home
       

HIGHLIGHTS

AUKTION 32 Bildende Kunst des 17.-21. Jahrhundert
  Auktion 32
  Online-Katalog
  Highlights
  PDF-Katalog
  Katalog bestellen
  Bieterformular
  Top-Zuschläge
  Ergebnisliste (PDF)
KatNr. 3 Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann
KatNr. 3 Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann
KatNr. 3 Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann
KatNr. 3 Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann

003   Christian Wilhelm Ernst Dietrich (Dietricy)/ Basilius Grundmann "Wehlen nebst dem alten Schloß zwischen Pirna und Königstein". 1753.

Öl auf Leinwand. Unsigniert. Verso nach Restaurierung von unbekannter Hand nach der Originalbeschriftung bezeichnet "malet af Dietrici et Grundemann" (dänische Bezeichnung für "gemalt von"), datiert und betitelt; ebenso auf der Spannrahmung. In hochwertiger Modelleiste gerahmt.
Leinwand wachsdoubliert, Originalbezeichnung übertragen. Neuer Spannrahmen. Malschicht gesamtflächig mit feinem Krakelee, konservatorisch gesichert. Zahlreiche punktuelle Retuschen in den Bereichen des Himmels, des Wassers und der Hügel, in der linken Darstellungshälfte vereinzelt auch größere Retuschen. Kleine Ergänzungen mittig und links am unteren Rand. Gesamtzustand deutlich von restauratorischen Eingriffen geprägt.

Bei dieser Gemeinschaftsarbeit von Dietricy und dessen Schüler Grundmann handelt es sich wohl um die motivische Vorlage für einen aus der Hand Grundmanns stammenden Kupferstich mit der Ansicht der Stadt Wehlen und der darüberliegenden Festungsanlage aus dem Jahr 1755. Die Wiederholung eines malerisch oder grafisch entwickelten Themas im gegensätzlichen Medium ist eine im Schaffen Dietricys mehrfach zu beobachtende Vorgehensweise, wobei nicht zwangsläufig ein malerisches Vorbild zugrundeliegen liegen muß.
(Vgl. hierzu: Rupp, Muriel Faye / Kittel, Marco: Gemalt und radiert. Das Verhältnis zwischen Druckgrafik und Malerei bei C.W.E. Dietrich; In: Brakensiek, Stephan / Granados, Mayarí: Nahe den Alten Meistern. Radierungen von C.W.E. Dietrich (1712-1774), Lemgo/Trier 2010, S. 127-147.).

Wir danken Frau Dr. Anke Fröhlich, Dresden, für freundliche Hinweise.

59,2 x 66,5 cm, Ra. 69,5 x 77,5 cm. 4.500 €
Zuschlag 3800 €
  KÜNSTLER
KatNr. 5 Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.
KatNr. 5 Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.

005   Carl Gustav Carus, Pillnitzer Landschaft mit Ruine. Um 1835.

Öl auf dünner Malpappe. Unsigniert. Verso undeutlich von unbekannter Hand bezeichnet. In einer ebonisierten Profilleiste gerahmt.
Malschicht im Bereich des Himmels kaum sichtbar kratzspurig, Mi. und Mi.li. je eine unscheinbare Verschmutzungslinie. Vereinzelt minimal frühschwundrissig. Im rechten Randbereich mit minimaler Firnisverfärbung.
Malträger in den Ecken sowie an den Rändern mit jeweils einem kleinen Fixierlöchlein versehen. Malträger leicht wellig, die Kanten ungerade geschnitten. Verso mit Resten einer älteren Montierung.
Wohl WVZ Prause 287 (dort betitelt als "Ruine in Pillnitz über den Weinbergen").

Eine ausführliche Expertise von Prof. Dr. H. J. Neidhardt, Dresden, vom 20. April 2012 liegt vor.

Provenienz: Sächsischer Privatbesitz, Patentochter der Margarete Schwerdtner; vormals im Besitz der Margarete Schwerdtner, Pflegetochter der Caroline Cäcilie Carus.

Als königlicher Leibarzt sah sich Carus verpflichtet, stets in unmittelbarer Nähe der sächsischen Königsfamilie zu residieren, weshalb ihn mehrere Sommeraufenthalte nach Pillnitz bei Dresden führten, wo er ab 1832 ein Landhaus besaß. Unweit von diesem an den Pillnitzer Schloßpark grenzenden stimmungsvollen Anwesen erhebt sich gen Nordosten der in die Elbhänge eingebettete Borsberg mit dem etwas kleineren davorliegenden Schloßberg, welcher seit 1785 eine künstliche Ruine in der Ausführung von Johann Daniel Schade trägt. Dieses streng nach den Ausführungen des Gartentheoretikers Christian Cay Lorenz Hirschfeld angelegte künstlich gealterte Bauwerk gehört zu einem im Auftrag des Kurfürsten Friedrich August III. errichteten Gebäudekomplex, der sich weitläufig über den Friedrichsgrund erstreckt und als häufig aufgesuchtes Ziel großer Beliebtheit bei der sächsischen Königsfamilie erfreute.
Um die in dieser Ölstudie festgehaltene Sicht auf die Ruine und die sich weit im Hintergrund erstreckenden Felsen der Sächsischen Schweiz erlangen zu können, mußte sich Carus an dem Hang des vis-à-vis gelegenen Hausbergs positionieren. Ganz der malerischen Auffassung der Dresdner Romantik verhaftet, widmet sich Carus in dieser stimmungsvollen Szene mit akribischer Sorgfalt der Darstellung atmosphärischer Dichte und "der farbigen Erscheinung des bewölkten Himmels […], die ihn lebenslang besonders interessiert hat." (aus: Expertise Prof. Neidhardt).

Literatur:
Prause, Marianne: Carl Gustav Carus, Leben und Werk. Berlin 1968, S. 148/149. Nr. 287.
Gosch, Andreas: Die Künstliche Ruine oberhalb des Friedrichsgrunds in Pillnitz von Johann Daniel Schade, In: Kunstgeschichten Dresden Blog (http://blog.k-dd.de/2009/10/die-kunstliche-ruine-oberhalb-des-friedrichsgrunds-in-pillnitz-von-johann-daniel-schade/)

weiterführend:
Von Sydow, Eckart: Carl Gustav Carus und das Naturbewußtsein der romantischen deutschen Malerei, In: Monatshefte für Kunstwissenschaft, Leipzig 1922, 15. Jg., S. 30-38.
Carl Gustav Carus – Wahrnehmung und Konstruktion. Akten zum interdisziplinären Kolloquium 21. bis 23. Mai 2008 im Residenzschloß, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Dresden 2009.

13,7 x 19,5 cm, Ra. 18,2 x 23,7 cm. 24.000 €
Zuschlag 24000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.
KatNr. 6 Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.

006   Carl Gustav Carus, Seestück mit Felsen (The Needles, Isle of Wight, im Gegenlicht). 1844.

Öl auf dünner Malpappe, nachträglich vollflächig auf Bütten montiert und minimal geschnitten. Unsigniert. Verso auf der Rückwand von unbekannter Hand bezeichnet. In schmaler Holzleiste gerahmt.
Malschicht mit leichter, kleiner Kratzspur o.li. (ca. 9 mm), im Himmel kaum sichtbar kratzspurig. Im Streiflicht vereinzelt Spuren der Pinselführung des Firnisauftrag erkennbar. Im Falzbereich mit unscheinbaren Firnisverfärbungen. Malträger leicht verwölbt.
Nicht im WVZ Prause.

Eine ausführliche Expertise von Prof. Dr. H. J. Neidhardt, Dresden, vom 20. April 2012 liegt vor.

Provenienz: Sächsischer Privatbesitz, Patentochter der Margarete Schwerdtner; vormals im Besitz der Margarete Schwerdtner, Pflegetochter der Caroline Cäcilie Carus.

In den Sommermonaten Mai bis August des Jahres 1844 bereiste Carl Gustav Carus als Begleiter des sächsischen Königs Friedrich August II. weite Teile Englands und Schottlands - eine an Eindrücken und Beobachtungen überreiche Exkursion, die ihren adäquaten literarischen Niederschlag in den 1845 publizierten Reisetagebüchern "England und Schottland im Jahre 1844" gefunden hat. Dank dieser äußerst präzisen Aufzeichnungen der Reiseereignisse läßt sich ein genaues Entstehungsdatum für das hier vorgestellte Seestück ausmachen: der 1. Juni 1844, zwischen zehn und elf Uhr vormittags. Im Eintrag unter diesem Datum liest man, daß morgens um sechs das seit dem Hafen von Portsmouth zur Verfügung stehende Segelschiff "Fanny" bestiegen wurde, um nach einer ausführlichen Umrundung der Isle of Wight gen Southampton zu steuern, wo man um halb drei Uhr anlegte. Die bizarre Felsformation der "Needles" wurde nach etwa der halben Fahrt vor der Mittagszeit erreicht; Carus' Zeilen fassen den Anblick in äußerst schilderungsreichen Worten zusammen: "Wirklich war indeß fürs erste der Wind vollkommen günstig, und man setzte alle Segel bei, um noch, bevor man nach Southampton kehrte, die Westspitze von Wight mit den merkwürdigen Kreidefelsen der Needles zu erreichen. Die Fahrt war sehr schön, die Küste von Wight streckte sich in manchen Schwellungen lang hin und das Meer gab die herrlichsten Effecte. […] Jetzt erschienen nun die Needles - drei hohe in einer Linie hinaus ins Meer gelagerte Kreidefelsen, schön von den noch schief auffallenden Strahlen der Morgensonne beleuchtet, umflogen und bedeckt von Möven und Tauchern, umbrandet von dem grünlichen Meere. - Der Anblick war prächtig; der bräunliche und grünliche Beschlag um den Fuß der Klippen, der Glanz der scharfen Kanten und Zacken der Kreide, der duftige Schimmer der hohen Kreidewände der Insel selbst, das lockere, sein auf dem Horizonte schwebende Gewölk, und die stets wechselnden Gruppen und Bilder, welche bei jedem Vorwärtsdringen, Schwenken und Schwanken unsrer Fanny entstanden und verschwanden; ich werde es nie vergessen! Wir fuhren noch über die Klippen hinaus, so daß wir auch ihre westliche Ansicht gewannen, und die weite offene See vor uns lag, …" Die hier zur Auktion gebrachte kleine Studie beschreibt mit malerischen Mitteln genau diese Beobachtungen, findet sich in ihr eben jene Stimmung einfühlsam wiedergegeben. "Die genau beobachtete Schilderung von Felsen, bewegter See und Atmosphäre zeugt von dem innigen Naturverhältnis des Künstlers. Sie hat weniger mit Romantik als mit Impressionismus zu tun und ist somit durchaus auf der Höhe der Zeit." (aus: Expertise Prof. Neidhardt).

Literatur:
Carus, Carl Gustav: England und Schottland im Jahre 1844, Band 1, Berlin 1845, S. 108ff.
Von Sydow, Eckart: Carl Gustav Carus und das Naturbewußtsein der romantischen deutschen Malerei, In: Monatshefte für Kunstwissenschaft, Leipzig 1922, 15. Jg., S. 30-38.

weiterführend:
Carl Gustav Carus – Wahrnehmung und Konstruktion. Akten zum interdisziplinären Kolloquium 21. bis 23. Mai 2008 im Residenzschloß, Staatliche Kunstsammlungen Dresden. Dresden 2009
Prause, Marianne: Carl Gustav Carus, Leben und Werk. Berlin 1968, S. 148/149. Nr. 287.

Abbildungsnachweis für C.G. Carus, England und Schottland im Jahre 1844: SLUB Dresden / Hist.Brit.A.279-1, S. 108ff.

12,3 x 19 cm, Ra. 14,3 x 21 cm. 15.000 €
Zuschlag 42000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz
KatNr. 13 Franz Wilhelm Leuteritz

013   Franz Wilhelm Leuteritz "Jagdschloß Moritzburg bei Dresden". 1882.

Öl auf Leinwand. Signiert u.li. "Fz. Leuteritz" und datiert. In schmuckvollem Rahmen mit Perlstab, Akanthusfries und Eckoculi gerahmt.
Leinwand wachsdoubliert. Malschicht mit feinem Krakelee und fachgerechten Retuschen über ehemaligen Verletzungen des Malträgers.
WVZ Schütz 57.

Auch wenn die Malerei des Autodidakten F.W. Leuteritz frei von jeglicher akademischer Prägung ist und eine sehr unmittelbare Handschrift trägt, so bezaubern seine Werke doch stets durch den ihnen eigenen, wohlmeinenden, spätbiedermeierlichen Charakter und einer nahsichtigen Liebe zum Detail. Die durch ihre einzigartige landschaftliche Einbettung berühmte Anlage des Jagdschlosses Moritzburg bei Dresden wurde von Leuteritz mehrfach motivisch wiederholt. Anders als bei den meisten Ansichten dieses Ensembles aus Südwesten wählte der Maler hier jedoch einen Standort in südöstlicher Richtung, der den Blick durch torbogenartige Baumkronen auf das sich im Großteich reflektierende Schloß freigibt.

54 x 68 cm, Ra. 73 x 87,5 cm. 4.600 €
  KÜNSTLER
KatNr. 23 Gustav Friedrich Papperitz, Spätsommerliche Parklandschaft im englischen Stil mit Wasserschloß. 1848.
KatNr. 23 Gustav Friedrich Papperitz, Spätsommerliche Parklandschaft im englischen Stil mit Wasserschloß. 1848.
KatNr. 23 Gustav Friedrich Papperitz, Spätsommerliche Parklandschaft im englischen Stil mit Wasserschloß. 1848.
KatNr. 23 Gustav Friedrich Papperitz, Spätsommerliche Parklandschaft im englischen Stil mit Wasserschloß. 1848.

023   Gustav Friedrich Papperitz, Spätsommerliche Parklandschaft im englischen Stil mit Wasserschloß. 1848.

Öl auf Leinwand. U.li. signiert "G. F. Papperitz" und datiert. In einer profilierten Holzleiste mit Eierstabdekor gerahmt.
Leinwand doubliert. Malschicht in den pastoseren und dunkleren Partien frühschwundrissig, partiell mit feinem Krakelee. Zwei größere Retuschen in Himmel und Gesträuch der rechten Bildhälfte, eine kleine Mi. u. und o.li.

Papperitz studierte bei J.C.C. Dahl in Dresden und später bei Carl Rottmann in München - zwei Prägungen, deren Spuren sich auch in diesem Gemälde aufdecken lassen: rühren die detaillierte und nahsichtige Pinselführung und die genaue Wiedergabe atmosphärischer Prozesse noch aus der Schule Dahls her, so trägt die Komposition in ihrer abwechslungsreichen Blickführung und der Einbindung von Architektur in ein dominierendes landschaftliches Szenario die Handschrift Rottmanns.

78,2 x 118,7 cm, Ra. 84,1 x 125,3 cm. 6.500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 43 Richard Birnstengel, Blick vom Pieschener Elbufer auf die Dresdner Altstadt. 1913 oder 1918.
KatNr. 43 Richard Birnstengel, Blick vom Pieschener Elbufer auf die Dresdner Altstadt. 1913 oder 1918.
KatNr. 43 Richard Birnstengel, Blick vom Pieschener Elbufer auf die Dresdner Altstadt. 1913 oder 1918.
KatNr. 43 Richard Birnstengel, Blick vom Pieschener Elbufer auf die Dresdner Altstadt. 1913 oder 1918.

043   Richard Birnstengel, Blick vom Pieschener Elbufer auf die Dresdner Altstadt. 1913 oder 1918.

Öl auf Leinwand. Signiert "R. Birnstengel" und undeutlich datiert u.re. Im goldgefaßten Schmuckrahmen mit Blütenfestons gerahmt.
Malschicht partiell leicht angeschmutzt und mit feinem Vertikalkrakelee. An den Außenkanten mit Druckspuren der Keilrahmung. Mi.li. größere fachgerechte Retusche über verso hinterlegtem Leinwandschaden.

Als Schüler Gotthardt Kuehls erfuhr Birnstengel eine deutliche Sensibilisierung für die Pleinair-Malerei und das Sujet der Stadtlandschaft. Durch den entrückten Standpunkt und der Beschreibung der Dresdner Stadtsilhouette als Horizontlinie entzieht sich jedoch der Künstler gleichsam der Aufforderung nach einer abbildenden Darstellung, sondern bringt vielmehr einen erzählerischen Tenor zum Klingen, in dem die Stadtlinie nunmehr eine illustrative Funktion übernimmt. Malerisch löste sich Birnstengel von der stilistischen Starre der postimpressionistischen Auffassung seines Lehrers und entwickelte eine befreite, luzide und auf Farbwirkung ausgerichtete Pinselführung, die sich auch in den Stadtansichten des eine Dekade jüngeren Bernhard Kretzschmars wiederfindet. (Vgl. hierzu das Gemälde "Brühlsche Terrasse in Dresden" von Bernhard Kretzschmar, 1951, Öl auf Sperrholz, Sitftung Archiv der Akademie der Künste, Berlin, Kunstsammlungen (E 15).

74 x 100,5 cm, Ra. 96 x 122 cm. 2.400 €
Zuschlag 2000 €
  KÜNSTLER
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

060   Hermann Glöckner "Schwarzrote Felder und Stoffmuster, auf Wasserfläche". 1967.

Tafel. Collage, auf schwarzem Tafelkörper ist die Reproduktion einer Wasserfläche montiert, darüber Reproduktionen von Stoffmustern. Verso signiert "Glöckner" und datiert "231267". Im Passepartout in einer Berliner Leiste des 19. Jh. hinter Glas gerahmt.
Tafelkörper partiell unscheinbar berieben.
WVZ der Tafeln Dittrich 241.

In dieser Tafel gelingt es Glöckner wie in kaum einer zweiten durch eine subtile Anordnung heterogener Binnenstrukturen räumliche Tiefe und flächige Durchdringung zu evozieren. Ihre Entstehung aus analytischem Zerteilen und sich neu konstituierender Synthese der Einzelbestandteile erinnert ein wenig an die Funktionsweise eines Kaleidoskopes.

29,3 x 20,4 x 0,1 cm, Ra. 48 x 31,5 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 3000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 74 Gussy Hippold-Ahnert
KatNr. 74 Gussy Hippold-Ahnert

074   Gussy Hippold-Ahnert "Selbstbildnis mit Blumen". 1932.

Öl auf Rupfen. Signiert "Gussy Ahnert" und datiert u.re. Verso auf der Keilrahmung ein handschriftliches Etikett mit Titel und Datierung sowie der gestrichenen Bezeichnung "73". Daneben Künstlerstempel "Gussy Ahnert". In der originalen Rahmung der Künstlerin.
Malschicht partiell leicht angeschmutzt und berieben. Unscheinbare Frühschwundriß- und vereinzelte Krakeleebildung. Mi.li. kleine Druckstelle mit Graphit(?)spuren. Mi. oben punktuelle Druckstelle mit Farbausbruch.
WVZ Krella 19.

Wenn die Verfasserin des Werkverzeichnisses der Gemälde von Gussy Hippold-Ahnert schreibt, daß "eine Reihe […] Porträts und Aktdarstellungen von 1932 zeigen, welche Selbständigkeit in malerisch stilistischer Hinsicht und welche beachtliche Sicherheit im charakteristischen Erfassen des Menschen die Elevin schon erreicht hat", dann referiert sie auf die Ergebnisse des seit dem Wintersemester 1930/31 aufgenommenen Studiums der jungen Frau bei Otto Dix. Obgleich dessen Einfluß nicht zu leugnen ist, findet Gussy schnell zu einer selbständigen malerischen Sprache, die in dem ihr eigenen versöhnlicheren Ton oftmals die weibliche Autorin offenbahrt. So wird ihr bereits für das Jahr 1933 das Erreichen des eigenen künstlerischen Höhepunktes attestiert - eine Einschätzung, die jedoch in starker Abhängigkeit von der Bindung zu Otto Dix und der Malerei in seinem Umkreis zu verstehen ist.

50,5 x 40 cm, Ra. 62 x 52,2 cm. 4.800 €
Zuschlag 4000 €
  KÜNSTLER
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

075   Hans Jüchser "Stilleben mit grünem Glas und Muscheln". 1972.

Öl auf Hartfaser. Signiert u.li. "Jüchser" und datiert. Verso mittig nochmals signiert, datiert, betitelt und mit Maßangaben versehen. In schlicht profilierter Holzleiste gerahmt, Rahmen bestoßen.
Nicht im WVZ Schmidt.

"Meine Beschäftigung mit dem Stilleben ist die beste Möglichkeit, die formalen und fertigen Gesetze zu studieren, wobei der Gegenstand oft belanglos, der Gehalt der Gestaltung aber ebenso bedeutsam wie das Menschenbild sein kann." Diesen Worten Hans Jüchsers folgend, galt das Hauptinteresse des Künstlers der formalen Erscheinung der dargestellten Objekte; ihrer Anordnung im Raum und der damit verbundenen Licht- und Schattenwirkung, dem Verdecken und Offenbaren benachbarter Gegenstände und dem wirkungsvollen Spiel der Gegensätze von harten und weichen Umrissen, denen durch das sehr eigene Kolorit Jüchsers eine immer neue Erscheinung auferlegt wird. So sieht der Betrachter auch in sich wiederholenden Motiven, wie z.Bsp. der Fußschale mit Birne, einen durch veränderten formalen Kontext und farblicher Interpretation neu erfundenen Bildgegenstand. (Vgl. Hans Jüchser "Stilleben mit Vogel". 1969. Öl auf Sperrholz. Kunstsammlung Neubrandenburg, Inv.-nr. 1981; obenstehendes Zitat nach: Hans Jüchser (1894-1977). Malerei; Ausstellungskatalog Kunstausstellung Kühl und galerie refugium, Dresden 1994, S. 15.).

39,2 x 52,2 cm, Ra. 45,2 x 58,7 cm. 4.800 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 9500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 83 Karl Kröner

083   Karl Kröner "Elbfähre 'Kehrwieder' (Niederlommatzsch)". Wohl späte 1940er Jahre.

Öl auf Leinwand. Signiert u.li. "Karl Kröner." Verso o.re. betitelt, ausführlich bezeichnet und nummeriert "Ö 361". In profilierter Holzleiste gerahmt.
Malschicht vereinzelt mit feiner Krakeleebildung.

Als Mitglied des kleinen Künstlerkreises "Sieben" erkundete Kröner regelmäßig seine umliegende Heimat in Begleitung von Künstlerfreunden wie Paul Wilhelm, Otto Griebel und Joseph Hegenbarth. Dieser beständige Austausch in der Natur förderte nicht nur die eigene künstlerische Entwicklung, sondern brachte auch zahlreiche Motivanregungen mit sich. Die "Elbfähre" könnte eines dieser Ausflugsergebnisse sein, zeigt sich dem Betrachter in diesem Werk der kleine elbabwärts vis-à-vis von Diesbar-Seußlitz gelegene Ort Niederlommatzsch mit dem darüber thronenden Schloß Hirschstein in leicht diffusem Licht eines frühsommerlichen Tages.

47,5 x 81 cm, Ra. 67 x 101 cm. 5.500 €
  KÜNSTLER
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

084   Willy Kriegel, Der Morgen. Um 1943.

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "K." u.re. In der prachtvollen, vergoldeten Originalrahmung des Künstlers.
Malschicht mit kleinem Farbabrieb an der Oberkante; zwei minimale Fehlstellen u.li. und u.re. Partiell leichte Firnisverfärbung.

Ebenso wie die 1940 entstandene "Quelle" zählt der Tageszeitenzyklus zu den populärsten und beliebtesten Motiven aus dem Oeuvre Willy Kriegels. In perfektionierter altmeisterlicher Manier schuf Kriegel 1943 für die Große Deutsche Kunstausstellung in München diesen vierteiligen Zyklus, dessen einzelne Werke in landschaftlichen, meist von Nadelbäumen dominierten, Szenen den atmosphärischen Wandel der jeweiligen Tagesstimmung eindrucksvoll schildern. Heute befinden sich die "Tageszeiten" in der Sammlung des Deutschen Historischen Museums in Berlin - Kriegel fertigte jedoch aufgrund der regen Nachfrage kleinere Variationen des Zyklus' für ausgewählte Privatsammler an, die noch immer von den hohen malerischen Fertigkeiten des Künstlers zeugen.

60,2 x 50,1 cm, Ra. 73,7 x 63,8 cm. 4.200 €
Zuschlag 3500 €
  KÜNSTLER
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

085   Willy Kriegel, Der Mittag. Um 1943.

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert u.Mi. "K." Verso auf dem Rahmen in Blei von unbekannter Hand bezeichnet "Willy Kriegel Dresden". In der prachtvollen, vergoldeten Originalrahmung des Künstlers.
Malschicht mit zwei unscheinbaren schwarzen Verschmutzungspunkten o.re.

59,9 x 49,9 cm, Ra. 74,3 x 64 cm. 4.200 €
Zuschlag 3500 €
  KÜNSTLER
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

086   Willy Kriegel, Der Abend. Um 1943.

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "K." u.re. Verso auf dem Rahmen in Blei von unbekannter Hand bezeichnet "Willy Kriegel". In der prachtvollen, vergoldeten Originalrahmung des Künstlers.
Malschicht mit unscheinbaren Kratzspuren unter dem Firnis o.li.

60 x 50 cm, Ra. 74,5 x 64 cm. 4.200 €
Zuschlag 3500 €
  KÜNSTLER
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

087   Willy Kriegel, Die Nacht. Um 1943.

Öl auf Hartfaser. Monogrammiert "K." u.li. Verso auf dem Rahmen in Blei von unbekannter Hand bezeichnet "Willy Kriegel Dresden". In der prachtvollen, vergoldeten Originalrahmung des Künstlers.

60 x 49,8 cm, Ra. 74,2 x 64,2 cm. 4.200 €
Zuschlag 3500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 89 Wilhelm Lachnit, Stilleben mit Skulptur und Teerosen. 1942.

089   Wilhelm Lachnit, Stilleben mit Skulptur und Teerosen. 1942.

Öl auf leinenkaschierter Sperrholzplatte. Signiert u.re. "W. Lachnit" (in Rot über Schwarz) und datiert. Verso von unbekannter Hand nummeriert. In goldgefaßter Profilleiste mit Eckpalmetten gerahmt.
Malschicht partiell leicht frühschwundrissig, im Bereich der Vasen deutlicher. Kleinere, fachgerechte Retuschen im Hintergrund der gelben Kamelien. Im Falzbereich mit den Resten einer früheren Bemalung.

Wie das in der Sammlung der Galerie Neue Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden befindliche "Stilleben mit Rose und antiken Gipsen" von 1945, zeugt auch dieses Werk von der "noblen Farbkultur, die Lachnit unter seinen Kennern zum 'Raffael von Dresden' erhob". Stark vergleichbar in Kolorit und Aufbau, jedoch ohne den nahezu pathetischen Beiklang des drei Jahre später enstandenen Werks faszinieren hier die klaglose und doch hoffnungspendende Stille und der sich im warmen Ausdruck übermittelnde Sieg der Schönheit. (zitiert nach: Werner, Gabriele: Wilhelm Lachnit 1899-1962. Gemälde, Dresden 2000, S. 68).

61,2 x 49,4 cm, Hartfaser 63,3 x 51,7 cm, Ra. 77,5 x 65 cm. 4.600 €
Zuschlag 11000 €
  KÜNSTLER
KatNr. 112 Emil Orlik, Stilleben mit Kirschzweigen und gelben Blumen. Wohl um 1900/ 1905.
KatNr. 112 Emil Orlik, Stilleben mit Kirschzweigen und gelben Blumen. Wohl um 1900/ 1905.
KatNr. 112 Emil Orlik, Stilleben mit Kirschzweigen und gelben Blumen. Wohl um 1900/ 1905.

112   Emil Orlik, Stilleben mit Kirschzweigen und gelben Blumen. Wohl um 1900/ 1905.

Öl auf Malpappe. Mit dem Künstlersignet "OE" (ligiert) Mi.li. Verso die Studie eines Hauses am Waldsee. In profilierter Holzleiste gerahmt.
Kleine, unfachmännische Retusche im dunklen Fond o.li. Firnisverfärbung bzw. Verschmutzung unter Firnis o.re. (D. ca. 4 cm). Malträger mit kleinem Einriß o.li. (ca. 1 cm), die Eck- und Kantbereiche leicht bestoßen.

Malerisch geprägt von den Münchner Sezessionskunst der späten 1880er und frühen 1890er Jahre, beschritt Orlik nach einer wegweisenden Begegnung mit dem Dichter Rainer Maria Rilke neue Wege, die ihn verstärkt in die Bereiche der Druckgrafik führten. Sein Interesse galt u.a. der Technik des um 1895 als Modetrend aufkommenden japanischen Holzschnitts - eine Vorliebe, die in einer Ostasienreise im Jahr 1900 gipfelte und von der zahlreiche grafische Arbeiten und das Mappenwerk "Aus Japan" zeugen. Auch das "Stilleben mit Kirschzweigen und gelben Blumen" zeugt von dieser Begeisterung, offenbahren sich in der Motivwahl, der ornamentalen Reduktion der Objekte und der teils schemenhaften Ausführung deutliche Anklänge an die "japonistische" Kunst der Zeit um 1900.

50,7 x 36 cm, Ra. 61,5 x 47 cm. 5.500 €
Zuschlag 4500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 126 Hans Unger, Damenbildnis mit Perlenkette und Ohrringen. Wohl 1920er Jahre.
KatNr. 126 Hans Unger, Damenbildnis mit Perlenkette und Ohrringen. Wohl 1920er Jahre.
KatNr. 126 Hans Unger, Damenbildnis mit Perlenkette und Ohrringen. Wohl 1920er Jahre.
KatNr. 126 Hans Unger, Damenbildnis mit Perlenkette und Ohrringen. Wohl 1920er Jahre.
KatNr. 126 Hans Unger, Damenbildnis mit Perlenkette und Ohrringen. Wohl 1920er Jahre.

126   Hans Unger, Damenbildnis mit Perlenkette und Ohrringen. Wohl 1920er Jahre.

Öl auf Holz. Signiert u.re. "H. Unger". Verso mit einem Rollstempel "10 A" und verblaßtem Stempel einer Künstlerbedarfshandlung (?). Im prachtvollen Originalrahmen mit Perlstab und Astragal in bolussichtiger Vergoldung mit Karreestruktur.
Unscheinbarer Trocknungsriß in Malträger und Farbschicht u.Mi.li. (ca. 4 cm).

Abgesehen von einigen wenigen imposanten Erscheinungen, wie dem Opernsänger Tino Pattiera als Cavaradossi in Puccinis Oper "Tosca", wird das malerische Werk Hans Ungers von der Anbetung weiblicher Schönheit dominiert. Ob vor italienischer oder imaginierter Landschaft, als allegorische Figur oder im Portrait, in Ungers Malerei bleibt der Darstellung des Weiblichen stets etwas Geheimnisvolles, leicht Idealisierendes erhalten, das jedoch ohne aufdringliches Pathos inszeniert wird.

53,5 x 43,1 cm, Ra. 76,5 x 66 cm. 2.600 €
Zuschlag 2200 €
  KÜNSTLER
KatNr. 130 Paul Wilhelm, Lesendes Mädchen im Garten des Künstlers mit blauem Rittersporn. 1930.

130   Paul Wilhelm, Lesendes Mädchen im Garten des Künstlers mit blauem Rittersporn. 1930.

Öl auf Leinwand. Signiert u.re. "P. Wilhelm" und datiert. Verso mittig nochmals signiert.
Malschicht vereinzelt mit kleineren Retuschen in der oberen Bildhälfte; partiell leichtes Horizontalkrakelee. Neue Keilrahmung.

Es ist wohl kaum falsch zu behaupten, daß neben der Malerei die Beschäftigung im Garten das Leben Paul Wilhelms entscheidend prägte, so daß es nicht wundert, daß zahlreiche seiner Werke Motive aus diesem selbstgeschaffenen Refugium in Radebeul bei Dresden zeigen. Zwei wesentliche und immer wiederkehrende Charakteristika des Wilhelmschen Gartens offenbaren sich auch auf diesem 1930 entstandenen Gemälde: die fast "mannshohe Ziegelmauer", die den Garten umfriedete und "Wilhelms Arkadien" schützte und "die legendären Rittersporne, denen die Passion des Züchters galt". (zitiert nach: Schmidt, Werner: Paul Wilhelm zum 100. Geburtstag. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Graphik, Dresden 1987, S. 7/8.).

99,5 x 64,5 cm. 3.200 €
Zuschlag 4600 €
  KÜNSTLER
KatNr. 151 Adrian Ludwig Richter, Der Triumph der Musik (Kleine Grußkarte mit Allegorien auf die Musik und die Malerei.) Mitte 19. Jh.
KatNr. 151 Adrian Ludwig Richter, Der Triumph der Musik (Kleine Grußkarte mit Allegorien auf die Musik und die Malerei.) Mitte 19. Jh.

151   Adrian Ludwig Richter, Der Triumph der Musik (Kleine Grußkarte mit Allegorien auf die Musik und die Malerei.) Mitte 19. Jh.

Federzeichnung in brauner Tusche, sparsam koloriert, über Blei auf dünnem Karton einer Visitenkarte des Künstlers. Unsigniert, o.re. schwer lesbar handschriftlich mit einem Dankesgruß bezeichnet. Verso typografisch bezeichnet "Prof. Dr. Ludwig Richter." An den Ecken auf Untersatzpapier klebemontiert und im Passepartout hinter Glas in schmaler Holzleiste gerahmt.
Blatt lichtrandig und leicht gebräunt; Kolorierung etwas verblichen, Dankesgruß stärker und nur eingeschränkt lesbar. Knickspur u.re., unscheinbare Klebstoffspur o.re. Blatt an den Außenkanten mit leichtem Abrieb, partiell minimal druckspurig. Verso kleiner Stockfleck.

Mit äußerst sensibler Feder und in fließender Hand entwirft Richter einen zärtlichen Dialog zwischen den als kindliche Allegorien dargestellten Künsten der Malerei und Musik. Aus der stark verblaßten Danksagung am rechten Rand läßt sich erahnen, daß diese Zeichnung einen kleinen Gruß an den Initiator eines gelungenen geselligen Abends mit musikalischen und malerischen Genüssen ziert.

5,9 x 9,6 cm, Ra. 30 x 36 cm. 1.500 €
Zuschlag 1200 €
  KÜNSTLER
KatNr. 311 Max Liebermann

311   Max Liebermann "Dünenlandschaft bei Noordwijk mit weiblicher Figur". Um 1907.

Kohlezeichnung. U.re. in Kohle oder Kreide signiert "MLiebermann" und bezeichnet "Nordwyk".
Unregelmäßige linke Blattkante. Am linken und rechten Blattrand unfachmännisch im Passepartout klebemontiert. Blatt stärker gebräunt.
Ein schriftliches Gutachten von Frau Drs. Margreet Nouwen, Max Liebermann Archiv Berlin, mit der Authentizitätsbestätigung vom 09.02.2011 liegt vor.

Noordwijk aan Zee war seit 1905 Liebermanns Hauptquartier, wenn er - wie fast jeden Sommer - für einige Wochen oder Monate nach Holland kam, um dort vor der Natur zu arbeiten. Das vorliegende Blatt ist offensichtlich während einer seiner Erkundungswanderungen entstanden, denn wie die unregelmäßige linke Kante bezeugt, wurde das Blatt aus einem Skizzenbuch gerissen.
Die Komposition zeigt große Ähnlichkeit mit der Kaltnadelradierung "Noordwijk-Binnen" aus dem Jahre 1907 (WVZ Schiefler 65), was die Datierung ebenso bekräftigt wie der suggestive Stil, mit dem Liebermann das wellige Dünengelände dargestellt hat.

Darstellung 12 x 17 cm, Bl. 12 x 19 cm. 1.800 €
Zuschlag 2600 €
  KÜNSTLER
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

451   Otto Dix "Maler Schmitz". 1955.

Kohlezeichnung auf feinem Bütten. An der rechten Schulter in Kohle signiert "Dix" und datiert. U.li. in Blei betitelt. Am oberen Rand auf Untersatzpapier montiert.
Blatt etwas knick- und fingerspurig. Drei Blattecken mit kleinen Reißzwecklöchlein.
WVZ Lorenz SW.5.6.1.

Im Gegensatz zu seinen frühen Bildnissen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entfernt sich Dix in der Nachkriegszeit von einer Typisierung der Dargestellten und wendet sich statt dessen dem individuellen Portrait einzelner Persönlichkeiten zu. So zeugt das Portrait des Malers Jean-Paul Schmitz, welchen Dix während seiner Akademiezeit in Düsseldorf kennenlernte und den er auf der Bodensee-Halbinsel Höri wiedertraf, von einer decouvrierenden Ehrlichkeit, die der Künstler mit nur wenigen Zeichenstrichen auszudrücken vermag.

47,5 x 31 cm. 5.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
KatNr. 514 Franz Marc, Wassily Kandisky (Hrsg.)
KatNr. 514 Franz Marc, Wassily Kandisky (Hrsg.)
KatNr. 514 Franz Marc, Wassily Kandisky (Hrsg.)
KatNr. 514 Franz Marc, Wassily Kandisky (Hrsg.)
KatNr. 514 Franz Marc, Wassily Kandisky (Hrsg.)
KatNr. 514 Franz Marc, Wassily Kandisky (Hrsg.)
KatNr. 514 Franz Marc, Wassily Kandisky (Hrsg.)

514   Franz Marc, Wassily Kandisky (Hrsg.) "Der Blaue Reiter". 1912.

Almanach mit vier handkolorierten Tafeln, 137 Abbildungen in Reproduktion, acht Künstlervignetten sowie drei Musikbeilagen, unsigniert. Gebunden, originaler Leineneinband mit Einbandholzschnitt (Galvanodruck) in Blau, Rot und Schwarz. 4to. 2 Bll., 140 S., 5 Bll. (illustr. Anzeigen). Farbschnitt in Ockergelb. Lesebändchen. Erste Auflage der in unbekannter Auflagenhöhe erschienenen leinengebundenen Ausgabe, München, R. Piper & Co. Verlag.
Farbschnitt etwas fleckig und mit leichten Feuchtespuren an der Unterkante. Buchblock insgesamt fest und nicht verzogen; Musikbeilagen und Verzeichnisse gelockert. Seiten vereinzelt leicht stockfleckig; Seite 7 mit dunkleren Verwischungen. Schutzblatt der Tafel "St. Martin" eingerissen, leicht fleckig und deutlich gestaucht. Die anderen Schutzblätter vereinzelt mit kleineren Beeinträchtigungen. Lesebändchen teils vergilbt und mit Feuchtigkeitsspuren. Einband leicht fingerspurig.
WVZ Roethel 141 III (1912).

Der als Brückenschlag zwischen kunsthistorisch basierter Kunstbetrachtung und neuem, erweiternden Kunstschaffen angelegte Almanach offenbart eines der wichtigsten kunsttheoretischen Konzepte der frühen Moderne. Suchten die Gründungsmitglieder der Dresdner Künstlergruppe "Brücke" in deutlichen Worten und einem Appell gleich mittels ihres Manifests aus dem Jahr 1906 wachzurütteln und den Weg für eine radikale Abkehr von der akademischen Kunst zu bereiten, liegt den Texten der Herausgeber des "Blauen Reiters" bereits ein resümierender, gleichsam jedoch nicht unkritischer Tenor zugrunde. Dieser Almanach ist kein Weckruf, sondern vielmehr ein reflektierter, kunsttheoretischer Anker moderner, innovativer Gedanken im Meer der akademischen Kunst.
Zu den Zielen des Almanachs äußerte sich Wassily Kandinsky in einem Brief an Franz Marc vom 19. Juni 1911 wiefolgt: "Nun! ich habe einen neuen Plan. Piper muß Verlag besorgen und wir beide - die Redakteure sein. Eine Art Almanach (Jahres-) mit Reproduktionen und Artikeln und Chronik !! d.h. Berichte über Ausstellungen - Kritik […] nur von Künstlern stammend. In dem Buch muß sich das ganze Jahr spiegeln, und eine Kette zur Vergangenheit und ein Strahl in die Zukunft müssen diesem Spiegel das volle Leben geben." Franz Marc formulierte die Intentionen gegenüber August Macke am 8. September 1911 mit den Worten: "Deine alten Pläne, vergleichende Kunstgeschichte zu treiben, haben hier ihren Platz. Wir werden alte Glasbilder, französische und russische Volksblätter bringen, neben fremden und eigenen neuen Sachen, zuweilen dazwischen einmal "Münchner moderne Malerei" zum Vergleich. Wir erhoffen soviel Heilsames und Anregendes davon, auch direkt für die eigene Arbeit, zur Klärung der Ideen, daß dieser Almanach unser ganzer Traum geworden ist." (Zitiert nach: Der Blaue Reiter. Dokumente einer geistigen Bewegung. Leipzig, 1989, S. 77-79.)

Lit.:
Reed Jr, Orpel P.: German Expressionist Art. The Robert Gore Rifkind Collection. Los Angeles, 1977, Nr. 160, S. 107.
Jentsch, Ralph: Illustrierte Bücher des deutschen Expressionismus. Stuttgart 1989, Nr. 5, S. 52
Davis, Bruce: German Expressionist Prints and Drawings. The Robert Gore Rifkind Center for German Expressionist Studies. Volume 2 (Catalogue of the Collection). Los Angeles / München 1989, Nr. 1366, S. 384 (für die zweite Ausgabe 1914).

29,5 x 22,8 cm. 4.800 €
Zuschlag 3800 €
  KÜNSTLER
KatNr. 684 Gustav Seitz
KatNr. 684 Gustav Seitz
KatNr. 684 Gustav Seitz

684   Gustav Seitz "Liu yn Fu, chinesische Textilarbeiterin". 1951.

Bronze, gegossen, braun patiniert. Signiert "Seitz" an der unteren linken Halspartie. Mit dem Gießerei-Stempel "Noack Berlin" an der unteren rechten Halspartie. Auf olivgrün-grauem Marmorsockel mit heller Äderung. Wohl einer von drei Güssen.
Stellenweise leichte, grünliche Kupferpatina. Am Sockelansatz unscheinbar überarbeitet.
WVZ Grohn 319.

Gustav Seitz zählte in den Nachkriegsjahren zu den wenigen Künstlern, die in den beiden sich neu konstituierenden deutschen Staaten gleichermaßen Anerkennung unter den Kunstliebenden fanden. Er wandelte auf der Suche nach neuen formalen Herausforderungen sicher zwischen den Welten, politischen Attacken und beständigen Versuchen der Vereinnahmung trotzend. Bis 1958 lebte er in Ostberlin und arbeitete im Westen, bereiste östliche und westliche Länder gleichermaßen. 1951 reiste Seitz nach China, veröffentlichte später seine dort entstandenen "Studienblätter" mit einer Einleitung von Anna Seghers - eine Publikation, die ambivalente Reaktionen hervorrief.

Lit.: Gustav Seitz. Skulpturen und Zeichnungen, Dresden 1956, S. 22, Abb. 40.

H. 32,5 cm, mit Sockel 37 cm. 6.000 €
Zuschlag 5500 €
  KÜNSTLER
KatNr. 685 Rudolf Löhner, Stehender afrikanischer Elefant. Ohne Jahr.
KatNr. 685 Rudolf Löhner, Stehender afrikanischer Elefant. Ohne Jahr.
KatNr. 685 Rudolf Löhner, Stehender afrikanischer Elefant. Ohne Jahr.

685   Rudolf Löhner, Stehender afrikanischer Elefant. Ohne Jahr.

Bronze, gegossen, Schwarzbraun patiniert. Auf der flachen Plinthe am linken Hinterfuß signiert "R. LÖHNER".
Patinierung stellenweise leicht berieben; am linken Schulterblatt kleine Abriebstelle. Vereinzelt unscheinbare, punktförmige Verschmutzungen. Plinthe mit zwei Gewindebohrungen, eine davon sichtbar.

Der bei Georg Wrba und August Gaul ausgebildete Tierplastiker Rudolf Löhner, dessen Figuren sich durch eine sparsame Gestik und äußerst treffende Beobachtung der Gestalt auszeichnen, war mit drei ausgestellten Objekten einer der Hauptvertreter seines Genres auf der wegweisenden Internationalen Kunstausstellung Dresden 1926. Zu diesem Zeitpunkt konnte er bereits auf etliche erfolgreiche Entwürfe für die Porzellanmanufaktur Meissen sowie für die Außenraumgestaltung des Dresdner Zoos zurückblicken.

H. max. 32 cm. 1.500 €
Zuschlag 1200 €
  KÜNSTLER
Aufgrund der Regelungen des Urhebergesetzes können wir diese Abbildung nur zeitlich begrenzt veröffentlichen.

693   Klaus Schwabe "Ikarus im All". 2000- 2004.

Bronze, überwiegend schwarzbraun patiniert. Verso auf dem modellierten Sockel signiert "SCHWABE", auf der Plinthe nummeriert "Nr. 8" (von wohl 12 gegossenen Exemplaren).
Patinierung an einem sphärischen Bogen leicht berieben.

Das Thema des griechischen Helden Ikarus, der mit den von seinem Vater Dädalus konstruierten Flügeln aus Wachs und Federn zu nah an die Sonne flog und somit abstürzte, beschäftigt Klaus Schwabe seit mehr als dreißig Jahren. Erste Zeichnungen und Entwürfe datieren auf das Jahr 1977 zurück, die erste ausgeführte Ikarus-Plastik wurde 1982 auf der IX. Kunstausstellung der DDR gezeigt. "Ikarus im All" ist die vierte von fünf Variationen des Themas und zeigt den aufsteigenden, wenn auch bereits verletzten, Jüngling umgeben von Gestirnen und ihren Bahnen. Kann man in der Wahl dieses Topos eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Problematik der Selbstverwirklichung und selbstgewählten Risikobereitschaft eines individuellen Geistes erkennen, so ist es in struktureller Hinsicht die Frage nach der Erfassung des Wendepunkts, des die Katastrophe und den Untergang auslösenden Moments, die das formale Interesse des Künstlers weckt.

H. max. 84,5 cm. 6.000 €
* Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
  KÜNSTLER
KatNr. 705
KatNr. 705
KatNr. 705

705   "Bologneser Hund, Männchen machend". Johann Joachim Kaendler für Meissen. 1924 - 1934.

Porzellan, glasiert, in polychromen Aufglasurfarben naturalistisch staffiert. Der unglasierte Boden mit der Schwertermarke in Kobaltblau, daneben ein vertikaler Schleifstrich sowie die geritzte Modellnummer "1263" und die Prägeziffer "10". Entwurfsjahr: 1740-1748.
Unscheinbare Masseunregelmäßigkeiten. Staffierung an den Hinterpfoten unscheinbar berieben.

Bereits im 11. und 12. Jahrhundert aufgrund seiner Anmut sehr geschätzt, avancierte der Bologneserhund unter König Heinrich III. von Frankreich im 16. Jahrhundert zum beliebtesten Schoßhund ("Bichon") der adeligen Gesellschaft und galt in Herrscherkreisen als wertvolles Präsent. Auch große Namen des 18. Jahrhunderts, unter anderem die Marquise de Pompadour, Katharina II. von Russland oder Maria Theresia von Österreich, werden mit dem Bologneserhund in Verbindung gebracht. Nicht zuletzt der sächsische Kurfürst Friedrich August II. soll von den als intelligent und temperamentvoll geltenden Tieren sehr eingenommen gewesen sein und beauftragte Kaendler mit der Erschaffung mehrerer Porzellanmodelle. Hier handelt es sich um zwei Gegenstücke, wie Kaendler es in seiner Taxa von 1740-1748 vermerkt: "2. Pologneser oder Zottligte Hunde, gegen einander sehend auff Camine zu sezen, davon einer sich krazet, der andere aber auffrecht sizet, pro 1. Stück 4. Thlr.". Das äußerst naturgetreu dargestellte Bologneserhündchen überzeugt durch seine mitten in der Bewegung erstarrte Haltung, die naturalistische Wiedergabe des Fells sowie durch eine ausdrucksvolle Mimik.

Literatur:
Sponsel, J.L.: Kabinettstücke der Meissner Porzellan-Manufaktur von Johann Joachim Kändler, Leipzig, 1900, S. 92ff,S. 229.

Albiker, C: Die Meissner Porzellantiere im 18. Jahrhundert, Berlin, 1959, Abbildung 186.

Menzhausen, I. und Karpinski, J.: In Porzellan verzaubert - Die Figuren Johann Joachim Kaendlers in Meißen aus der Sammlung Pauls-Eisenbeiss Basel, S. 200.

H. 26,2 cm. 1.100 €
Zuschlag 900 €
  KÜNSTLER
KatNr. 708 Moriskentänzer Burgunder. Richard Förster für Porzellanmanufaktur Allach, München-Allach. 2. H. 20. Jh.
KatNr. 708 Moriskentänzer Burgunder. Richard Förster für Porzellanmanufaktur Allach, München-Allach. 2. H. 20. Jh.
KatNr. 708 Moriskentänzer Burgunder. Richard Förster für Porzellanmanufaktur Allach, München-Allach. 2. H. 20. Jh.
KatNr. 708 Moriskentänzer Burgunder. Richard Förster für Porzellanmanufaktur Allach, München-Allach. 2. H. 20. Jh.
KatNr. 708 Moriskentänzer Burgunder. Richard Förster für Porzellanmanufaktur Allach, München-Allach. 2. H. 20. Jh.

708   Moriskentänzer Burgunder. Richard Förster für Porzellanmanufaktur Allach, München-Allach. 2. H. 20. Jh.

Porzellan, glasiert. In burgundischer Tracht mit Schecke und Kopfbedeckung kostümierte Tänzerfigur im Ausfallschritt und mit vorgebeugtem Oberkörper, die Armbewegungen ausladend. Naturalistischer Sockel. Am Boden mit der geprägten Manufakturmarke. Entwurfsjahr 1942.
Unterhalb der Arme unscheinbar beschliffen und minimale Masseunregelmäßigkeiten.

Der im Mittelalter bei Festen im europäischen Süden äußerst beliebte Moriskentanz, zeichnete sich durch Impulsivität, charakteristische Sprünge und exaltierte Körperbewegungen aus.
Jeder Tänzerfigur wurde, entsprechend ihrer Kostümierung, eine bestimmte Rolle zugewiesen - das Bestreben bestand darin, die Aufmerksamkeit aller auf sich zu ziehen und das Herz der anwesenden "schönen Maid" und oftmals auch Preisrichterin zu gewinnen.
Als Vorbild für Richard Försters Moriskentänzer gelten zweifelsohne die im Jahr 1480 für das Münchner Rathaus geschaffenen, sechzehn ausdrucksstarken Skulpturen von Erasmus Grasser. Förster übernahm die mittels übersteigerter Verdrehungen und Gegenbewegungen der Gliedmaßen enstehende, fast geometrisch wirkende Allansichtigkeit der Figuren. Der Burgunder wird vor allem durch seine in alle Raumrichtungen weisenden, ausladenden Bewegungen charakterisiert und nicht zuletzt lassen das faltenwerfende Kostüm mit dem Schellenbesatz sowie die Spannung in Fingerhaltung und Gesichtszügen, die Intensität des ursprünglich aus Nordafrika stammenden Tanzes erahnen.

H. 21,8 cm. 1.200 €
Zuschlag 1300 €
  KÜNSTLER
KatNr. 716 Außergewöhnliche, sehr große Ansichtentasse
KatNr. 716 Außergewöhnliche, sehr große Ansichtentasse
KatNr. 716 Außergewöhnliche, sehr große Ansichtentasse
KatNr. 716 Außergewöhnliche, sehr große Ansichtentasse
KatNr. 716 Außergewöhnliche, sehr große Ansichtentasse

716   Außergewöhnliche, sehr große Ansichtentasse "Leipzig". Meissen. Um 1869.

Porzellan, glasiert. Aus dem Service "Neuer Ausschnitt". Tasse glockenförmig gebaucht; mit leichter Einziehung des Korpus unter der Wandungsmitte; Palmettenhenkel. Die Untertasse gemuldet und mit hochgezogenem Mündungsrand. Auf der Schauseite der Wandung eine äußerst filigran staffierte Vedute der Stadt Leipzig in polychromen Aufglasurfarben. Die Innenseite der Wandung sowie der Rand der Untertasse mit einer reichen, radierten Goldspitzenbordüre; die Spiegel mit einer radierten, sternförmigen Blattrosette. Konzentrisch um die Blattrosette der Untertasse verlaufende Bezeichnung "Wahrheit und Recht", "Das Wahlcomité 1869". Die Böden mit Schwertermarken in Unterglasurblau, die Tasse mit der Prägemarke "25" sowie mit der Bezeichnung "Leipzig" in Aufglasurschwarz.
Sehr guter Zustand, nur der Spiegel der Untertasse mit einem kleinen Glasureinschluß.

Tasse H. 8 cm, Untertasse D. 17,4 cm. 1.400 €
KatNr. 800 Kaffeekanne und Sahnegießer. Gebrüder Schrödel, Dresden. 1786 und 1788.
KatNr. 800 Kaffeekanne und Sahnegießer. Gebrüder Schrödel, Dresden. 1786 und 1788.

800   Kaffeekanne und Sahnegießer. Gebrüder Schrödel, Dresden. 1786 und 1788.

12-lötiges Silber, getrieben und gepunzt sowie Holz, ebonisiert. Balusterförmige Korpi mit stark eingezogener, profilierter Schulter und kurzem zylindrischen Hals. Konischer Rundstand auf quadratischem Sockel; hochgezogene, eckig gebrochen gearbeitete Vierkanthenkel. Die Kaffeekanne mit Dreiecksausguß und flachem Deckel mit stilisierten Zapfenknauf. Der Sahnegießer mit breiter Schneppe. Beide Kannen unterhalb des Henkels mit vertikal verlaufendem, reliefierten Akanthusrankendekor. Die Kaffeekanne mit senkrecht zum Ausguß verlaufender, reliefierter Akanthusranke. Beide Kannen am Sockel monogrammiert graviert "E.H.". Ebenfalls am Sockel die gepunzte Stadtmarke, Meistermarke sowie die Jahresbuchstaben "N" auf dem Sahnegießer und "P" auf der Kaffeekanne.
Deckel der Kanne minimal verzogen. Patiniert, Ebonisierung partiell berieben und bestoßen.

Vgl. Rosenberg, M. Der Goldschmiede Merkzeichen, II. Band, III. Auflage, 1923, Beschauzeichen Nr. 1674 sowie Lf. Nr. 1815.

Kanne H. 19,7 cm, G. 448,5 g, Sahnegießer H. 15,1 cm, G. 155,5 g. 1.200 €
Zuschlag 900 €
KatNr. 801 Helmkännchen. Gebrüder Schrödel, Dresden. Um 1780.
KatNr. 801 Helmkännchen. Gebrüder Schrödel, Dresden. Um 1780.
KatNr. 801 Helmkännchen. Gebrüder Schrödel, Dresden. Um 1780.

801   Helmkännchen. Gebrüder Schrödel, Dresden. Um 1780.

12-lötiges Silber, getrieben und punziert, die Innenwandung vergoldet. Kelchförmiger Korpus mit geschwungenem, zur Schneppe ansteigenden Mündungsrand. Gewölbter Rundstand mit schlankem, bikonischen Schaft. Hochgezogener Ohrenhenkel, aus zwei stilisierten Blattformen hervorgehend. Mündungsrand und Standfuß mit einem umlaufend punzierten Rillendekorband. Auf dem Standfuß graviert monogrammiert "v. H.". Am Standring mit gepunzter Stadt- und Meistermarke.
Patiniert, am Schaft sowie am Standring minimal gedellt, partiell unscheinbar kratzspurig, die Vergoldung minimal berieben.

Vgl. Rosenberg, M. Der Goldschmiede Merkzeichen, II. Band, III. Auflage, 1923, Beschauzeichen Nr. 1674 sowie Lf. Nr. 1815.

H. 15,5 cm, G. 196g. 480 €
KatNr. 813 Klassizistischer Leuchter. Schütteler, Lippstadt. Um 1830.
KatNr. 813 Klassizistischer Leuchter. Schütteler, Lippstadt. Um 1830.

813   Klassizistischer Leuchter. Schütteler, Lippstadt. Um 1830.

12-lötiges Silber (geprüft), getrieben und punziert. Konischer Schaft über ansteigendem Rundstand. Der Übergang zur Tülle bikonkav geformt; die Tülle zylindrisch, mit einer ausladenden, abnehmbaren Tropfschale. Rundstand, Schaft und Tülle längs godroniert, die Einziehungen mit einem feinen Rillendekor. Am Standring mit dem gepunzten Fünfpaß sowie der Meistermarke im Rechteck, die Tülle ungemarkt.
Partiell unscheinbar patiniert. Tülle innen kratz- und farbspurig, mit Lötstellen.

H. 25,5 cm, G. 326g. 950 €
KatNr. 823 Erzherzogliches Zigarettenetui. Wien. Österreich/ Ungarn. Um 1907.
KatNr. 823 Erzherzogliches Zigarettenetui. Wien. Österreich/ Ungarn. Um 1907.
KatNr. 823 Erzherzogliches Zigarettenetui. Wien. Österreich/ Ungarn. Um 1907.
KatNr. 823 Erzherzogliches Zigarettenetui. Wien. Österreich/ Ungarn. Um 1907.

823   Erzherzogliches Zigarettenetui. Wien. Österreich/ Ungarn. Um 1907.

950er Silber, emailliert, innenseitig vergoldet. Rechteckiger Korpus. Die Wandungen in transluszidem weißen sowie bläulich-weißen Email, flächig fein guillochiert. Auf dem Deckel eine zentrale Ovalreserve, darin das polychrom staffierte, bekrönte österreichische, erzherzogliche Wappen. Verschluß mit einem eingeklebten, blau leuchtenden Schmuckstein besetzt. Innen vergoldet, mittig im Deckel das gravierte Datum "12. Mai 1907.". Korpus und Deckel gemarkt.
Sehr guter Erhaltungszustand, unscheinbar gebrauchsspurig und patiniert.

8,9 x 6,4 x 1,2 cm. 950 €
KatNr. 860 Reise-Nähzeug. Paris, Frankreich. 19. Jh.
KatNr. 860 Reise-Nähzeug. Paris, Frankreich. 19. Jh.
KatNr. 860 Reise-Nähzeug. Paris, Frankreich. 19. Jh.

860   Reise-Nähzeug. Paris, Frankreich. 19. Jh.

18 Karat GG, Weißmetall, Elfenbein. Vierteilig, bestehend aus Schere, Fingerhut, Ahle und Nadelbehältnis. Diese mit fein punziertem Rankendekor. Das geschweift gearbeitete Etui mit scharnierverbundenem, gewölbtem Korpus und Deckel. Druckschloß. Auf dem Deckel das fein gravierte, bekrönte Monogramm "E". Alle Teile mit dem Feingehaltsstempel "Petite Garantie" gepunzt, der Fingerhut zusätzlich mit der Meistermarke im Rhombus (nicht aufgelöst).
Etui altersbedingt partiell gegilbt, innenseitig und außen minimal gebrauchs- sowie kratzspurig, Trocknungsriß im Bereich des Deckels (2 cm). Innenseitig im Scharnierbereich mit Materialverlust. Verschluß etwas schwerer zu betätigen. Schere im Fingerbereich gebrauchsbedingt unscheinbar gedellt und minimal gebogen. Nadeletui minimal gedellt. Nadel fehlt.

Etui L. 10,5 cm, B. 5 cm. 600 €
Zuschlag 500 €
NACH OBEN


Die im Katalog ausgewiesenen Preise sind Schätzpreise. Die Mehrheit der Artikel ist differenzbesteuert, auf den Zuschlagspreis wird damit keine Mehrwertsteuer erhoben.

* Artikel von Künstlern, für die durch die VG Bildkunst eine Folgerechtsabgabe erhoben wird, sind durch den Zusatz "zzgl. Folgerechts-Anteil 2,0%" gekennzeichnet. (Versteigerungsbedingungen Punkt 7.4.)

HOME |  MAIL TO US © SCHMIDT KUNSTAUKTIONEN DRESDEN OHG |  IMPRESSUM