159 Manfred Kastner (Beerkast) "Das Rätsel des Narziß". Um 1972/ 1973.
Manfred Kastner (Beerkast) 1943 Gießhübel/Nordböhmen – 1988 Juliusruh auf Rügen
Oil on canvas. Signiert "Beerkast" u.li. In einer schmalen, braun lasierten Holzleiste gerahmt.
Das Gemälde ist in dem in Entstehung befindlichen WVZ Priem registriert.
Ein nahezu motivgleiches Gemälde abgebildet in:
Sylvia Kastner, Rudolf Kunze, Bernfried Lichtnau: Manfred Kastner. Malerei 1965–1988. Kunstverein Wiligrad e.V. (Hrsg.) Schwerin 1997. Ohne Seitenangabe.
Vgl. auch die nahezu motivgleichen Druckgrafiken "Narziß", 1977, Lithografie und "Narcissos", 1982,
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Offsetfarblithografie, abgebildet in:
Sylvia Kastner, Rudolf Kunze, Bernfried Lichtnau: Manfred Kastner. Grafik 1977–1988. Kunstverein Wiligrad e.V. (Hrsg.). Schwerin 1997. Ohne Seitenangabe.
Vgl. inhaltlich: Salvador Dalí "Methamorphose des Narziss", 1937, Tate Modern, London, InvNr. T02343.
"[Der] berufliche Werdegang [Manfred Kastners] kreiste seit Mitte der 60er Jahre um autodidaktische Studien in der Malerei, zu der [er] sich als Lebensziel berufen fühlte und dem er mit der ihn charakterisierenden Unbeirrbarkeit und Konsequenz entgegenstrebte, bis ihm, dem unbequemen 'Seiteneinsteiger' in die offizielle Kunstszene, am Ende der 70er Jahre die notwendige Anerkennung als Maler und Grafiker nicht länger verwehrt werden konnte. Zu Beginn dieser Entwicklung war er lange Jahre Mittelpunkt und spiritus rector einer Gruppe kunstinteressierter junger Leute gewesen, die außerhalb des organisierten offiziellen Kultur- und Kunstregimes Wege individueller Selbstverwirklichung suchte. Deren politisches Weltbild war geprägt von einem 'geteilten Himmel' über Deutschland, von den Widersprüchen realsozialistischer Lebensverhältnisse, vom Aufblühen und der Zerschlagung des 'Praqer Frühlings' und von den enttäuschten Visionen der '68er Bewegung' in Westeuropa. Auch aus diesem Umfeld mag die Hinwendung Kastners zum europäischen Surrealismus als Vorbild eigener künstlerischer Bestrebungen zu erklären sein. Dessen Protagonisten Salvador Dali in Spanien, Max Ernst in Deutschland und Frankreich, Giorgio de Chirico ('Pittura metafisica") in Italien und Paul Delvaux in Belgien, später der Österreicher Rudolf Hausner als führender Vertreter der 'Wiener Schule des Phantastischen Realismus' hatten in ihren Bildern eine als entfremdet begriffene Welt in 'scheinwirklichen' Traumphantasien in Frage gestellt. Hier setzte Kastner seine künstlerische Auseinandersetzung mit der von ihm empfundenen schizophrenen alltäglichen Wirklichkeit, aber auch mit einer vermeintlichen globalen endzeitlichen Situation der Menschheit und der Welt im ausgehenden 20. Jahrhundert an." (zitiert nach Klaus Tiedemann in: Klaus J. Albert (Hrsg.): Manfred Kastner – Grafik 1977–1988. Schwerin 1997. O. S.).
Lit.:
Birgit Dahlenburg: Künstlerisch bewundert und von der Staatssicherheit verfolgt – der Surrealist Manfred Kastner (1943 – 1988). Greifswald 2008.
Aus dem Frühwerk von Manfred Kastner (Cuni van den Beerkast): Handzeichnungen, Gemälde, Briefe, Gedichte, Textfragmente. Langenweißbach 2021.
Beatrice Vierneisel: Der Stralsunder Maler Manfred Kastner und der Bezirksverband bildender Künstler Rostock in den siebziger Jahren. In: Zeitgeschichte Regional, 2004, Heft 2, S. 29–40.
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Sehr unscheinbare Eckdeformation u.li. und eine weitere re.Mi. Vereinzelte, sehr kleine Retuschen am u. Bildrand. Malschicht insgesamt mit Krakelee und Sprüngen. Unterschiedlicher Oberflächenglanz.
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80 x 65 cm, Ra. 83 x 67,5 cm.