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AUKTION 48 Bildende Kunst des 16.-21. Jahrhundert
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KatNr. 21 Otto Altenkirch
KatNr. 21 Otto Altenkirch

021   Otto Altenkirch "Waldweiher". 1929.

Öl auf Leinwand. Geritzt signiert "Otto Altenkirch" und datiert u.re. Verso auf dem Keilrahmen und dem Leinwandumschlag in Pinsel betitelt; Keilrahmen in Blei bezeichnet "1929-100" und "ph" o.re. Am Keilrahmen u. und am Leinwandumschlag u. mit einer Widmung versehen sowie nochmals datiert "1946". Im profilierten, masseverzierten Schmuckrahmen.
WVZ Petrasch 1929-100-S.

Malschicht angeschmutzt, krakeliert und mit beginnender Schüsselbildung, im Bereich des Wassers und des Himmels ausgeprägter, kleiner Farbverlust u.re.

95 x 121 cm, Ra. 108,5 x 133,3 cm. Aufruf 4500 €
Zuschlag 4500 €
KatNr. 34 Philipp Franck

034   Philipp Franck "Pflügender Bauer" (Felder in Stolpe / Wannsee). Um 1908.

Öl auf Leinwand. Signiert "PHILIPP-FRANCK" u.li. In einer profilierten, goldfarbenen Leiste gerahmt.
WVZ Immenhausen / von Tresckow / Meister 1908.6 mit minimal abweichenden Maßen.

Philipp Franck gilt - nicht zuletzt seit der Wiederentdeckung seines Oeuvres in den 1980er Jahren - als einer der herausragenden deutschen Impressionisten. 1899 gehörte er, neben Max Liebermann und Walter Leistikow, zu den Mitbegründern der Berliner Secession. Diese gründete sich im Zuge einer sich wandelnden Kunstauffassung. Auch auf Franck hatte die Bewegung einen entscheidenden Einfluss. Seine Palette begann sich zu verändern, seine Motive wandelten sich. Der ihm eigene, typische Stil mit breitem Pinselduktus und brillianter Farbigkeit bildete sich heraus. Die auf die Gründung folgenden fünf Jahre waren gefüllt mit Darstellungen ländlichen Lebens im Örtchen Stolpe, dem späteren Wannsee. Dorthin zog Franck 1906. Hier machte sich auch der Einfluss des Freundes und Nachbars Max Liebermann bemerkbar. Ihnen gemein war das Interesse am kleinbürgerlichen Milieu, welches sie jedoch im Vergleich zu Käthe Kollwitz oder Ernst Barlach - ebenfalls Mitgliedern der Secession - nicht sozialkritsch in ihren Bildern betrachteten. Vielmehr spürte Franck alltäglichen Begebenheiten oder der Schönheit der ihn umgebenden Natur nach. Bauern auf dem Felde, Kinder beim Baden oder ländlich-idyllische Landschaftsdarstellungen gehörten zu seinen Themen. Auch das vorliegende Gemälde vermittelt in seinen frischen, luftigen Farben die Kraft und Schönheit der von Neuem erblühenden Natur.

Ein Riss (ca. 8 cm) mit angrenzenden Fehlstellen im Bildträger o.li., verso mit textilem Flicken hinterlegt. Je eine kleine Leinwanddurchstoßung re. des Baumstamms und li. des Pflugs. Kleine Farbabplatzung o.Mi., vereinzelt kleinste Farbverluste, im Malduktus kaum wahrnehmbar. Malschicht partiell krakeliert und leicht angeschmutzt. Unscheinbare, horizontal verlaufende Klimakante Mi.

120 x 113 cm, Ra. 132,5 x 126 cm. Aufruf 10000 €
Zuschlag 16000 €
KatNr. 108 Helmut Schmidt-Kirstein, Komposition mit Kreis und Kegel. 1956.

108   Helmut Schmidt-Kirstein, Komposition mit Kreis und Kegel. 1956.

Öl auf grober, knotiger Jute. U.li. Signiert "E. Kirstein" und datiert. In einer einfachen, aufgenagelten Schattenfugen-Holzleiste gerahmt.

Malschicht leicht angeschmutzt.

50 x 64 cm, Ra. 51,5 x 65,5 cm. Aufruf 1000 €
Zuschlag 1900 €
KatNr. 191 Max Klinger

191   Max Klinger "Die Schlange". 1880.

Radierung und Aquatinta auf gelblichem englischen Kupferdruckpapier. In der Platte in Kapitälchen signiert "Max Klinger" u.li., u.re. bezeichnet "Opus III" und o.re. nummeriert "III". Blatt 3 von 6 der Folge "Eva und die Zukunft" (Opus III). Im Passepartout an drei Punkten auf Untersatzkarton montiert.
WVZ Singer 45, IX (v. IX) Sechste Ausgabe. Auf dem Passepartout in Blei von fremder Hand nummeriert.

Ganz unscheinbar lichtrandig.

Pl. 29,3 x 15,5 cm, Bl. 53 x 38 cm, Psp. 55 x 40,5 cm. Aufruf 120 €
Zuschlag 650 €
KatNr. 214 Heinrich Vogeler

214   Heinrich Vogeler "Dornröschen" (Probedruck). 1897.

Radierung auf dünnem Karton. Unsigniert. In brauner Tusche u.re. bezeichnet "Probedruck z. Dornröschen von H. Vogeler erhalten [?] Oktober 1897 R. Schröder". Verso in Blei von fremder Hand bezeichnet und anhaftendes Blatt mit Bezeichnung in Kugelschreiber. Hinter Glas in goldfarbener Holzleiste.
WVZ Rief 20 I v. II.

Seltener Zustandsdruck von der erst teilweise radierten Platte.

Möglicherweise handelt es sich bei dem Schreiber der Vorderseite um den späteren "Insel"-Verleger Rudolf Alexander Schröder, mit dem Vogeler schon vor dessen verlegerischer Tätigkeit Umgang pflegte.

Blatt etwas lichtrandig und am Rand vereinzelt fleckig. Verso atelierspurig und stärker gebräunt.

26,9 x 24,7 cm, Bl. 38,5 x 28,5 cm, Ra. 43 x 33 cm. Aufruf 150 €
Zuschlag 1200 €
2016-06-04

308   Otto Dix "Hedwig Dix (Die Schwester von Otto Dix)". 1913.

Farbige Pastellkreide auf textilem Bildträger, beflockt. In schwarzer Pastellkreide signiert "DIX" und datiert u.re. Am o. Rand auf Untersatzkarton klebemontiert und hinter Glas in schmaler goldfarben gefaßter Holzleiste gerahmt.
WVZ Lorenz FW 4.2.6.

Provenienz: Dresdner Privatbesitz; Nachlaß Dr. Erhard Frommhold, Dresden; vormals Besitz Alexander und Hedwig Wolfgang geb. Dix, Gera.

Vgl. Otto Dix anläßlich seines 70. Geburtstages. Ausstellungskatalog der Städtischen Museen Gera. Gera. 1961. Nr. 19.

Ulrike Lorenz (Hrsg.): Dix avant Dix. Das Jugend- und Frühwerk 1903-1914. Gera, 2000. Abb. S. 241.

Das Bildnis zeigt die jüngste, 1898 geborene Schwester des Künstlers im Alter von 15 Jahren. Zu dieser Zeit war der 22 jährige Dix Schüler an der Dresdner Kunstgewerbeschule - es war die Zeit vor den dramatischen Erlebnissen des Ersten Weltkrieges, die sein künstlerisches Schaffen in eine völlig andere Richtung katapultieren sollten. 1913 enstanden neben der vorgestellten Pastellzeichnung mehrere Selbstbildnisse des Künstlers, die bisweilen schon die neusachlichen Portraits antizipieren.
Ganz anders das Portrait der Schwester: vor dem grauen Hintergrund isoliert der Zeichner das Gesicht des Mädchens mit hochgestecktem und in Wellen gelegten Haar und umgibt es mit einem Nimbus aus königsblauem Pigment. Liebevoll modelliert er das Inkarnat des Mädchens, zeichnet ihr rosige Wangen und Nasenflügel. Den aparten Schwung des kleinen Mundes und die spitze Nase setzt er sicher auf das Papier. In der Tat scheint sich Dix für Hedwigs Physiognomie besonders interessiert zu haben, so formte er schon 1912 ihr Gesicht in Gips ab. Die entstandene Maske fand 1925 Eingang in das "Stilleben mit Witwenschleier", das sich heute im Museum Otto-Dix-Haus in Gera befindet.

In drei Ecken Reißzwecklöchlein. Am äußersten oberen Bildrand mit unscheinbaren Klebemittelresten.

42 x 37,4 cm, Ra. 44 x 39 cm. Aufruf 4000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 16000 €
2016-06-04

368   Carry Hauser "Auf dem Baum“. Um 1920.

Kohlestiftzeichnung auf feinem, bräunlichen Papier. In Blei monogrammiert „CH“ u.re. U.li. vom Künstler in Kapitälchen betitelt.
An den oberen Blattecken auf Untersatz montiert.

Blatt minimal knickspurig und leicht lichtrandig an den Rändern.

28,5 x 21,7 cm, Unters. 64,8 x 49,3 cm. Aufruf 400 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 2600 €
KatNr. 452 Max Liebermann

452   Max Liebermann "Badende Knaben beim Hemdanziehen". 1922.

Federlithographie auf Japan. U.re. in Blei signiert "Mliebermann".
Nicht im WVZ Schiefler; Verzeichnis Achenbach XX (H); Achenbach: Arbeiten für den Fritz Heyder Verlag 61.

St. 9,2 x 13,7 cm, Bl. 15 x 19,2 cm. Aufruf 100 €
Zuschlag 440 €
KatNr. 453 Max Liebermann

453   Max Liebermann "Jungen beim Baden". 1920er Jahre.

Holzschnitt auf China. In Blei u.li. signiert "MLiebermann" und nummeriert "13/30". An den beiden oberen Blattecken auf Untersatzpapier montiert.
Nicht im WVZ Schiefler; Achenbach: Arbeiten für den Fritz Heyder Verlag 75.

Blattränder ungerade beschnitten, minimal knickspurig.

Stk. 9,4 x 12,4 cm, Bl. 12,5 x 15,7 cm, Einlegeblatt 37,5 x 26,5 cm. Aufruf 100 €
Zuschlag 380 €
KatNr. 454 Max Liebermann

454   Max Liebermann "Karren in den Dünen". Wohl 1920er Jahre.

Holzschnitt auf China. In Blei signiert "Mliebermann" u.re., nummeriert u.li. "13/30". In der der Darstellung u.li. in Blei vom Holzschneider monogrammiert "R.H.sc.". An den beiden oberen Blattecken auf Untersatzpapier montiert.
Nicht im WVZ Schiefler; Achenbach: Arbeiten für den Fritz Heyder Verlag 73.

Blattränder ungerade beschnitten, leicht knick- und fingerspurig. Am u. Rand kleiner brauner Fleck.

Stk. 8,5 x 16,5 cm, Bl. 12,4 x 20 cm, Einlegeblatt 37,5 x 26,5 cm. Aufruf 100 €
Zuschlag 460 €
KatNr. 457 Eliezer
KatNr. 457 Eliezer

457   Eliezer "El" Lissitzky "Proun 1 A". 1921.

Lithographie auf ockerfarbenem, glatten (Werkdruck?) - Papier. Außerhalb der Darstellung u.re. im Stein kyrillisch betitelt "P 1 A". Unsigniert. Blatt zwei einer Folge von 11 Lithographien der Proun-Mappe von 1921. Gedruckt wohl Ende 1921 in Berlin, Drucker unbekannt.
Die Studie zu "Proun 1 A. Die Brücke", Gouache, 8,5 x 15 cm, wurde von El Lissitzky 1919 ausgeführt und befindet sich in der Sammlung des Ehepaars Eric E. Estorick, London.

Abgebildet in: Nisbet, Peter; Nobis, Norbert; Romanus, Peter: El Lissitzky 1890-1941. Retrospektive. Ausstellungskatalog Staatliche Galerie Moritzburg 1988. Halle, 1987. S. 98, KatNr. 37b, S. 100, Abb. 65.

Provenienz: Dresdner Privatbesitz, vormals Nachlaß Dr. Erhard Frommhold; Geschenk der zweiten Ehefrau El Lissitzkys Sophie Lissitzky-Küppers, mit welcher Dr. Frommhold als Cheflektor des Verlags der Kunst Dresden 1967 die Monographie zu El Lissitzky herausgab.

Für mündliche Informationen zu El Lissitzky danken wir Herrn Dr. Norbert Nobis, Hannover, sehr herzlich.

Insgesamt sind sechs vollständige Folgen der Proun-Mappe bekannt. Eine Folge befindet sich im Stedelijk Museum, Amsterdam, eine weitere im Museum of Modern Art, New York. Das Einzelblatt "Proun 1 A" ist auch Teil der Sammlung des British Museum, London (ehemals aus einer Folge von acht Lithographien aus dem Besitz des Künstlers und Herausgebers Maurice van Essche (1906-1977), 1979 bei Christie's versteigert).

Zur Datierung des Blattes (bzw. der Folge) gibt es verschiedene Angaben. Während das Stedelijk Museum und auch das MoMA die Arbeit in das Jahr 1920 datieren, verzeichnet das British Museum 1919. Der oben zitierte Ausstellungskatalog der Staatlichen Galerie Moritzburg nennt 1921 als Datierung, basierend auf den im Zuge der Ausstellungsvorbereitung neu gewonnenen Erkenntnissen. Zunächst ging die Forschung davon aus, dass die Blätter, welche El Lissitzky nicht als Edition drucken ließ, sondern vielmehr als leicht zu transportierendes Anschauungsmaterial zur Demonstration seiner Ideen verwendete, in Witebsk bzw. in Moskau gedruckt wurden. Nach Witebsk (heutiges Weißrußland) wurde der Künstler im Jahr 1919 als Leiter der Werkstatt für Grafik, Druck und Architektur der Kunsthochschule berufen; in Moskau war er von 1920-1921 Leiter der Höheren Künstlerisch-Technischen Werkstätten (Wchutemas). Ende des Jahres 1921 verließ El Lissitzky Rußland, um nach Berlin zu gehen, nicht aus politischen Gründen, sondern weil er sich dort bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erhoffte. In Deutschland hatte er zudem auch deutlich bessere Druckmöglichkeiten.

Die Proune [Projekt für die Gründung neuer Formen in der Kunst, ausgesprochen 'Pro-un'] sind als dreidimensionale Weiterführung der suprematistischen Ideen K. Malewitschs zu sehen, dessen Anhänger El Lissitzky war. Peter Nisbet beschreibt den Proun als "Komposition aus mehreren, verschiedenen geometrischen Elementen, zwei- wie auch dreidimensionalen, die über eine flexionslose Grundfläche in einer Art verteilt sind, die sich den Erwartungen normaler (oder tatsächlich möglicher) räumlicher Beziehungen widersetzt". (Zitiert nach Nisbet, Peter; Nobis, Norbert; Romanus, Peter: El Lissitzky 1890-1941. Retrospektive. Ausstellungskatalog Staatliche Galerie Moritzburg 1988. Halle, 1987. S. 14).

Der Künstler selbst führte dazu aus:
" 'Proun' nannten sie die Station auf unserem Wege zu neuen Formen, die aus der Erde erwachsen, welche verbessert, gedüngt ist mit den Leichen von Bildern und ihrer Künstler. […] Die nichtkonstruktive Form bewegt sich nicht, steht nicht, sie fällt. Sie ist katastrophal. […] Die Konstruktion, aus dem Suprematismus erwachsen, bewegt sich in den Geraden und Kurven der Luft, sie führend im neuen Raum. 'Proun' baut auf ihm auf. 'Proun' veranlaßt uns, den neuen Körper zu schaffen. […] 'Proun' führt den Schaffenden von der Kontemplation in die Wirklichkeit. Während das Bild in sich vollendet zu Ende geführt ist, stellt jeder 'Proun' nur ein Glied in der Kette, eine kurze Haltestelle auf dem Wege zur Vollendung dar. 'Proun' verändert die Produktionsformen der Kunst. Er läßt den werkelnden Individualisten hinter sich, der im verschlossenen Kabinett seine Bilder auf der dreibeinigen Staffelei ausführt, von ihm allein begonnen und nur von ihm beendet. 'Proun' hingegen führt in den Schaffensprozeß eine Vielzahl von Produzierenden ein, erfaßt mit jeder Drehung des Radius ein neues schöpferisches Kollektiv. Die Persönlichkeit des Autors verschwindet in dem Werk, und wir sehen die Geburt eines neuen Stils nicht einzelner Künstler, sondern namenloser Autoren, die gemeinsam das Gebäude der Zeit meißeln". El Lissitzky, Unowis 1920-21 (Zitiert nach Sophie Lissitzky-Küppers: El Lissitzky. Proun und Wolkenbügel. Schriften, Briefe, Dokumente. Dresden, 1977. S. 21ff.).

Papier gebräunt, minimal lichtrandig, am o. und u. Blattrand etwas deutlicher. Außerhalb der Darstellung mit wenigen Stockflecken o.re. und einer Fingerspur u.li., zwei winzige bräunliche Fleckchen in der Darstellung li. Zwei Einrisse am oberen Blattrand (je ca. 10 mm), der linke Blattrand mit einem winzigen Einriß (ca. 3 mm). Blattecke o.re. und u.li. knickspurig, die u.li. deutlicher.
Blatt an den beiden oberen Ecken auf Untersatzkarton klebemontiert.

Darst. 17 x 30,2 cm, Bl. 35,5 x 45,5 cm. Aufruf 10000 €
Zuschlag 10000 €
2016-06-04

464   Wolfgang Mattheuer "Abschied". 1966.

Farbige Kreiden und Gouache über Bleistift auf Velin. In Blei signiert "W. Mattheuer" und datiert u.re. Freigestellt im Passepartout montiert.

Vgl. dazu motivisch ähnlichen Arbeiten WVZ Koch/Gleisberg/Seyde 133 und 137 bzw. WVZ Koch/Grimm 174 und 175.

Im Entstehungsjahr dieser Arbeit hielt sich Mattheuer für mehrere Wochen in der ehemaligen Sowjetunion auf. Es ist nicht klar, ob er in diesem Bild den Abschied aus der DDR - den Aufbruch nach Russland also, oder den Abschied vor dort bei der Rückkehr nach Hause darstellt. In verdichteter Form zeigt er, was die spezifische Kommunikationssituation "Abschied" auszeichnet: Einen Ort auf der Welt, von dem man Abschied nimmt - hier symbolisiert durch einen beliebigen Abschnitt der gewölbten Erdoberfläche; den Anlass zum Abschiednehmen, die Reise, deren Verlauf der Zeichner mit den im Vordergrund verlaufenden Bahnschienen andeutet. Und zu guter Letzt, den Abschied nehmenden und die Verabschiedeten, für deren innere Verbundenheit Mattheuer ein besonders einfühlsames Bild gefunden hat: Die heute aus der Mode gekommene Geste, sich mit einem weißen Taschentuch zuzuwinken, baut er aus zu einer Umarmung der Dagebliebenen durch den Arm, die Hand und das Taschentuch des Reisenden. So schuf er eine geradezu emblematische moderne Vedute, die die romantische Idee des Abschieds als solchem transportiert.

Vereinzelt kleinste Fehlstellen an den weißen Linien der Gleise.Verso mit oberflächlichen Papierbereibungen am Blattrand u.

41,8 x 59,3 cm, Psp. 60 x 80 cm. Aufruf 4000 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 4000 €
2016-06-04

480   Richard Müller, Pompeji. 1928.

Kohlestiftzeichnung und weiße Kreide auf grau-grünem, festen Papier. Am re. Bildrand betitelt, datiert und signiert "Rich. Müller".

Angeschmutzt, lichtrandig und leicht knickspurig. Unscheinbarer schräger Knick an der li. Ecke. Reißzwecklöchlein in den Ecken. Verso an den o. Ecken Reste einer alten Montierung.

32,5 x 24,7 cm. Aufruf 240 €
** Zzgl. Folgerechtsabgabe 2.00 %.
Zuschlag 850 €
KatNr. 497 Max Oppenheimer

497   Max Oppenheimer "Große Operation". 1913.

Kaltnadelradierung auf festem Bütten. In Blei unterhalb der Darstellung re. signiert „mopp.“, li. bezeichnet "I. Zustand".
WVZ Papst 14, dieser Zustand nicht verzeichnet, seltenes Blatt.
WVZ Stix 13, Zustand nicht verzeichnet.

Die Radierung steht im Zusammenhang mit dem Bild "Operation". 1912.

Minimal knick- und fingerspurig. Am oberen Plattenrand herstellungsbedingt minimale Papierstauchung. Verso Reste einer älteren Montierung.

Pl. 19,7 x 17,6 cm, Bl. 31 x 22,2 cm. Aufruf 700 €
Zuschlag 2400 €
KatNr. 686 Ernst Moritz Geyger
KatNr. 686 Ernst Moritz Geyger
KatNr. 686 Ernst Moritz Geyger
KatNr. 686 Ernst Moritz Geyger

686   Ernst Moritz Geyger "Bogenschütze". Um 1902.

Bronze, gegossen, schwarzbraun patiniert. Auf der naturalistischen Plinthe signiert "E.M.GEYGER FEC." An der Plinthe rückseitig mit der Gießereibezeichnung "AKT. GES. vorm. H. GLADENBECK u. SOHN BERLIN- FRIEDRICHSHAGEN." Auf geädertem, schwarzen Marmorsockel. Ausführung ohne Feigenblatt.

Kleinere Ausführung des Hauptwerks von Ernst Moritz Geyger von 1902. Drei überlebensgroße Ausführungen des Motives befinden sich am Dresdner Elbufer, im Schloßpark Sanssouci sowie vor dem Rathaus Hannover.

Bogen und Pfeil leicht verbogen, Sehne gerissen. Patinierung partiell oberflächlich berieben.

H. 36,8 cm (ohne Sockel). Aufruf 2000 €
Zuschlag 6000 €
KatNr. 687 Gustav Weidanz
KatNr. 687 Gustav Weidanz
KatNr. 687 Gustav Weidanz

687   Gustav Weidanz "Weiblicher Torso mit erhobenen Armen" (Dritte Fassung). 1967.

Steinguß, getönt. Auf dem rückwärtigen Teil der runden Plinthe monogrammiert "W" und datiert.

Vgl. Eugen Blume / Roland März (Hgg.), Kunst in der DDR, Berlin 2003, Kat.Nr. 27, Abb. S. 133.

Jürgen Scharfe (et al.): Der Bildhauer Gustav Weidanz. 1889-1970. Ausstellungskatalog Staatliche Galerie Moritzburg Halle. Halle/Saale, 1990. S. 248, KatNr. 237.

Gustav Weidanz' figürliche Bronzen aus den fünfziger und frühen sechziger Jahren verdeutlichen sein Hauptaugenmerk auf Körperhaltung und Bewegungsrichtung. Bereits hier deutet sich eine Suche nach der grundlegenden Gestaltung der menschlichen Form an, welche Details zu Gunsten einer straffen Ordnung der Volumina vernachlässigt.
Das Prinzip des Weglassens findet im "Weiblichen Torso mit erhobenen Armen" seinen Höhepunkt - in Anlehnung an Aristide Maillol als Vorbild in Vereinfachung und Selbstständigkeit des Ausdrucks. Die geometrische, nahezu technisch wirkende Interpretation des weiblichen Körpers lässt einen Gegensatz zwischen perfekter Stilisierung der Form und uneben erscheinender Oberfläche aufgrund des Steingusses entstehen. Neben dem "Weiblichen Torso mit erhobenen Armen" in der dritten Fassung existieren eine erste Fassung mit gesenkten Armen aus dem Jahr 1966 in Bronze, H. 32,5 cm und eine zweite Fassung aus dem Entstehungsjahr der hier angebotenen Plastik in Steinguß, H. 70 cm.
Vgl. dazu Ausstellungskatalog Staatl. Galerie Moritzburg, KatNr. 235f.

Gußnaht sichtbar. Vereinzelt unscheinbare, horizontal verlaufende Trocknungsrisse. Weiße Farbspur an der rechten Brust und an der rechten Schulter.

H. 67,5 cm. Aufruf 3500 €
Zuschlag 4600 €
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