155 Hans Jüchser "Frau im Balkonzimmer". 1959.
Hans Jüchser 1894 Chemnitz – 1977 Dresden
Öl auf Leinwand. Signiert und datiert "Jüchser. 59." u.li. Verso mit einer übermalten Arbeit, darauf betitelt sowie nochmals datiert und signiert. Auf dem Keilrahmen o.Mi. mit einem Papieretikett versehen, darauf in Schreibmaschinenschrift bezeichnet. In der originalen Künstlerrahmung.
Das Gemälde wurde 1960 anlässlich des 65. Geburtstages des Künstlers im Vorjahr in der Städtischen Kunstsammlung Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) ausgestellt.
Vgl.: Hans Jüchser. Dresden – Gemälde
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– Aquarelle – Zeichnungen – Graphik. Ausstellungs-Katalog Städtische Kunstsammlung Karl-Marx-Stadt. Karl-Marx-Stadt, 1960. Kat.Nr. 65 (mit Abb.), dort betitelt "Balkonzimmer".
Das Gemälde von musealer Qualität zeigt Helga, zweite Ehefrau und Muse des Künstlers. Hans Jüchser heiratete sie im Entstehungsjahr des vorliegenden Werkes und setzte ihr 1963 und 1964 mit mehreren Bildnissen, die sie mit einem schwarzen Tuch zeigen, Denkmäler seiner Verehrung. Bereits 1956 schuf er ihr Bildnis und ein Jahr später das Porträt mit chinesischem Fächer und chinesischem Brokatkleid.
Das weit geöffnete, französische Fenster, an welchem Helga sich hingebungsvoll einer Handarbeit widmet, gibt den Blick auf den Bodden von Ückeritz frei, in der Ferne genießt eine Familie den Sommertag. Der Künstler verbrachte seit den 1930er Jahren seinen Urlaub auf Usedom, wo er Malerfreunde wie Otto Manigk und Otto Niemeyer-Holstein traf. Oft wohnte Jüchser bei Niemeyer-Holstein, der in Lüttenort, an der schmalsten Stelle der Insel sein Atelier mit einem bezaubernden Garten hatte.
Die aus vielen Farbflecken zusammengesetzte beinahe impressionistische Darstellung zeugt von der Leichtigkeit des empfundenen Moments und transportiert die Wärme der Luft und die Zärtlichkeit, mit der der Maler sein Modell ins Bild setzte. Die Komposition ist bei größter Asymmetrie von beeindruckender Ausgewogenheit, die Gegensätze von Innen und Außen, von durch Malerei dargestelltem Handwerk, von Ornament und Natur sind vereint im Zusammenklang von Licht und Farbe.
Vgl. Gisbert Porstmann und Linda Karohl (Hgg.), Hans Jüchser, Farbe als absolute Kraft (Kat. Ausst. Dresden 2010), Altenburg 2010.
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Leinwand entlang des re. Bildrands im Falzbereich mit leichter Verformung nach innen am dahinterliegenden Keilrahmenwulst. Geringfügiger Malschicht-Abrieb im Falzbereich. Rahmen berieben und mit weißen Farbflecken auf u. Leiste.
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122 x 93 cm, Ra. 130 x 99,5 cm.