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AUKTION 66 05. Dezember 2020
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KatNr. 6 Heinrich Andreas Meyer, Die Wasserfälle von Tivoli. Um 1792.
KatNr. 6 Heinrich Andreas Meyer, Die Wasserfälle von Tivoli. Um 1792.

006   Heinrich Andreas Meyer, Die Wasserfälle von Tivoli. Um 1792.

Heinrich Andreas Meyer  18. Jh.

Sand, getönt und fixiert, auf Leinwand (Marmotinto). Unsigniert. Verso mittig auf der Leinwand mit einem späteren Papieretikett, darauf in Tusche bezeichnet "Verfertigt im Jahr 1792 von dem Herzoglich Mecklenburg-Strelitzischen Hofconditor Heinrich Andreas Meyer". Im originalen, klassizistischen, vergoldeten Plattenrahmen mit leicht gekröpften Eckwürfen mit Rosetten, breiter, gesandelter Platte und rahmenden Vierkantstäben gerahmt. Darauf verso mit einem Papieretikett, darauf typografisch in Rot unter dem bekrönten Monogramm "EL" bezeichnet "Privateigentum seiner Königlichen Hoheit des Großherzogs Ernst Ludwig [von Hessen-Darmstadt]" sowie nummeriert "R.No 1449".

Provenienz: Ostdeutscher Privatbesitz; nach mündlicher Überlieferung aus Bamberger Adelsbesitz; Besitz des Großherzogs Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt; Haus Mecklenburg-Strelitz.

Das vorliegende Gemälde zählt zu der seltenen Gattung der Sandmalerei, welche jedoch eine für das ausgehende 18. Jahrhundert typische Erscheinung war. In dieser Zeit versuchten die Künstler mit neuen, experimentellen Techniken einer aufkommenden Langeweile entgegenzuwirken, sie fügten den Gemälden Sand, aber auch Federn, Spinnweben oder Staub bei, um neue visuelle Effekte zu erzielen. Die Körnigkeit der Sandkristalle "erzeugt eine Art 'sfumato', eine dunstige, tröpfchengetränkte Atmosphäre, wie sie an Wasserfällen tatsächlich erlebbar ist. Die körnig-stumpfe Oberfläche entsprach aber auch einer großen Mode jener Zeit: den Tapisserien. Selbst Francisco de Goya arbeitete als Maler für Wandbehänge. Anton Raphael Mengs, der in Madrid eine kleine Werkstatt für Tapisserien führte, hatte Goya 1774 eigens darum gebeten" (zitiert nach Prof. Dr. Hans Ottomeyer und Dr. Herbert Giese, abgerufen 04.11.2020 von https: / www.br.de / br-fernsehen / sendungen / kunst-und-krempel / schatzkammer / gemaelde / kunst-krempel-sandbild-100.html).
Der Begeisterung für stofflich wirkende Oberflächen entspricht auch das hier angebotene Gemälde. Dass der Künstler dieses Werkes ein Konditor war, erscheint, betrachtet man die Entstehungsgeschichte des Marmotintos, nicht ungewöhnlich:
Der aus Memmingen stammende Künstler Benjamin Zobel (1762–1831), Sohn eines Zuckerbäckers, erlernte ebenfalls das Konditor-Handwerk, aber auch Grundlagen des Zeichnens und der Porträtmalerei. 1873 kam er nach London und wurde später Tischdekorateur am englischen Hof. Er schuf Tischdekorationen aus farbigem Sand oder Marmorstaub auf silbernen Tabletts, die zunächst vergänglich waren. Später gelang es ihm, durch eine spezielle Mischung den Sand zu fixieren.
Leider haben sich zu Heinrich Andreas Meyer, der wohl Hofkonditor in Mecklenburg-Strelitz im späten 18. Jahrhundert war, keine bisher Daten überliefert. Beeindruckend ist jedoch allemal die hohe künstlerische Qualität des Gemäldes.

Leichte Staubablagerungen. Mit fachgerechten Retuschen, insbes. o.Mi. in einem belaubten Zweig. O. mit Schmutzrand. Umlaufend kleinere Verluste der Sandschicht durch die Einrahmung.

58 x 78,5 cm, Ra. 69 x 90 cm. 8.500 €
KatNr. 7 Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.
KatNr. 7 Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.

007   Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.

Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau) 1737 Groß-Schönau (Dresden) – 1806 Dresden

Öl auf Leinwand, doubliert. Signiert "Schenau fec" und schwer lesbar datiert "1766" oder "1796" (letzte Ziffern später übermalt) u.li. In einem monumentalen, goldfarbenen historisierenden Schmuckrahmen des frühen 20. Jh., dieser mit breiter, nach außenhin ansteigender Kehle und Rosettendekor, Außenkante mit zurückgesetztem, schmalem Schraubstab, mit masseverzierten Eckkartuschen, beidseitig mit ornamentalen Blütenzweigen versehen.
Nicht im WVZ Fröhlich-Schauseil.
Zur allegorischen Motivik von Zeit und Wahrheit bei Schenau vgl. WVZ Fröhlich-Schauseil Z 257a, Z 258 und Z 273.

Provenienz: Nachlass Adolf Sonnenschein (1878–1952, Dozent an der Kunstgewerbeschule Dresden).

"Allegorisches Denken, das Personifizieren von Tugenden, die in deutbaren Konstellationen miteinander agieren, war Schenaus eigentliches Element: In derartigen Kompositionen erweisen sich sein Einfallsreichtum und seine Begabung für immer neue figurenreiche Erfindungen." (WVZ Fröhlich-Schauseil 2018, S.102).
Das vorliegende Gemälde stellt eine Allegorie von Zeit und Wahrheit dar. Die Zeit, Chronos, dargestellt als bärtiger Greis mit Sichel, enthüllt die Wahrheit: ein junges, entblößtes Mädchen, einen Pfirsich in der linken Hand haltend.
In Cesare Ripas "Iconologia" Ed. 1603, 499–501, einem ikonografischen Wörterbuch, welches für die Kunst und Literatur des Barock zu einer unerschöpflichen Quelle geworden ist, nennt der Autor mehrere Alternativen für die Personifikation der Veritas. In Allusion auf ihre Bedeutung als "unverhüllte Wahrheit" wird sie in Gestalt eines schönen nackten Mädchens dargestellt, das nur teilweise von weißen Schleiern bedeckt wird. Die Pfirsichfrucht erläutert Ripa symbolisch als das Herz, während das Blatt am Stiel des Pfirsichs auf die Zunge verweist. Frucht und Blatt symbolisieren somit die sich im aufrichtigen Menschen manifestierende Einheit eines reinen Herzens und eines Wahrheit verkündenden Mundes. Das, was die Zunge sagt, soll dem Herzen und damit der Wahrheit entsprechen.
Die Zeit entdeckt die Wahrheit, macht sie sichtbar, bringt sie ans Licht und lässt sie in ihrer Schönheit erstrahlen: Das Antlitz der jungen Frau erscheint in einer Aureole. Als Tochter der Zeit verdrängt die Wahrheit ihre Widersacher wie Verleumdung, Neid und Zwietracht. So muss auch der finstere Genius malignus weichen, die Allegorie der Täuschung, zu ihren Füßen, dargestellt mit der Schlange zwischen Blumen sowie der Maske.

Die ikonografische Variante der Wahrheit als ein enthülltes Mädchen wurde durch Berninis unvollendete Marmorskulptur, heute in der Galleria Borghese in Rom, berühmt und war besonders im 18. Jh. beliebt. Unter anderem wurde sie auch von Nicolas Poussin und Giovanni Battista Tiepolo rezipiert. Pompeo Batoni wandte das Motiv in seinem zwischen 1737 und 1739 entstandenen Deckengemälde im Palazzo Colonna in Rom an. Dies dürfte wiederum Anton Raphael Mengs als Anregung für seine eher schlicht aufgefasste Personifikation der Veritas als unverhülltes Mädchen mit der Pfirsichfrucht, um 1756, gedient haben. Batonis Darstellung bindet – wie bei Schenaus Gemälde – die Ikonografie ein in das komplexere Thema "Die Enthüllung der Wahrheit durch die Zeit". (WVZ Bowron 7, 88).
Darüber hinaus war das Thema in Dresden dank der Marmorskulptur von Antonio Corradini (1688–1752) aus dem Jahr 1720 weithin bekannt. Sie befindet sich heute im Großen Garten in Dresden und wurde erst vor kurzem restauriert.

Anke Fröhlich-Schauseil: "Schenau (1737–1806). Monografie und Werkverzeichnis der Gemälde, Handzeichnungen und Druckgrafiken von Johann Eleazar Zeißig, gen. Schenau". Petersberg 2018. S. 99ff.
Steffi Roettgen: "Anton Raphael Mengs. 1728–1779". 2 Bde. München 1999/2003.
Edgar Peters Bowron: "Pompeo Batoni. A complete catalogue of his paintings". 2 Bde. London 2016.

Doublierung und Keilrahmen wohl des frühen 20. Jh., mit einem zusätzlichen Gewebe hinterspannt. Malschicht insges. mit Alterskrakelee sowie je ein diagonales Krakelee an den u. Ecken. Leichte Klimakante re. und li. Im Randbereich rahmungsbedingt etwas berieben und mit mehreren Rissen. Zahlreiche, teils farbfalsche Retuschen auf der Bildfläche verteilt, insbes. an Rissen, diese teils leicht erhaben. Übermalung und Ergänzung der letzten zwei Ziffern der Datierung. Malschicht mit vereinzelter Runzelbildung, wohl maltechnikbedingt. Firnis gegilbt. Mehrere zarte, oberflächliche Kratzer. Schmuckrahmen mit leichten Kratzern und kleinen Fehlstellen der Fassung sowie partiell mit goldfarbenen Retuschen.

175,6 x 128,5 cm, Ra. 198,6 x 150,7 cm. 11.000-12.000 €
KatNr. 31 Otto Altenkirch
KatNr. 31 Otto Altenkirch

031   Otto Altenkirch "Das Kalkhaus Seitendorf". 1922.

Otto Altenkirch 1875 Ziesar – 1945 Siebenlehn

Öl auf Leinwand. Geritzt signiert u.Mi. "Otto Altenkirch". Verso o.Mi. auf dem Leinwandumschlag in Blei betitelt und nochmals signiert "Otto Altenkirch" sowie ortsbezeichnet "Dresden". In einem breiten, profilierten, goldfarbenen Rahmen mit Zierleisten im Wellendekor.
WVZ Petrasch 1922–62–SC, dort betitelt "Kalkhaus Seitendorf im Schnee".

Mit dem Umzug in das ländliche Siebenlehn begann für Otto Altenkirch 1920 eine neue kreative Schaffensphase. In diese Zeit fiel auch der erste Aufenthalt des Künstlers in Seitendorf / Schlesien (heute Myslów, in der polnischen Gemeinde Bolków) bei dem befreundeten Maler und Kupferstecher Rudolf Hacke. Dieser studierte wie auch Altenkirch zunächst in Berlin und anschließend an der Kunstakademie in Dresden unter Eugen Bracht. 1922 entstanden in Schlesien mehrere Gemälde Altenkirchs, die ganz im Stil seiner charakteristischen Freiluftmalerei stehen. Anmerkungen im Werkregister zufolge malte der Künstler auch unter schwierigsten Bedingungen in der Natur. Dabei war er nicht auf der Suche nach besonders spektakulären Motiven, sondern konzentrierte sich auf ausgesuchte Leitmotive, die er unmittelbar und authentisch zu erfassen versuchte. Daher verzichtete er auch auf kompositorische Veränderungen und dramatisierende Effekte. Im Mittelpunkt stand vielmehr das flüchtige Wechselspiel atmosphärischer Stimmungen.
Auch die vorliegende Arbeit zeugt von Altenkirchs Interesse an ländlicher Idylle und bäuerlicher Architektur sowie von seiner impressionistischen Farb- und Formauflösung. Das Gemälde zeigt eine schneebedeckte Winterlandschaft, die Luft wirkt klar und hell. Vor dem Betrachter eröffnet sich eine verschneite Wiese, auf der partiell das Grün durchschimmert. Im Hintergrund erblickt man linksseitig mehrere Bäume sowie zentral das im Titel erwähnte Kalkhaus. Rechtsseitig verdeckt ein Baum weitere Gebäude. Der Horizont lässt eine hügelige Umgebung erahnen. Charakteristisch für Altenkirch sind die deutlichen Spachtelspuren, die in dem motivisch ruhigen Gemälde eine gewisse Dynamik erzeugen.

Lit. Maria Petrasch: "Otto Altenkirch. 1875–1945. Leben und Werk." Dresden 2005.

Wir danken Herrn Frank Petrasch, Dresden, für freundliche Hinweise.

Malschicht mit Krakelee und Schüsselbildung und leichter Klimakante. Wenige kleine Retuschen. Verso Leinwandumschlag mit zwei winzigen unscheinbaren Löchlein.

55 x 68 cm, Ra. 70 x 83 cm. 5.500-7.000 €
KatNr. 32 Aimé Victor Barraud
KatNr. 32 Aimé Victor Barraud

032   Aimé Victor Barraud "Oeillets de poète". 1930er Jahre.

Aimé Victor Barraud 1902 La Chaux-de-Fonds – 1954 Neuenburg, Schweiz

Öl auf Leinwand. U.li. signiert "aimé.barraud.". In einem breiten, goldfarbenen, profilierten Modellrahmen mit Hohlkehle.

Abgebildet in: "Aimé Barraud". Ausst.Kat. der Galerie Haas. Zürich 2010. S. 36.

Im Werk von Aimé Victor Barraud nimmt das Stillleben eine besondere Stellung ein. In diesem Genre arbeitete der Künstler unermüdlich und erzielte darin auch seine ersten Erfolge. Als sehr genauer Beobachter verwendete er viel Zeit und größte Sorgfalt bei der harmonischen Anordnung der Gegenstände für seine Kompositionen. Oft arrangierte er Früchte und Blumen vor drapierten Stoffbahnen.
Auch im vorliegenden Gemälde heben sich die sehr feinen und überaus präzise erfassten Nelkenblüten in verschiedenen kühlen Rottönen von dem in weichen Falten fallenden Hellgrau des Vorhangs im Hintergrund ab. Das ins Türkis spielende Coelinblau sowie das schattige Olivgrau bilden die kompositorische Struktur der Farbflächen und zugleich eine elegante Kulisse für das Blumenbouquet.

Leichte Glanzunterschiede der Maloberfläche. In den Randbereichen teils leicht berieben aufgrund der Rahmung mit minimalem Verlust der Farbschicht.

73,5 x 60 cm, Ra. 90 x 77 cm. 8.500 €
KatNr. 33 Karl Buchholz
KatNr. 33 Karl Buchholz

033   Karl Buchholz "Frühlingslandschaft" (Waldlandschaft bei Oberweimar). 1888.

Karl Buchholz 1849 Schlossvippach/Kreis Sömmerda – 1889 Oberweimar

Öl auf Leinwand, nach dem Malprozess maroufliert und holzsichtige Ränder der Holztafel wohl vom Künstler bemalt. Signiert "K. Buchholz" und datiert u.re. Verso auf o. Rahmenleiste auf einem alten Papieretikett in Feder bezeichnet sowie ortsbezeichnet "Oberweimar bei Weimar" sowie betitelt und mit altem Preis "250 RM" versehen. Im originalen, breiten, goldfarbenen, reich verzierten Stuckrahmen.

Winzige Retuschen im Himmel. In den Randbereichen der Leinwand vereinzelte, feine Reißzwecklöchlein aus dem Malprozess. Eine werkimmanente Kratzspur am re. Bildrand mittig.

21 x 32,5 cm, Ra. 39,5 x 51,5 cm. 2.800 €
KatNr. 37 Charles Crodel, Akte in der Landschaft (Rückenakt Gerhard Marcks). 1928.
KatNr. 37 Charles Crodel, Akte in der Landschaft (Rückenakt Gerhard Marcks). 1928.

037   Charles Crodel, Akte in der Landschaft (Rückenakt Gerhard Marcks). 1928.

Charles Crodel 1894 Marseille – 1973 München

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf dem Keilrahmen o. auf einem Klebeetikett bezeichnet sowie mit der Nachlassnummer versehen "Nachlass Ch. Crodel Nr. 630". Umlaufend an den Spannrändern aufgenagelte, schmale Holzleisten. In breitem, schwarzbraun lasiertem Modellrahmen.
Nicht im WVZ Lehmann.

Zu einem motivisch sehr ähnlichen Gemälde "Der Krugträger", um 1930 vgl. Ausst.Kat. der Galerie Wolfgang Ketterer München: "Charles Crodel zum 90. Geburtstag. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen". München 1984. Kat.Nr. 6. Abb. S. 6.

Dieses Gemälde entstand im Rahmen einer im Freundeskreis des Künstlers stattfindenden Mal- und Zeichenübung in der Nähe von Halle, bei der man sich das Thema "Akt" vorgenommen hatte. Crodel war seit 1927 Lehrer für Malerei und Grafik an der dortigen Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Für den Rückenakt stand der befreundete Künstler Gerhard Marcks Modell, welcher in Burg Giebichenstein die Bildhauerklasse unterrichtete und mit dem Crodel eine langjährige Freundschaft verband, die sich in wechselseitigen Patenschaften, gemeinsamen Reisen und Werkausstellungen, in wechselseitigem Werkbesitz und in Gemeinschaftsarbeiten ausdrückte.

Abgebildet in: "Charles Crodel. 50 Jahre Malerei und Grafik". Ausst. d. Gal. Mutter Fourage. Berlin 2017. S. 8, dort irrtümlich betitelt "Griechenland".

Zur Freundschaft mit Gerhard Marcks siehe: Martina Rudloff, Cornelius Steckner: "Gerhard Marcks und Charles Crodel. Eine Künstlerfreundschaft. 1921–1933". Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen 1992.

Leinwand mit kleiner Deformation am Rand o.li. Geringfügig angeschmutzt sowie in den Randbereichen partiell leichter Abrieb. Li. im Bereich des Oberarms des stehenden weiblichen Akts drei winzige Stellen mit Farbverlust. Ein ehem. Riss u.re. unterhalb des männlichen Akts, verso mit einem Leinwandflicken hinterlegt und recto fachgerecht retuschiert. Verso Leinwand an einer Stelle leicht stockfleckig. Rahmen an den Kanten partiell geringfügig berieben.

60 x 73,5 cm, Ra. 72,5 x 85,5 cm. 6.000 €
KatNr. 40 Wilhelm Dodel, Stillleben mit Trichterwinde. Wohl um 1933.
KatNr. 40 Wilhelm Dodel, Stillleben mit Trichterwinde. Wohl um 1933.

040   Wilhelm Dodel, Stillleben mit Trichterwinde. Wohl um 1933.

Wilhelm Dodel 1907 Moskau – 1944 Grustinja, Sowjetunion

Öl auf textilem Gewebe, auf Holz aufgezogen und allseitig weiß grundiert. Verso in schwarzem und rotem Farbstift signiert "Wilhelm" sowie in blauem Farbstift "Dodel", mit Adressvermerk in Blei "Ostbahnstr. 16 IV. Dresden." versehen sowie in Blei bezeichnet "Preis: 40 MK" (gestrichen) o.Mi.

Vom künstlerischen Schaffen Wilhelm Dodels, einem der begabtesten Schüler von Otto Dix, sind kaum Werke überliefert – ein Umstand, der einerseits dem großen Anteil von kurzlebiger Agitations- und Theatermalerei des Künstlers bis zu Beginn der 1930er Jahre geschuldet ist, sich andererseits durch seinen tragischen frühen Tod im Zweiten Weltkrieg mit fast gleichzeitiger Vernichtung seines Werkes durch die Bombenangriffe auf Dresden begründet.

Die Städtischen Sammlungen Freital zeigten 2016 mit "Dix im Sinn" eine Ausstellung mit Werken von Künstlern, deren Schaffen nachhaltig durch den Einfluss ihres Lehrers Otto Dix geprägt wurde, darunter auch Werke von Wilhelm Dodel. Von Dix übernahm Dodel den Einsatz feinster Pinselarbeit in der abschließenden Malschicht zur Darstellung von Details. Dodel folgte seinem Lehrer jedoch nur eine Zeit lang und bemühte sich um eine persönliche künstlerische Handschrift. In seinem kleinen, überlieferten Werk gibt es offensichtliche Beziehungen zur Bildwelt des italienischen Quattrocento und der deutschen Romantik sowie Parallelen zu Werken von Rogier van der Weyden und Hugo van der Goes. Vgl. Claußnitzer, Gert: Wilhelm Dodel. Maler und Werk, Dresden, 1981, S. 1–8.

Das Motiv der Trichterwinde findet sich auch in dem Gemälde "Rosemarie", 1939, Öl auf Holz, wieder. Dort hält das in einer Waldlandschaft hoch über dem Elbtal sitzende Mädchen einen Windenzweig mit roten Blüten in der Hand.
Vgl. Claußnitzer, Gert: Wilhelm Dodel. Maler und Werk, Dresden, 1981, KatNr. 8.

Bleistiftunterzeichnung partiell sichtbar (werkimmanent). Malschicht leicht angeschmutzt, mit Fleckchen, sowie partiell frühschwundrissig und mit leichtem Abrieb im Bereich des blauen Topfes. Maltechnikbedingte Glanzunterschiede. An den Rändern berieben, mit partiellem Verlust der Malschicht, v.a. an den Ecken. Drei unscheinbare Wachsflecken o.re. U.re. eine kleine Stelle mit Farbverlust im Bereich des Tisches.

16,5 x 42 cm. 2.200 €
KatNr. 47 Erich Fraaß
KatNr. 47 Erich Fraaß

047   Erich Fraaß "Paar im Wald" (Doppelbildnis des Künstlers mit seiner Frau). Um 1923.

Erich Fraaß 1893 Glauchau – 1974 Dresden

Öl auf Leinwand. Signiert "E. Fraaß" u.re. Leinwand verso mit einem ganzflächigen weiß-grauen Anstrich, wohl über einem verworfenen Gemälde. Auf Keilrahmen und Leinwand bemaßt und weitere Annotationen von fremder Hand. In einer profilierten, hellen Holzleiste gerahmt.
WVZ SKD 1959 1, mit Abbildung sowie abweichendem Titel "Liebespaar" und Datierung "1920"; WVZ Hebecker 67, dort mit dem Vermerk "Künstlernachlass".

Provenienz: Privatbesitz Dresden.

Im halbschattigen Bildmittelgrund zwischen zwei Bäumen steht Erich Fraaß selbst – das Kolorit und der Duktus, in welchem der Künstler seinen Anzug malte, gleicht jenen der neben ihm heraufragenden Stämme. Er blickt auf seine Frau Margarete, mit welcher er am 15. September 1919 die Ehe schloss. Wie eine schützende Konstante hält er sich direkt hinter dem Rücken Gretes auf. Gedankenverloren pflückt sie, in blauem Kleid vor ihm knieend, tiefrote Mohnblumen am Wegesrand. In ihrer Farbigkeit und Fragilität symbolisieren die Blüten Leidenschaft, Liebe und Vergänglichkeit.
Fraaß, Meisterschüler Robert Sterls, beschäftigte sich vorrangig mit den sozialen Themen der Malerei und wertete die geisteswissenschaftliche Betrachtung der Kunst wie folgt "Ein Kunstwerk erklärt sich selbst. Man schreibt zuviel über Kunst. Dadurch verwirrt man den Betrachter und macht ihn unfrei." So bleibt es dem Betrachter überlassen, die subtilen, friedvollen Einklänge des Werkes selbst wahrzunehmen.

Wir danken Dr. Andreas Timmler, Moritzburg, und Frau Christa Saager, Dresden, für freundliche Hinweise.

Partiell mit leichten, unscheinbaren Deformationen aufgrund beidseitiger Bemalung. Verso grauer Anstrich mit Bindemittel-Flecken. Malschicht partiell mit Frühschwund- und Alterskrakelee, vereinzelt leicht schüsselförmig. Obere Malschicht rahmungsbedingt im äußeren Randbereich stellenweise berieben. Kleine Lockerung und Malschicht-Fehlstelle u.re.

100,5 x 70 cm, Ra. 106 x 75,5 cm. 6.000 €
KatNr. 61 Ernst Carl Koerner, Stürmische See vor Alexandria. 1923.
KatNr. 61 Ernst Carl Koerner, Stürmische See vor Alexandria. 1923.
KatNr. 61 Ernst Carl Koerner, Stürmische See vor Alexandria. 1923.

061   Ernst Carl Koerner, Stürmische See vor Alexandria. 1923.

Ernst Carl Koerner 1846 Stibbe – 1927 Berlin

Öl auf Leinwand. Signiert "Ernst Koerner" und datiert u.re. Verso auf dem Keilrahmen o.li. in Blei bezeichnet "Prof. Körner" sowie Mi. mit dem Malmaterial-Händlerstempel "Leopold Hess. Berlin" versehen. In breitem, schwarzbraunem Schleiflackprofilrahmen mit Flechtdekor und goldener Zierleiste.
Nicht im WVZ Kosack. Vgl. aber WVZ Kosack 383 "Vor Alexandria, Einsamer Segler auf bewegtem Meer vor der Küste und Oasensilhouette"(Leo Spik, Berlin, 1984).

Kleinteilige Retuschen im Himmel sowie insbesondere u.re. im Meer. Verso Leinwand mit Wasserrändern. Kleiner, fachgerecht geschlossener und retuschierter Riss u.li. sowie daneben ein weiteres, geschlossenes Löchlein in den Wellen. Alterungsbedingtes Krakelee in Pastositäten der Malschicht. Geringfügiger Malschicht-Abrieb im Falzbereich. Der Rahmen teilweise bestoßen und mit kleinen Fehlstellen.

100,2 x 150,2 cm, Ra. 133,5 x 184,5 cm. 7.000-8.000 €
KatNr. 64 Gotthardt Kuehl, Interieur des Münsters St. Nikolaus in Überlingen mit Blick auf die spätgotische Kanzel und einen offenen Seiteneingang. Wohl um 1905/1907.
KatNr. 64 Gotthardt Kuehl, Interieur des Münsters St. Nikolaus in Überlingen mit Blick auf die spätgotische Kanzel und einen offenen Seiteneingang. Wohl um 1905/1907.

064   Gotthardt Kuehl, Interieur des Münsters St. Nikolaus in Überlingen mit Blick auf die spätgotische Kanzel und einen offenen Seiteneingang. Wohl um 1905/1907.

Gotthardt Kuehl 1850 Lübeck – 1915 Dresden

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Unvollendet. Verso auf re. Keilrahmenleiste u. ein Ausstellungsetikett der Galerie Gerstenberger Chemnitz mit der typografischen Nummerierung "642" sowie auf u. und li. Leiste mit dem Nachlass-Stempel versehen. Zudem auf der o. Leiste re. auf einem alten Etikett des Sächsischen Kunstvereins bezeichnet und nummeriert "S.K.-V. 124" sowie li. "Kist[…] 2496" und breit in weißer Kreide bezeichnet "Gumprecht".
Nicht im WVZ Neidhardt.

Malschicht-Fehlstelle am u. Bildrand im Falzbereich. Weitere, kleine Verluste an Krakelee-Sprüngen. Randbereiche leicht berieben. Punktuelle, kleine Retuschen o.re. sowie Mi. Keilrahmen verzogen. Firnis leicht gegilbt. Rahmeneckverbindungen gelockert, mit geöffneten Gehrungen, teils berieben, mit bestoßenen Ecken und Retuschen.

81,5 x 48,5 cm, Ra. 88,8 x 56,5 cm. 6.000-8.000 €
KatNr. 66 Wilhelm Lachnit, Porträt eines Mannes mit Hund. 1944.
KatNr. 66 Wilhelm Lachnit, Porträt eines Mannes mit Hund. 1944.

066   Wilhelm Lachnit, Porträt eines Mannes mit Hund. 1944.

Wilhelm Lachnit 1899 Gittersee/Dresden – 1962 Dresden

Öl auf Hartfaser. Signiert "W. Lachnit" und datiert u.li. Verso Bildträger umlaufend mit verstärkenden Holzleisten sowie einem waagerechten Mittelholm versehen, darauf u.Mi. in Blei bemaßt. In einem neueren, profilierten, schwarz gefassten Rahmen mit goldfarbener Sichtleiste gerahmt.

Maltechnikbedingt im Hintergrund unscheinbar frühschwundrissig. Malschicht mit leicht schüsselförmigen Schollen li. neben dem Kopf, dort mit farbfalschen Retuschen an ehem. Fehlstellen sowie weitere kleine, teils glänzende Retuschen. Unscheinbare, oberflächliche Kratzer u.Mi. Vereinzelt unscheinbare Abplatzungen an Nagelung im Falzbereich zur Fixierung des rückseitigen Leistenrahmens sowie weitere Malschicht-Verluste entlang der Bildkanten im Falzbereich, insbes. o.li. sowie an Ecke u.re.

98,6 x 66 cm, Ra. 107,1 x 75,3 cm. 4.500-6.000 €
KatNr. 72 Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.
KatNr. 72 Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.
KatNr. 72 Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.

072   Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.

Rudolf Nehmer 1912 Bobersberg – 1983 Dresden

Öl auf Hartfaser. U.re. monogrammiert "RN" und darunter in Sütterlin signiert "R. Nehmer" und datiert. In einem breiten dunkelbraun lasierten Holzrahmen.

Der Rahmen mit Etikett: "Große Deutschen Kunstausstellung 1940 im Haus der Deutschen Kunst zu München, Einlieferungsbuch 4253, Kiste 1370, Stoß 23".

Die Porträts von Personen seines privaten Umfelds, besonders der Eltern, Geschwister, der Ehefrau und den Kindern, bilden einen großen Anteil im Schaffen Rudolf Nehmers. Mit dem kleinformatigen "Bildnis meiner Mutter", gemalt 1940 während des Kriegseinsatzes an der Westfront, beginnt der Künstler die Reihe von Arbeiten dieser Porträtkategorie. (Abb. In: Voigt / Voigt (Hrsg): "Rudolf Nehmer zum 100. Geburtstag". Dresden 2012. S. 23.)
Das vorliegende Gemälde aus demselben Jahr ist als großformatige Arbeit mit großer Wahrscheinlichkeit noch zuvor entstanden. Auch hier stellte der Künstler in der vom Betrachter abgewandten, älteren Frau, seine Mutter dar. Ihre Sorge um das Schicksal ihrer vier Kinder, die in den Krieg ziehen mussten, scheint motivisch gleichnishaft in der gebeugten, in sich gekehrten und verhüllten Figur der alten Frau auf. Nach der Rückkehr aus britischer Kriegsgefangenschaft porträtiert Nehmer 1945/46 noch einmal seine Mutter. Das Gemälde "Meine Mutter. Der schlimme Brief" (Abb. Ebd. S. 27), zeigt sie in dem Moment, in dem sie vom Tod ihres Sohnes Herbert erfährt.
Lit.: Gerd-Helge Vogel: "Rudolf Nehmer (192–1983)". Berlin 2013.

Wir danken Frau Gundula Voigt, Dresden, für freundliche Hinweise.

Ausgeprägtes Frühschwundrissnetz in o. Malschicht sowie partielles Alterskrakelee, insbes. o.li. Umlaufend einrahmungsbedingte Randläsionen mit partiellem Farbverlust sowie Ränder teils ungefirnisst. Punktuelle Schmutzfleckchen auf der Oberfläche sowie mit maltechnikbedingten matten Stellen. Ecke u.re. etwas bestoßen. Zwei Stellen mit Retuschen u.Mi. (Bereich der Rockfalten). Verso an den o. Ecken je eine kleine Stelle mit Abrieb, in den Randbereichen wenige Firnisflecken. Der Rahmen partiell mit Farbverlusten. Die Ecken nachverleimt, verformungsbedingt leichte Fassungsdifferenzen.

79,6 x 100,8 cm, Ra. 109 x 129 cm. 3.800 €
KatNr. 107 Hermann Glöckner

107   Hermann Glöckner "Fest verbunden". 1979.

Hermann Glöckner 1889 Cotta/ Dresden – 1987 Berlin (West)

Tempera über Bleistiftzeichnung und Faltung auf Papier. Verso in Blei signiert "Glöckner", ausführlich datiert "1979 April" sowie nummeriert "6/10" u.li., betitelt u.Mi. und technikbezeichnet "Faltgrafik" u.re., o.li. in Blei wohl von fremder Hand bezeichnet "Fo Blu" sowie datiert "29.5.81".

Abgebildet in: Erpenbeck, John (Hrsg.): Hermann Glöckner. Ein Patriarch der Moderne. Berlin, 1983. S. 28, betitelt "Weißes und schwarzes Quadrat, verklammert" (irrtümlich als Hochformat abgebildet).

Vgl. ähnliche Arbeiten in: von Bersordt-Wallrabe, Kornelia; Mayer, Rudolf (Hrsg.): Hermann Glöckner. Faltungen. Arbeiten aus fünf Jahrzehnten. Ausstellungskatalog Staatliches Museum Schwerin, Gotha, 1996, S. 62, Kat.-Nr. 58 "Durchdringung von zwei Quadraten auf Rot", 1977, Faltung, Tempera.

Güse, Ernst-Gerhard (Hrsg.): Hermann Glöckner. Werke 1909–1985, Stuttgart, 1993, S. 100, Kat.-Nr. 67 "Durchdringung zweier Quatrate: schwarz und weiß", 1977, Faltung, Tempera.

Schon früh zeigte sich bei Hermann Glöckner eine Vorliebe für Geometrie. Wie der Künstler selbst in seinem Lebensbericht schrieb, waren es Projektionslehre und Darstellende Geometrie, welche ihn 1903/04 an der Gewerbeschule in Leipzig besonders interessierten. Um 1919/20 entstanden die ersten radikal vereinfachten geometrischen Kompositionen. In den 1920er Jahren setzte Glöckner seine Ansätze jedoch zunächst nicht konsequent fort. Aus finanziellen Gründen arbeitete er nach dem Krieg in Dresden als Modezeichner und verdiente zugleich Geld mit dem Anfertigen von Kopien der alten Meister. Eine Rückkehr zur Gegenständlichkeit war dabei unumgänglich.
Doch um 1930 fand der Künstler zu konstruktivistisch-abstrakten Arbeiten zurück. In der Auseinandersetzung mit älteren Bildern entdeckte Glöckner bestimmte Maßverhältnisse, die ihn dazu veranlassten, "die konstruktiven, geometrischen Grundlagen [seiner] Malerei zu untersuchen, ihre elementaren und komplexen Zusammenhänge zu finden". In der Folge entstanden die ersten "Tafeln", in denen er sich der Problematik von Zwei- und Dreidimensionalität, von Flächigkeit und Körperlichkeit näherte. Glöckner experimentierte mit verschiedenen Materialien und Techniken, neben Monotypien entstanden u. a. Collagen und Faltungen. Sie alle verbindet das Geometrische ebenso wie das Zufällige. Letzteres ergab sich für den Künstler aus äußeren Eindrucken, die es zu erfassen galt. (Vgl. Ernst-Gerhard Güse: "Hermann Glöckner. Werke 1909–1985". Saarbrücken / Stuttgart 1993. S. 13–29).
Der Vorgang des Faltens ist ein dreidimensionaler Prozess, wobei jedoch die dritte Dimension im künstlerischen Arbeitsprozess von Hermann Glöckner "flach gepresst" wird, so auch in der vorliegenden Arbeit. Dennoch erzeugte der Künstler durch die farbige Gestaltung Räumlichkeit. (Vgl. Kornelia von Berswordt-Wallrabe u. Rudolf Mayer: "Faltungen. Arbeiten aus fünf Jahrzehnten". Schwerin 1996. S. 17).

Mit werkimmanenten diagonalen Knickfalzen und Reißzwecklöchlein in den Ecken. Papier technikbedingt partiell leicht aufgefasert bzw. mit leichtem Abrieb an den Falzen mit minimalem Farbverlust (im Schwarz) und vereinzelt Stauchungen im Papier. Anhaftende pudrige Kreidepigmente u.Mi. im Rot. Kreidige Wischspur im Schwarz Mi., wohl werkimmanent. In den Randbereichen technikbedingt leicht gewellt. Ein winziges unscheinbares Fleckchen u.li. Verso atelierspurig.

50,1 x 72,2 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 170 Heinz Zander
KatNr. 170 Heinz Zander

170   Heinz Zander "Primavera". 1987.

Heinz Zander 1939 Wolfen – lebt in Leipzig

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "HZ" und datiert u.li. Verso auf einem Papieretikett des Künstlers in Kugelschreiber nochmals signiert "Zander", betitelt, datiert und mit Maßangaben versehen. In einer schwarzen Holzleiste gerahmt.

Die bildnerischen Arbeiten des Künstlers Heinz Zander gleichen "Inszenierungen, denen der Formenreichtum des Welttheaters, der Kunst- und Literaturgeschichte, der Mythologie, Sagen- und Märchenwelt zugrundeliegt" (Hammer 1995). Als phantasievoller Experimentator zitiert Zander in seinen Arbeiten in vielfältiger Weise tradierte Bildformeln der Kunstgeschichte und verarbeitet sie zu neuen Bildfindungen.
Bei dem vorliegenden Gemälde ist schon der ikonische Titel "Primavera" eine Allusion auf Botticellis Meisterwerk. In seiner künstlerischen Staffage stellt es eine surreal-neuzeitliche Vision der komplexen Liebes- und Fruchtbarkeitsikonografie des Renaissancebildes dar und bringt sie in einen neuen strukturellen und rätselhaften Zusammenhang. Das Grotesk-Komische, das Ironische und auch das Grausige erzeugen hier in malerischer Detailschärfe die eigenartige Faszination des Bildes.
Lit.: Klaus Hammer: "Großes Welttheater, Phantastischer Orbis pictus oder kurioses Raritätenkabinett?". In: Gerd Lindner (Hrsg.): "Heinz Zander. Hortus conclusus". Ausst.-Kat. Leipzig 1995.

Sehr feines, unscheinbares, alterungsbedingtes Krakelee in weißen Farbbereichen. Mehrere kleine, fachgerechte Retuschen in den Randbereichen im Hintergrund. Falzbereich mit Lichtrand (Malschicht und Firnis umlaufend im Bereich der Rahmenabdeckung etwas gegilbt).

102,5 x 70,5 cm, Ra. 109 x 77,5 cm. 12.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 171 Heinz Zander

171   Heinz Zander "Selbstbildnis als Archäologe" (oder "Selbst mit Geiern"). 1986.

Heinz Zander 1939 Wolfen – lebt in Leipzig

Öl auf Leinwand. Monogrammiert "HZ" und datiert u.li. In einer dunkelbraunen Holzleiste gerahmt.

Leinwand in re. Bildhälfte Mi. mit Deformation, an Ecke o.li. mit kleiner Falte im Falzbereich sowie ein vom Künstler hinterlegtes Löchlein in li. Bildhälfte. Alterungsbedingtes, feines Krakelee im Hintergrund, partiell gefirnisst mit wenigen matten Bereichen und unscheinbarer, gegilbter Laufnase re. Geringfügiger Malschicht-Abrieb an den Bildkanten durch Einrahmung sowie ein schmaler Lichtrand im Falzbereich. Kleine, längliche Druckstelle im Geier li. mit leicht erhabener Malschicht.

44,5 x 49,7 cm, Ra. 52,5 x 57,5 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 310 Pol Cassel, Stilleben mit Äpfeln und blauer Schale. 1930/1933.
KatNr. 310 Pol Cassel, Stilleben mit Äpfeln und blauer Schale. 1930/1933.

310   Pol Cassel, Stilleben mit Äpfeln und blauer Schale. 1930/1933.

Pol Cassel 1892 München – 1945 Kischinjow in Moldavien

Aquarell über Blei auf kräftigem Papier. Mit dem Signaturstempel "Pol Cassel" versehen u.re. Verso das Porträt eines jungen Mädchens, Aquarell, 1920er Jahre. Im Passepartout hinter Glas in weißer Holzleiste gerahmt.

Wir danken Herrn Franz-Carl Diegelmann, Zürich, für freundliche Hinweise.

Ränder minimal gebräunt, Ecken li.o. und li.u. fachmännisch ergänzt. Verso kleine weiße Farbspuren. Der Rahmen partiell nur minimal bestoßen.

34 x 49,8 cm, Ra. 59,5 x 74,5 cm. 3.200 €
KatNr. 364 Elfriede Lohse-Wächtler, Liegender weiblicher Akt. 1920er Jahre.
KatNr. 364 Elfriede Lohse-Wächtler, Liegender weiblicher Akt. 1920er Jahre.

364   Elfriede Lohse-Wächtler, Liegender weiblicher Akt. 1920er Jahre.

Elfriede Lohse-Wächtler 1899 Dresden – 1940 Pirna-Sonnenstein

Aquarell auf Japan. Signiert u.li. "E. Lohse-Waechtler". Freigestellt im Passepartout hinter Glas in hochwertigem, rotbraun lasiertem Modellrahmen mit goldfarbener Zierleiste und Blumenornamenten gerahmt.
Nicht im WVZ Reinhardt.

Provenienz: Aus dem Nachlass der Künstlerin.

Technikbedingt im Bereich der Darstellung sehr unscheinbar wellig. Eine leichte Knickspur Mi.li. Minimal gebräunt, vereinzelte, unscheinbare Stockfleckchen.

27,5 x 39,5 cm, Ra. 44,3 x 56 cm. 6.600 €
KatNr. 369 Helmuth Macke, Stillleben. 1933.
KatNr. 369 Helmuth Macke, Stillleben. 1933.

369   Helmuth Macke, Stillleben. 1933.

Helmuth Macke 1891 Krefeld – 1936 Bodensee bei Hemmenhofen

Aquarell über Bleistift. In schwarzem Faserstift u.re. monogrammiert "HM". Mit werkimmanenten Annotationen des Künstlers in Blei im Bereich der Darstellung. Verso signiert "Helmuth Macke" und datiert sowie mit einer Vorskizze zu einem Stillleben in Grafit. Freigestellt im Passepartout montiert und hinter Glas in einer braunen Holzleiste gerahmt.

Helmuth Macke steht als Vetter des berühmten August Macke nach wie vor in dessen Schatten – völlig zu Unrecht. Denn schon bald nach seiner Ausbildung bei Jan Thorn-Prikker an der Krefelder Kunstgewerbeschule kam der Künstler in engen Kontakt mit Vertretern der modernen Kunst: in München mit dem Blauen Reiter, in Berlin mit der Brücke. Macke gehörte zur Avantgarde, schuf eindrucksvolle expressive Landschaften, Porträts und Stillleben und erhielt schließlich 1929 den Rom-Preis der Villa Massimo.
Stillleben gehören im Werk von Helmuth Macke zu den Hauptmotiven. Im Jahr 1933, als dieses Blatt entstand, siedelte der Künstler in die "Alte Mühle" in Hemmendorf am Bodensee über, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete.

Lit.: Ewers-Schultz, Ina (Hrsg.): "Helmuth Macke – im Dialog mit seinen expressionistischen Künstlerfreunden". Köln 2016.

Technikbedingt leicht gewellt, unscheinbar knickspurig. U. Blattrand ungerade geschnitten, ein Reißzwecklöchlein o.re. (werkimmanent). Verso Reste einer früheren Montierung sowie wenige beginnende winzige Stockfleckchen.

33,7 x 22,7 cm, Ra. 52,6 x 42,6 cm. 2.500 €
KatNr. 399 Robert Hermann Sterl
KatNr. 399 Robert Hermann Sterl

399   Robert Hermann Sterl "Hamburg" (Historisches Hafenviertel, Gängeviertel der Alt- oder Neustadt). 1894.

Robert Hermann Sterl 1867 Großdobritz – 1932 Naundorf/Sächs. Schweiz

Aquarell und Deckfarben über Bleistiftzeichnung auf Papier. U.re. signiert "Robert Sterl" sowie ausführlich datiert "13 Sept 94" sowie ortsbezeichnet bzw. betitelt. Verso in Blei von fremder Hand bezeichnet. Aus "Sammlung von Bildern aus Hamburg". Im Passepartout hinter Glas gerahmt.

Im August und September 1894 schuf Robert Hermann Sterl Zeichnungen und Aquarelle von Alt-Hamburger Bürgerhäusern und Straßenzügen im Hafenviertel für eine "Sammlung von Bildern aus Hamburg" im Auftrag von Alfred Lichtwark. Lichtwark, der seit 1886 Direktor der Hamburger Kunsthalle war, hatte frühzeitig erkannt, dass die Stadt Hamburg für junge, zu seiner Zeit moderne Künstler als Bildmotiv von großem Interesse sein konnte. Da er dem Kunstpublikum in Hamburg zeitgenössische Kunst vermitteln wollte, gründete er bereits 1889 die "Sammlung von Bildern aus Hamburg" und erteilte zunächst jüngeren Malern aus Hamburg und später Künstlern aus ganz Deutschland und dem Ausland Aufträge. Sterl und andere junge Maler hatten die Aufgabe übernommen, beim Bau des künftigen Hafenviertels, der heutigen HafenCity, alte Häuser vor ihrem Abriss zu dokumentieren. Bei der vorliegenden Straßenansicht handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um eines der sogenannten Gängeviertel der Altstadt (Gebiet der heutigen Mönckebergstraße, etwa die Steinstraße) oder der Neustadt (etwa im Umfeld des Großneumarkts).

(Vgl. Andreas Quermann: "Robert Hermann Sterl – Biographie". In: Birgit Dalbajewa u. Gisbert Porstmann (Hrsg.) für die Städt. Gal. Dresden: "Robert Sterl. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölskizzen". Dresden 2011. S. 251–258. Hier S. 251f.)

Wir danken Frau Popova und Herrn Dominik Stoltz, Dresden, für freundliche Hinweise.

Am u. Blattrand sowie in der u. Bildhälfte innerhalb der Darstellung etwas stockfleckig. In den Randbereichen umlaufend Spuren einer früheren Rahmung sowie minimal lichtrandig. Zwei Kratz- bzw. Druckspuren im Bereich der Darstellung o.re (Hauswand) sowie Mi.li. (Hauswand) mit minimalem Farbverlust. An der o.re. Ecke eine kleine Stelle mit Papierabrieb sowie das Blatt leicht angeschnitten. Verso in den Randbereichen zweifach Papierstreifen aufgeklebt sowie Reste früherer Montierungen.

35,5 x 25,3 cm, Psp. 50 x 39,5 cm, Ra. 53 x 42,6 cm. 2.200 €
KatNr. 400 Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.
KatNr. 400 Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.

400   Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.

Robert Hermann Sterl 1867 Großdobritz – 1932 Naundorf/Sächs. Schweiz

Aquarell und Gouache. Monogrammiert "R.St", datiert und bezeichnet "W" (Wittgenborn) u.li. Im Passepartout hinter Glas in originaler, vergoldeter Leiste gerahmt.
Zum Motiv vgl. WVZ Popova 536.

Provenienz: Deutsche Privatsammlung, erworben aus dem Nachlass des Sammlers F. W. Körner, Körner erwarb es im Atelier des Künstlers.

Wir danken Frau Popova, Dresden, für freundliche Hinweise.

Ungeöffneter Zustand. Insgesamt gebräunt, die Farben etwas verblasst, leicht angeschmutzt. Am Rand o.Mi. eine kleine oberflächliche Glanzstelle. Psp. gebräunt und mit beginnenden Stockfleckchen. Der Rahmen etwas berieben, partiell mit Abplatzern.

BA. 23,2 x 33,3 cm, Ra. 46,6 x 55,5 cm. 1.500 €
KatNr. 513 Erich Heckel

513   Erich Heckel "Seerosen". 1958.

Erich Heckel 1883 Döbeln – 1970 Radolfzell

Aquarell und farbige Kreide über Bleistift auf feinem gelblichen "PMF Ingres"-Bütten. In Blei u.re. signiert "Heckel" sowie datiert und betitelt. Verso in Blei am u. Rand wohl von fremder Hand bezeichnet. Freistehend im Passepartout montiert und hinter Glas in einer hellen Holzleiste gerahmt.

Das Werk ist im Werk-Archiv der Erich Heckel Stiftung, Hemmenhofen, registriert.

Wir danken Renate Ebner M.A., Erich Heckel Stiftung, Hemmenhofen, für freundliche Hinweise.

Zum Motiv vgl. "Teichrosenblüte", 1937, Aquarell, abgebildet in: "Erich Heckel. Zum 100. Geburtstag. Bilder, Aquarelle, Graphik". Ausst.kat. Galerie Thomas. München 1983. Nr. 70; "Teichrosen", 1958, Tusche, laviert, abgebildet in: "Erich Heckel. Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus dem Nachlaß des Künstlers". Ausst.Kat. Brücke-Museum. Berlin 1976. Nr. 138, Tafel 40.

Technikbedingt vor allem in den Randbereichen minimal gewellt, leicht lichtrandig und fingerspurig. An der o.li. Ecke ein kleiner Einriss (ca. 5 mm) sowie am re. Blattrand o. ein Einriss (ca. 1 cm). Wenige vereinzelte, teils durscheinende, unscheinbare Stockfleckchen. Verso fünf Reste einer alten Montierung sowie am o. Blattrand zwei unscheinbare Glanzstellen mit Kleberesten wohl aufgrund einer früheren Montierung.

63,3 x 48 cm, Ra. 67,8 x 83,8 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 650 Wilhelm Rudolph, Dresden – Ruinenstadt. 1948– 1950.

650   Wilhelm Rudolph, Dresden – Ruinenstadt. 1948– 1950.

Wilhelm Rudolph 1889 Chemnitz – 1982 Dresden

Federzeichnung in Tusche und Aquarell auf chamoisfarbenem strukturiertem Bütten. In Tusche signiert "W.Rudolph" u.re. Aus der Folge "Dresden als Landschaft".

Das vorliegende Blatt ist eine der bis ca. 1949 oder 1950 von Wilhem Rudolph geschaffenen farbigen Arbeiten des zerstörten Dresdens. Es gehört zu einer bemerkenswerten Folge von Aquarellen und farbigen Zeichnungen, die der Künstler unter dem Begriff "Dresden als Landschaft" zusammenfasste.
Die Zeichnung zeigt die einige Jahre nach Kriegsende allmählich erfolgte Rückgewinnung der zerstörten Stadtlandschaft durch die Natur: In laviertem Kontrast der Tuschezeichnung und atmosphärischen Farbigkeit sind die mittlerweile von Pflanzen überwucherten Ruinen Dresdens in einer phänomenalen und beispiellosen Ansicht dargestellt.
Der Künstler selbst liefert zum Motiv dieser besonderen Stadtlandschaft innerhalb seiner Kunst eine eindringliche Beschreibung. Es ist ein "Zustand, wie die getötete Stadt durch Einwirkungen der Zeit, Regen, Schnee, Wind und Frost sich in ein zerbröckelndes Felsengebirge verwandelt. … Jeder Teil ist ein Ganzes für sich und hat sein eigenes psychologisches Gesicht." (Zit. n. Klitzsch, S. 50.)
Neben Rudolphs Rohrfederzeichnungen sind Rudolphs farbige Blätter des zerstörten Dresden eher unbekannt und selten. In ihrer Einzigartigkeit haben sie bisher noch nicht die Ihnen angemessene Würdigung erfahren.

Technikbedingt leicht gewellt. An den Ecken und Randbereichen teils Reißzwecklöchlein aus dem Werkprozess, die Blattkanten minimal angestaucht. Die Ecke u.li. und o.li. leicht knickspurig.

32 x 44 cm. 2.400 €
KatNr. 760 Willy Wolff
KatNr. 760 Willy Wolff
KatNr. 760 Willy Wolff

760   Willy Wolff "Montage mit Stahlfeder". Um 1968– 1970.

Willy Wolff 1905 Dresden – 1985 ebenda

Messing, Stahl, partiell lackiert, geschraubt. Auf eine weiß gefasste Sprelacartplatte montiert. Auf dieser unterseitig geritzt signiert "WOLFF".

Ausgestellt in: Willy Wolff. Malerei, Plastik, Objekte, Graphik, Zeichnungen. Ausstellungskatalog der Kunsthalle Rostock, 6. April bis 5. Juni 1977. Wismar, 1976. Kat.-Nr. 48.

Das Objekt ist auf einem Atelierfoto des Künstlers zu sehen, vgl. Willy Wolff zum Hundertsten. Ausstellungskatalog der Städtischen Galerie Dresden. Berlin, 2006, S. 161, Foto o.re.

Vgl. ähnliche Metallobjekte in: Willy Wolff 1980. Ausstellungskatalog der Galerie Arkade. Neubrandenburg, ohne Jahr.

"In zwei Schüben montiert Wolff kleine Metallobjekte: 1966–1970 und 1979–1980. Sind es zunächst vibrierende Federbänder, Messingtriebwerke alter Uhren, Spieldosen, Beschläge, Scharniere und polierte Stangen, so kommen – ganz überraschend – 10 Jahre später […] noch einmal Spielmaschinen hinzu. Jetzt sind die glänzenden Räderwerke wie Schmuckstücke an gealterte Eisenfunde geheftet, weniger ironisch und heiter, dafür statuarisch, ehrenhaft. Vom Spiel zur Vanitas." (zitiert nach Klaus Werner, Willy Wolff 1980. Ausstellungskatalog der Galerie Arkade. Neubrandenburg, ohne Jahr. Ohne Seitenangabe.).

Messingteile leicht patiniert, Lackierung der Stahlplatte etwas unregelmäßig (werkimmanent). Die Sockelkanten minimal bestoßen.

H. 22,4 cm, Gesamthöhe mit Sockel 24,3 cm. 1.800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek
KatNr. 761 Waldemar Grzimek

761   Waldemar Grzimek "Tänzerin I". 1965.

Waldemar Grzimek 1918 Rastenburg – 1984 Berlin

Bronze, gegossen, schwarzbraun patiniert. Guss von 1970–77, der entstehungszeitliche Guss wurde in der Gießerei Noack, Berlin, gegossen. Auf dem linken Fuß u. monogrammiert "W. G". sowie römisch nummeriert "II", darunter mit dem Gießerei-Stempel "GUSS BARTH RINTELN" versehen. Zweites von sieben zu Lebzeiten des Künstlers gegossenen Exemplaren. Auf einem weiß gefassten Sockel schraubmontiert.
WVZ Roters 253.

Provenienz: Ostdeutscher Privatbesitz; vormals erworben aus dem Nachlass des Künstlers "Stiftung Waldemar Grzimek" (1985–2005), verwaltet von Dr. Gernot Moegelin.

Wir danken Herrn Fujimi Barth, Gießerei Barth, Rinteln, für freundliche Hinweise.

Ein weiteres Exemplar der "Tänzerin I" befindet sich in der Sammlung des GERHARD-MARCKS-HAUSES, Bremen (Inv.-Nr. S82/06), in welchem seit 2005 der künstlerische Nachlass von Waldemar Grzimek mit 101 Skulpturen sowie eine Schenkung von ca. 250 Zeichnungen und 100 Grafiken verwaltet wird.

Waldemar Grzimek ist eine der zentralen Persönlichkeiten der Bildhauerkunst in Deutschland nach 1945. Innerhalb der gesamtdeutschen Entwicklung der figürlichen Bildhauerkunst der 1960er und 70er Jahre kommt seinem künstlerischen Schaffen eine überragende Bedeutung zu. Als er im Jahr 1961 die DDR verließ und nach Westberlin übersiedelte, zeichnete sich in seinem künstlerischen Schaffen ein Formwandel ab, der in den folgenden Jahrzehnten für sein vielseitiges Werk bestimmend wurde: Eine anfängliche Strenge, Kargheit und tektonische Gebundenheit der Form wurden abgelöst von Formen expressiver Bewegtheit, exaltierter Wildheit und figürlicher Deformation. Die glatte und makellose Haut der früheren Figuren wich bewegten und rauheren Oberflächen. Ruhiges und idealisierendes Pathos schlug um in das Drama des Lebens.
Die "Tänzerin I" von 1965 zeigt exemplarisch das Interesse des Künstlers an komplizierten Bewegungsabläufen des menschlichen Körpers. Das raumgreifende Volumen der Figur, von verschiedenen Winkeln aus künstlerisch begriffen und strukturiert, erzeugt eine in perspektivischer Rundumschau wirkende Dynamik und Ausdruckskraft. Im Kontext der "Kriechenden" (1961), der "Träumenden" (1962), der "Großen Träumenden" (1964), der "Welle" (1964), "Bewegung" (1965) sowie den "Schwebenden" (1965/1966) ist die "Tänzerin I" eine der spannungsvollsten und expressivsten weiblichen Figuren des Künstlers dieser Schaffensphase.
Das Thema von Tanz und Tänzerin beschäftigte den Künstler in den späteren Jahren, auch in männlichen Figuren, immer wieder. Die erste Bearbeitung in der Plastik von 1965 jedoch ist in ihrer besonderen Auffassung eines gestreckten, zugleich in sich gekehrten sowie schwebenden Körpers jedoch wohl die außergewöhnlichste und künstlerich eindrucksvollste.

Lit.: Jürgen Fitschen: Der Nachlass von Waldemar Grzimek im Gerhard-Marcks-Haus. In: Ders., Veronika Wiegartz, Gerhard-Marcks-Stiftung (Hrsg.): "Ein Platz für Plastik. Der Nachlass von Waldemar Grzimek im Gerhard-Marcks-Haus". Bremen 2006.

Eberhard Roters: Der Bildhauer Waldemar Grzimek. Mit einem vollständigen Werkverzeichnis. Frankfurt a.M., Wien, Berlin 1979.

H. 62,5 cm, B. 94 cm, H. (gesamt) 128,5 cm. 18.000 €
KatNr. 771 Friedrich Press
KatNr. 771 Friedrich Press
KatNr. 771 Friedrich Press
KatNr. 771 Friedrich Press

771   Friedrich Press "Gnadenstuhl". 1987.

Friedrich Press 1904 Ascheberg – 1990 Dresden

Lindenholz bzw. Kiefernholz, geleimt, geschnitzt sowie schwarz, rot und gold gebeizt. Rückseitig geritzt signiert "F. Press", datiert sowie mit der Werknummer "494" versehen.
Press WK.Nr. 494.

Der Künstler Friedrich Press setzte mit seinen Werken Zeichen, die reduziert auf das Wesentliche die Aussage verdichten: "Ich kann doch nicht einfach die Oberfläche der Dinge wohlgefällig darstellen; dann bleibt Kunst eben oberflächlich und seicht, sondern ich muß die nicht mehr darstellbaren Tiefenschichten zeichenhaft, symbolisch sichtbar zu machen versuchen." (Press im Film: Tod und Auferstehung im Werk des Bildhauers Friedrich Press, Fernsehen der DDR, 1986. Zit. n. Christoph Deuter: "Friedrich Press und sein Weg zur Abstraktion". In: "Friedrich Press. Das Innere zum Äußeren". Ausst.Kat. Lampertswalde 2012. S. 9–11. Hier S. 9)

Das Motiv des Gnadenstuhls bearbeitete Press seit 1985. Es entstanden vier Werke zum Gnadenstuhl (Wk.Nr. 480 – Wk.Nr. 483), an denen die immer stärkere formale Abstrahierung nachvollziehbar ist. 1987 gipfelte diese Reihe in vorliegender Darstellung des Gnadenstuhls. Hier verschmelzen die göttlichen Personen fast in der Art eines klassischen, sogenannten "Dreigesichts" zu einer höchst geschlossenen Form. Die golden gefassten Augen von Christus werden im mittigen, beiden göttlichen Personen zugeordneten Auge, eins mit den rot gefassten Augen Gottvaters. Im Gegensatz zur früheren Darstellung (Wk.Nr. 483), wo Christus die das Leid symbolisierenden roten Augen hat, wurde Christus hier mit goldenen Augen dargestellt. Dies verweist auf ein zentrales Thema bei Press – die Auferstehung – während Gottvater als väterlich Leidender bzw. Mitleidender gezeigt wird.

Wir danken Herrn Christoph Deuter, Würzburg, für freundliche Hinweise.

Partiell minimaler Abrieb an den Kanten, an hinterer li. Kante eine ganz leichte Absplitterung.

H. 44 cm, B. 33 cm, T. 4,5 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 775 Lothar Sell, Bauernhaus mit Paar auf dem Dach. 1985.
KatNr. 775 Lothar Sell, Bauernhaus mit Paar auf dem Dach. 1985.
KatNr. 775 Lothar Sell, Bauernhaus mit Paar auf dem Dach. 1985.

775   Lothar Sell, Bauernhaus mit Paar auf dem Dach. 1985.

Lothar Sell 1939 Treuenbrietzen – 2009 Meißen

Holz, geschnitzt, farbig gefasst und lackiert. Das auf dem Satteldach sitzende, sich umarmende Paar abnehmbar. Im Türrahmen an der Längsseite signiert "SELL" und datiert.

Vereinzelte, vertikale Trocknungsrisse (bis ca. 20 cm), dort Farbfassung partiell mit kleinen Fehlstellen. Farbfassung allseitig, insbesondere im Bereich des Dachs mit linienförmigen, schrumpfungsbedingten Verwerfungen. Lack unregelmäßig gegilbt und mit unterschiedlichen Glanzbereichen.

H. 54 cm, L. 22 cm, B. 18 cm. 1.700 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 812 Frühe Tasse mit Untertasse der Periode Johann Joachim Kaendler. Meissen. Um 1740/1745.
KatNr. 812 Frühe Tasse mit Untertasse der Periode Johann Joachim Kaendler. Meissen. Um 1740/1745.
KatNr. 812 Frühe Tasse mit Untertasse der Periode Johann Joachim Kaendler. Meissen. Um 1740/1745.
KatNr. 812 Frühe Tasse mit Untertasse der Periode Johann Joachim Kaendler. Meissen. Um 1740/1745.
KatNr. 812 Frühe Tasse mit Untertasse der Periode Johann Joachim Kaendler. Meissen. Um 1740/1745.

812   Frühe Tasse mit Untertasse der Periode Johann Joachim Kaendler. Meissen. Um 1740/1745.

Porzellan, glasiert, in polychromer Aufglasurmalerei staffiert, partiell vergoldet. Vierpassige Tasse und Untertasse in ovaler Form mit Volutenhenkel. Die Außenwandungen jeweils mit gelbem Fond. Die Außenwandung der Tasse mit zwei ausgesparten Reserven, darin sowie im Spiegel der Tasse und der Untertasse mit Kauffahrteiszenen bzw. Ideallandschaftsszenen mit Wanderern und Reitern bemalt. Aufwendige Goldspitzenbordüren unter den Gefäßrändern sowie rahmend um die Kartusche der Untertasse. Am Boden jeweils die Schwertermarke in Unterglasurblau sowie mit dem Goldmalerbuchstaben "S.". Die Untertasse mit der Prägenummer "23".

Zur Form vgl. Pietsch, Ulrich: Passion for Meissen. Sammlung Said und Roswitha Marouf. Stuttgart, 2010. S. 314 f., Kat.-Nr. 157/158.

Die Idee, Meissner Porzellane mit farbigem Fond zu versehen, steht im Zusammenhang mit dem Wunsch Augusts des Starken, Porzellane verschiedener Formen in den einzelnen Zimmern des Japanischen Palais' mit jeweils gleicher Fondfarbe zu Wandarrangements zusammenzufassen. Vgl. Frühes Meissener Porzellan. Kostbarkeiten aus deutschen Privatsammlungen. München, 1997. S. 138.

Insgesamt sehr guter Erhaltungszustand. Vereinzelte Spuren von Ascheflug auf Tasse und Untertasse. Ein bräunlicher und ein kleiner goldener Farbfleck. Standring der Tasse mit winzigen Chips. Vergoldung der Untertasse an einer Stelle unscheinbar berieben.

Tasse H. 4,8 cm, B. 8 cm, T. 7,2 cm, Untertasse H. 2,9 cm, B. 12,5 cm. T. 11 cm. 1.300 €
KatNr. 816 Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.
KatNr. 816 Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.
KatNr. 816 Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.
KatNr. 816 Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.

816   Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.

Porzellan, glasiert, in polychromer Aufglasurmalerei staffiert, partiell vergoldet. Gedrückt kugelige Form mit Reliefdekor "Altozier". Seitliche, goldornamentierte Asthenkel mit reliefplastischem Blatt- und Blütenansatz. Deckel mit Blütenknauf. Auf der Außenwandung der Terrine, dem Deckel und im Spiegel des Présentoirs jeweils zwei Watteau-Szenen im sog. Inselstil mit gestreuten Blüten in Purpurcamaieumalerei. Am Boden jeweils die Schwertermarke in Unterglasurblau, das Présentoir mit Prägenummer "22".

Zur Form vgl. Eikelmann, Renate (Hrsg.): Meißener Porzellan des 18. Jahrhunderts. Die Stiftung Ernst Schneider in Schloß Lustheim. München, 2004. S. 426, KatNr. 116.

Zwei Blattansätze einer Handhabe mit winzigem Brandriss, eben jene Handhabe mit Brandriss am unteren Ansatz. Vergoldung am inneren Standring des Présentoirs sowie an den Handhaben partiell berieben. Drei unscheinbare Fehlstellen in der Malerei einer Szene des Présentoirs, auf dem Spiegel vereinzelt, im Gesamtbild unauffälliger, Ascheflug.

Terrine H. 12 cm, D. 10,5 cm (ohne Handhaben), Présentoir H. 3,5 cm, D. 18,2 cm. 1.100 €
KatNr. 818 Seltene Deckeltasse
KatNr. 818 Seltene Deckeltasse
KatNr. 818 Seltene Deckeltasse
KatNr. 818 Seltene Deckeltasse

818   Seltene Deckeltasse "Abélard et Héloïse" mit Unterschale. Meissen. 1777/1795.

Heinrich Gotthelf Schaufuß 1760 Chemnitz – 1838 Meißen

Porzellan, glasiert, in polychromer Aufglasurmalerei und Gold staffiert. Tassenkorpus nach unten leicht geschnürt, eckig gebrochener Henkel und leicht gebauchter Deckel. Geschraubter Messingknauf in Form eines Blütenkranzes. Gemuldete Unterschale. Wandung der Tasse und Spiegel der Unterschale mit jeweils einem Ovalmedaillon mit der Darstellung von Abélard und Héloïse in Grisaillemalerei, wohl von Heinrich Gotthelf Schaufuß nach Schabkunstblättern von Thomas Watson nach Daniel Gardner, London, 1775/76, von Rosen-Blatt-Kränzen umrankt und einer Purpurschleife bekrönt. Der Deckel mit der Darstellung Armors in einer Landschaft, die Namen der Liebenden auf einen Säulenstumpf schreibend. Ränder des Deckels und der Untertasse mit Kreisfries in Gold, von fünf kleinen Rosenreserven rhythmisiert. Am Boden jeweils die Schwertermarke mit Stern in Unterglasurblau.

Die auf der Deckeltasse dargestellten Bildnisse von Abélard und Héloïse verweisen literarisch auf Jean-Jaques Rousseaus Werk "Julie ou La Nouvelle Héloise". Der Briefroman gilt als Inspiration für Johann Wolfgang von Goethes berühmten Roman "Die Leiden des jungen Werther". Die Meissner Manufaktur produzierte zwischen 1775 und 1790 Einzeltassen und Services mit den sogenannten "Werther-Szenen".

Zur literarischen Vorlage und motiv- sowie formgleichen Tassen vgl.:
Wegner, Peter-Christian: Bemerkenswerte Motive auf Meißner Porzellan der Marcolini-Zeit. Kiel, 2016. S. 14ff.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.): Liebe, Moral und Sentiment: Das Meissner Porzellan mit dem Stern. Dresden, 2005. S. 55, untere Abb.

Müller-Scherf, Angelika: WERTHERPORZELLAN: Lotte und Werther auf Meißener Porzellan im Zeitalter der Empfindsamkeit. Petersberg, 2009. S. 64f., Abb. 79–82.

Zur Form (jedoch mit variierendem Deckel) vgl. Rückert, Rainer: Meissener Porzellan 1710–1810. München, 1966. Kat.-Nr. 781 und 782, Abb. S. 184.

Friesvergoldung an Untertasse und Deckel in Glanzgold erneuert, ebenso die Binnenvergoldung am Henkel. Vergoldung zum Teil leicht berieben. Messingknauf alt für einen Messing-Lorbeerknauf mit aufliegenden Schleifen ergänzt, Glasur im Bereich der ehemals aufliegenden Schleifen mit zwei sehr flachen Ausschliffen und fachmännischen Retuschen. Porträtmalereien jeweils mit kleinen, feinen Kratzspuren.

Tasse H. 11,2 cm, D. 7,5 cm, Untertasse H. 2,9 cm, D. 13,3 cm. 850 €
KatNr. 822 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 822 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 822 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 822 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 822 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 822 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 822 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 822 Sechs Jugendstil-Speiseteller

822   Sechs Jugendstil-Speiseteller "Flügelmuster". Rudolf Hentschel für Meissen. 1901– 1923.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen

Porzellan, glasiert und in seladongrüner und kobaltblauer Unterglasurmalerei staffiert. Aus dem Service "T glatt". Sechs flache Speiseteller, auf Spiegel und Fahne jeweils das Dekor "Flügelmuster". Unterseits jeweils die zweifach geschliffenen Knaufschwerter und überwiegend die Ziffer "35" in Unterglasurblau sowie die geprägte Modellnummer "T22".

Lit.:
Bröhan, K. H. (Hrsg.): Kunst der Jahrhundertwende und der zwanziger Jahre, Bd. II, 1977 Berlin, S. 308 f., Abb. S. 309.
Haase, G. (Hrsg.): Jugendstil in Dresden. Aufbruch in die Moderne. 1999 Dresden, S. 243, Nr. 111, mit Abb.
Just, J.: Meissner Jugendstil-Porzellan, 1983 Leipzig, Nr. 83, mit Abb.
Sterba, G.: Meissener Tafelgeschirr, 1988 Stuttgart, S. 190, Nr. 94, mit Abb.

Fünf Teller mit kleinen, punktuellen Farbspuren aus dem Malprozess. Vereinzelt überwiegend unscheinbarer Ascheanflug, partiell auch unterseitig. Glasur im Spiegel eines Tellers mit unscheinbaren Gebrauchsspuren.

D. 26,2 cm. 1.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 823 Große Jugendstil-Platte
KatNr. 823 Große Jugendstil-Platte

823   Große Jugendstil-Platte "Flügelmuster". Rudolf Hentschel für Meissen. 1901– 1923.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen

Porzellan, glasiert und in seladongrüner und kobaltblauer Unterglasurmalerei staffiert. Aus dem Service "T glatt". Große flache Platte, auf Spiegel und Fahne jeweils das Dekor "Flügelmuster". Unterseits die Knaufschwerter sowie die Ziffer "52" in Unterglasurblau, sowie die geprägte Modellnummer "T26" und die geprägten Ziffern "4" und "2". Erste Wahl.

Vgl. Just, J.: Meissner Jugendstil-Porzellan, 1983 Leipzig, Nr. 83, mit Abb.
Sterba, G.: Meissener Tafelgeschirr, 1988 Stuttgart, S. 190, Nr. 94, mit Abb.

Äußerst unscheinbare, im Gesamtbild kaum wahrnehmbare, vereinzelte Farbspuren aus dem Malprozess. Glasur im Spiegel mit unscheinbaren Gebrauchsspuren.

34,5 x 42 cm. 1.200 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 824 Große Jugendstil-Deckelterrine
KatNr. 824 Große Jugendstil-Deckelterrine

824   Große Jugendstil-Deckelterrine "Flügelmuster". Rudolf Hentschel für Meissen. 1901– 1923.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen

Porzellan, glasiert und in seladongrüner und kobaltblauer Unterglasurmalerei staffiert. Aus dem Service "T glatt". Gedrückt bauchiger Korpus auf ovalem Stand, seitlich zwei eckig abgesetzte Handhaben. Leicht gewölbter Deckel mit einer weiteren, eckig abgesetzten Handhabe. Auf Wandung und Deckel das Dekor "Flügelmuster". Unterseits die zweifach geschliffenen Knaufschwerter sowie die Ziffer "71" in Unterglasurblau und die geritzte Ziffer "31" sowie die geritzte Modellnummer "T23".

Lit.: Bröhan, K. H. (Hrsg.): Kunst der Jahrhundertwende und der zwanziger Jahre, Bd. II, 1977 Berlin, S. 308 f., Abb. S. 309.
Haase, G. (Hrsg.): Jugendstil in Dresden. Aufbruch in die Moderne. 1999 Dresden, S. 243, Nr. 111, mit Abb.

Vereinzelte, nadelspitzengroße Spuren von Flugasche, sehr vereinzelte Farbpünktchen aus dem Malprozess sowie einzelne, nadelspitzengroße, geöffnete Luftbläschen. Die Handhaben mittig jeweils mit leichten Glasurbereibungen aus dem Werkprozess. Korpus innenwandig.

H. 17 cm, B. 34,5 cm, T. 23,5 cm. 3.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 931 Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.
KatNr. 931 Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.
KatNr. 931 Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.
KatNr. 931 Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.
KatNr. 931 Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.
KatNr. 931 Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.
KatNr. 931 Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.
KatNr. 931 Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.

931   Mörser mit originalem Pistill. Wohl deutsch. Wohl 15. /16. oder 18. Jh.

Bronze, gegossen. Zylindrischer Korpus mit leicht ausgestelltem Stand, leicht konvex geschwungener Wandung, deren unteres und oberes Ende durch je drei umlaufende, feine Profilringe gegliedert. Ausgestellter, einfach gestufter Mündungsrand, mit einem weiteren umlaufenden, feinen Band abschließend. Auf der Wandung mittig ansetzend ein eckiger, leicht nach innen einschwingender Vierkanthenkel. Einseitiger Pistill mit Handhabe.

Mit einem "Befreiungsschreiben" über die Ausnahme von Beschlagnahmung aus dem Jahr 1917 an "Frau Ida verw. Hessel", darin vermerkt: "1 Messingmörser mit eigenartig geformten Klöppel" sowie "Grund der Befreiung: Schutzberechtigt".

Zur stilistischen Vergleichbarkeit siehe:
Mende, U.: Die mittelalterlichen Bronzen im Germanischen Nationmalmuseum, Bestandskatalog. Nürnberg 2013, Kat.Nr. 115 und Kat.Nr. 118.
Launert, E.: Der Mörser. München, 1990, Kat.Nr. 161.
Dexel, Th.: Gebrauchsgerätetypen, Bd. II, München 1981, Kat.Nr. 175 und Kat.Nr. 202.
Eberle, M.: Formsammlung Walter und Thomas Dexel, Braunschweig. Hildesheim, Zürich, New York, 2005, Kat.Nr. 348.

Wandung und Stand mit partiellen Dellen, Kratzern und Lunkern sowie flächiger Oxidation. Partieller Ausbruch am äußeren Mündungsrand. Die untere Wandung nutzungsbedingt nach außen gebeult, die Außenwand in diesem Bereich mit kleinen Rissen. Nicht standsicher.

H. 16,6 cm, D. 14 cm, Pistill L. 25,5 cm, Gewicht 2960 g. 2.200 €
NACH OBEN 


Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,5%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

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