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AUCTION 61 21. September 2019
   Auction 61
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Paintings 16th-18th ct.

001 - 015


Paintings 19th ct.

020 - 040

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Paintings 20th-21st ct.

080 - 100

101 - 120

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161 - 180

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201 - 212


Graphic works, 16th-18th ct.

215 - 240

241 - 260

261 - 271


Graphic works, 19th ct.

280 - 300

301 - 320

321 - 340

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Graphic works, 20th-21st ct.

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901 - 920

921 - 940

941 - 960

961 - 970


Photography

980 - 998


Sculptures

1001 - 1024


Porcelain figures

1030 - 1038


Porcelain, Ceramics

1045 - 1060

1061 - 1080

1081 - 1102


stoneware

1105 - 1110


Glass

1115 - 1124


Jewellery

1130 - 1136


Silver

1140 - 1141


Tin / Metals

1145 - 1150


Asian Graphics

1155 - 1180

1181 - 1187


Asian Porcellain & Ceramics

1189 - 1200

1201 - 1220

1221 - 1228


Asian, Miscellaneous

1230 - 1232


Clocks, Watches

1235 - 1238


Miscellaneous

1240 - 1242


Frames

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Lamps

1265 - 1268


Furniture, Fittings

1270 - 1285


Rugs, Carpets

1290 - 1300

1301 - 1310





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KatNr. 170 Günter Richter
KatNr. 170 Günter Richter

170   Günter Richter "Dentistengasse". 1990.

Günter Richter 1933 Meißen – lebt in Leipzig

Oil on canvas. Signiert "Günter Richter" und datiert u.re. In schmaler schwarzer Holzleiste gerahmt.

Wir danken Günter Richter für freundliche Hinweise.

Die bulgarische Stadt Plowdiw, in diesem Jahr zur europäischen Kulturhauptstadt gekürt, zählt zu den ältesten, durchgehend besiedelten Städten Europas. Deutsche und österreichische Architekten prägten die urbane Bauweise des 20. Jh., sodass der Charakter des westeuropäischen Jugendstils, der Wiener Sezession und des Neobarock ganze Straßenzüge formte. Das Motiv der "Dentistengasse" zeichnete der Leipziger Künstler Günter Richter bereits im Jahr 1986 und hielt eine Momentaufnahme der verfallenden Bausubstanz in dem beliebten Urlaubsziel Bulgariens fest, welches er aufgrund einer Einladung zu einem internationalen Künstlertreffen besuchte. Wie ein "zahnloses Gebiss" wirkten die Fassaden auf Richter und bewegten ihn zu der Betitelung "Dentistengasse". Abermals brachte der Künstler 1990 – nach der politischen Wende Deutschlands – das Sujet in seinem Atelier in Öl auf eine Leinwand. Dies erfolgte zwar aus dem pragmatischen Grund des Vorhandenseins der Vorzeichnung, eröffnet aber – aufgrund des zeitlichen Hintergrundes und den Orten der Entstehung von Zeichnung und Gemälde – Parallelen zwischen zwei Ländern, deren sozialistische Geschichte auch im Abbild von verkommender, historischer Architektur offenbar wird.
Die einst bewohnten Häuser büßen, trotz der detaillierten Ausarbeitung des Verfalls, nicht an der monumentalen Erscheinung ihrer Fronten ein. Hinweis auf eine natürliche Umgebung gibt lediglich der beinahe wolkenlose Himmel, dem nur ein kleiner Bildausschnitt vorbehalten ist. Verstärkt wird die Wirkung eines surrealen Zustands der Zeitlosigkeit, in welcher auch der Natur das Eindringen in die verfallenen Gemäuer verwehrt bleibt, durch das Fehlen jeglicher Vegetation. Differierend zu der vorgefertigten Zeichnung fügte Richter dem Ölgemälde transluzente, schwebende Gebisse hinzu und ergänzte auf dem Dach des linken Gebäudes den "plumpen Versuch einer Modernisierung".
Die britische Kunsthistorikerin Catherine Wilkins betrachtet in ihrer 2013 veröffentlichten Publikation "Landscape Imagery, Politics, and Identity in a Divided Germany" das Werk Richters stellvertretend für die Leipziger Schule, resp. die Spiegelung soziokultureller und politischer Realitäten im Wirken Ostdeutscher Künstler – insbesondere in romantisierenden Landschaftsszenerien. Ruinendarstellungen definieren einen großen Anteil im Oeuvre Richters. Vereinzelt oder aufgereiht markieren dabei Personendarstellungen einen lebendigen Gegensatz zur toten Bausubstanz. Die "Dentistengasse" reiht sich mit der menschenleeren Straße somit in besonderer Weise in das Werk des Künstlers ein.

Vgl. Catherine Wilkins: Landscape Imaginery, Politics, and Identity in a Divided Germany. 1968–1989, Ashgate 2013, S. 73 ff.

Minimaler, unscheinbarer Malschicht-Abrieb im dunkelroten Farbbereich u.Mi. und punktuell Fleckchen auf der Oberfläche. U.re. kleine Druckstelle mit Malschicht-Verlust. Unscheinbare, vertikale Leinwand-Deformation im Eckbereich des vorderen Hauses u.re. Rahmen mit kleinen Kratzern.

130,5 x 140,3 cm, Ra. 136,1 x 145,7 cm. 4.800-6.000 €
* Droit-de-suite of 2.00 % applies.
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Prices shown are estimate prices. The majority of the lots is taxed according to "Differenzbesteuerung", so there is no V.A.T. on the item itself.

* Item of artist registered with the VG Bildkunst, upon which a droit-de-suite fee will be raised, are marked as "Droit-de-suite of 2,5 % applies"". (conditions of sale paragr. 7.4.)

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