600 "Der Drache". Peter Strang für Meissen. 1967.
Peter Strang 1936 Dresden – 2022 ebenda
Porzellan-Manufaktur Meissen 1710 Meißen
Porcelain, glazed. Rückseitig mit der Schwertermarke in Unterglasurblau. Die rückseitige Innenwandung mit der Präge-Nr. "199" und Jahreszeichen, der Schwertermarke mit dem Zusatz "Weiß" sowie der Modell-Nr. "73359" (alt V 276). Darunter ein geritztes "R (?)". Vorderseitige Innenwandung geritzt bezeichnet "NX (?)". 1. Wahl.
Selten.
Abgebildet in: Johann Friedrich Böttger zum 300. Geburtstag: Meißen, Frühzeit u. Gegenwart; Ausstellung, 4.2. – 2.8.1982, I.,
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Böttgersteinzeug, Böttgerporzellan u. Dokumente zu Johann Friedrich Böttger in d. Porzellansammlung im Zwinger, II., d. Neueste aus Meissen im Albertinum. Dresden 1982. KatNr. II/99, dort mit Platin-Dekor.
"Zu den ersten Arbeiten, die darauf hindeuten, dass Peter Strang sich seinem charakteristischen, eigenen Stil angenähert hatte, gehören jene drei Figuren, die nach dem Theaterstück 'Der Drache' von Jewgeni Schwarz (1896– 1958) entstanden.
Die Hinwendung zum Thema Theater und Bühne war jedoch keine rein zufällige.
Alljährlich besuchte eine Delegation der Partei- und Staatsführung der DDR die Leipziger Frühjahrs- und Herbstmessen. So auch im September 1966. Staats- und Parteichef Walter Ulbricht (1893–1973) monierte während seiner Visite des Meissner Messestandes die Dominanz der Tierplastik und vermisste den 'arbeitenden Menschen' in Meissner Porzellan. Die drei Mitglieder des Kollektivs
Künstlerische Entwicklung – Heinz Werner, Ludwig Zepner und Peter Strang – machten sich Gedanken, wie sie dieser Forderung nachkommen konnten, ohne künstlerisch zu große Konzessionen eingehen zu müssen. Vielleicht war es die Idee Ludwig Zepners, das Sujet des Theaters zum Porzellanthema
zu machen: Schauspieler sind ja auch 'werktätige Menschen', Zepners Studienkollege von der Berliner Kunsthochschule in Weißensee Horst Sagert (*1934) hatte Bühnenbild und Kostüme zum schon erwähntem Bühnenmärchen 'Der Drache' geschaffen, welches 1964 am Deutschen Theater Berlin Premiere hatte. Werner, Zepner und Strang besuchten Proben und Vorstellungen des Stückes im 'DT". […]. Strang ließ sich bei seinen Umsetzungen vor allem von den Sagert'schen Entwürfen leiten. Zum Figurentrio 'Der Drache" gehört noch eine von Heinz Werner bemalte "Ankündigungsplatte" (Form-Nr. alt 297). Die Stücke wurden erstmals 1968 zur Leipziger Frühjahrsmesse präsentiert. Große öffentliche Aufmerksamkeit wurde ihnen im gleichen Jahr auch in einer Ausstellung im Foyer des Deutschen Theaters zuteil.
Der Plastiker stattete die Schauspieler mit allen Merkmalen aus, welche bis heut e seine Arbeiten auszeichnen: Charakterisierung der Figuren durch Beschränkung auf das Wesentliche, ohne auf raffiniert schmückendes Beiwerk zu verzic hten. In vielen Fällen kann und darf letzteres die inhaltliche Aussage durchaus ironisieren. Bei alledem verlangt er dem Material und somit dem mit dem Medium arbeitenden Kunsthandwerker das Äußerste ab." (zitiert nach: Uwe Beyer (et al.): Porzellanplastiker aus Leidenschaft. Meissener Manuskripte XV. Meißen 2001. S. 15–18).
Lit. : Ausstellungskatalog: Meissener Konturen. 1991. S. 100f. und S. 263f.
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Das erste Glied des Zeigefingers der li. Hand fachmännisch restauriert.
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H. 61,7 cm.