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AUKTION 72 18. Juni 2022
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 Wiener Porzellanmanufaktur

1718 Wien

Zweitälteste europäische Porzellanmanufaktur, 1718 gegründet von Claudius Innocentius Du Paquier (1678–1751). Ein kaiserliches Privileg, auf 25 Jahre ausgestellt, verschaffte der Manufaktur eine Monopolstellung im Habsburgerreich. Zuvor hatte Du Paquier erfolgreich einige Mitarbeiter aus Meißen abgeworben und gelangte so in den Besitz des "Arkanums", des Geheimnisses der Porzellanherstellung.
Die herausragende künstlerische Stellung des "Du-Paquier-Porzellans" änderte nichts am wirtschaftlichen Misserfolg der Manufaktur, die nach Ablauf des Privilegs 1744, unter Maria Theresia, in Staatsbesitz überging. Der "Plastischen Periode" des Rokoko (1744–1784) folgte während des Klassizismus die "Malerische Periode" (1784–1805). Im Biedermeier und Spätbiedermeier erlebte die Manufaktur weitere Blütezeiten, die mit dem Wiener Kongress (1814/15) und dem Erstarken des Bürgertums einhergingen. 1864 musste sie ihre Pforten schließen, da sie mit der wachsenden Konkurrenz durch industriell gefertigte Billigprodukte, vor allem aus Böhmen, nicht mehr mithalten konnte.
Seit 1923 setzt die Porzellanmanufaktur Augarten die Tradition fort, auch unter Verwendung älterer Entwurfsskizzen, die im Museum für Angewandte Kunst in Wien aufbewahrt werden.

KatNr. 591 Teil-Tête-à-Tête mit Wellenbanddekor. Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien. 1797– 1798.
KatNr. 591 Teil-Tête-à-Tête mit Wellenbanddekor. Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien. 1797– 1798.

591   Teil-Tête-à-Tête mit Wellenbanddekor. Kaiserliche Porzellanmanufaktur Wien. 1797– 1798.

Joseph Ockowalssky Erste Erw. 1788 – letzte Erw. 1808
Conrad Sörgel von Sorgenthal 1735 Nürnberg – 1805 Wien
Wiener Porzellanmanufaktur 1718 Wien

Porzellan, glasiert und in polychromen Aufglasurfarben und Gold staffiert. Vierteilig, bestehend aus Kaffee- und Milchkanne sowie zwei Tassen mit Unterschalen. Trompe-l'œil-Bordüre aus gefälteltem, rot-weiß-roten Band auf braunem Fond sowie goldene Sternchen auf weißem Grund. Am Boden die unterglasurblaue Bindenschildmarke, Jahresstempel "97" und "98", Weissdrehernummern "26", "39" und "47". Auf einer Tasse mit Unterschale Malernummer "7".

Vgl. das Déjeuner Solitaire (um 1796) im
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Kannen H. 16,9 / 15,4 cm, Tasse H. 6 cm, Unterschale D. 13,3 cm. 2.400 €

592   Kaffee- und Teeservice Dekor "Maria Theresia" für 12 Personen. Wien. Porzellanmanufaktur Augarten. Spätes 20. Jh.

Wiener Porzellanmanufaktur 1718 Wien

Porzellan, glasiert und in Aufglasurfarbe chromgrün mit Blumenbuketts und Streublumen bemalt, goldgerändert. 46teilig, bestehend aus Kaffeekanne, Teekanne, Zuckerdose, Sahnegießer, 13 Teetassen, 12 Unterschalen und 16 Gedecktellern, dazu eine Konfektdose. Unterglasurblauer Bindenschild, Formnummer "1" (001 – Schubert), Dekornummer "5098" sowie verschiedene Malernummern.

Der Dekor "Maria Theresia" wurde Mitte 18. Jh. in der Wiener
Porzellanmanufaktur für ein Service entworfen,
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Kaffeekanne H. 20,8 cm, Teekanne H. 14,2 cm, Zuckerdose H. 12 cm, Teller D. 19,2 cm, Unterschale D. 15 cm. 1.500 €

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