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AUKTION 64 Bildende Kunst des 16.-21. Jahrhunderts
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Samstag, 20. Juni 2020


Gemälde, Arbeiten auf Papier &
Druckgrafik des 16.-21. Jh.
Antiquitäten & Kunsthandwerk


N A C H V E R K A U F



  Online-Katalog mit allen Zuschlägen


Virtuelle Vorbesichtigung







Nachbericht

In einer überaus dynamischen Auktion konnte auch unser Haus den aktuellen Trend der deutschen Auktionshäuser bestätigen – das Sammlerpublikum ist ausgesprochen bietfreudig und setzt mit zum Teil herausragenden Steigerungen neue Maßstäbe.

In der Sommerauktion konnten für mehrere Werke Auktionsrekorde erzielt werden. Insbesondere das Gemälde „Akrobaten“ des Dresdner Künstlers Josef Hegenbarth, gemalt um 1930, konnte sich von einer bereits sehr ambitionierten Taxierung von 8.800 Euro auf bemerkenswerte 28.000 Euro steigern. Der bisherige Auktionsrekord für malerische Arbeiten des Künstlers lag bei 14.500 Euro für das Gemälde „Der Apfelpflücker“, gemalt um 1923, 2008 versteigert. Artistenszenen in Öl sind sehr selten und das kleinformatige Werk wurde durch die reduzierte, gänzlich auf das Akrobatenpaar konzentrierte Komposition, sehr besonders. Auch die delikate Farbigkeit mit dem deutlichen Hell-Dunkel-Kontrast zeichnete das Gemälde aus.

Wilhelm Müller, einziger Schüler Hermann Glöckners, und ebenso wie sein Lehrer zu den wenigen, entgegen der politischen Vorgaben konstruktiv-gegenstandslos arbeitenden Künstlern der DDR zählend, war mit zwei Gemälden vertreten. Zuletzt konnten größere Formate aus der Tafelfolge von 1994 Zuschläge zwischen 4.000 und 5.000 Euro erzielen, die in unserem Hause angebotene Arbeit „Weiß auf Weiß“ von 1986 setzte sich mit einem Zuschlagspreis von 5.500 Euro noch darüber hinweg. Auch die drei Jahre später entstandene Komposition in Silbergrau und Hellblau erzielte mit 4.400 Euro ein Ergebnis, welches die Gemälde Müllers insgesamt einer Neubewertung zuführen wird.

Für Aquarelle Rüdiger Berlits, Hauptvertreter des Expressionismus in Leipzig, wurden bisher nur Zuschläge von maximal 2.200 Euro erzielt. Der Künstler, welcher 1910 an der ersten Jahresausstellung der Leipziger Secession teilnahm und dort eine künstlerische Gegenposition zu Max Klinger und seinen Anhängern einnahm, bevorzugte Sujets wie Landschaften, Porträts und religiöse Themen. Bereits 1911 erhielt er im Museum der bildenden Künste in Leipzig eine Einzelausstellung. Bemerkenswert ist die leuchtende Farbigkeit seiner Blätter, welche auch dem Blatt „Betende am Wegkreuz (Marterl)“, entstanden um 1918, zu eigen ist. Solide taxiert, steigerte sich nach intensivem Bietgefecht der Preis von 1.800 Euro auf 4.800 Euro und wechselt nun von einer Dresdner in eine hessische Privatsammlung.

Auch für druckgrafische Arbeiten wurden nennenswerte Preise erzielt: Bernhard Kretzschmars Kaltnadelradierung „Tod des Sekretärs K.“ von 1922 überflügelte mit 3.200 Euro Zuschlag den bisherigen Höchstzuschlag für das Blatt ebenso wie Richard Müllers „Liebesbotschaft“, entstanden 1921 (600 Euro mehr). Die handkolorierte Kreidelithografie Werner Tübkes „Harlekin wird beweint“ konnte die auf höchstem Marktniveau angesiedelte Taxierung von 3.200 Euro bestätigen.

Im Bereich der Fotografie erreichten die Silbergelatineabzüge Wilhelm von Gloedens mit Porträts sizilianischer Knaben mit Zuschlägen von 1.300 Euro und 1.100 Euro zuletzt nur selten erreichte Ergebnisse.



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