring. Auf der Wandung vier aufgelegte Wildrosenzweige. Unterseits mit den Knaufschwertern in Unterglasurblau, der geprägten Modellnummer "R151" sowie mit den Prägeziffern "114/51" und "20".
Entwurfsjahr: 1898.

Die Unterseite mit einer Masseunebenheit unter der Glasur. Drei Blütenblätter mit Materialverlust, die Staubgefäße teilweise mit Bestoßungen. Innenwandung mit leichten Glasurunebenheiten aus der Herstellung.

H. 10,2 cm. 1.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 704 Außergewöhnliche, große Jugendstil-Vase. Ludwig Sturm und Hans Rudolf Hentschel (?) für Meissen. 1902– 1904.
KatNr. 704 Außergewöhnliche, große Jugendstil-Vase. Ludwig Sturm und Hans Rudolf Hentschel (?) für Meissen. 1902– 1904.
KatNr. 704 Außergewöhnliche, große Jugendstil-Vase. Ludwig Sturm und Hans Rudolf Hentschel (?) für Meissen. 1902– 1904.

704   Außergewöhnliche, große Jugendstil-Vase. Ludwig Sturm und Hans Rudolf Hentschel (?) für Meissen. 1902– 1904.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen
Ludwig Sturm 1844 Bamberg – 1926 Dresden

Porzellan, glasiert und in polychromen Scharffeuerfarben staffiert. Kugelförmig gedrückter Korpus mit weitem Mündungsrand. Auf der Wandung ein stilisiertes Rosenrankendekor. Unterseits mit den Knaufschwertern in Kobaltblau auf unglasiertem Boden, der geprägten Formnummer "S 196" sowie der Formernummer "139".
Modelljahr: 1902–1904.

Zur Form vgl.: Bergmann, Thomas: Nachtrag Meissener Künstler-Figuren. Modellnummern A 100 – Z 300. Band IV, Teil 1. KatNr. 2356.

Restaurierter Chip am Stand (ca. 1 cm). Vereinzelt Glasurunebenheiten aus der Herstellung, die Innenwandung deutlicher. Innenwandung mit einem feinen Glasurriss (ca. 12 cm). Vereinzelt leichte, oberflächliche Kratzspuren und punktuelle, gelbliche Farbunregelmäßigkeiten.

H. 20,8 cm, D. 34 cm, Gew. 4,5 kg. 3.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 706 Seltener Deckelpokal in Wedgwood-Manier. Johann Gottfried Dressler und Umkreis. Meissen. Um 1860– 1900.
KatNr. 706 Seltener Deckelpokal in Wedgwood-Manier. Johann Gottfried Dressler und Umkreis. Meissen. Um 1860– 1900.
KatNr. 706 Seltener Deckelpokal in Wedgwood-Manier. Johann Gottfried Dressler und Umkreis. Meissen. Um 1860– 1900.
KatNr. 706 Seltener Deckelpokal in Wedgwood-Manier. Johann Gottfried Dressler und Umkreis. Meissen. Um 1860– 1900.

706   Seltener Deckelpokal in Wedgwood-Manier. Johann Gottfried Dressler und Umkreis. Meissen. Um 1860– 1900.

Johann Gottfried Dressler 1764 Zschirma – 1836 Meißen

Biskuitporzellan, partiell glasiert und in Jasperware-
Art taubenblau eingefärbt, die Ränder mit Goldfaden. Kelchförmige Kuppa mit gerippt reliefierten Ansatz. Der bikonkav geformte Schaft mit angedeutetem Nodus und zu einem Rundstand auslaufend. Auf der Wandung die antikisierende Darstellung zweier tanzender Grazien mit Zimbeln und Tambourin sowie ein Jüngling mit Blütengirlande in Wedgwood-Manier. Bikonkav zulaufender Deckel mit einem stilisierten Zapfenknauf. Unterseits die geprägten Knaufschwerter im Dreieck für Biskuitporzellan, die Modellnummer "Q50", die geprägte Formernummer sowie eine weitere geprägte Ziffer "67".
Entwurfsjahr: 1818–1819.

Vgl. Bergmann, Thomas: Meissen Modellnummern Datenbank (MeiDaBank).

Gewand der Tänzerin mit Zimbeln u.re. mit Fehlstelle und mit kleinem Riss am Fuß, der Jüngling am li. Fuß und re.Unterschenkel mit kleinem Riss, die re. Zehen mit minimalem Materialverlust, die Tänzerin mit Tambourin beidseitig am Gewand u. mit Krakelee, das li. Handgelenk mit feinem Riss, re. Hand und Haaransatz mit feinem Krakelee. Knauf mit zwei kleinen Bestoßungen.

H. 24,7 cm. 2.400 €
KatNr. 750 Seltene Bechervase
KatNr. 750 Seltene Bechervase
KatNr. 750 Seltene Bechervase
KatNr. 750 Seltene Bechervase
KatNr. 750 Seltene Bechervase
KatNr. 750 Seltene Bechervase
KatNr. 750 Seltene Bechervase

750   Seltene Bechervase "Vase à motifs de fers de lance gravés". Gabriel Argy-Rousseau, Paris, Frankreich. 1930.

Gabriel Joseph Argy-Rousseau 1885 Meslay-le-Vidame / Frankreich – 1953 Paris

Milchig-transparentes bis wolkiges, feinblasiges, in Gelbtönen, Orangebraun und Anthrazit eingefärbtes Glas in Pâte de verre-Technik, formgeschmolzen. Sechszehnfach facettierter Korpus über einem leicht eingezogenen Stand. Reliefplastisches, geschliffenes, geometrisches Dekor im Rapport, bestehend aus Pfeil- und Dreiecksformen sowie Drachenvierecken, diese mittels dreiecksförmigen Liniendekors akzentuiert. Die Wandung mit der geprägten Signatur "G. ARGY-ROUSSEAU", unterseits kugelförmig ausgeschliffener Abriss mit der geprägten Bezeichnung "FRANCE".
WVZ Bloch-Dermant 30.06 (doc. d'époque G.B.).

Lit.: Bloch-Dermant, J.: G. Argy-Rousseau, Glassware as Art, With a Catalogue Raisonné of the Pâtes de Verre, S. 221, Nr 30.06.

Mündungsrand mit einem winzigen, nur unter 10-facher Vergrößerung sichtbaren Chip (1,5 mm). Am Mündungsrand und im geschliffenen Pfeildekor minimale Materialunebenheiten/-fehlstellen aus dem Herstellungsprozess, drei Pfeildekore mit vereinzelten, ganz minimalen Chips aus dem Schleifprozess. Fünf weitere unscheinbare geöffnete Luftbläschen an den Mündungsrandkanten (< 1 mm).

H. 10 cm. 3.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 751 Vase
KatNr. 751 Vase
KatNr. 751 Vase
KatNr. 751 Vase
KatNr. 751 Vase

751   Vase "Flamarion". Franz Hofstötter für Joh. Lötz Witwe, Klostermühle. Um 1911.

Franz Hofstötter 1871 München – 1958 Bachern

Farbloses, blasiges Glas, mit kupferbraunen und grünen Farbzungen überfangen. Zweifach gebauchter Korpus über kurzem, konischen Rundstand und konisch geweiteter Mündung. Der Boden mit kugelförmig ausgeschliffenem Abriss. Unsigniert.

Die Form wurde für die Pariser Weltausstellung 1900 unter der Produktionsnummer "356" entworfen. 1911 wurde u.a. auch diese Form unter der Nummer "7925" mit "neuen" Dekoren von Johann Lötz Witwe für die Wiener Winterausstellung 1911/12 wieder aufgelegt.

Vgl. Mergl, J. (et al): Lötz – Böhmisches Glas 1880–1940. New York, Wien, Düsseldorf 2003, S. 88, Abb. 33a / b.

Oberer Teil der Wandung mit oberflächlichen Kratzspuren, der Mündungsrand berieben.

H. 15,8 cm. 1.400-1.800 €
KatNr. 775 Belle-Époque-Brosche. Um 1900/1910.

775   Belle-Époque-Brosche. Um 1900/1910.

Ernst von Schuch 1846 Graz / Steiermark – 1914 Radebeul

Weiß- und Gelbgold, platiniert (geprüft). Oktogonale, leicht gewölbte Form, in Millegriffetechnik stilisiert lilienförmig fein durchbrochen gearbeitet. Zentral ein ausgefasster Diamant im Altschliff mit Kalette (ca. 0,7 ct / F-H / VS1–VS2). Flankierend beidseits jeweils eine Reihe mit sieben Diamanten im Kissenschliff mit Kalette (ges. ca. 1,05 ct / F-L) sowie die Außenreihen mit insgesamt 17 Diamanten im runden bis ovalen oder tropfenförmigen Rosenschliff (D. ca. 3,5 mm). Die Zwickel mit insgesamt 22 Klein- und Kleinstdiamanten im Rosenschliff. Broschnadel mit schwenkbarem Tönnchenverschluss. Ungemarkt.

Provenienz: Nachlass Ernst von Schuch.

Zentraler Stein mit drei Feder-Einschlüssen. Die äußeren Steine mit deutlichen Einschlüssen und Unregelmäßigkeiten. Der zentrale Stein an den oberen Rundistfacetten mit zwei Bestoßungen. Die äußere Steinreihe überwiegend mit Materialausbrüchen. Broschnadel unscheinbar gebogen.

5,3 x 1,2 cm, Gew. ges. 9,2 g. 1.500 €
KatNr. 796 Seltenes Teebesteck für 12 Personen. Nikolaì Vasilievich Alexeev, Moskau. 1895.
KatNr. 796 Seltenes Teebesteck für 12 Personen. Nikolaì Vasilievich Alexeev, Moskau. 1895.
KatNr. 796 Seltenes Teebesteck für 12 Personen. Nikolaì Vasilievich Alexeev, Moskau. 1895.
KatNr. 796 Seltenes Teebesteck für 12 Personen. Nikolaì Vasilievich Alexeev, Moskau. 1895.
KatNr. 796 Seltenes Teebesteck für 12 Personen. Nikolaì Vasilievich Alexeev, Moskau. 1895.
KatNr. 796 Seltenes Teebesteck für 12 Personen. Nikolaì Vasilievich Alexeev, Moskau. 1895.

796   Seltenes Teebesteck für 12 Personen. Nikolaì Vasilievich Alexeev, Moskau. 1895.

Nikolai Vasilievich Alexeev  Spätes 19. Jh.

875er Silber (84 Zolotniki), in Niello-Technik gearbeitet, vergoldet. Sechzehnteilig, bestehend aus zwölf Dessertlöffeln, einem Zuckerstreulöffel, einer Zuckerzange, einem kleinen Zuckerheber sowie einer kleinen Vorlegegabel. Die Griffe in Spatenform, mit einem Rankendekor auf geriffeltem Grund und teils Ovalkartuschen. Die Löffel mit schmalem, gedrehten und profilierten Griffen, die gemuldeten Laffen ovoid. Die Griffe verso oder seitlich mit der Feingehaltspunze mit Stadtmarke, Meistermarke von Nikolaì Vasilievich Alexeev "N.A." sowie den Beschauzeichen von Anatoliì Apollonovich Artsibashev "AA / 1895" (Gabel und Heber), Aleksandr Alekseevich Smirnov "AS / 1895" (Streuer), von Lev Fedorovich Oleks (?) "LO / 1895" (Löffel) sowie der Stadtmarke mit dem Heiligen Georg nach links. Schauseitig auf den Griffen mit weiteren Punzen (verschlagen, nicht aufgelöst). Im originalen Etui mit der Juweliermarke unter dem bekrönten Doppeladler "A. Fontaine / Bould. Des Italiens / 1, Rue du Helder" (Paris).

Zur Meistermarke vgl. Postnikova-Loseva Nr. 2710, zur Beschaumarke vgl. Postnikova-Loseva Nr. 2125 (Artsibashev), Nr. 2115 (Smirnov) und Nr. 2122 (Oleks).

Die Vergoldung an den Griffen von Zuckerstreulöffel, Zuckerheber und Vorlegegabel zum Teil berieben. Vereinzelt leichte Oxidationsspuren. Etui nutzungsspurig, Bezug ober- und unterseitig mit Einrissen und Bereibungen.

Zuckerstreulöffel L. 14,7 cm, Zuckerheber L. 11 cm, Zuckerzange L. 11,7 cm, Gabel L. 12 cm, Löffel je L. 11,1 cm, Ges.gew. 213 g. 1.800 €
KatNr. 815 Große Bratreine aus dem sächsischen Königshaus. 1806– 1824.
KatNr. 815 Große Bratreine aus dem sächsischen Königshaus. 1806– 1824.

815   Große Bratreine aus dem sächsischen Königshaus. 1806– 1824.

Kupfer, aus einem Stück getrieben und hartverlötet (Messing), innen verzinnt. Flache querrechteckige Form mit gerundetem Abschluss. Schlagstempel auf der Wandung, mit dem bekrönten kursiven Monogramm "FAR", unterhalb beziffert "25"". Des Weiteren gestempelt "6.100".

Die Bratreine stammt aus der Regierungszeit Friedrich Augusts I. "des Gerechten" von Sachsen (1750 Dresden -1827 Dresden). Friedrich August I., ab 1768 Kurfürst von Sachsen, wurde 1806 von Napoleon Bonaparte zum ersten sächsischen König ernannt und regierte bis zu seinem Tod. Sein Küchenkupfer wurde zum größten Teil mit dem bekrönten Monogramm "FAR" gekennzeichnet.

Altersentsprechender Zustand. Boden und Wandung mit minimalen Verwölbungen. Verzinnung korrosionsspurig. Zwei Ecken unterseits restauriert (hartverlötet).

58 x 38 x 8 cm, Gew. 6,1 kg. 950 €
NACH OBEN 


Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

HOME |  E-MAIL © SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN OHG  |   IMPRESSUM  DATENSCHUTZ