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AUKTION 66 05. Dezember 2020
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KatNr. 100101 Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.
KatNr. 100101 Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.

Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau), Die Zeit enthüllt die Wahrheit. Wohl 1780er/1790er Jahre.

Johann Eleazar Zeissig (genannt Schenau) 1737 Groß-Schönau (Dresden) – 1806 Dresden

Öl auf Leinwand, doubliert. Signiert "Schenau fec" und schwer lesbar datiert "1766" oder "1796" u.li. In einem monumentalen, goldfarbenen Schmuckrahmen des frühes 20. Jh. mit breiter, nach außen ansteigender Kehle mit Rosettendekor, die Außerkante mit zurückgesetztem, schmalen Schraubstab und masseverzierten Eckkartuschen, zu deren beiden Seiten Blatt und Blütenzweigen laufen.

Provenienz: Nachlass Adolf Sonnenschein (1878–1952, Dozent an der Kunstgewerbeschule Dresden).

Das Gemälde stellt eine Allegorie der Zeit dar, die die Wahrheit enthüllt. In der Mitte der Komposition schwebt die Wahrheit, ein junges, unbekleidetes Mädchen mit einer Pfirsich in der linken Hand. Wie Cesare Ripa in seiner Ikonologie beschreibt, symbolisiert die Pfirsichfrucht das Herz und sein Blatt den Mund, so wie in der Wahrheit ein aufrichtiges Herz und ein wahr sprechender Mund vereint sind. In dieser eher seltenen Ikonologie wird die Wahrheit auch von dem Maler Anton Raphael Mengs (1728–1779) um 1756 in einem sehr schönen Pastell dargestellt, das sich heute im Bostoner Museum befindet (Inv. 98.590). Hinter der Wahrheit verfliegt die Zeit, klassisch dargestellt als bärtiger Greis mit Sichel. Im unteren Teil des Bildes sind zwei weitere Figuren zu sehen. Die linke Figur ist eine Darstellung der trügerischen Täuschung. Sie hält eine Schlange zwischen Blumen in der Hand. Das Attribut versinnbildlicht den vordergründigen Anschein von Güte und Liebenswürdigkeit in den Blumen, hinter welchem sich die wahre Absicht als giftige Schlange erweist.

Das Gemälde greift ein Thema auf, das durch Berninis unvollendete Marmorskulptur (1645–1652), heute in dem Galleria Borghese in Rom, berühmt wurde. Das Motiv war im 18. Jh. besonders beliebt und wurde auch von Pompeo Batoni (1708–1787) und Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) dargestellt. Darüber hinaus war das Thema in Dresden dank der Marmorskulptur von Antonio Corradini (1688– 1752) aus dem Jahr 1720 weithin bekannt. Sie befindet sich im Großen Garten in Dresden und wurde erst vor kurzem restauriert.

Malschicht mit sehr leichtem Alterskrakelee. Leichte Klimakante re. und li. Im Randbereich rahmungsbedingt etwas berieben und mit mehreren Einrissen. Vereinzelten kleine Retuschen, im Bereich der letzten zwei Ziffern der Datierung sowie im Himmel. Doublierung und Keilrahmen des frühen 20. Jh., mit einem zusätzlichen Gewebe gespannt. Schmuckrahmen mit leichten Kratzern und kleinen Fehlstellen der Fassung sowie partiell mit goldfarbenen Retuschen.

175,6 x 128,5 cm, Ra. 198,6 x 150,7 cm. 11.000-12.000 €
KatNr. 100103 Karl Buchholz

Karl Buchholz "Frühlingslandschaft" (Waldlandschaft bei Oberweimar). 1888.

Karl Buchholz 1849 Schlossvippach/Kreis Sömmerda – 1889 Oberweimar

Öl auf Leinwand, auf Holz maroufliert. Signiert "K. Buchholz" und datiert u.re. Verso auf o. Rahmenleiste auf einem alten Papieretikett in Feder bezeichnet sowie ortsbezeichnet "Oberweimar bei Weimar" sowie betitelt und mit altem Preis "250 RM" versehen. Im originalen, breiten, goldfarbenen, reich verzierten Stuckrahmen.

Winzige Retuschen im Himmel. In den Randbereichen der Leinwand vereinzelte, feine Reißzwecklöchlein aus dem Malprozess. Nach dem Malprozess maroufliert und holzsichtige Ränder der Holztafel wohl vom Künstler bemalt. Unscheinbare Druckstellen durch den Rahmen im Falzbereich. Rahmen mit Oxidationsfleckchen und kleine, unscheinbare Fehlstelle im Stuck u.li.

21 x 32,5 cm, Ra. 39,5 x 51,5 cm. 2.800 €
KatNr. 100201 Otto Altenkirch
KatNr. 100201 Otto Altenkirch

Otto Altenkirch "Das Kalkhaus Seitendorf". 1922.

Otto Altenkirch 1875 Ziesar – 1945 Siebenlehn

Öl auf Leinwand. Geritzt signiert u.Mi. "Otto Altenkirch". Verso o.Mi. auf der Leinwand in Blei betitelt und nochmals signiert "Otto Altenkirch" sowie ortsbezeichnet "Dresden". In einem breiten, profilierten, goldfarbenen Rahmen.
WVZ Petrasch 1922–62–SC, dort betitelt "Kalkhaus Seitendorf im Schnee".

Wir danken Herrn Frank Petrasch, Dresden, für freundliche Hinweise.

Malschicht mit Krakelee und Schüsselbildung, Brüchen, partiellen Farbverlusten sowie leichter Klimakante. Wenige kleine Retuschen. Die Leinwand über dem Keilrahmen verso mit zwei winzigen unscheinbaren Löchlein.

55 x 68 cm, Ra. 70 x 83 cm. 5.500-7.000 €
KatNr. 100203 Aimé Victor Barraud
KatNr. 100203 Aimé Victor Barraud

Aimé Victor Barraud "Oeillet de poète". 1930er Jahre.

Aimé Victor Barraud 1902 La Chaux-de-Fonds – 1954 Neuenburg, Schweiz

Öl auf Leinwand. U.li. signiert "aimé.barraud.". In einem breiten, goldfarbenen, profilierten Rahmen mit Hohlkehle.

Abgebildet in: "Aimé Barraud". Ausst.Kat. der Galerie Haas. Zürich 2010. S. 36.

Leichte Glanzunterschiede der Maloberfläche. In den Randbereichen teils leicht berieben aufgrund der Rahmung mit minimalem Verlust der Farbschicht. Der Rahmen partiell berieben mit kleinen Abplatzern an den Ecken.

73,5 x 60 cm, Ra. 90 x 77 cm.
KatNr. 100203 Charles Crodel, Akte in der Landschaft (Rückenakt Gerhard Marcks). 1928.

Charles Crodel, Akte in der Landschaft (Rückenakt Gerhard Marcks). 1928.

Charles Crodel 1894 Marseille – 1973 München

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso auf dem Keilrahmen o. auf einem Klebeetikett bezeichnet sowie mit der Nachlassnr. versehen "Nachlass Ch. Crodel Nr. 630". In schmaler innerer Holzleiste, auf Keilrahmen aufgenagelt, sowie in breiter schwarzbraun lasiertem Modellrahmen gerahmt.

Dieses Gemälde entstand im Rahmen einer im Freundeskreis des Künstlers stattfindenden Mal- und Zeichenübung in der Nähe von Halle, bei der man sich das Thema "Akt" vorgenommen hatte. Crodel war seit 1927 Lehrer für Malerei und Grafik an der dortigen Kunstgewerbeschule Burg Giebichenstein. Für den Rückenakt stand der befreundete Künstler Gerhard Marcks Modell, welcher in Burg Giebichenstein die Bildhauerklasse unterrichtete und mit dem Crodel eine langjährige Freundschaft verband, die sich in wechselseitigen Patenschaften, gemeinsamen Reisen und Werkausstellungen, in wechselseitigem Werkbesitz und in Gemeinschaftsarbeiten ausdrückte.

Abgebildet in: "Charles Crodel. 50 Jahre Malerei und Grafik". Ausst. d. Gal. Mutter Fourage. Berlin 2017. S. 8, dort irrtümlich betitelt "Griechenland".

Zur Freundschaft mit Gerhard Marcks siehe: Martina Rudloff, Cornelius Steckner: "Gerhard Marcks und Charles Crodel. Eine Künstlerfreundschaft. 1921–1933". Gerhard-Marcks-Stiftung, Bremen 1992.

Leicht angeschmutzt sowie in den Randbereichen partiell geringfügiger Abrieb. Innerhalb der Darstellung li. (Bereich Oberarm des stehenden weiblichen Akts) drei winzige Stellen mit Farbverlust. Ein unscheinbares Löchlein u.re unterhalb des männlichen. Akts, verso mit einem Leinwandflicken hinterlegt. Verso die Leinwand an einer Stelle leicht stockfleckig. Der Rahmen an den Kanten partiell geringfügig berieben.

60 x 73,5 cm, Ra. 72,5 x 85,5 cm. 6.000 €
KatNr. 100203 Erich Fraaß

Erich Fraaß "Paar im Wald" (Doppelbildnis des Künstlers mit seiner Frau). Um 1923.

Erich Fraaß 1893 Glauchau – 1974 Dresden

Öl auf Leinwand. Signiert "E. Fraaß" u.re. Leinwand verso mit einem ganzflächigen weiß-grauen Anstrich, wohl über einem verworfenen Gemälde. Auf Keilrahmen und Leinwand bemaßt und weitere Annotationen von fremder Hand. In einer profilierten, hellen Holzleiste gerahmt.
WVZ SKD 1959 1, mit Abbildung sowie abweichendem Titel "Liebespaar" und Datierung "1920"; WVZ Hebecker 67, dort mit dem Vermerk "Künstlernachlass".

Provenienz: Privatbesitz Dresden.

Im halbschattigen Bildmittelgrund zwischen zwei Bäumen steht Erich Fraaß selbst – das Kolorit und der Duktus, in welchem der Künstler seinen Anzug malte, gleicht jenen der neben ihm heraufragenden Stämme. Er blickt auf seine Frau Margarete, mit welcher er am 15. September 1919 die Ehe schloss. Wie eine schützende Konstante hält er sich direkt hinter dem Rücken Gretes auf. Gedankenverloren pflückt sie, in blauem Kleid vor ihm knieend, tiefrote Mohnblumen am Wegesrand. In ihrer Farbigkeit und Fragilität symbolisieren die Blüten Leidenschaft, Liebe und Vergänglichkeit.
Fraaß, Meisterschüler Robert Sterls, beschäftigte sich vorrangig mit den sozialen Themen der Malerei und wertete die geisteswissenschaftliche Betrachtung der Kunst wie folgt "Ein Kunstwerk erklärt sich selbst. Man schreibt zuviel über Kunst. Dadurch verwirrt man den Betrachter und macht ihn unfrei." So bleibt es dem Betrachter überlassen, die subtilen, friedvollen Einklänge des Werkes selbst wahrzunehmen.

Wir danken Dr. Andreas Timmler, Moritzburg, und Frau Christa Saager, Dresden, für freundliche Hinweise.

Partiell mit leichten, unscheinbaren Deformationen aufgrund beidseitiger Bemalung. Verso grauer Anstrich mit Bindemittel-Flecken. Malschicht partiell mit Frühschwund- und Alterskrakelee, vereinzelt leicht schüsselförmig. Obere Malschicht rahmungsbedingt im äußeren Randbereich stellenweise berieben. Kleine Lockerung und Malschicht-Fehlstelle u.re.

100,5 x 70 cm, Ra. 106 x 75,5 cm. 6.000 €
KatNr. 100204 Wilhelm Dodel, Stillleben mit Trichterwinde. Wohl um 1933.

Wilhelm Dodel, Stillleben mit Trichterwinde. Wohl um 1933.

Wilhelm Dodel 1907 Moskau – 1944 Grustinja, Sowjetunion

Öl auf textilem Gewebe, auf Holz aufgezogen und allseitig weiß grundiert. Verso in schwarzem und roten Farbstift signiert "Wilhelm" sowie in blauem Farbstift "Dodel", mit Adressvermerk "Ostbahnstr. 16 IV". Dresden." versehen sowie Hand in Blei bezeichnet "Preis: 40 MK" (gestrichen).

Vom künstlerischen Schaffen Wilhelm Dodels, einem der begabtesten Schüler von Otto Dix, sind kaum Werke überliefert – ein Umstand, der einerseits dem großen Anteil von kurzlebiger Agitations- und Theatermalerei des Künstlers bis zu Beginn der 1930er Jahre geschuldet ist, sich andererseits durch seinen tragischen frühen Tod im Zweiten Weltkrieg mit fast gleichzeitiger Vernichtung seines Werkes durch die Bombenangriffe auf Dresden begründet.

Die Städtischen Sammlungen Freital zeigten 2016 mit "Dix im Sinn" eine Ausstellung mit Werken von Künstlern, deren Schaffen nachhaltig durch den Einfluss ihres Lehrers Otto Dix geprägt wurde, darunter auch Werke von Wilhelm Dodel. Von Dix übernahm Dodel den Einsatz feinster Pinselarbeit in der abschließenden Malschicht zur Darstellung von Details. Dodel folgte seinem Lehrer jedoch nur eine Zeit lang und bemühte sich um eine persönliche künstlerische Handschrift. In seinem kleinen, überlieferten Werk gibt es offensichtliche Beziehungen zur Bildwelt des italienischen Quattrocento und der deutschen Romantik sowie Parallelen zu Werken von Rogier van der Weyden und Hugo van der Goes. Vgl. Claußnitzer, Gert. Wilhelm Dodel. Maler und Werk. Dresden, 1981. S. 1–8.

Das Motiv der Trichterwinde findet sich auch in dem Gemälde "Rosemarie", 1939, Öl auf Holz wieder. Dort hält das in einer Waldlandschaft hoch über dem Elbtal sitzende Mädchen einen Windenzweig mit roten Blüten in der Hand.
Vgl. Claußnitzer, Gert. Wilhelm Dodel. Maler und Werk. Dresden, 1981. KatNr. 8.

Malschicht leicht angeschmutzt sowie teilweise mit Krakelee. Glanzunterschiede an der Oberfläche. An den Rändern und Ecken berieben mit partiellem Verlust der Malschicht. Innerhalb der Darstellung u.re. eine kleine Stelle mit Farbverlust (im Bereich des Tisches).

16,5 x 42 cm. 2.200 €
KatNr. 100206 Hermann Glöckner

Hermann Glöckner "Fest verbunden". 1979.

Hermann Glöckner 1889 Cotta/ Dresden – 1987 Berlin (West)

Tempera über Bleistiftzeichnung auf Papier und Faltung. Verso signiert in Blei "Glöckner", ausführlich datiert "1979 April" sowie nummeriert "6/10" u.li, betitelt u.Mi. und technikbezeichnet "Faltgrafik" u.re., o.li. in Blei wohl von fremder Hand bezeichnet "Fo Blu" sowie datiert "29.5.81".

Abgebildet in: Erpenbeck, John (Hrsg.): Hermann Glöckner. Ein Patriarch der Moderne. Berlin, 1983. S. 28, betitelt "Weißes und schwarzes Quadrat, verklammert" (irrtümlich im Hochformat abgebildet).

Vgl. ähnliche Arbeiten in: von Bersordt-Wallrabe, Kornelia; Mayer, Rudolf (Hrsg.): Hermann Glöckner. Faltungen. Arbeiten aus fünf Jahrzehnten. Ausstellungskatalog Staatliches Museum Schwerin. Gotha, 1996. S. 62, KatNr. 58 "Durchdringung von zwei Quadraten auf Rot", 1977, Faltung, Tempera.

Güse, Ernst-Gerhard (Hrsg.): Hermann Glöckner. Werke 1909–1985. Stuttgart, 1993. S. 100, KatNr. 67 "Durchdringung zweier Quatrate: schwarz und weiß", 1977, Faltung, Tempera.

Mit werkimmanenten diagonalen Knickfalzen. Papier technikbedingt partiell leicht aufgefasert, bzw. mit leichtem Abrieb an den Falzen mit minimalem Farbverlust (Schwarz). An den Ecken mit Reißzwecklöchlein aus dem Werkprozess. In den Randbereichen technikbedingt leicht gewellt. Ein winziges unscheinbares Fleckchen u.li. Verso atelierspurig.

50,1 x 72,2 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 100207 Wilhelm Lachnit, Porträt eines Mannes mit Hund. 1944.
KatNr. 100207 Wilhelm Lachnit, Porträt eines Mannes mit Hund. 1944.

Wilhelm Lachnit, Porträt eines Mannes mit Hund. 1944.

Wilhelm Lachnit 1899 Gittersee/Dresden – 1962 Dresden

Öl auf Hartfaser. Signiert "W. Lachnit" und datiert u.li. Verso Bildträger umlaufend mit verstärkenden Holzleisten sowie einem waagerechten Mittelholm versehen, darauf u.Mi. in Blei bemaßt. In einem neueren, profilierten, schwarz gefassten Rahmen mit goldfarbener Sichtleiste gerahmt.

Vereinzelt unscheinbare Abplatzungen an Nagelung im Falzbereich zur Fixierung des rückseitigen Leistenrahmens sowie weitere Malschicht-Verluste entlang der Bildkanten im Falzbereich, insbes. o.li. sowie an Ecke u.re. Maltechnikbedingt im Hintergrund unscheinbar frühschwundrissig. Malschicht mit leicht schüsselförmigen Schollen li. neben dem Kopf, dort mit farbfalschen Retuschen an ehem. Fehlstellen sowie weitere kleine, teils glänzende Retuschen. Unscheinbare, oberflächliche Kratzer u.Mi. Rahmen mit leichtem Abrieb an den Außenkanten.

98,6 x 66 cm, Ra. 107,1 x 75,3 cm. 4.500-6.000 €
KatNr. 100208 Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.

Rudolf Nehmer, Aufziehendes Gewitter. 1940.

Rudolf Nehmer 1912 Bobersberg – 1983 Dresden

Öl auf Malpappe. U.re. signiert in Sütterlin "R.Nehmer" und datiert. In einem breiten dunkelbraun lasierten Holzrahmen.

Ausgeprägtes Krakelee der o. Malschicht sowie leichte Anschmutzungen. Umlaufend Randläsionen mit partiellem Farbverlust aufgrund einer früheren Rahmung sowie Firnisaussparungen entlang der Bildränder. Zwei Stellen mit Retuschen u.Mi. (Bereich der Rockfalten). Verso an den o. Ecken je eine kleine Stelle mit Abrieb, in den Randbereichen wenige Firnisflecken.

79,6 x 99,8 cm, Ra. 109 x 129 cm. 3.800 €
KatNr. 100209 Heinz Zander

Heinz Zander "Primavera". 1987.

Heinz Zander 1939 Wolfen – lebt in Leipzig

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "HZ" und datiert u.li. Verso auf einem Papieretikett des Künstlers betitelt, datiert und mit Maßangaben versehen. In einer schwarzen Holzleiste gerahmt.

102,5 x 70,5 cm, Ra. 190 x 77,5 cm. 12.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 100211 Heinz Zander

Heinz Zander "Selbstbildnis als Archäologe" (oder "Selbst mit Geiern"). 1986.

Heinz Zander 1939 Wolfen – lebt in Leipzig

Öl auf Leinwand. Monogrammiert "HZ" und datiert u.li. In einer braunen Holzleiste gerahmt.

44,5 x 49,7 cm, Ra. 52,5 x 57,5 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 100304 Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.
KatNr. 100304 Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.

Robert Hermann Sterl, Fuhrwerk mit Arbeitern in Wittgenborn. 1900.

Robert Hermann Sterl 1867 Großdobritz – 1932 Naundorf/Sächs. Schweiz

Aquarell und Gouache. Monogrammiert "R.St", datiert und bezeichnet "W" (Wittgenborn) u.li. Im Passepartout hinter Glas in originaler, vergoldeter Leiste gerahmt.
Zum Motiv vgl. WVZ Popova 536.

Provenienz: Deutsche Privatsammlung, erworben aus dem Nachlass des Sammlers F. W. Körner, Körner erwarb es im Atelier des Künstlers.

Wir danken Frau Popova, Dresden, für freundliche Hinweise.

Ungeöffneter Zustand, insgesamt gebräunt, die Farben etwas verblasst, leicht angeschmutzt. Am o.Mi. Rand eine kleine oberflächliche Glanzstelle. Psp. gebräunt sowie leicht angeschmutzt und mit beginnenden Stockfleckchen. Der Rahmen etwas berieben sowie partiell mit Abplatzern.

BA. 23,2 x 33,3 cm, Ra. 46,6 x 55,5 cm. 1.500 €
KatNr. 100305 Robert Hermann Sterl
KatNr. 100305 Robert Hermann Sterl

Robert Hermann Sterl "Hamburg" (Krameramtsstuben). 1894.

Robert Hermann Sterl 1867 Großdobritz – 1932 Naundorf/Sächs. Schweiz

Aquarell und Deckfarben über Bleistiftzeichnung auf Papier. U.re. signiert "Robert Sterl" sowie ausführlich datiert "13 Sept 94" sowie ortsbezeichnet bzw. betitelt. Aus "Sammlung von Bildern aus Hamburg". Im Passepartout hinter Glas gerahmt.

Im August und September 1894 schuf Robert Hermann Sterl Zeichnungen und Aquarelle von Alt-Hamburger Bürgerhäusern und Straßenzügen im Hafenviertel für eine "Sammlung von Bildern aus Hamburg" im Auftrag von Alfred Lichtwark. (Vgl. Andreas Quermann: "Robert Hermann Sterl – Biographie". In: Birgit Dalbajewa u. Gisbert Porstmann (Hrsg.) für die Städt. Gal. Dresden: "Robert Sterl. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölskizzen". Dresden 2011. S. 251–258. Hier S. 251f.)

Die Straßenansicht zeigt eine der kleinen historischen Gassen der Anlage am Krayenkamp aus dem 17. Jahrhundert wie sie noch heute in der Hamburger Innenstadt unterhalb des Hamburger Michel als Krameramtsstuben erhalten sind.
Das Gelände wurde 1676 von der Zunft der Kramer erworben und mit zwei Hofflügeln bebaut als Wohnstätte für die Witwen der Zunftmitglieder. Bereits 1933 wurde das gesamte Ensemble unter Denkmalschutz gestellt. Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkrieges überstanden die mittlerweile von Etagenhäusern der Jahrhundertwende umgebenen Krameramtswohnungen ohne große Schäden.

Leicht angeschmutzt und etwas stockfleckig am u. Blattrand sowie in der u. Bildhälfte innerhalb der Darstellung. In den Randbereichen umlaufend Spuren einer früheren Rahmung sowie minimal lichtrandig. Zwei Kratz- bzw. Druckspuren im Bereich der Darstellung o.re (Hauswand) sowie MI.li. (Hauswand) mit minimalem Farbverlust. An der o.re. Ecke eine kleine Stelle mit Papierabrieb sowie das Blatt leicht angeschnitten. Verso in den Randbereichen zweifach Papierstreifen aufgeklebt sowie fünf Papierreste, wohl aufgrund früherer Montierungen. In Blei von fremder Hand bezeichnet, vereinzelte Stockflecken.

35,5 x 25,3 cm. 2.200 €
KatNr. 100401 Pol Cassel, Stilleben mit Äpfeln und blauer Schale. 1930/1933.
KatNr. 100401 Pol Cassel, Stilleben mit Äpfeln und blauer Schale. 1930/1933.

Pol Cassel, Stilleben mit Äpfeln und blauer Schale. 1930/1933.

Pol Cassel 1892 München – 1945 Kischinjow in Moldavien

Aquarell über Blei auf kräftigem Papier. Mit dem Signaturstempel "Pol Cassel" versehen u.re. Verso das Porträt eines jungen Mädchens, Aquarell, 1920er Jahre. Im Passepartout hinter Glas in weißer Holzleiste gerahmt.

Wir danken Herrn Franz-Carl Diegelmann, Zürich, für freundliche Hinweise.

Ränder minimal gebräunt, Ecken li.o. und li.u. fachmännisch ergänzt. Verso kleine weiße Farbspuren. Der Rahmen partiell nur minimal bestoßen.

34 x 49,8 cm, Ra. 59,5 x 74,5 cm. 3.200 €
KatNr. 100401 Helmuth Macke, Stillleben. 1933.

Helmuth Macke, Stillleben. 1933.

Helmut Macke 1891 Krefeld – 1936 Bodensee bei Hemmenhofen

Aquarell über Bleistift. In schwarzem Faserstift u.re. monogrammiert "HM". Mit werkimmanenten Annotationen des Künstlers in Blei im Bereich der Darstellung. Verso signiert 'Helmuth Macke" und datiert sowie mit einer Vorskizze zu einem Stilleben in Grafit. Freigestellt im Passepartout montiert und hinter Glas in einer braunen Holzleiste gerahmt.

Helmuth Macke steht als Vetter des berühmten August Macke nach wie vor in dessen Schatten – völlig zu Unrecht. Denn schon bald nach seiner Ausbildung bei Jan Thorn-Prikker an der Krefelder Kunstgewerbeschule kam der Künstler in engen Kontakt mit Vertretern der modernen Kunst: in München mit dem Blauen Reiter, in Berlin mit der Brücke. Macke gehörte zur Avantgarde, schuf eindrucksvolle expressive Landschaften, Porträts und Stillleben und erhielt schließlich 1929 den Rom-Preis der Villa Massimo.
Stillleben gehören im Werk von Helmuth Macke zu den Hauptmotiven. Im Jahr 1933, als dieses Blatt entstand, übersiedelte der Künstler in die "Alte Mühle" in Hemmendorf am Bodensee, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete.

Lit.: Ewers-Schultz, Ina (Hrsg.): "Helmuth Macke-im Dialog mit seinen expressionistischen Künstlerfreunden". Köln 2016.

Technikbedingt leicht gewellt, unscheinbar knickspurig. Die Blattränder etwas ungerade geschnitten sowie ein Reißzwecklöchlein o.re. (werkimmanent). Verso zwei Stellen mit Papierresten einer früheren Montierung, minimal angeschmutzt sowie wenige beginnende winzige Stockfleckchen.

33,7 x 22,7 cm, Ra. 52,6 x 42,6 cm. 2.500 €
KatNr. 100402 Elfriede Lohse-Wächtler, Liegender weiblicher Akt. 1920er Jahre.
KatNr. 100402 Elfriede Lohse-Wächtler, Liegender weiblicher Akt. 1920er Jahre.

Elfriede Lohse-Wächtler, Liegender weiblicher Akt. 1920er Jahre.

Elfriede Lohse-Wächtler 1899 Dresden – 1940 Pirna-Sonnenstein

Aquarell auf Japan. Signiert u.li. "E. Lohse-Waechtler". Freigestellt im Passepartout hinter Glas in hochwertigem, rotbraun lasierten Modellrahmen mit goldfarbener Zierleiste und Blumenornamenten gerahmt.

Minimal angestaubt. Unscheinbare vereinzelte Stockfleckchen. Eine leichte vertikal verlaufende Knickfalte (ca. 14 cm) innerhalb der Darstellung (Bereich Oberarm), wohl materialimmanent. Der Rahmen minimal bestoßen.

27,5 x 39,5 cm, Ra. 44,3 x 56 cm. 6.600 €
KatNr. 100502 Erich Heckel

Erich Heckel "Seerosen". 1958.

Erich Heckel 1883 Döbeln – 1970 Radolfzell

Aquarell und farbige Kreide über Bleistift auf feinem gelblichen "PMF Ingres"-Bütten. In Blei u.re. signiert "Heckel" sowie datiert und betitelt. Verso in Blei am u. Rand wohl von fremder Hand bezeichnet. Freistehend im Passepartout montiert und hinter Glas in einer hellen Holzleiste gerahmt.

Das Werk ist im Werk-Archiv der Erich Heckel Stiftung, Hemmenhofen, registriert.

Wir danken Renate Ebner M.A. für freundliche Hinweise.

Zum Motiv vgl. "Teichrosenblüte", 1937, Aquarell, abgebildet in: "Erich Heckel. Zum 100. Geburtstag. Bilder, Aquarelle, Graphik". Ausst.kat. Galerie Thomas. München 1983. Nr. 70; "Teichrosen", 1958, Tusche, laviert, abgebildet in: "Erich Heckel. Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen aus dem Nachlaß des Künstlers". Ausst.Kat. Brücke-Museum. Berlin 1976. Nr. 138, Tafel 40.

Technikbedingt vor allem in den Randbereichen minimal gewellt, leicht lichtrandig und fingerspurig. An der o. li. Ecke ein kleiner Einriss (ca. 5 mm) sowie am re. Blattrand o. ein Einriss (ca. 1 cm). Wenige vereinzelte (teils durscheinende) unscheinbare Stockfleckchen. Verso fünf Stellen mit Papierresten sowie am oberen Blattrand zwei unscheinbare Glanzstellen mit Kleberesten wohl aufgrund einer früheren Montierung. Vereinzelte Stockfleckchen.

63,3 x 48 cm, Ra. 67,8 x 83,8 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 100503 Wilhelm Rudolph, Dresden – Ruinenstadt. 1948– 1950.

Wilhelm Rudolph, Dresden – Ruinenstadt. 1948– 1950.

Wilhelm Rudolph 1889 Chemnitz – 1982 Dresden

Federzeichnung in Tusche und Aquarell auf chamoisfarbenem strukturiertem Bütten. In Tusche signiert "W.Rudolph" u.re. Aus der Folge "Dresden als Landschaft".

An den Ecken und Randbereichen teils Reißzwecklöchlein aus dem Werkprozess. Technikbedingt leicht gewellt. Die u.re. Ecke mit schrägen Knickspuren (ca. 5,5 cm). Kleiner Knick an o.li. Ecke (ca. 1cm). Die Blattkanten minimal angestaucht. An o. Ecke drei kleine weiße Farbspritzer, wohl atelierspurig.

32 x 44 cm. 2.400 €
KatNr. 100601 Waldemar Grzimek
KatNr. 100601 Waldemar Grzimek
KatNr. 100601 Waldemar Grzimek
KatNr. 100601 Waldemar Grzimek
KatNr. 100601 Waldemar Grzimek

Waldemar Grzimek "Tänzerin I". 1965.

Waldemar Grzimek 1918 Rastenburg – 1984 Berlin

Bronze, gegossen, schwarzbraun patiniert. Guss von 1970–77, der entstehungszeitliche Guss wurde in der Gießerei Noack, Berlin, gegossen. Auf dem linken Fuß u. monogrammiert "W. G". sowie römisch nummeriert "II", darunter mit dem Gießerei-Stempel "GUSS BARTH RINTELN" versehen. Zweites von sieben zu Lebzeiten des Künstlers gegossenen Exemplaren. Auf einem weiß gefassten Sockel schraubmontiert.
WVZ Roters 253.

Provenienz: Ostdeutscher Privatbesitz; vormals erworben aus dem Nachlass des Künstlers "Stiftung Waldemar Grzimek" (1985–2005), verwaltet von Dr. Gernot Moegelin.

Wir danken Herrn Fujimi Barth, Gießerei Barth, Rinteln, für freundliche Hinweise.

Ein weiteres Exemplar der "Tänzerin I" befindet sich in der Sammlung des GERHARD-MARCKS-HAUSES, Bremen (InvNr. S82/06), in welchem seit 2005 der künstlerische Nachlass von Waldemar Grzimek mit 101 Skulpturen sowie eine Schenkung von ca. 250 Zeichnungen und 100 Grafiken verwaltet wird.

H. 62,5 cm, B. 94 cm, H. (gesamt) 128,5 cm. 18.000 €
KatNr. 100602 Willy Wolff
KatNr. 100602 Willy Wolff
KatNr. 100602 Willy Wolff

Willy Wolff "Montage mit Stahlfeder". Um 1968– 1970.

Willy Wolff 1905 Dresden – 1985 ebenda

Messing, Stahl, partiell lackiert, geschraubt. Auf eine weiß gefasste Sprelacartplatte montiert. Auf dieser unterseitig geritzt signiert "WOLFF".

Ausgestellt in: Willy Wolff. Malerei, Plastik, Objekte, Graphik, Zeichnungen. Ausstellungskatalog der Kunsthalle Rostock, 6. April bis 5. Juni 1977. Wismar, 1976. KatNr. 48.

Das Objekt ist auf einem Atelierfoto des Künstlers zu sehen, vgl. Willy Wolff zum Hundertsten. Ausstellungskatalog der Städtischen Galerie Dresden. Berlin, 2006 S. 161, Foto o.re.

Vgl. ähnliche Metallobjekte in: Willy Wolff 1980. Ausstellungskatalog der Galerie Arkade. Neubrandenburg, ohne Jahr.

"In zwei Schüben montiert Wolff kleine Metallobjekte: 1966–1970 und 1979–1980. Sind es zunächst vibrierende Federbänder, Messingtriebwerke alter Uhren, Spieldosen, Beschläge, Scharniere und polierte Stangen, so kommen – ganz überraschend – 10 Jahre später […] noch einmal Spielmaschinen hinzu. Jetzt sind die glänzenden Räderwerke wie Schmuckstücke an gealterte Eisenfunde geheftet, weniger ironisch und heiter, dafür statuarisch, ehrenhaft. Vom Spiel zur Vanitas." (zitiert nach Klaus Werner, Willy Wolff 1980. Ausstellungskatalog der Galerie Arkade. Neubrandenburg, ohne Jahr. Ohne Seitenangabe.).

H. 22,4 cm, Gesamthöhe mit Sockel 24,3 cm. 1.800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 100603 Friedrich Press
KatNr. 100603 Friedrich Press
KatNr. 100603 Friedrich Press
KatNr. 100603 Friedrich Press

Friedrich Press "Gnadenstuhl". 1987.

Friedrich Press 1904 Ascheberg – 1990 Dresden

Lindenholz bzw. Kiefernholz, geleimt, geschnitzt sowie schwarz, rot und gold gebeizt. Rückseitig geritzt signiert "F. Press", datiert sowie mit der Werknummer "494" versehen.

Press WK.Nr. 494.

Der Künstler Friedrich Press setzt mit seinen Werken Zeichen, die reduziert auf das Wesentliche die Aussage verdichten: "Ich kann doch nicht einfach die Oberfläche der Dinge wohlgefällig darstellen; dann bleibt Kunst eben oberflächlich und seicht, sondern ich muß die nicht mehr darstellbaren Tiefenschichten zeichenhaft, symbolisch sichtbar zu machen versuchen." (Press im Film: Tod und Auferstehung im Werk des Bildhauers Friedrich Press, Fernsehen der DDR, 1986. Zit. n. Christoph Deuter: "Friedrich Press und sein Weg zur Abstraktion". In: "Friedrich Press. Das Innere zum Äußeren". Ausst.Kat. Lampertswalde 2012. S. 9–11. Hier S. 9)

Das Motiv des Gnadenstuhls bearbeitete Press seit 1985. Es entstanden vier Werke zum Gnadenstuhl (Wk.Nr. 480 – Wk.Nr. 483), an denen die immer stärkere formale Abstrahierung nachvollziehbar ist. 1987 gipfelte diese Reihe in vorliegender Darstellung des Gnadenstuhls. Hier verschmelzen die göttlichen Personen fast in der Art eines klassischen, sogenannten "Dreigesichts" zu einer höchst geschlossenen Form. Die golden gefassten Augen von Christus werden im mittigen, beiden göttlichen Personen zugeordneten Auge, eins mit den rot gefassten Augen Gottvaters. Im Gegensatz zur früheren Darstellung (Wk.Nr. 483), wo Christus die das Leid symbolisierenden roten Augen hat, wurde Christus hier mit goldenen Augen dargestellt. Dies verweist auf ein zentrales Thema bei Press – die Auferstehung – während Gottvater als väterlich Leidender bzw. Mitleidender gezeigt wird.

Wir danken Herrn Christoph Deuter, Würzburg, für freundliche Hinweise.

Partiell minimaler Abrieb an den Kanten, an einer Stelle das Holz leicht gesplittert.

H. 44 cm, B. 33 cm, T. 4,5 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 100701 Frühe Tasse mit Untertasse. Meissen. Um 1740/1745.
KatNr. 100701 Frühe Tasse mit Untertasse. Meissen. Um 1740/1745.
KatNr. 100701 Frühe Tasse mit Untertasse. Meissen. Um 1740/1745.
KatNr. 100701 Frühe Tasse mit Untertasse. Meissen. Um 1740/1745.

Frühe Tasse mit Untertasse. Meissen. Um 1740/1745.

Porzellan, glasiert, in polychromer Aufglasurmalerei staffiert, partiell vergoldet. Vierpassige Tasse und Untertasse in ovaler Form. Die Außenwandungen jeweils mit gelbem Fond. Die Außenwandung der Tasse mit zwei ausgesparten Reserven, darin sowie im Spiegel der Tasse und der Untertasse mit Kauffahrteiszenen bzw. Ideallandschaftsszenen mit Wanderern und Reitern bemalt. Aufwendige Goldspitzenbordüren unter den Gefäßrändern sowie rahmend um die Kartusche der Untertasse. Am Boden jeweils die Schwertermarke in Unterglasurblau sowie mit dem Goldmalerbuchstaben "S.". Die Untertasse mit der Prägenummer "23".

Zur Form vgl. Pietsch, Ulrich: Passion for Meissen. Sammlung Said und Roswitha Marouf. Stuttgart, 2010. S. 314f, KatNr. 157–158.

Die Idee, Meissner Porzellane mit farbigem Fond zu versehen, steht im Zusammenhang mit dem Wunsch Augusts des Starken, Porzellane verschiedener Formen in den einzelnen Zimmern des Japanischen Palais' mit jeweils gleicher Fondfarbe zu Wandarrangements zusammenzufassen. Vgl. Frühes Meissener Porzellan. Kostbarkeiten aus deutschen Privatsammlungen. München, 1997. S. 138.

Tasse H. 4,8 cm, D. 7,2 x 8 cm, Untertasse H. 2,9 cm, D. 11 x 12,5 cm. 1.500 €
KatNr. 100702 Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.
KatNr. 100702 Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.
KatNr. 100702 Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.

Bouillon-Deckelterrine mit Présentoir. Meissen. Um 1750.

Porzellan, glasiert, in polychromer Aufglasurmalerei staffiert, partiell vergoldet. Gedrückt kugelige Form mit Reliefdekor "Altozier". Seitliche, goldornamentierte Asthenkel mit reliefplastischem Blatt- und Blütenansatz. Deckel mit Blütenknauf. Auf der Außenwandung der Terrine, dem Deckel und im Spiegel des Présentoir mit jeweils zwei Watteau-Szenen im sog. Inselstil und gestreuten Blüten in Purpurcamaieumalerei. Am Boden jeweils die Schwertermarke in Unterglasurblau, das Présentoir mit Prägenummer "22".

Zur Form vgl. Eikelmann, Renate (Hrsg.): Meißener Porzellan des 18. Jahrhunderts. Die Stiftung Ernst Schneider in Schloß Lustheim. München, 2004. S. 426, KatNr. 116.

Der Blütenzweig einer Handhabe mit Brandriss.

Terrine H. 12 cm, D. 10,5 cm (ohne Handhaben), Présentoir H. 3,5 cm, D. 18,2 cm. 1.100 €
KatNr. 100703 Seltene Deckeltasse
KatNr. 100703 Seltene Deckeltasse

Seltene Deckeltasse "Abélard et Héloïse". Meissen. 1777/1795.

  

Porzellan, glasiert, in polychromer Aufglasurmalerei und Gold staffiert. Tassenkorpus nach unten leicht geschnürt, eckig gebrochener Henkel und leicht gebauchter Deckel. Geschraubter Messingknauf in Form eines Blütenkranzes. Gemuldete Untertasse. Wandung der Tasse und Spiegel der Untertasse mit jeweils einem Ovalmedaillon mit der Darstellung von Abélard und Héloïse in Grisaillemalerei, wohl von Heinrich Gotthelf Schaufuß nach Schabkunstblättern von Thomas Watson nach Daniel Gardner, London, 1775/76, von Rosen-Blatt-Kränzen umrankt und einer Purpurschleife bekrönt. Der Deckel mit der Darstellung Armors in einer Landschaft, die Namen der Liebenden auf einen Säulenstumpf schreibend. Ränder des Deckels und der Untertasse mit Kreisfries in Gold, von fünf kleinen Rosenreserven rhythmisiert. Am Boden jeweils die Schwertermarke mit Stern in Unterglasurblau.

Die auf der Deckeltasse dargestellten Bildnisse von Abélard und Héloïse verweisen literarisch auf Jean-Jaques Rousseaus Werk "Julie ou La Nouvelle Héloise". Der Briefroman gilt als Inspiration für Johann Wolfgang von Goethes berühmten Roman "Die Leiden des jungen Werthers". Die Meissner Manufaktur produzierte zwischen 1775 und 1790 Einzeltassen und Services mit den sogenannten "Werther-Szenen".

Zur literarischen Vorlage und motiv- sowie formgleichen Tassen vgl.:
Wegner, Peter-Christian: Bemerkenswerte Motive auf Meißner Porzellan der Marcolini-Zeit. Kiel, 2016. S. 14ff.

Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Hrsg.): Liebe, Moral und Sentiment: Das Meissner Porzellan mit dem Stern. Dresden, 2005. S. 55, untere Abb.

Müller-Scherf, Angelika: WERTHERPORZELLAN: Lotte und Werther auf Meißener Porzellan im Zeitalter der Empfindsamkeit. Petersberg, 2009. S. 64f, Abb. 79–82.

Zur Form (jedoch mit variierendem Deckel) vgl. Rückert, Rainer: Meissener Porzellan 1710–1810. München, 1966. KatNr. 781 und 782, Abb. S. 184.

Friesvergoldung an Untertasse und Deckel in Glanzgold erneuert, ebenso die Binnenvergoldung am Henkel. Die kleine auf dem Deckel liegende Schleife des Messingknaufs fehlend, Glasur in diesem Bereich mit zwei sehr flachen Ausschliffen und fachmännischen Retuschen.

Tasse H. 11,2 cm, D. 7,5 cm, Untertasse H. 2,9 cm, D. 13,3 cm. 1.000 €
KatNr. 100705 Große Jugendstil-Deckelterrine

Große Jugendstil-Deckelterrine "Flügelmuster". Rudolf Hentschel für Meissen. 1901– 1923.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen

Porzellan, glasiert und in seladongrüner und kobaltblauer Unterglasurmalerei staffiert. Aus dem Service "T glatt". Sechs flache Speiseteller, auf Spiegel und Fahne jeweils das Dekor "Flügelmuster". Unterseits die zweifach geschliffenen Knaufschwerter sowie die Ziffer "71" in Unterglasurblau und die geritzte Ziffer "31" sowie die geritzte Modellnummer "T23".

Lit.:
Bröhan, K. H. (Hrsg.): Kunst der Jahrhundertwende und der zwanziger Jahre, Bd. II, 1977 Berlin, S. 308 f., Abb. S. 309.
Haase, G. (Hrsg.): Jugendstil in Dresden. Aufbruch in die Moderne. 1999 Dresden, S. 243, Nr. 111, mit Abb.

Vereinzelte, nadelspitzengroße Die Handhaben mit leichten Glasurbereibungen aus dem Werkprozess. Im Inneren vereinzelte Sprenkel von Unterglasurblau.

H. 17 cm, B. 34,5 cm, T. 23,5 cm. 3.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
KatNr. 100706 Große Jugendstil-Platte

Große Jugendstil-Platte "Flügelmuster". Rudolf Hentschel für Meissen. 1901– 1923.

Porzellan, glasiert und in seladongrüner und kobaltblauer Unterglasurmalerei staffiert. Aus dem Service "T glatt". Große flache Platte, auf Spiegel und Fahne jeweils das Dekor "Flügelmuster". Unterseits die Knaufschwerter sowie die Ziffer "52" in Unterglasurblau, sowie die geprägte Modellnummer "T26" und die geprägten Ziffern "4" und "2". Erste Wahl.

Vgl. Just, J.: Meissner Jugendstil-Porzellan, 1983 Leipzig, Nr. 83, mit Abb.
Sterba, G.: Meissener Tafelgeschirr, 1988 Stuttgart, S. 190, Nr. 94, mit Abb.

Äußerst unscheinbare, im Gesamtbild kaum wahrnehmbare, vereinzelte Sprenkel von Unterglasurblau.

34,5 x 42 cm. 1.200 €
KatNr. 100707 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 100707 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 100707 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 100707 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 100707 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 100707 Sechs Jugendstil-Speiseteller
KatNr. 100707 Sechs Jugendstil-Speiseteller

Sechs Jugendstil-Speiseteller "Flügelmuster". Rudolf Hentschel für Meissen. 1901– 1923.

Hans Rudolf Hentschel 1869 Cölln b. Meißen – 1951 Meißen

Porzellan, glasiert und in seladongrüner und kobaltblauer Unterglasurmalerei staffiert. Aus dem Service "T glatt". Sechs flache Speiseteller, auf Spiegel und Fahne jeweils das Dekor "Flügelmuster". Unterseits jeweils die zweifach geschliffenen Knaufschwerter und überwiegend die Ziffer "35" in Unterglasurblau sowie die geprägte Modellnummer "T22".

Lit.:
Bröhan, K. H. (Hrsg.): Kunst der Jahrhundertwende und der zwanziger Jahre, Bd. II, 1977 Berlin, S. 308 f., Abb. S. 309.
Haase, G. (Hrsg.): Jugendstil in Dresden. Aufbruch in die Moderne. 1999 Dresden, S. 243, Nr. 111, mit Abb.
Just, J.: Meissner Jugendstil-Porzellan, 1983 Leipzig, Nr. 83, mit Abb.
Sterba, G.: Meissener Tafelgeschirr, 1988 Stuttgart, S. 190, Nr. 94, mit Abb.

Fünf Teller mit kleinen, punktuellen Farbspuren in Unterglasurblau und Seladongrün. Vereinzelte, hauptsächlich unscheinbare Spuren von Ascheflug, so partiell auch auf der Rückseite.

D. 26,2 cm. 1.500 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
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